Jugendgewalt Kinder brauchen keine Härte Seite 3/3

Es muss immer erst ein weiterer Amoklauf stattfinden, damit Politiker konstanten Handlungsbedarf registrieren. In der Kürze der Zeit fällt ihnen dann nichts Anderes ein als "mehr Härte" zu fordern. Die Themen Familienförderung, Kinder- und Jugendförderung und Gewaltprävention hätten in diesem Wahlkampf ein ganz anderes Gewicht bekommen müssen. Das lässt nichts Gutes ahnen für die Zeit nach der Wahl.

 
Leser-Kommentare
    • Chali
    • 22.09.2009 um 12:47 Uhr
    1. Warum?

    Wenn ein jeder seines Glückes Schmied ist, sucht sich eben jeder einen Amboss.

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    großartig

    großartig

  1. Frau Dückers. Was wäre die Zeit nur ohne Sie!

    • hamkon
    • 22.09.2009 um 13:36 Uhr

    Es besteht in der lautstarken Proklamation solcher hehren Vorgaben und Ziele, die sich dann in der Praxis ebenso in Luft auflösen, wie einst in der Ostzone die diversen Parolen, welche die damaligen Kaderfunktionäre zur Legitimierung ihrer autokratischen, stalinistischen Kaderfunktionärsdiktatur unter die Leut brachten.

    Wer glaubt eigentlich all diese modernistischen Parolen, die sich - bei genauem Hinsehen - als pure Agitation und Propaganda heraus stellen, weil die Umgebungsbedingungen - leider, leider - die Wahrnehmung dieser Rechte genau so wenig ermöglichen, wie es beim Gesetz zum Fortbildungsurlaub der Erwerbstätigen in der Wirtschaft der Fall war.

    Deutschland, ein ewig Jammertal und ein Staat selbstherrlicher Potentaten, deren Macht und Willkür sich auf ererbten Besitz stützt, so lange diese alten Kapitalsummen noch vorhanden sind.

  2. Tanja Dückers gelingt es auch hier wieder, ein zutreffendes Stimmungsbild zu zeichnen. Sie widersteht der Versuchung, ein meinungsbildendes Fazit zu entwerfen, und dies ist all den auf unzureichenden Analysen basierenden Handlungsanweisungen gewisser Politiker vorzuziehen.
    Es ist offenkundig geworden, daß weder der Staat noch der Markt die Erziehungsmisere lindern kann. Die Frage, inwieweit die Teilhabe des Staates und des Marktes an der Erziehung überhaupt wünschenswert ist, muß in diesem Zusammenhang neu gestellt werden.
    Eine Verbesserung der Situation ist nur durch elterliche Eigeninitiative zu erreichen. Dies ist die größte und schwierigste Aufgabe, die Deutschland in den kommenden Jahrzehnten zu bewältigen hat.

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    "Es ist offenkundig geworden, daß weder der Staat noch der Markt die Erziehungsmisere lindern kann."

    Keiner von beiden hat es je ernsthaft versucht und zumindest der Staat hätte sehr wohl die Möglichkeit dazu, wenn er nur wöllte.

    "Eine Verbesserung der Situation ist nur durch elterliche Eigeninitiative zu erreichen."

    Ach? Und wie? Durch anregende Apelle?

    "Es ist offenkundig geworden, daß weder der Staat noch der Markt die Erziehungsmisere lindern kann."

    Keiner von beiden hat es je ernsthaft versucht und zumindest der Staat hätte sehr wohl die Möglichkeit dazu, wenn er nur wöllte.

    "Eine Verbesserung der Situation ist nur durch elterliche Eigeninitiative zu erreichen."

    Ach? Und wie? Durch anregende Apelle?

  3. >Doch statt dem hilflosen Ruf nach "mehr Härte" ist eine gesamtgesellschaftliche Debatte nötig.<

    Es gibt mehrere Ansätze die Probleme mit der gewaltbereiten Jugend zu lösen. Dass natürlich alt-68er und ausgeprägte Gutmenschen sich nur eine und dann auch noch "gesamtgesellschaftliche" Debatte vorstellen können, liegt auf der Hand. Diese Denkweise hat im Übrigen nicht unwesentlich zu diesen Problemen beigetragen. Das ist doch lächerlich: Durch endloses Gelaber solche handfesten Probleme lösen. Träumen Sie weiter!

