Generationen Alter ist nicht gleich AlterSeite 4/4
Diese Erkenntnisse aus anderen Ländern können in manchen Punkten beispielhaft für Deutschland sein. Kruse sieht allerdings nicht überall Nachholbedarf: "Wir müssen uns in Deutschland in Bezug auf unser Altersbild und die soziale Sicherung der Alten nicht verstecken. In den anderen Ländern stellen sich viele Fragen zum Teil noch dringlicher."
So zeigt die Studie zum Beispiel auch, dass die Sehnsucht vor allem der Alten nach einer weniger individualistischen Gesellschaft kaum zum Ziel führen wird. Die Japaner, zumindest in den Großstädten, können ihren Anspruch an die Verantwortung der Familie oft nicht mehr halten. Vorbild kann das Land aber darin sein, ältere Arbeitnehmer ernst zu nehmen und weiterzubilden. Das machen uns auch die Norweger konsequent vor.
Überall beginnt man nämlich, ältere Menschen der dritten Lebensphase stärker in die Pflicht zu nehmen. Sie müssen nicht nur länger arbeiten und sich stärker selbst fürs Alter vorsorgen. Sie werden auch ermuntert, gesellschaftliche Verpflichtungen zu übernehmen und ihre gesammelten Erfahrungen und Kompetenzen einzubringen, auch wenn sie nicht mehr berufstätig sind. Aber dazu müssen sie ernst genommen werden und sich auch weiterbilden können.
Anders sieht es dann im vierten Lebensalter aus. Hier kann man zum Beispiel von Frankreich einen sensibleren Umgang mit der Verletzlichkeit im hohen Alter lernen, zum Beispiel im Umgang mit Demenzkranken.
Alter ist also nicht gleich Alter. Während man den jungen Alten mehr eigene Verantwortung überträgt, müssen alle Gesellschaften weltweit auf einfühlsame Weise für die ganz Alten sorgen. Familien allein werden das nicht mehr leisten können, der Einzelne für sich auch nicht. Die Gesellschaft ist daher gefordert.
Die Studie "Altersbilder in anderen Kulturen" kann man hier nachlesen.
- Datum 18.11.2009 - 15:54 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | 4 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 4
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:






Noch kann man mit der sozialen Absicherung und dem Bild punkten. Aber wie lange noch?
Die Beschäftigungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten sind doch eher im Bereich der Folklore anzusiedeln. Zumal der Frühverrentung trotz Rente mit 67 ungleich mehr Aufmerksamkeit zuteil wird als der "Spätarbeit". So kommt es bei mir zumindest an.
Meinen herzlichen Dank an TANJA DÜCKERS – das Netzwerk der neuen Zeitgeistprediger etabliert sich in Schwarz-Gelb: ihre Exponenten überbieten sich gegenseitig in einer derart massiven Arroganz, dass sich mir vor Ekel der Magen dreht.
Diese nährt sich aus dem darwinistisch geprägtem Geist: sich elitär dünken.
GELB, das Sammelbecken für alle Besserwisser - die gab und gibt es in allen Schichten der Bevölkerung. Bescheidenheit ist ihnen fremd – das hat unsere leidvolle Geschichte deutlich gemacht.
Hoffentlich bleibt GELB im neuen Europa eine Randgruppe!
all dies ergab eine "eine nicht repräsentative Untersuchung" (Zitat 1. Absatz).
Können Sie mir jetzt noch den Wert einer nicht repräsentativen Untersuchung erläutern??? und welche Aussagekraft hat eine solche nicht repräsentative Untersuchung? Kann man sie als repräsentativ für die "untersuchten" Länder betrachten???
verwirrte Grüße Buker
vielen Dank dafür, dass der Demografische Wandel auch als sog. Mega-Trend in der Arbeits- und Beschäftigungswelt hier wieder eine Plattform findet.
Denn angekommen in der Arbeitswelt ist er noch lange nicht, und dass wir uns im Vergleich mit anderen Ländern nicht verstecken müssen, sollte nicht suggerieren, dass es hier in D damit gut bestellt ist.
Täglich zu erleben: Arbeitnehmer, die schwer damit beschäftigt sind, ihre Jahre bis zur Rente zu zählen, die an Weiterbildungsmassnahmen nicht mehr teilnehmen wollen; Lernen abgeschlossen - eingestellt. Dazu wenig innovative Weiterbildungs-Anbieter, um mit der Entwicklung von bedarfsgerechten oder passgenauen Angeboten zu überzeugen. Und Unternehmen, ob klein, mittelständisch oder gross, die einen ROI in entsprechende Aktivitäten kategorisch ausschliessen.
Diese Bewusstseinsveränderung ist ein weiter Weg.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren