Vor zehn Jahren, am 5. Dezember 2006, verabschiedete der Bundestag das Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz, kurz BEEG, im Januar 2007 trat es in Kraft. Eltern werden seitdem nicht mehr mit einem pauschalen Erziehungsgeld unterstützt, das Elterngeld will mehr sein: Es soll das wegfallende Einkommen von Müttern und Vätern kompensieren. Wer sich entscheidet, mehrere Monate zur Kinderbetreuung zu Hause zu bleiben, sollte mit der neuen Regelung seinen Lebensstandard einigermaßen halten können.

Mütter und Väter bekommen zwischen 65 und 100 Prozent ihres durchschnittlichen Nettoeinkommens als Elterngeld vom Staat ausgezahlt. Berechnungsgrundlage sind die letzten zwölf Monate vor der Geburt des Kindes. Auch ohne Einkommen bekommen Eltern mindestens 300 Euro, der Höchstsatz liegt bei 1800 Euro. Das Elterngeld wird ein Jahr lang an ein Elternteil gezahlt. Wenn der andere Elternteil auch mindestens zwei Monate Elternzeit übernimmt, gibt es 14 Monate Elterngeld. So sollen Väter motiviert werden, eine größere Rolle in der Kinderbetreuung zu übernehmen. Hat das bisher geklappt?

Zum zehnten Jahrestag der Verabschiedung blicken wir auf die Zahlen zum Elterngeld.* Wer nimmt sich wie viele Monate frei? Wie viel Geld bekommen Mütter und Väter? Und was hat sich seit der Einführung verändert?

Die Zahl der Elterngeldempfänger hat deutlich zugenommen, zwischen 2008 und 2014 um knapp 19 Prozent auf 933.000. Die Zahl der Geburten stieg im selben Zeitraum von 680.000 auf 715.000, also um 4,7 Prozent. Der Unterschied in den Wachstumsraten hat vor allem einen Grund: Immer mehr Väter gehen in Elternzeit und beziehen Elterngeld, 2015 waren es 244.000.

Allerdings bleiben Väter immer kürzer zu Hause. Die Pioniere unter ihnen übernahmen noch durchschnittlich 3,7 Monate der bezahlten Elternzeit, inzwischen ist der Anteil der Väter auf im Schnitt drei Monate gesunken.

Wie lange sich Väter im Durchschnitt an der Elternzeit beteiligen variiert stark zwischen den Bundesländern. Im Süden sind die Mütter am längsten allein mit dem Kind zu Hause, in Berlin und Bremen am kürzesten.

Mütter sind zwar deutlich länger in Elternzeit, bekommen aber viel weniger Elterngeld pro Monat, da sie vor der Geburt des Kindes häufig ein geringeres Einkommen haben.

Die Gesamtkosten im Bundeshaushalt sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, 2015 zahlte das Familienministerium knapp sechs Milliarden Euro Elterngeld aus.

Sie haben selbst Elterngeld bezogen? Erzählen Sie uns von Ihren Erfahrungen in unserer Leserumfrage.

*Wegen einer Änderung in der statistischen Erhebung sind die Werte nur von 2008 an vergleichbar. Außerdem gibt es noch keine endgültigen Daten für 2015, da noch nicht alle Elterngeldbezüge für Eltern 2015 geborener Kinder abgeschlossen sind.