Männerhaus Ein Ort für geschlagene Männer
In Brandenburg steht das erste Männerhaus, das kaum einer kennt. Zwei von den Frauen enttäuschte Rentner kümmern sich um die misshandelten Männer.
Es war von Anbeginn eine schwierige Partnerschaft, sagt Dietmar Gettner. Als dann vor 18 Jahren sein Sohn geboren wurde, glich die Zweckgemeinschaft mit seiner Frau einer brennenden Zündschnur: Dietmar Gettner erzählt von Schlägen und Misshandlungen, mit denen seine Lebensgefährtin ihn tyrannisierte. Sie nannte ihn einen Idioten und demütigte ihn vor Freunden und dem Kind. Der inzwischen 65-Jährige schildert, wie sie ihm seine Finger brutal umknickte, während er schlief. Zurückzuschlagen sei für ihn nie in Frage gekommen. Sollte er, der körperlich Größere und Stärkere, eine Frau schlagen?
Als der Sohn gerade ein Jahr alt war, kam es zur Trennung. Seitdem hat Dietmar Gettner sein Kind kaum gesehen und keinen Kontakt mehr zu der Mutter. Gerichtsverfahren gegen sie habe er alle verloren, sagt er. "Wer glaubt schon einem Mann, der erzählt, dass seine Frau ihn schlage?" In dieser Zeit lernte er Horst Schmeil kennen, einen ehemaligen Polizisten, der inzwischen als Diplom-Pädagoge für den Verein "Väteraufbruch" arbeitete und Gettner beriet.
Heute betreiben die beiden Rentner gemeinsam im Brandenburgischen Ketzin, einem Ort mit 6440 Einwohnern, Deutschlands einziges "Männerhaus". Das Gebäude, ein uriger, stillgelegter Gasthof, wirkt wie aus einem Freitagsfilm in der ARD. Pferde stehen auf der Wiese, ein Hund bewacht das Gelände, der Bus hält nur alle paar Stunden in der Nähe des "Gewaltschutzhauses", wie sie es nennen. Hierhin kommen die Männer, die Angst haben vor Frauen, die sie kennen und lieben oder einst liebten.
Der Soziologe Gerhard Amend vomInstitut für Geschlechter- und Generationenforschung an der Universität Bremen hat sich die Lebenssituation geschiedener Väter angeschaut. Er hat in seiner Befragung festgestellt, dass Handgreiflichkeiten zwischen Männern und Frauen besonders oft von Frauen ausgehen, wenn eine Trennung ansteht. Während sich Männer auf ihre Körperkraft verlassen, greifen Frauen eher zu Gegenständen oder schütten ihrem Partner auch mal heißen Kaffee ins Gesicht. 2004 wurde vom Bundesfamilienministerium die Pilotstudie Gewalt gegen Männer veröffentlicht: Elf Prozent der befragten Männer gaben an, dass sie von ihrer Partnerin körperlich angegriffen wurden.
In Ketzin gibt es für acht Betroffene Platz, sie können auch ihre Kinder mitbringen. Besonders voll ist es im Männerhaus bisher allerdings nicht. Entweder ist der Bedarf doch nicht so groß oder der Zufluchtsort hat sich einfach noch nicht herumgesprochen. Man ist auf Mund-zu-Mund-Propaganda angewiesen. Im Haus wirkt alles noch etwas provisorisch, von den Wänden bröckelt die Farbe, es baumeln nackte Glühbirnen von der Decke, ein orangefarbener Rettungsring hängt an der Wand im Flur. Es gibt einen Gemeinschaftsraum, eine Küche ist noch in Planung. Erst seit November 2008 befindet sich der Zufluchtsort in Brandenburg, vorher war es in Berlin-Spandau.
- Hier gibt es Hilfe
1. Das Gewaltschutzhaus in Brandenburg bietet Zuflucht in akuten Notsituationen: www.gewaltschutzhaus.de
2. Das Männerbüro Berlin, eine Beratungsstelle für Männer mit Beziehungskonflikten, vermittelt Hilfesuchende aus der ganzen Bundesrepublik an das "Gewaltschutzhaus": www.maennerberatung.de
3. Seit 2002 bietet der Verein "Männerwohnhilfe" in Oldenburg eine Zufluchtswohnung für 1 – 2 Männer, die aus eskalierten Partnerschaftskonflikten aussteigen wollen, Hilfe an: www.maennerwohnhilfe.de- Zahlen
In Deutschland liegen derzeit keine aktuellen repräsentativen Daten zu Gewalt gegen Männer und Frauen vor. Die Kriminalstatistiken erhalten nur die zur Anzeige gebrachten Fälle. Da aber gerade bei Partnergewalt nur ein Bruchteil der Delikte angezeigt wird, sind diese Statistiken begrenzt aussagekräftig. Bundesweit hielten für das Jahr 2006 nur die Landeskriminalämter Brandenburg, Hessen, Saarland und Berlin den Anteil weiblicher Tatverdächtiger bei innerfamiliärer Gewalt fest: Bei den über 21-Jährigen lag er zwischen 11,6 und 22,2 Prozent. Dieoben zitierte Pilotstudie "Gewalt gegen Männer" vom Bundesfamilienministerium behandelt die Gewalt von Frauen gegen Männer nur kurz. Immerhin elf Prozent der befragten Männer gaben darin an, dass sie von Frauen geschlagen, geohrfeigt, getreten oder mit einer Waffe oder einem Gegenstand bedroht wurden.
Dort wurde das Männerhaus im Jahr 1995 von Horst Schmeil gegründet. Schmeil wurde damals von seiner dritten Ehefrau verlassen und sie nahm die zwei Kinder mit. "Sie hat nichts ausgelassen, um mich klein zu kriegen", sagt er immer noch verbittert. Was das genau bedeute? "Dazu darf ich aus rechtlichen Gründen nichts sagen", antwortet der 67-Jährige. Aber seitdem fühle er sich Männern, denen Ungerechtigkeit widerfahre, im Herzen verbunden. Deshalb machte er, als seine Frau ausgezogen war, sein Reihenhaus zum "Gewaltschutzhaus". Das obere Stockwerk bewohnte er, die drei darunterliegenden Zimmer standen für bis zu acht Männer offen.
Wer in Not ist, kann heute in Ketzin anrufen und wird von einem der beiden Rentner abgeholt. Anders als in Frauenhäusern ist die Anschrift nicht anonym, Frauen dürfen hinein. "Die Gemeinschaft ist ein gut funktionierender Schutz", so Schmeil. Die Betroffenen, vom Arbeiter bis zum Akademiker, können so lange bleiben, wie sie wollen. Schmeil erzählt von Männern, die von ihren Partnerinnen gedemütigt, verprügelt oder fast ermordet wurden. Er erzählt von einem Mann, der die ganze Nacht mit der Bahn fuhr, weil er sich nicht in die gemeinsame Wohnung traute.
"Wenn eine Frau einen Mann ohrfeigt, wird es nicht als so schwerwiegend empfunden, als wenn der Mann austeilt. Der wird sofort strafrechtlich verfolgt", kritisiert Schmeil das Dilemma häuslicher Gewalt aus seiner Sicht. Er ließ sich schließlich auch noch als Verfahrenspfleger ausbilden und vertritt Väter, die sich keinen teuren Anwalt leisten konnten. Für sie streitet er vor Gericht und in der Öffentlichkeit.
Während Gewalt gegen Frauen ein viel beachtetes Thema ist, führen Männer, die zu Opfern werden, in der Regel ein Schattendasein. Die meisten trauen sich nicht, darüber zu reden. Im Jahr 2000 antwortete die damalige Bundesfamilienministerin Christine Bergmann (SPD) auf die Frage, ob sie ein Männerhaus plane: "Nein, ich denke, dass ist nicht nötig. Wenn Männer keine Gewalt anwenden, brauchen sie auch keine Zufluchtsorte." Fragt man heute im Bundesfamilienministerium nach, heißt es: "Das Thema häusliche Gewalt gegen Männer ist keines, das in unserem Hause prioritär bearbeitet wird."
1976 eröffnete das erste Frauenhaus - inzwischen sind es mehr als 400 bundesweit. Deren Notwendigkeit kann niemand ernsthaft infrage stellen. Warum aber gibt es keinen staatlich geförderten Schutzraum für Männer? Peter Thiel, Initiator des "Männerbüro Berlin" und psychologischer Berater im "Gewaltschutzhaus", erklärt es so: "Die herrschenden Rollenklischees lassen kaum zu, dass auch Männer Opfer häuslicher Gewalt sein können." Thiel hatte selbst vor, ein Männerhaus zu gründen. Aber sein Projekt ist wegen der fehlenden staatlichen Unterstützung gescheitert.
Das Brandenburger "Gewaltschutzhaus" kann nur mit Spenden finanziert werden. "Wir haben einfach die falsche Zielgruppe", kommentiert Schmeil seine Situation und schiebt hinterher: "Wenn wir Tiere aufnehmen würden, hätten wir schon längst öffentliche Gelder." Er sagt dies mit viel Wut und Verbitterung. Als wäre er zu Gast bei der eigenen Beerdigung.
- Datum 18.11.2009 - 15:03 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Häusliche Gewalt (körperlich und psychisch) gegen Männer ist ein ebenso wichtiges Thema wie häusliche Gewalt gegen Frauen - zumindest für die Betroffenen. Sie ist nur viel, viel seltener spielt somit Gesellschaftlich eine kleinere Rolle.
Aus dieser Sicht kann ich sowohl die Position der Engagierten Männer, als auch die des Fammilienministeriums verstehen.
Aud gesellchaftlicher Sicht natürlich das tief in die Gehirnwindungen vieler eingegrabene Bild, daß Männner in einer Beziehung dominieren und daher das Gewaltmonopol halten. Nur wer das Gewaltmonopol besitzt, kann es auch mißbrauchen. Dieses Bild zu bekämpfen ist, wenn ich nicht irre auch das Anliegen von Frauenrechtlern (und Frauenrechtlerninnen). Feministinnen (und Feministen), was sagt Ihr dazu?
Gleichberechtigte Grüße,
Sphinxfutter
nicht richtig: "Nur wer das Gewaltmonopol besitzt, kann es auch mißbrauchen." Denn - wie der Artikel gut aufzeigt - ein solches Monopol gibt es in einer Beziehung nicht. Gewalt kann von jedem Partner einer Beziehung - egal, ob Mann oder Frau - mißbraucht werden. Und ob häusliche Gewalt gegen Männer tatsächlich so selten ist - das steht noch sehr in Frage. Denn: Wen interessiert dieses Thema schon besonders? Und wenn es niemanden interessiert, kümmert sich auch niemand darum. Und wenn sich niemand darum kümmert, gibt es keine belastbaren Informationen über die Häufigkeit. Und bisher war es nicht mein Eindruck, dass Frauenrechtlerinnen ein besonderes Interesse daran hätten, Gewalt gegen Männer in beziehungen zu thematisieren (wenn man von diversen Auswüchsen des Feminismus absieht, wo sie vielmehr direkt gefordert wird...).
Zitat: "...was sagt Ihr dazu?"
Wenn die nach vorn fällt, ja dann bist du hin...
(Quelle: Mike Krüger)
Ich glaube nicht, dass Gewalt gegen Männer viel seltener ist als gegen Frauen. Frauen üben sie nur weniger offensichtlich aus. Hinter jedem Ehestreit stecken zwei Beteiligte. Wenn eine Frau plötzlich ein blaues Auge hat, dann siehts halt jeder. Frauen haben andere Methoden, die aber nicht weniger Schaden anrichten.
Dass häusliche Gewalt von Frauen "viel, viel seltener" sei, ist ein Trugschluss. Die im Artikel zitierte Pilotstudie über Gewalt gegen Männer (die leider nicht repräsentativ ist, für eine repräsentative Studie war auf einmal kein Geld mehr da) besagt, dass jeder vierte Mann über Gewalthandlungen seiner Partnerin berichtete. Genau das gleiche besagte die aufwändige Studie über Gewalt gegen Frauen: Jede vierte Frau zwischen 16 und 85 hat irgendwann in ihrem Leben (mindestens) einmal Gewalt durch den Partner erfahren. Das deckt sich mit einer Vielzahl von Dunkelfeldstudien, die eine ähnlich große Gewaltbereitschaft von Männern und Frauen in Partnerschaften nahelegen.
Wenn man dazu noch - das Tabu aller Tabus! - die Information nachlesen kann, dass 80 Prozent aller Menschen als Kind ihre erste Gewalthandlung durch ihre Mutter erfahren, bleibt vom Mythos der friedfertigen Frau rein gar nichts mehr übrig.
"Nur wer das Gewaltmonopol besitzt, kann es auch mißbrauchen. Dieses Bild zu bekämpfen ist, wenn ich nicht irre auch das Anliegen von Frauenrechtlern" - das kann ich so nicht unterschreiben. Frauenrechtler sind sehr daran interessiert, das "Gewaltmonopol" den Männern zuzuschanzen. So behält die Frau das Monopol als das arme, bedauernswerte Opfer, und die ganzen Arbeitsplätze in Frauenberatungsstellen und Frauenhäusern bleiben erhalten.
wollen natürlich die Welt von Gewalt und Freiheitseinschränkung als Folge davon, befreien. Da gebe ich Ihnen als Frau recht. Wieso sollte ich dafür sein, dass Männer durch Gewalt verletzt werden? Das wiederspricht ja jeder Logik. Ich finde das Projekt sehr gut.
Nach meinem Wissen ist die Gewalt der Geschlechter gegeneinander gleichverteilt. Da ich selber als Mann Betroffener war (zum Glück nur 2x) kann ich sagen - das Dilemma ist furchtbar - selbst wenn Frauen als erste zuschlagen, schaffen sie es immer noch, sich als Opfer darzustellen, zumindest als Opfer von "Lieblosigkeit"
Wenn DAS kein Grund ist, zuzuschlagen,...?
Literaturtipps: Genaderama (Blogg)
"Männerbeben" und "Sind Frauen bessere Menschen? Plädoyer für einen selbstbewussten Mann." von Arne Hoffmann
"Medusa schenkt man keine Rosen" von Michail A. Xenos
nicht richtig: "Nur wer das Gewaltmonopol besitzt, kann es auch mißbrauchen." Denn - wie der Artikel gut aufzeigt - ein solches Monopol gibt es in einer Beziehung nicht. Gewalt kann von jedem Partner einer Beziehung - egal, ob Mann oder Frau - mißbraucht werden. Und ob häusliche Gewalt gegen Männer tatsächlich so selten ist - das steht noch sehr in Frage. Denn: Wen interessiert dieses Thema schon besonders? Und wenn es niemanden interessiert, kümmert sich auch niemand darum. Und wenn sich niemand darum kümmert, gibt es keine belastbaren Informationen über die Häufigkeit. Und bisher war es nicht mein Eindruck, dass Frauenrechtlerinnen ein besonderes Interesse daran hätten, Gewalt gegen Männer in beziehungen zu thematisieren (wenn man von diversen Auswüchsen des Feminismus absieht, wo sie vielmehr direkt gefordert wird...).
Zitat: "...was sagt Ihr dazu?"
Wenn die nach vorn fällt, ja dann bist du hin...
(Quelle: Mike Krüger)
Ich glaube nicht, dass Gewalt gegen Männer viel seltener ist als gegen Frauen. Frauen üben sie nur weniger offensichtlich aus. Hinter jedem Ehestreit stecken zwei Beteiligte. Wenn eine Frau plötzlich ein blaues Auge hat, dann siehts halt jeder. Frauen haben andere Methoden, die aber nicht weniger Schaden anrichten.
Dass häusliche Gewalt von Frauen "viel, viel seltener" sei, ist ein Trugschluss. Die im Artikel zitierte Pilotstudie über Gewalt gegen Männer (die leider nicht repräsentativ ist, für eine repräsentative Studie war auf einmal kein Geld mehr da) besagt, dass jeder vierte Mann über Gewalthandlungen seiner Partnerin berichtete. Genau das gleiche besagte die aufwändige Studie über Gewalt gegen Frauen: Jede vierte Frau zwischen 16 und 85 hat irgendwann in ihrem Leben (mindestens) einmal Gewalt durch den Partner erfahren. Das deckt sich mit einer Vielzahl von Dunkelfeldstudien, die eine ähnlich große Gewaltbereitschaft von Männern und Frauen in Partnerschaften nahelegen.
Wenn man dazu noch - das Tabu aller Tabus! - die Information nachlesen kann, dass 80 Prozent aller Menschen als Kind ihre erste Gewalthandlung durch ihre Mutter erfahren, bleibt vom Mythos der friedfertigen Frau rein gar nichts mehr übrig.
"Nur wer das Gewaltmonopol besitzt, kann es auch mißbrauchen. Dieses Bild zu bekämpfen ist, wenn ich nicht irre auch das Anliegen von Frauenrechtlern" - das kann ich so nicht unterschreiben. Frauenrechtler sind sehr daran interessiert, das "Gewaltmonopol" den Männern zuzuschanzen. So behält die Frau das Monopol als das arme, bedauernswerte Opfer, und die ganzen Arbeitsplätze in Frauenberatungsstellen und Frauenhäusern bleiben erhalten.
wollen natürlich die Welt von Gewalt und Freiheitseinschränkung als Folge davon, befreien. Da gebe ich Ihnen als Frau recht. Wieso sollte ich dafür sein, dass Männer durch Gewalt verletzt werden? Das wiederspricht ja jeder Logik. Ich finde das Projekt sehr gut.
Nach meinem Wissen ist die Gewalt der Geschlechter gegeneinander gleichverteilt. Da ich selber als Mann Betroffener war (zum Glück nur 2x) kann ich sagen - das Dilemma ist furchtbar - selbst wenn Frauen als erste zuschlagen, schaffen sie es immer noch, sich als Opfer darzustellen, zumindest als Opfer von "Lieblosigkeit"
Wenn DAS kein Grund ist, zuzuschlagen,...?
Literaturtipps: Genaderama (Blogg)
"Männerbeben" und "Sind Frauen bessere Menschen? Plädoyer für einen selbstbewussten Mann." von Arne Hoffmann
"Medusa schenkt man keine Rosen" von Michail A. Xenos
nicht richtig: "Nur wer das Gewaltmonopol besitzt, kann es auch mißbrauchen." Denn - wie der Artikel gut aufzeigt - ein solches Monopol gibt es in einer Beziehung nicht. Gewalt kann von jedem Partner einer Beziehung - egal, ob Mann oder Frau - mißbraucht werden. Und ob häusliche Gewalt gegen Männer tatsächlich so selten ist - das steht noch sehr in Frage. Denn: Wen interessiert dieses Thema schon besonders? Und wenn es niemanden interessiert, kümmert sich auch niemand darum. Und wenn sich niemand darum kümmert, gibt es keine belastbaren Informationen über die Häufigkeit. Und bisher war es nicht mein Eindruck, dass Frauenrechtlerinnen ein besonderes Interesse daran hätten, Gewalt gegen Männer in beziehungen zu thematisieren (wenn man von diversen Auswüchsen des Feminismus absieht, wo sie vielmehr direkt gefordert wird...).
