Familie und Religion Wenn Kinder ein Segen sindSeite 2/2
Das geht auf der individuellen Ebene los: Der Glaubende, der sich von Gott zu Fruchtbarkeit aufgerufen fühlt (nach Genesis 1,28 übrigens die ersten Worte und das erste Gebot Gottes an den gerade erschaffenen Menschen) und Sexualität erst in der Ehe lebt, wird durchschnittlich früher heiraten und sich für mehr Kinder entscheiden als der säkulare Nachbar. Unrealistische Gebote wie der komplette Verzicht auf Verhütung und Familienplanung erleiden dagegen das Augustus-Schicksal: Sie werden nach einiger Seelenqual flächendeckend ignoriert und führen zum Autoritätsverlust der Verkünder. So wägen auch die traditionellsten, vitalen Gemeinschaften immer wieder ab, welche Neuerungen sich mit ihrer Lebensweise vereinbaren lassen: Amische fahren Rollerblades, die Hutterer nutzen computerisierte Maschinen und orthodoxe Juden befürworten modernste Medizin und Gentests vor Eheschließungen.
Der gemeinsame Glaube an beobachtende Ahnen oder Gottheiten stärkt Vertrauen und Kooperation auf sozialer Ebene – solange nicht zu oft betrogen wird. Erfolgreiche Gemeinschaften verlangen ihren Mitgliedern daher auch etwas ab: Etwa Speise- oder Kleidungsgebote, Engagement oder Opfer. Wird zu wenig verlangt, erkaltet die Verbindlichkeit und die lauen Gemeinschaften zerbröseln. Aber auch ein Zuviel kostet Mitglieder. Dabei ist es interessant zu beobachten, dass das meiste Engagement in Religionsgemeinschaften von Frauen geleistet wird, die auch die Erfolgsbasis des frühen Christentums bildeten. Häufig werden Männern dabei die sichtbaren Rollen zugestanden – wenn sie dafür die verbindlichen Sozialstrukturen akzeptieren und stärken. Die Forschungen dazu stehen noch am Anfang, doch lässt sich schon sicher sagen: Die Bedeutung von Frauen für die Formation und Ausbreitung erfolgreicher Religionen ist von den Wissenschaften einschließlich der Theologien bislang völlig unterschätzt worden.
Von enormer Bedeutung ist schließlich die institutionelle Ebene: Erfolgreiche Religionen fordern nicht nur Familienverhalten, sondern ermöglichen es auch. Netzwerke gegenseitiger Unterstützung, die sprichwörtliche Versorgung der „Witwen und Waisen“ und der Aufbau von Betreuungs- und Bildungseinrichtungen gehören zu den ältesten Erfolgsrezepten vitaler Religionen. Feste, Zeltlager und wechselseitige Besuche stärken die Gemeinschaft und helfen den jüngeren Generationen, untereinander zarte Bande zu knüpfen. Meist werden unter Glaubenden auch Familienbegriffe (Vater, Mutter, Bruder, Schwester etc.) verwendet. Und auch unser Begriff der Nonne hat nicht zufällig gemeinsame Wortwurzeln mit Großmüttern und Erzieherinnen, den Nonnas und Nannys.
Gemeinschaften wie die Zeugen Jehovas oder die Neuapostolische Kirche, die ihren Mitgliedern traditionelle Familienrollen abverlangen, sie aber kaum durch entsprechende Institutionen unterstützen, weisen heute europaweit zurückgehende Geburtenraten auf. Und hatten europäische Katholikinnen Anfang des 20. Jahrhunderts noch mehr Kinder als ihre evangelischen Schwestern, so führen heute moderne, evangelische Freikirchen mit vielfältigen Familienrollen und Kinderbetreuung die innerchristliche Demografie an. Wo immer sich aber junge Familien um geeignete Einrichtungen bilden, kommen auch Suchende hinzu – die Anthroposophie lebt durch ihre Waldorfschulen.
