Nach 35 Jahren des Rückgangs ist die Geburtenrate wieder deutlich angestiegen. Dies ergibt sich aus Berechnungen der Kinderzahl, die Frauen eines Jahrgangs in ihrem Leben bekommen, wie das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) mitteilte.

Die Kinderzahl von Frauen, die 1973 geboren wurden, wird sich demnach auf 1,56 erhöhen. Für die nachfolgenden Jahrgänge ist mit einem Anstieg auf knapp 1,60 zu rechnen. Im Geburtsjahrgang 1968 als bisheriger Tiefpunkt lag der Schnitt noch bei 1,49 Kindern. Für Frauen vom Geburtsjahrgang 1986 an steigt die Kinderzahl pro Frau unter 49 schon seit einiger Zeit. Vor allem Akademikerinnen werden viel häufiger Mutter als zuvor.

"Der Rückgang der Geburtenrate ist gestoppt", sagte BiB-Familienforscher Martin Bujard. Es könne sogar von einer Trendwende gesprochen werden. Es wünschten sich wieder mehr Paare Kinder als vor einigen Jahren. Der Ausbau der Kinderbetreuung habe zudem zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie beigetragen.

Trotz der nunmehr feststellbaren Zunahme liege die Geburtenrate allerdings noch immer weit unter dem Niveau von 2,1 Kindern. Dabei wird der Bevölkerungsschwund durch Sterbefälle ausgeglichen. Diesen Wert hatten nach seinen Angaben zuletzt Frauen erreicht, die Mitte der 1930er Jahre geboren wurden.