Es ist ja auch nicht Aufgabe der Frauenrechtlerinnen, für Anliegen der Männer zu kämpfen. Ich will auf keinen Fall in Abrede stellen, dass auch viele Frauen gegenüber ihren männlichen Partnern Gewalt ausüben. Allerdings gibt es ein paar Unterschiede:
1.) Männer sind Frauen in den meisten Fällen körperlich überlegen. Wenns also wirklich heftig wird (also um wirklich krasse Verletzungen), dann sind sie durchaus in der Lage, sich zu wehren. Ich glaube kaum, dass sich ein Mann wirklich halbtod prügeln und treten liesse oder sich monatelang in einer Wohnung einsperren lassen würde.
2.) Viele Frauen geben, sobald Kinder auf die Welt kommen, ihren Job auf oder reduzieren ihr Pensum, während der Mann das Haupteinkommen erwirtschaftet. Da diese Frauen im Falle einer Trennung somit oft mit so gut wie nichts dastehen würden, benötigen sie besondere Unterstützung in der Trennungsphase. Männer hingegen stehen nach einer Trennung finanziell meist besser da. Somit ist es in ihrem Fall seltener nötig, Unterschlupf zu gewähren.
3.) Die Mehrheit der Parlamentarier sind Männer. Somit benötigen Männer weniger spezielles Lobbing, um für ihre Anliegen Gelder locker zu machen (etwa für Männerhäuser, wenn sie sie denn wirklich benötigen, und Therapien). Voraussetzung ist natürlich, dass sie anfangen, über die Gewalt von Frauen an Männern zu reden.
Feminismus, der Gewalt an Männern legitimiert, ist kein Feminismus. Es geht uns Frauenrechtlerinnen um Gleichberechtigung, nicht Dominanz.
Es ist ja auch nicht Aufgabe der Frauenrechtlerinnen, für Anliegen der Männer zu kämpfen. Ich will auf keinen Fall in Abrede stellen, dass auch viele Frauen gegenüber ihren männlichen Partnern Gewalt ausüben. Allerdings gibt es ein paar Unterschiede:
1.) Männer sind Frauen in den meisten Fällen körperlich überlegen. Wenns also wirklich heftig wird (also um wirklich krasse Verletzungen), dann sind sie durchaus in der Lage, sich zu wehren. Ich glaube kaum, dass sich ein Mann wirklich halbtod prügeln und treten liesse oder sich monatelang in einer Wohnung einsperren lassen würde.
2.) Viele Frauen geben, sobald Kinder auf die Welt kommen, ihren Job auf oder reduzieren ihr Pensum, während der Mann das Haupteinkommen erwirtschaftet. Da diese Frauen im Falle einer Trennung somit oft mit so gut wie nichts dastehen würden, benötigen sie besondere Unterstützung in der Trennungsphase. Männer hingegen stehen nach einer Trennung finanziell meist besser da. Somit ist es in ihrem Fall seltener nötig, Unterschlupf zu gewähren.
3.) Die Mehrheit der Parlamentarier sind Männer. Somit benötigen Männer weniger spezielles Lobbing, um für ihre Anliegen Gelder locker zu machen (etwa für Männerhäuser, wenn sie sie denn wirklich benötigen, und Therapien). Voraussetzung ist natürlich, dass sie anfangen, über die Gewalt von Frauen an Männern zu reden.
Feminismus, der Gewalt an Männern legitimiert, ist kein Feminismus. Es geht uns Frauenrechtlerinnen um Gleichberechtigung, nicht Dominanz.
Zitat: "...was sagt Ihr dazu?"
Wenn die nach vorn fällt, ja dann bist du hin...
(Quelle: Mike Krüger)
Ich glaube nicht, dass Gewalt gegen Männer viel seltener ist als gegen Frauen. Frauen üben sie nur weniger offensichtlich aus. Hinter jedem Ehestreit stecken zwei Beteiligte. Wenn eine Frau plötzlich ein blaues Auge hat, dann siehts halt jeder. Frauen haben andere Methoden, die aber nicht weniger Schaden anrichten.
der Mitmenschen fällt deutlich unterschiedlich aus.
Während Frauen leichter auf Mitgefühl, tätige Unterstützung, auf Solidarität stoßen, fällt der Mann eher Spott und Verachtung anheim.
