Familienhilfe Alltag einer FamilienhebammeSeite 2/2
Irgendwann schrie Max fast nur noch, wenn sie tagsüber mit ihm allein war. Weinend gestand Carola der Kinderärztin, dass es ihr schwer fiel, Max zu lieben und Stillprobleme sie an den Rand der Erschöpfung brachten. Sie erzählte, dass sie sich in der zu kleinen Wohnung wie in einem Käfig fühlte. Die Ärztin stellte den Kontakt zur Familienhebamme her.
Renate Strom kommt jeden zweiten Tag. Max reckt die Ärmchen in die Höhe und beginnt zu brabbeln. "Was hat er denn jetzt schon wieder?", fragt Carola Yilmaz.
"Er redet mit Dir", sagt die Hebamme und Carola Yilmaz fragt: "Wie soll ich wissen, was er will?" Sie schaut ihren Sohn ratlos an. Er schaut aufmerksam zurück und streckt Carola seine Füße entgegen. Yilmaz lächelt und beginnt mit ihrer vorsichtigen Massage. Strom ermutigt sie, immer wieder den Blickkontakt aufzunehmen, die Reaktionen des Kindes wahrzunehmen und zu beachten. Als Max unruhig zu zappeln beginnt, nimmt seine Mutter ihn hoch und sein beginnendes Quengeln ebbt ab. Sie ist erleichtert, Max hat die Massage offenbar genossen.
Nächster Tagesordnungspunkt: Die Beratungsrunde mit anderen Familienhebammen und Sozialpädagogen. Hier bekennt Renate Strom: "Ich bin am Ende mit meinem Latein." Ausführlich und anonym wird die Situation von Kerstin Schütt und ihrem Baby besprochen. Ohne Hilfe von außen könnte das gesunde Aufwachsen des Kindes gefährdet sein. Darin sind sich alle einig. Denn besorgniserregend ist auch die Tatsache, dass die junge Frau weder Freunde noch Familie an ihrer Seite hat und nun auch zunehmend den Kontakt zu Renate verweigert. Gemeinsam wird beschlossen, die Kollegin im Jugendamt einzubeziehen, die mehr Einfluss nehmen kann. Doch Renate Strom wird deshalb nicht aufgeben, das Vertrauen von Kerstin wieder zu gewinnen.
* Die Namen wurden von der Redaktion geändert
- Datum 14.01.2010 - 11:38 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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dass es solche Angebote gibt, die frühzeitig eingreifen können.
Schade aber, dass damit so lange gewartet wurde. Naja, muss halt immer erst was passieren, eh mal was gemacht wird.
Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/ag
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