Gleichberechtigung für Frauen – das ist in Bangladesch ein schwieriger Prozess. Dabei sieht es in der Regierung ganz danach aus, als wäre sie schon gelungen. Nach den Nationalwahlen im Dezember 2008 sind neben Premierministerin Sheik Hasina Wajed (Awami League) drei weitere Schlüsselpositionen im 24-köpfigen Kabinett an Frauen vergeben worden: Dipu Moni ist Außenministerin, Sahara Khatun Innenministerin und Begum Matia Chowdhury Landwirtschaftsministerin. Außerdem gewannen Frauen 19 der 300 Direktsitze im Parlament. Das gilt als Sensation. Darüber hinaus gibt es seine Frauenquote. 45 Sitze müssen mit Frauen besetzt werden.

Bereits 1991 gelangte zum ersten Mal eine Frau ins Amt der Premierministerin von Bangladesh, Begum Khaleda Zia von der Nationalpartei (BNP). Bis auf kurze Unterbrechungen – die längste endete nach rund zwei Jahren militärisch geführter Interimsregierung im Januar 2009 –, regierten entweder Sheik Hasina Wajed (Awami League) oder Begum Khaleda Zia.

Aber trotz weiblich geführter Regierung herrscht das Patriarchat im Land weiter. Bis zu 50 Prozent aller Frauen erleben mindestens einmal im Jahr häusliche Gewalt, wie der Menschenrechtsbericht der UN 2007 feststellte.

Immerhin sind in den vergangenen 15 Jahren Vergewaltigungen und Säure-Attentate laut Menschenrechtsorganisation Odhikar stark zurückgegangen. Aber die Erfolge scheinen eher die Aktivistinnen der Grassrootbewegungen bewirkt zu haben als die Frauen an der Macht.

Sechs Frauen und ein Mann sprechen über ihre Erfahrungen und Wünsche für die Frauen in Bangladesch