Zwangsreise nach Australien Eine späte Entschuldigung für HeimkinderSeite 2/2

Auch der britische Premierminister Gordon Brown wird sich bei den Menschen entschuldigen, die als Kinder aus ihren britischen Familien gerissen wurden. Vorher wird er sich noch mit einigen Betroffenen und den Organisationen beraten, die die ausgewanderten Kinder vertreten. Es geht auch darum, die richtigen Formulierungen zu finden.

Öffentliche Entschuldigungen von Regierungschefs sind keine überflüssigen Formalien. Sie sind einerseits wichtig für das Land, um seine Vergangenheit aufzuarbeiten und zukünftiges Unrecht zu vermeiden. Vor allem können sie dem einzelnen, häufig traumatisierten Betroffenen dabei helfen, für sein weiteres Leben ein wenig Würde zurückzuerlangen.

Sandra Anker jedenfalls sagte gegenüber der BBC, sie sei noch immer sehr wütend darüber, was ihr angetan wurde und sie hätte ihr Leben lang darunter gelitten. "Ich wurde meiner Rechte als britische Bürgerin beraubt und ich finde, die Britische Regierung sollte darauf antworten." Sie wünscht sich eine Entschädigung, damit sie nach England zurückkehren kann. Und sie sagt, selbst wenn die Entschuldigung sehr spät kommt, sei das besser als nichts.

 
Leser-Kommentare
  1. Schockierend, welche Ungeheuerlichkeiten auch der "freie Westen" noch aufzuarbeiten hat. Dieser Fall war mir neu.

    KZ-ähnliche Erziehungsanstalten -- gern unter christlicher Aufsicht stehend -- hat es bekanntlich auch in Westdeutschland gegeben. Oder Zwangssterilisierungen von minderwertigen (also aufsässigen) Menschen in Schweden.

    Das totalitäre Zeitalter endete (im Westen) nicht schon 1945, sondern im Grunde erst mit den aufsässigen Studenten von 1968 -- die entsprechend bei den autoritären Anhängern der "Guten Alten Zeit", von "Sitte" und von "Anstand" noch heute zum Ursprung alles Bösen stilisiert werden.

    Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 war zunächst einmal nicht viel mehr als dreiste Heuchelei.

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    Da sind im 2. Weltkrieg Soldaten eines Landes angetreten um den Rassismus in einem anderen Land zu bekämpfen, obwohl der Rassismus eigentlich erst einmal im eigenen Land und der eigenen Armee hätte bekämpft werden können!

    Da sind im 2. Weltkrieg Soldaten eines Landes angetreten um den Rassismus in einem anderen Land zu bekämpfen, obwohl der Rassismus eigentlich erst einmal im eigenen Land und der eigenen Armee hätte bekämpft werden können!

  2. Da sind im 2. Weltkrieg Soldaten eines Landes angetreten um den Rassismus in einem anderen Land zu bekämpfen, obwohl der Rassismus eigentlich erst einmal im eigenen Land und der eigenen Armee hätte bekämpft werden können!

    Antwort auf "Schande"
    • kascho
    • 18.11.2009 um 20:04 Uhr

    "Ausgewanderten Kinder"? Deportiert wohl eher.

    • Yadgar
    • 23.11.2009 um 18:59 Uhr

    ...endete in Westdeutschland (in der DDR war der Umgang mit "Asozialen" und sonstigen Randgruppen auch nicht humaner, wie wir heute wissen!) eigentlich erst tief in den 1970ern - ein "Spiegel"-Artikel aus dem Jahr 1970 über Obdachlosensiedlungen zeigt das ganze Ausmaß institutionalisierter Menschenverachtung in ungebrochener NS-Kontinuität: http://wissen.spiegel.de/...

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