Der Staat kann viel tun, um die allgemeinen Geburtenraten zu heben. Und doch bleiben Ehe und Kinder immer auch Wertefragen. Soll die Schrumpfung unserer Gesellschaft wenigstens abgemildert werden, so braucht es neben der weiteren Modernisierung von Familienpolitik auch eine religiös und kulturell lebendige Landschaft. Religionsfreiheit ist dafür unverzichtbar – wozu auch immer gehören muss, Gemeinschaften verlassen und wechseln zu dürfen. Und wer möchte ausschließen, dass nicht auch Säkulare demografisch erfolgreiche Traditionen begründen könnten!? Nur zu!
Ebenso wenig wie politische Parteien sind Religionen oder Weltanschauungen „an sich gut“. Die wenigsten Neugründungen bestehen den freiheitlichen Wettbewerb. Auch Grenzziehungen bleiben notwendig. Selbst in den sehr freien USA musste der Staat gegen Fälle erzwungener Polygamie, Zwangsverheiratung und Extremismus vorgehen. Auf der anderen Seite dürfen wir jene bewundern, die sich von ihrem Gott in den Dienst von Liebe, Familien und Gemeinschaft nehmen lassen. Sie gestalten Zukunft. Der legendäre Bischof Valentin hat die Kernkompetenz der Religion verstanden.
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel)
Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Tanja Dückers: Religiosität hilft nicht
- Datum 16.02.2010 - 18:43 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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huch, wer erkennt die Parallelen?
Es ist halt auch die Frage zu stellen, ob wir die Gemeinschaft über das Individuum heben wollen? Ich will es nicht, obgleich ich überdurchschnittlich viele Kinder habe.
Sehr geehrter KaterKarlo,
danke für den sachlichen Kommentar. Und was den Wert des Einzelnen angeht, gebe ich Ihnen völlig Recht. Nicht umsonst ist ja auch oben im Text festgehalten, dass das Individuum immer frei sein muss, seine Religionsgemeinschaft zu wählen, zu verlassen etc. Lebensdienliche Vergemeinschaftung kann m.E. auf Dauer nur auf freiheitlicher Basis gelingen.
Gleichzeitig sollten wir uns dann natürlich gerade auch bewusst sein, dass individuelle Freiheit stets auch individuelle Verantwortung bedeutet. So sind an den niedrigen Kinderzahlen und oft leeren Kirchen in Deutschland nicht die Muslime schuld und ich lehne es ab, gesellschaftliche Probleme auf Minderheiten abzuwälzen. Wenn es (wieder) besser laufen soll, hat jeder von uns auch bei sich selbst anzufangen.
Herzliche Grüße!
Wir sind ein sehr religöses Volk, unsere Religionen heißen Vulgärkapitalismus und Neo-Liberalismus.
Solange das Dogma besteht, dass es der Geheimschaft am dienlichsten ist, wenn sich jeder egoistisch verhält, solange müssen wir uns über Geburtenrückgang nicht wundern.
Frauen haben wohl eine sehr wichtige Rolle bei der Ausbreitung des Christentums gespielt, da das frühe Christentum "gut" zu den Frauen war (so hatten Frauen die Ehre, die Auferstehung zu bezeugen). Die These kann aber nicht auf andere Weltreligionen verallgemeinert werden, für den Islam gilt sie nicht, da Frauen im Islam schlichtweg nicht in der Öffentlichkeit auftreten. Welche Vorteile konnte auch eine Frau im christlichen Orient von der Einführung des Islams erwarten? Die Christianisierung des Orients ist nicht mit der späteren Islamierung zu vergleichen, erstere war eine Bewegung von unten, durch Missionierung und Vorbilder, letztere passierte unter dem Schwert der arabischen Heere.
Sehr geehrter SuspirodelMoro,
im Hinblick auf die vorislamische Zeit war die koranische Gesetzgebung sicher gerade auch für Frauen ein Fortschritt. So wurde die Zahl der Ehefrauen beschränkt, Frauen erhielten (wenn auch eingeschränkte) Erb- und Zeugnisrechte, die Ehe galt als göttlich gesegnet und überwacht und der Kindes- und ausdrücklich (leider wohl häufige) Mädchenmord wurde koranisch verboten. Zur Zeit der ersten Offenbarungen war der Prophet Muhammad übrigens mit Chadidscha verheiratet, einer Unternehmerin und früheren Arbeitgeberin von ihm, die auch älter war als er und die ihn zeitlebens unterstützte. Nach der Überlieferung suchte er nach den ersten Offenbarungserlebnissen bei ihr Schutz und Rat und sie ermutigte ihn. Solange sie lebte, heiratete er keine andere.
