Jesuiten-Missbrauchskandal Kein Ohr für die Opfer

An Jesuiten-Schulen brechen seit dem Bekanntwerden des Kindesmissbrauchs immer mehr Opfer ihr Schweigen. In internen Ordens-Dokumenten spielt ihr Schicksal keine Rolle.

Am meisten wunderte Ursula Raue, dass von den Opfern nie die Rede war. Die Anwältin soll für den Jesuitenorden die kürzlich bekannt gewordenen Missbrauchsfällen aufklären und hat dafür Personalakten, Briefe und Dokumente ausgewertet. Am Donnerstag stellte sie ihren Zwischenbericht vor.

Öffentlich wurden die Fälle nachdem sich einige ehemalige Schüler an den Leiter des Canisius-Kolleg in Berlin wandten, und dieser daraufhin alle ehemaligen Schüler per Brief aufforderte sich zu melden, falls sie ähnliche Erfahrungen gemacht hätten – seit dem steht sein und Ursula Raues Telefon nicht mehr still.

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Dies mag an der großen Anzahl von Opfern liegen, doch auch das Verhalten der jeweiligen Schulleiter und Vorgesetzten dürfte daran keine geringe Mitschuld tragen. Denn die Ordensleute, das fand Raue beim Aktenstudium heraus, machten sich zwar Gedanken über die Lehrer, nicht aber über ihre Opfer. Das Schicksal der Kinder tauche nirgendwo schriftlich auf, sagte Raue, die bereits seit 2007 Beauftragte für sexuellen Missbrauch des Jesuitenordens ist.

Raues Ermittlungen ergaben, dass die beiden Täter am Berliner Canisius-Kolleg, Peter R. und Wolfgang S., bereits während ihrer Tätigkeit durch Übergriffe aufgefallen waren, doch anstatt offen mit dem Problem umzugehen wurde der sexuelle Missbrauch vertuscht und die beiden Pater versetzt. Auf die Opfer ging niemand zu.

In den Personalakten ist nichts zu finden, dass es Übergriffe und Missbrauch gab.

Ursula Raue zu den sexuellen Kindesmissbrauchen in Jesuiten-Schulen

Vielmehr wurden sie mit ihren schlimmen Erfahrungen alleine gelassen. Viele trauten sich nicht darüber zu sprechen, weil sie erwarteten, dass man eher ihren Lehrern glauben würde als ihnen.

Darüber hinaus verkleideten die Pater ihre sexuellen Annäherungen oftmals als erzieherische Methoden. Wolfgang S. soll mit seinen Schülern schwer einzuhaltende Lernziele vereinbart haben. Wurden diese nicht erreicht, wurden die Schüler mit Schlägen auf das Hinterteil bestraft – wahlweise die gesamte Anzahl angekleidet oder die Hälfte der Schläge in unbekleidetem Zustand. Die sadistisch-sexuelle Komponente dieser Praxis wurde vielen Schülen erst Jahre später klar, die meisten Schüler verdrängten ihre Probleme.

Doch seit dem Brief von Casinius-Kolleg Direktor Mertes und der ausführlichen Berichterstattung darüber brechen bei vielen ehemaligen Schülern alte Wunden auf. "Es ist ein Bereich, der mit ganz viel Scham besetzt ist, und die Leute daran gehindert hat all die Jahre darüber zu reden", schreibt Raue in ihrem Zwischenbericht. Seitdem das öffentlich Schweigen gebrochen ist melden sich täglich neue Opfer bei ihr, mittlerweile über 115, Tendenz steigend. "Viele von ihnen haben mir anvertraut, was sie bisher weder mit der eigenen Frau noch mit persönlichen Freunden besprochen haben. Einige sagten, sie wären selbst nach einigen Tagen der Konfrontation mit der Erinnerung nur unter Zittern im Stande gewesen, mich anzurufen."

Leser-Kommentare
    • Fifty4
    • 18.02.2010 um 20:24 Uhr

    Da sieht man, wie gut sich die geweihten Büder um die Seelen ihrer Schäflein kümmern. Alles sehr vorbildlich. Wären es statt Jesuiten Moslems gewesen, wäre schon lange der Ruf nach dem Henker laut geworden. Der Papst und seine purpurnen Gesellen werden ihre Mäntel schon darüberlegen und sogut es eben geht alles vertuschen. Es wäre ja auch zu schade für die Priester die noch nicht erwischt wurden, die könnten ja dann ihre schmutzigen Phantasien nicht mehr ausleben.

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    müßten Selbstanzeige erstatten. Aber möglicherweise pflegen sie die Kunst des Verdrängens.Oder sie beichten und denken, Gott verzeiht.

    müßten Selbstanzeige erstatten. Aber möglicherweise pflegen sie die Kunst des Verdrängens.Oder sie beichten und denken, Gott verzeiht.

  1. http://www.sueddeutsche.d...