Die Reaktion, die eine geprügelte Frau mittlerweile erfährt, ist von der Frauenbewegung erkämpft. Bitte versetzen Sie sich in die 50er Jahre zurück, wo Frauen ihre Ehemänner noch um Zustimmung bitten mußten, um arbeiten gehen zu dürfen, nicht über ihr Vermögen oder ihren Verdienst verfügen konnte etc.pp. Wurde eine Frau von ihrem Mann geschlagen, so war das eher eine Privatsache, in die man sich nicht einzumischen hatte, außerdem hatte sie's vermutlich auch verdient. Gut, daß sich das grundlegend verändert hat! Und nun sind die Männer dran mit Bewegung.
Männer finden es noch immer ehrenrührig, sich selbst als Unterlegene, als Opfer von Gewalt zu sehen, Indianerherz kennt keinen Schmerz, hm? Also aus Scham keine Anzeige erstatten und sich keine Hilfe suchen. Daran müssen aber die Männer selbst etwas ändern, Frauen können diesem notwendigen Wandel allenfalls nicht im Wege stehen.
Häusliche Gewalt rührt immer aus dem Drang nach Kontrolle und Dominanz und Frauen sind hier ganz sicher nicht die besseren Menschen. Man muß auch psychische Gewalt miteinbeziehen, das Beleidigen und Herabwürdigen des Partners, wo sicher die Frauen den Männern mindestens gleichberechtigt sind. Realisieren, daß psychische vermutlich oft zu physischer Gewalt führt.
Nötig sind Bewußtsein und Angebot zur Gewaltprävention ganz unabhängig von Geschlecht und Ideologie. Das setzt aber voraus, daß Gewalt nicht erst dann als solche wahrgenommen wird, wenn es zu körperlichen Verletzungen kommt.
Die Reaktion, die eine geprügelte Frau mittlerweile erfährt, ist von der Frauenbewegung erkämpft. Bitte versetzen Sie sich in die 50er Jahre zurück, wo Frauen ihre Ehemänner noch um Zustimmung bitten mußten, um arbeiten gehen zu dürfen, nicht über ihr Vermögen oder ihren Verdienst verfügen konnte etc.pp. Wurde eine Frau von ihrem Mann geschlagen, so war das eher eine Privatsache, in die man sich nicht einzumischen hatte, außerdem hatte sie's vermutlich auch verdient. Gut, daß sich das grundlegend verändert hat! Und nun sind die Männer dran mit Bewegung.
Männer finden es noch immer ehrenrührig, sich selbst als Unterlegene, als Opfer von Gewalt zu sehen, Indianerherz kennt keinen Schmerz, hm? Also aus Scham keine Anzeige erstatten und sich keine Hilfe suchen. Daran müssen aber die Männer selbst etwas ändern, Frauen können diesem notwendigen Wandel allenfalls nicht im Wege stehen.
Häusliche Gewalt rührt immer aus dem Drang nach Kontrolle und Dominanz und Frauen sind hier ganz sicher nicht die besseren Menschen. Man muß auch psychische Gewalt miteinbeziehen, das Beleidigen und Herabwürdigen des Partners, wo sicher die Frauen den Männern mindestens gleichberechtigt sind. Realisieren, daß psychische vermutlich oft zu physischer Gewalt führt.
Nötig sind Bewußtsein und Angebot zur Gewaltprävention ganz unabhängig von Geschlecht und Ideologie. Das setzt aber voraus, daß Gewalt nicht erst dann als solche wahrgenommen wird, wenn es zu körperlichen Verletzungen kommt.
an sich ist immer eine schlechte Sache. Egal ob sie in psychischer oder physischer Form, gegenüber Männern, Frauen oder Kindern ausgeübt wird. Und zweifelsohne macht es keinen Unterschied ob der/die Betroffene männlich oder weiblich ist.
Allerdings belegt auch die im Artikel aufgeführte Studie "Gewalt gegen Männer" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, dass physische Gewalt von Frauen gegenüber Männern in Partnerschaften seltener der Fall ist als umgekehrt. Was natürlich kein Grund ist das Thema unter den Tisch fallen zu lassen.