    Um diese Probleme zu verstehen, muss man sich die Elterngeneration der heutigen gewaltbereiten Jugend ansehen und sich ins Bewusstsein rufen, wie diese selbst aufgewachsen und erzogen worden sind. Da wird man erstaunliches an Konsequenz- und Hilflosigkeit zu Tage fördern.

    So rächt sich das gescheiterte Erziehungsmodell der siebziger bis in die zweite und dritte Generation hinein.

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    Bei Ihnen möchte ich nicht Kind sein.

    Selbstverständlich ist diese Konsequenzlosigkeit in der heutigen Erziehung grausam.
    Damals bei der HJ wusste man noch seine Kinder zu erziehen.
    Oder im Mittelalter - wer nicht hören wollte, musste fühlen.
    Und wenn einem dann eben der Finger abgehackt wird, wenn das Zimmer wieder einmal unordentlich war.
    Denn schließlich gilt: Quid pro quo!

    Bei Ihnen möchte ich nicht Kind sein.

    Selbstverständlich ist diese Konsequenzlosigkeit in der heutigen Erziehung grausam.
    Damals bei der HJ wusste man noch seine Kinder zu erziehen.
    Oder im Mittelalter - wer nicht hören wollte, musste fühlen.
    Und wenn einem dann eben der Finger abgehackt wird, wenn das Zimmer wieder einmal unordentlich war.
    Denn schließlich gilt: Quid pro quo!

    • hardob
    • 22.09.2009 um 14:32 Uhr

    hat seinen Preis. Ein ganz "doofes" Beispiel. Die Ladenöffnungszeiten müssen in Permanenz ausgeweitet werden, damit die, die sich unter 14 täglichen (oft nutzlosen) Stunden im Büro nicht zufrieden geben, auch noch zum Einkaufen kommen. Wer arbeitet aber im Handel. Viele Mütter, die dazu verdienen müssen, denen diese neuen Öffnungs-Zeiten (und am allerliebsten auch noch am Sonntag) für ihre Kinder gestohlen wird.

    War es nicht Präsid. Reagan, der den Angriff gegen Mütter gestartet hat, der ihnen die Sozialhilfe auf wenige Monate kürzte, wiel diese sonst nur faul in der sozialen Hängematte herumtümmeln könnten. D a s ist die Wertschätzung der Kindererziehungsaufgabe seitens derer, die sich Sonntags dann dran machen, den Werteverfall in Familien bei Kindern und Jugendlichen zu bejammern, diese scheinheiligen Tröpfe, die sich nach solchen Katastrophen wie in München oder Ansbach mit unbrauchbarsten Statements aus Textbausteinen zu Wort melden.

    Das ist der Preis, der zu zahlen ist, wenn Konkurrenz als höchste Gut von Geburt an und Rücksichtslosigkeit als höchster Wert definiert ist.

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    Mehr Öffnungszeiten sind doch nicht gleichbedeutend mit mehr Arbeitszeiten. Tatsächlich erlauben längere Öffnungszeiten auch eine flexiblere Arbeitszeitplanung für im Handel Beschäftigte. Und da sind so einige dabei, die die späten Zeiten bevorzugen.

    Der Primat des Ökonomischen, legitimiert mit einem neuen Sozialdarwinismus, ist die Hauptursache des heutigen Werteverfalls.

    Mehr Öffnungszeiten sind doch nicht gleichbedeutend mit mehr Arbeitszeiten. Tatsächlich erlauben längere Öffnungszeiten auch eine flexiblere Arbeitszeitplanung für im Handel Beschäftigte. Und da sind so einige dabei, die die späten Zeiten bevorzugen.

    Der Primat des Ökonomischen, legitimiert mit einem neuen Sozialdarwinismus, ist die Hauptursache des heutigen Werteverfalls.

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