Im Kita-Streik erhöhen die Gewerkschaften den Druck. Da es nach fast drei Wochen immer noch keine Annäherung zwischen ver.di und der Vereinigung kommunaler Arbeitgeber (VKA) gibt, sind für den Vormittag zwei große Demonstrationen geplant. In Frankfurt am Main wollen 15.000 Erzieher und Sozialarbeiter auf die Straße gehen, in Hamburg etwa 10.000.

Ebenfalls in Frankfurt am Main werden Vertreter der VKA zu einer internen Mitgliederversammlung zusammenkommen. VKA-Hauptgeschäftsführer Manfred Hoffmann rief die Gewerkschaften auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die Vorschläge der Arbeitgeber lägen bereits auf dem Tisch, sagte er der Welt. Ein VKA-Papier von Mitte April enthalte konkrete Vorschläge für Verbesserungen bei der Eingruppierung und Bezahlung. "Erzieherinnen und Erzieher könnten dadurch Zugewinne von bis zu 443 Euro erzielen."

Die Gewerkschaften ver.di, Erziehung und Wissenschaft (GEW) sowie der Beamtenbund dbb fordern eine höhere Eingruppierung der bundesweit rund 240.000 Erzieher und Sozialarbeiter. Laut ver.di würde das Einkommensverbesserungen von durchschnittlich zehn Prozent bringen. Aus Sicht des Arbeitgebers ist das nicht bezahlbar.

Ver.di-Sprecher Christoph Schmitz sagte: "Die Kollegen wissen, dass es jetzt darum geht, die Arbeitsbedingungen und den Wert ihrer Arbeit für die nächsten Jahre festzulegen." Wenn das nicht gelinge, verfestige sich die "unzureichende finanzielle Wertschätzung für ihr Berufsfeld", sagte Schmitz.

Beide Seiten werfen sich Blockadehaltung und Maximalverweigerung vor. Bereits Anfang Mai teilten die Gewerkschaften mit, sie rechneten mit zähen und langwierigen Verhandlungen. Der bundesweite, unbefristete Streik könne sich bis zu den Sommerferien ziehen, hatte Ver.di-Chef Frank Bsirske gesagt. Auch solle es diesmal – anders als bei vorherigen Streiks – keine Unterbrechungen geben.

Laut einer YouGov-Umfrage haben 61 Prozent der Bundesbürger Verständnis für den Streik. Persönlich von fehlender Kinderbetreuung betroffen waren bisher nur sieben Prozent.