Selbstverständlich will ich mit dieser Information in keiner Weise religiös verbrämte Frauenfeindlichkeit abstreiten. Allerdings sind m.E. die Exzesse späterer christlicher oder islamischer "Ausleger" nicht einfach auf Jesus, Muhammad (etc.) zurück zu projizieren. In ihrer jeweiligen Zeit fanden sie und die entstehenden Gemeinden aus nachvollziehbaren Gründen starke, weibliche Unterstützung.
Mit freundlichen Grüßen - Michael Blume
Sehr geehrter SuspirodelMoro,
im Hinblick auf die vorislamische Zeit war die koranische Gesetzgebung sicher gerade auch für Frauen ein Fortschritt. So wurde die Zahl der Ehefrauen beschränkt, Frauen erhielten (wenn auch eingeschränkte) Erb- und Zeugnisrechte, die Ehe galt als göttlich gesegnet und überwacht und der Kindes- und ausdrücklich (leider wohl häufige) Mädchenmord wurde koranisch verboten. Zur Zeit der ersten Offenbarungen war der Prophet Muhammad übrigens mit Chadidscha verheiratet, einer Unternehmerin und früheren Arbeitgeberin von ihm, die auch älter war als er und die ihn zeitlebens unterstützte. Nach der Überlieferung suchte er nach den ersten Offenbarungserlebnissen bei ihr Schutz und Rat und sie ermutigte ihn. Solange sie lebte, heiratete er keine andere.
Selbstverständlich will ich mit dieser Information in keiner Weise religiös verbrämte Frauenfeindlichkeit abstreiten. Allerdings sind m.E. die Exzesse späterer christlicher oder islamischer "Ausleger" nicht einfach auf Jesus, Muhammad (etc.) zurück zu projizieren. In ihrer jeweiligen Zeit fanden sie und die entstehenden Gemeinden aus nachvollziehbaren Gründen starke, weibliche Unterstützung.
Mit freundlichen Grüßen - Michael Blume
"Ich habe mich dagegen entschieden" höre ich oft von Kinderlosen. Wer sich gegen etwas entscheidet, entscheidet sich automatisch für etwas anderes. In diesem Fall entscheidet sich der/die Kinderlose dafür, daß der Staat die Kinder anderer Familien dazu zwingt für die Kranken- und Altersversorgung von Nicht-Verwandten zu schuften. Dies ist jedoch keine Entscheidung, sondern ein Glaube. Es ist der Glaube an den zwingenden Versorgerstaat. Dies ist die Pseudoreligion der Kinderlosen.
Dieser Staatsgläubigkeit stehen sowohl der Islam als auch das traditionelle Christentum entgegen, denn in ihnen werden Sozialleistungen fast ausschließlich innerhalb der Großfamilie ausgetauscht. Folglich werden aufgrund der demografischen Entwicklung zwei Sozialmodelle in Konflikt geraten, die sich jeweils durch (Pseudo-)Religionen legitimieren. Mal sehen, welche (Pseudo-)Religion sich durchsetzen wird, wenn sich die Anzahl der Rentner pro Leistungserbringer verdoppelt haben wird.
Geehrter unwandelbar,
hoffentlich ist der Name nicht Programm. Bei ihrem Kommentar ist mir nicht klar geworden, was die politisch/wirtschaftliche Frage des Systems der Altersversorgung (Generationenvertrag versus Kapitalstockdeckung) mit Pseudoreligion zu tun hat.
Sehr richtig sagen sie, dass nicht der Kinderlose, sondern der Staat die Entscheidung dafür trifft, dass die Kinder der Anderen die Altersversorgung der Kinderlosen mit übernehmen. Dann ist es aber nicht dir Religion der Kinderlosen, sondern die des Staates.
Zum Staat gehören aber auch die Nicht-Kinderlosen (blöder Begriff, ich weiß) und deren Kinder, auch als Wähler.
