In Deutschland fehlen laut einer Studie 293.486 Kitaplätze. Wie die Bild-Zeitung unter Berufung auf Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) berichtet, benötige Westdeutschland 262.436 mehr Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren. In Ostdeutschland fehlen demnach 31.050 Plätze.

Besonders groß ist der Mangel an Betreuungsplätzen in Nordrhein-Westfalen, dort liegt die Betreuungslücke bei 16,2 Prozent (77.459 Plätze). In Bremen sind es sogar 20,2 Prozent (3.763 Plätze). In Rheinland-Pfalz und Bayern ist die Quote ähnlich hoch, hier fehlen laut der Studie 16.704 beziehungsweise 52.131 Plätze.

Nach Berechnungen des IW wird der Bedarf an Kitaplätzen weiter steigen. "Deutschland braucht mehr als eine Millionen Plätze – im letzten Jahr lagen wir gerade mal bei 720.000 Plätzen", sagte IW-Ökonom Wido Geis der Bild-Zeitung.

Der Bedarf werde weiterwachsen, sagte Geis. "Frühkindliche Betreuung wird nicht mehr so negativ gesehen. Immer mehr Frauen wollen immer früher zurück in den Job, deshalb sind Familien früher auf Betreuung angewiesen."

Ende April hatte der Bundestag ein zusätzliches Investitionsprogramm für 100.000 neue Kitaplätze gebilligt. Damit sollen die Ausbauhilfen des Bundes für die Jahre bis 2020 um mehr als 1,1 Milliarden Euro aufgestockt werden. Allein für das laufende Jahr stehen damit laut Bundesfamilienministerium insgesamt fast 2,5 Milliarden Euro zur Verfügung.