Das Hauptproblem ist m.E. dass seitens der Männer ein stärkerer Hilfebedarf formuliert werden muss. So lange dies nicht geschieht wird keine Familienministerin solche Projekte zusätzlich finanziell fördern. In Zeiten der Ökonomisierung braucht es hierfür jedoch einen statistischen Nachweis der Nachfrage und schon daran scheint es ja zu mangeln.
Das Problem, dass für Tiere in Not Geld ausgegeben wird, wo für Menschen in Not keines da ist hat man oft im sozialen Bereich.
also, mal ganz ehrlich: Idioten und Psychos gibt es doch überall, auch geschlechterunabhängig. Wahrscheinlich kommt Gewalt gegenüber Frauen häufiger vor, und ist auch bei einem Mal drastischer wenn es z.B. nur eine Ohrfeige ist (wie im Artikel erwähnt: Wenn ein Mann einer Frau eine deftige Ohrfeige setzt, dann kann da schon mehr schief gehen als bei Frau schlägt Mann)... dennoch finde ich, dass auch hier Gleichberechtigung stattfinden muss! Natürlich haben Männer auch das Recht auf ein Männerhaus, ich hätte als Kerl auch Angst, wenn ich mal mit einem Psycho zusammen war, der mein Haus abfackeln wollte oder unser Kind töten wollte oder oder... also, ist doch alles irgendwo sinnvoll, oder nicht?
Bin mir nicht so sicher, daß die These von dem "Gewalttäter Mann" tatsächlich die Realität trifft.
Man lese doch mal z.B.: http://manndat.abplesk01....
Da sieht es etwas anders aus!
Und wenn das zutreffen sollte, dann sind Männerhäuser ebenso dringend geboten wie Frauenhäuser, und sollten die gleiche Unterstützung erhalten. Alles andere wäre Diskriminierung aufgrund des Geschlechts.
Sehr schöner Artikel, den Sie verlinkt haben. Um mal daraus zu zitieren:
"(es) zeigt sich, dass Frauen häufiger von schwerer und in hoher Frequenz auftretender Gewalt in Paarbeziehungen betroffen sind."
Das ist auch bisher meine Erfahrung gewesen. Ich kenne eine größere Anzahl an Frauen, die von ihrem Partner schwerst misshandelt wurden, von Vergewaltigungen bis hin zum halb-tot-Treten, wenn sie bereits am Boden lag. Männliche Opfer fallen mir spontan.. gar keine ein - und ich zerbreche mir wirklich schon seit gut 15 Minuten den Kopf darüber, ob ich nicht doch vielleicht solche Fälle wenigstens vom Hörensagen kenne.
Scheinbar wird in diesem Feld wirklich eine Menge totgeschwiegen und heruntergespielt.
"Das Erstaunen derjenigen, die erfahren, wie es sich wirklich verhält, ist daher oft groß."
So geht es mir gerade.
Sehr schöner Artikel, den Sie verlinkt haben. Um mal daraus zu zitieren:
"(es) zeigt sich, dass Frauen häufiger von schwerer und in hoher Frequenz auftretender Gewalt in Paarbeziehungen betroffen sind."
Das ist auch bisher meine Erfahrung gewesen. Ich kenne eine größere Anzahl an Frauen, die von ihrem Partner schwerst misshandelt wurden, von Vergewaltigungen bis hin zum halb-tot-Treten, wenn sie bereits am Boden lag. Männliche Opfer fallen mir spontan.. gar keine ein - und ich zerbreche mir wirklich schon seit gut 15 Minuten den Kopf darüber, ob ich nicht doch vielleicht solche Fälle wenigstens vom Hörensagen kenne.
Scheinbar wird in diesem Feld wirklich eine Menge totgeschwiegen und heruntergespielt.
"Das Erstaunen derjenigen, die erfahren, wie es sich wirklich verhält, ist daher oft groß."
So geht es mir gerade.
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