Die Stadt Leipzig muss drei Familien insgesamt 15.000 Euro Schadensersatz zahlen, weil sie für deren Kleinkinder keinen Kita-Platz anbieten konnte. Das Landgericht Leipzig sprach von einer "Verletzung der Amtspflicht" der Kommune.  

Drei Mütter hatten ihren Verdienstausfall eingeklagt. Sie mussten länger als geplant zu Hause bleiben, weil sie für ihre Kinder keinen Kita-Platz fanden. Es sei ein Musterprozess, bisher gebe es bundesweit keine vergleichbaren Urteile über Schadensersatz, zitierte der MDR die Anwälte der Kläger.  

In einem Fall hatten laut MDR die Eltern ihren Wunsch nach einem Kita-Platz bereits angemeldet, als der Sohn acht Wochen alt war. Trotz vieler Ämtergänge und einer Petition an die Stadt seien die Bemühungen erfolglos geblieben.

Auch eine Betreuung über Tagesmütter oder private Betreuungseinrichtungen hätten die Eltern zunächst nicht organisieren können – in einem solchen Fall hätte die Stadt die Kosten übernehmen können. Erst sechs Wochen nach Ende der Elternzeit sei ein Kita-Platz gefunden worden. So habe die Mutter erst verspätet ihren Beruf wieder aufnehmen können. Für diesen Verdienstausfall sei ihr nun der Schadensersatz zugesprochen worden.

Seit dem 1. August 2013 gibt es bundesweit einen Anspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab einem Jahr. Die Stadt Leipzig kam mit dem Ausbau ihrer Kindertagesstätten nicht hinterher. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, die Stadt könnte in Berufung gehen.