Was hat das mit Pseudoreligiosität und den Kinderlosen zu tun?
Interessant finde ich, dass in dem Artikel sehr weich von "Religionsgemeinschaften" geredet wird und als Beispiele überwiegend solche mit relativ niedrigen Mitgliedszahlen genannt werden (dies ist nicht diskreditierend gemeint).
So, aber doch wohl nur so vermeidet es der Autor die Aspekte von Religionsgemeinschaften im Sinne von mitgliedsstarken Kirchen und Macht, also auch das Verhältnis von Kirche und Staat zu berücksichtigen.
Die Geschichte der "organisierten Religiosität" ist leider auch eine Geschichte von blutigen Machtkämpfen und Intoleranz gegenüber anderen Religionen / Glaubensgemeinschaften. Eine hohe Geburtenrate innerhalb einer Religionsgruppe war (und ist) damit auch immer eine Demonstration der Attraktivität dieser Gruppe (durch steigende Mitgliederzahlen) und diente in der Vergangenheit auch häufig dazu, Machtbasis und notfalls militärischer Arm zu sein.
Ganz so blüternrein wie der Artikel suggerieren möchte lief die Entwicklung nicht ab.
Ehe und Kinder sind Wertefragen, hier stimme ich dem Autor zu. Wertefragen sind aber nicht nur religiös zu beantworten, es gibt Werte ohne Religion.
Es gibt wohl auch Werte ohne Religion auf Zeit. Ich möchte aber behaupten und ich denke das sollte auch der Artikel wiederspiegeln, dass es kein Bestand auf Dauer hat. Dafür ist der Widersacher zu stark. Dies zeugt auch in der Bibel mit dem Segen der Generationen die Gott heiligt nach ihrem Tun oder auch nicht.
Der Glaube an Gott verschafft Ruhe und Klarheit Dinge zu erkennen.
Da wir den Geist Gottes in uns haben, kann auch nur der zur Ruhe kommen, der an den glaubt der in ihm ruht. Gott hat es basierend auf Jesus Christus übertragen, damit wir glauben.
Geehrter unwandelbar,
hoffentlich ist der Name nicht Programm. Bei ihrem Kommentar ist mir nicht klar geworden, was die politisch/wirtschaftliche Frage des Systems der Altersversorgung (Generationenvertrag versus Kapitalstockdeckung) mit Pseudoreligion zu tun hat.
Sehr richtig sagen sie, dass nicht der Kinderlose, sondern der Staat die Entscheidung dafür trifft, dass die Kinder der Anderen die Altersversorgung der Kinderlosen mit übernehmen. Dann ist es aber nicht dir Religion der Kinderlosen, sondern die des Staates.
Zum Staat gehören aber auch die Nicht-Kinderlosen (blöder Begriff, ich weiß) und deren Kinder, auch als Wähler.
Was hat das mit Pseudoreligiosität und den Kinderlosen zu tun?
Interessant finde ich, dass in dem Artikel sehr weich von "Religionsgemeinschaften" geredet wird und als Beispiele überwiegend solche mit relativ niedrigen Mitgliedszahlen genannt werden (dies ist nicht diskreditierend gemeint).
So, aber doch wohl nur so vermeidet es der Autor die Aspekte von Religionsgemeinschaften im Sinne von mitgliedsstarken Kirchen und Macht, also auch das Verhältnis von Kirche und Staat zu berücksichtigen.
Die Geschichte der "organisierten Religiosität" ist leider auch eine Geschichte von blutigen Machtkämpfen und Intoleranz gegenüber anderen Religionen / Glaubensgemeinschaften. Eine hohe Geburtenrate innerhalb einer Religionsgruppe war (und ist) damit auch immer eine Demonstration der Attraktivität dieser Gruppe (durch steigende Mitgliederzahlen) und diente in der Vergangenheit auch häufig dazu, Machtbasis und notfalls militärischer Arm zu sein.
Ganz so blüternrein wie der Artikel suggerieren möchte lief die Entwicklung nicht ab.
