Der Kinderwunsch der Deutschen verschiebt sich laut einer Studie weiter nach hinten. In 20 Jahren sei es nichts Ungewöhnliches mehr, wenn eine Frau im Alter von 50 Jahren ihr erstes Kind bekommt, gaben 37 Prozent der Befragten einer Forsa-Studie an. Fast zwei Drittel sind für Social Freezing, dem Einfrieren von Eizellen, aufgeschlossen. Knapp ein Drittel kann sich das auch für sich selbst vorstellen.  

Laut der Studie im Auftrag des Magazins Eltern wünschen sich 87 Prozent der befragten 1.061 Männer und Frauen zwischen 18 und 30 Jahren Kinder. Der Wunschzeitpunkt für den Nachwuchs verschiebt sich aber weiter nach hinten: Fast drei Viertel der 27- bis 30-Jährigen gaben an, erst nach dem 30. Geburtstag Nachwuchs zu wollen. Zwar wünschten sich 37 Prozent der Befragten zwischen 18 und 22 ein Kind noch vor dem 27. Geburtstag – in der Realität sind aber nur rund ein Fünftel der 27-Jährigen Eltern.  

Die Befragung spiegelt die Zahlen des Statistischen Bundesamtes wider. Zum dritten Mal in Folge ist 2014 die Geburtenrate gestiegen, sie befindet sich mit statistisch 1,47 Kindern pro Frau im gebärfähigen Alter auf dem höchsten Niveau seit 1990. Gleichzeitig werden die Mütter bei der Geburt immer älter. 2014 waren Frauen beim ersten Kind mit durchschnittlich 29,5 Jahren um gut zwei Monate älter als die Mütter bei der Geburt ihres ersten Kindes im Jahr 2013.

Generell sind für die meisten Befragten der Studie eine harmonische Partnerschaft (73 Prozent), Ausgewogenheit zwischen Beruf und Freizeit (56 Prozent) und eigene Kinder (71 Prozent) "sehr wichtig" im Leben und rangieren noch vor der eigenen Selbstverwirklichung (31 Prozent) und Wohlstand (17 Prozent). Nur eine Minderheit von 14 Prozent legt besonderen Wert auf die berufliche Karriere.

Von der Familienpolitik wünschen sich die Frauen mit 43 Prozent und Männer mit 33 Prozent großzügige Elternzeitregelungen und ausreichend Betreuungs- und Bildungseinrichtungen. Laut einer Studie des Statistischen Bundesamtes wünscht sich ein Drittel der Väter mehr Zeit für ihren Nachwuchs.