Ehe und Kinder sind Wertefragen, hier stimme ich dem Autor zu. Wertefragen sind aber nicht nur religiös zu beantworten, es gibt Werte ohne Religion.
Es gibt wohl auch Werte ohne Religion auf Zeit. Ich möchte aber behaupten und ich denke das sollte auch der Artikel wiederspiegeln, dass es kein Bestand auf Dauer hat. Dafür ist der Widersacher zu stark. Dies zeugt auch in der Bibel mit dem Segen der Generationen die Gott heiligt nach ihrem Tun oder auch nicht.
Der Glaube an Gott verschafft Ruhe und Klarheit Dinge zu erkennen.
Da wir den Geist Gottes in uns haben, kann auch nur der zur Ruhe kommen, der an den glaubt der in ihm ruht. Gott hat es basierend auf Jesus Christus übertragen, damit wir glauben.
Sehr geehrter SuspirodelMoro,
im Hinblick auf die vorislamische Zeit war die koranische Gesetzgebung sicher gerade auch für Frauen ein Fortschritt. So wurde die Zahl der Ehefrauen beschränkt, Frauen erhielten (wenn auch eingeschränkte) Erb- und Zeugnisrechte, die Ehe galt als göttlich gesegnet und überwacht und der Kindes- und ausdrücklich (leider wohl häufige) Mädchenmord wurde koranisch verboten. Zur Zeit der ersten Offenbarungen war der Prophet Muhammad übrigens mit Chadidscha verheiratet, einer Unternehmerin und früheren Arbeitgeberin von ihm, die auch älter war als er und die ihn zeitlebens unterstützte. Nach der Überlieferung suchte er nach den ersten Offenbarungserlebnissen bei ihr Schutz und Rat und sie ermutigte ihn. Solange sie lebte, heiratete er keine andere.
Selbstverständlich will ich mit dieser Information in keiner Weise religiös verbrämte Frauenfeindlichkeit abstreiten. Allerdings sind m.E. die Exzesse späterer christlicher oder islamischer "Ausleger" nicht einfach auf Jesus, Muhammad (etc.) zurück zu projizieren. In ihrer jeweiligen Zeit fanden sie und die entstehenden Gemeinden aus nachvollziehbaren Gründen starke, weibliche Unterstützung.
Mit freundlichen Grüßen - Michael Blume
Sehr geehrter Michael Blume,
Ihre Argumentation basiert darauf, daß die vorislamische Zeit heidnisch war. Wenn dies so gewesen wäre, würde ich Ihnen gänzlich recht geben. Der nahe Osten war aber in vorislamischer Zeit zum größten Teil christlich, vor allem das römische Reichsgebiet. Aber auch für das arabische Gebiet gilt dies: "Etwa die Hälfte der Araber war zur Zeit der islamischen Eroberung im 7. Jahrhundert christianisiert. Das Zweistromland, Syrien und die arabische Halbinsel gehörten zum größten Teil dazu." (http://www.handelsblatt.c...)
Sehr geehrter Michael Blume,
Ihre Argumentation basiert darauf, daß die vorislamische Zeit heidnisch war. Wenn dies so gewesen wäre, würde ich Ihnen gänzlich recht geben. Der nahe Osten war aber in vorislamischer Zeit zum größten Teil christlich, vor allem das römische Reichsgebiet. Aber auch für das arabische Gebiet gilt dies: "Etwa die Hälfte der Araber war zur Zeit der islamischen Eroberung im 7. Jahrhundert christianisiert. Das Zweistromland, Syrien und die arabische Halbinsel gehörten zum größten Teil dazu." (http://www.handelsblatt.c...)
Lieber unwandelbar,
danke für Ihren engagierten Kommentar! Sicher ist, dass der Staat aus besten Motiven wie auch die Kapitalmärkte als Anbieter viele klassische Aufgaben von Familien (wie die Altersversorgung) wesentlich übernommen und damit früher bestehende Anreize für eigene Kinder abgeschafft hat. Evolutionsgeschichtlich ist das ein Novum, das es so wohl nur vereinzelt innerhalb der letzten Jahrtausende gegeben hat. Es lässt sich jedoch auch positiv lesen: Kinder wurden zunehmend aus anderen denn materiellen Gründen geboren, Überbevölkerung und Gewaltneigung gingen in kinderärmeren Regionen zurück.
So sehe ich durchaus auch massive Probleme sowohl auf staatliche wie kapitalgedeckte Altersversorgungssysteme zurollen, denke aber dennoch, dass die Entwicklung auch ihr Gutes hatte und hat.
In der Tat kommt es häufig zu Gewalt, wenn sich die Bevölkerung um Resourcen streitet. Typischerweise tritt dieses Szenario ein, wenn die Bevölkerung stark wächst und die Resourcen nicht im gleichen Maße mitwachsen. Deutschland droht kein starkes Bevölkerungswachstum, aber ich erwarte, daß in Zukunft weniger Resourcen zur Verfügung stehen werden, denn wir haben den Höhepunkt der Ratio zwischen Leistungserbringern und Leistungsempfängern überschritten. Nun scheiden mehr Personen aus dem Arbeitsleben aus als in das Arbeitsleben eintreten.
Eine gesteuerte Einwanderung von Facharbeitern wie sie z.B. Australien und Kanada betreiben, hätte das Problem lindern können. Jedoch hat Europa vor allem die Schulversager des Mittelmeeeraumes hereingebeten. Diese und ihre Nachkommenschar finden sich eher auf der Seite der Leistungsempfänger als auf der Seite des Leistungserbringer. Folglich werden weniger Resourcen produziert und es können weniger verteilt werden, während die Bevölkerungszahl nur leicht sinkt. Gleichzeitig bläst sich in religiösen Einwanderermilieus die von Gunnar Heinsohn beschriebene "youth bulge" auf. Diese ist weniger innovativ und produktiv ist als die in Rente gehenden Leistungserbringer, erwartet aber Resourcen.
Somit entwickeln wir uns auf genau die ungünstige Konstellation zu, die sonst aus einer Bevölkerungsexplosion resultiert.
In der Tat kommt es häufig zu Gewalt, wenn sich die Bevölkerung um Resourcen streitet. Typischerweise tritt dieses Szenario ein, wenn die Bevölkerung stark wächst und die Resourcen nicht im gleichen Maße mitwachsen. Deutschland droht kein starkes Bevölkerungswachstum, aber ich erwarte, daß in Zukunft weniger Resourcen zur Verfügung stehen werden, denn wir haben den Höhepunkt der Ratio zwischen Leistungserbringern und Leistungsempfängern überschritten. Nun scheiden mehr Personen aus dem Arbeitsleben aus als in das Arbeitsleben eintreten.
Eine gesteuerte Einwanderung von Facharbeitern wie sie z.B. Australien und Kanada betreiben, hätte das Problem lindern können. Jedoch hat Europa vor allem die Schulversager des Mittelmeeeraumes hereingebeten. Diese und ihre Nachkommenschar finden sich eher auf der Seite der Leistungsempfänger als auf der Seite des Leistungserbringer. Folglich werden weniger Resourcen produziert und es können weniger verteilt werden, während die Bevölkerungszahl nur leicht sinkt. Gleichzeitig bläst sich in religiösen Einwanderermilieus die von Gunnar Heinsohn beschriebene "youth bulge" auf. Diese ist weniger innovativ und produktiv ist als die in Rente gehenden Leistungserbringer, erwartet aber Resourcen.
Somit entwickeln wir uns auf genau die ungünstige Konstellation zu, die sonst aus einer Bevölkerungsexplosion resultiert.
Sehr geehrter Michael Blume,
Ihre Argumentation basiert darauf, daß die vorislamische Zeit heidnisch war. Wenn dies so gewesen wäre, würde ich Ihnen gänzlich recht geben. Der nahe Osten war aber in vorislamischer Zeit zum größten Teil christlich, vor allem das römische Reichsgebiet. Aber auch für das arabische Gebiet gilt dies: "Etwa die Hälfte der Araber war zur Zeit der islamischen Eroberung im 7. Jahrhundert christianisiert. Das Zweistromland, Syrien und die arabische Halbinsel gehörten zum größten Teil dazu." (http://www.handelsblatt.c...)
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