    Eine (Un)christliche Politikerin stellt sich auf die Seite eines (Un)christlichen Bischofs.

    Wir können Jesus Warnung verstehen:
    "Hütet euch vor den Schriftgelehrten in den langen Gewändern".

    Ob Jesus Warnung nur den religiösen Führern mit ihren langen Talaren galt, oder nicht auch den Damen und Herren der Justitia mit ihren langen Roben ?

  2. Es werden nicht alle, die zu mir sagen:
    Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel.
    Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage:
    Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt?
    Haben wir nicht in deinem Namen böse Geister ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Wunder getan?
    Dann werde ich ihnen bekennen:
    Ich habe euch noch nie gekannt;
    weicht von mir, ihr Übeltäter!

  3. Also ich weiß nicht: Nach Vertuschung sieht mir das hier alles nicht aus, eher nach Aufklärung. Sie kommt zu spät, aber sie kommt wenigstens. Und ich habe den Eindruck, dass den Kirchenmitgliedern erst jetzt selber klar wird, wie sehr sie das Problem unterschätzt haben.
    Insofern verstehe ich auch die nicht, die jetzt schnell auf "die Kirche" zeigen und so tun, als wären die Katholiken die Bösen und alle anderen mit sich komplett im Reinen.Immerhin haben alle Stellen in den früheren Jahren nicht gerade mit Engagement auf Berichte über Missbrauch, Misshandlung etc. reagiert. Die ganze Gesellschaft muss sich fragen, wie es zu solchen Abscheulichkeiten in ihrer Mitte kommen kann.
    Ich glaube allerdings nicht, dass es den Opfern wirklich hilft, wenn man die derzeitigen Aufklärungsbemühungen dadurch erschwert, dass man sie zum Anlass nimmt, persönliche Rechnungen mit der Kirche zu begleichen. Dazu ist das Thema viel zu ernst. Es betrifft uns alle und es sollte uns dazu verleiten, konstruktiv über Prävention, Strafverfolgung, Opferschutz und Aufklärung nachzudenken.
    Und man sollte der Kirche die Chance geben, sich selber auch zu diesen Themen zu äußern, nachdem überhaupt erstmal dessen Ausmaß geklärt ist. Das gebietet nun wirklich allein schon die Fairness. Die ewiggleichen und völlig folgenlosen Debatten über die kirchliche Sexualmoral (oder was manche dafür halten) wie auch die Weiterführung der alten Kämpfe von 1968 helfen doch nun wirklich niemandem.

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    • Vagant
    • 18.02.2010 um 23:05 Uhr

    @derhainer:
    Fairness ist einer der höchsten Werte unserer Kultur. Und wenn die Ober-Moralhüter die ihnen anvertrauten Kinder missbraucht, ist das eben besonders schlimm. Und wenn dann ebendiese Hüter der Moral häppchenweise nur genau das zugeben, was ihnen explizit nachgewiesen werden kann, dann stinkt die Sache zum Himmel und zurück.
    Es sind "stets und ständig die alten Debatten", weil eben genau diese Kirche, die ihre Gläubigen für jede Minisünde beichten lässt, ihnen ein schlechtes Gewissen produziert, und sie dazu noch mit Bussen bestraft, unfähig ist, mit eigenen "Fehlern" (es sind echte Verbrechen!!!) umzugehen. UND weil ebendiese Kirche als Mitwisser die Aufklärung aktiv verhindert: Noch ein Straftatbestand, der ungesühnt bleibt. Ich muss kotzen, wenn ich noch länger darüber nachdenke.

    • C_Voss
    • 18.02.2010 um 23:16 Uhr

    wie zuvor so genannt, sind absolut notwendig, überfällig aber ganz sicher nicht alt. Wären sie so alt, hätte es nie zu den Missbräuchen innerhalb der Kirche kommen dürfen. Die Katholiken sind nicht " die bösen ", aber offentsichtlich schaffen katholische Institutionen Freiräume für eben diese bösen. Und da diese Institution weder imstande sind, derartige Verbrechen innerhalb ihrer Reihen zu verhindern noch den staatlichen Behörden zu melden, ist diese Debatte und viel mehr als dass unumgänglich. Aus meiner Sicht ist auch das Verhalten aller, die um diese Strukturen wußten, strafbar. Mittäterschaft? Unterlassene Hilfeleistung? Ich weiß es nicht und das wäre meine vielleicht naive Frage : Warum werden nicht alle katholischen Schulen sofort und genau staatlicherseits auf ähnliche Verbrechen untersucht ? Warum fordert das nicht die Spitze der katholischen Kirche Deutschlands, wo diese Herren doch jetzt wissen sollten, das sie keine Kontrolle haben ? Jede andere Organisation hätte bereits flächendechend die Staatsanwaltschaften " am Hals ", und genau das wäre auch in diesem Fall das einzig richtige.

    • Vagant
    • 18.02.2010 um 23:05 Uhr

    @derhainer:
    Fairness ist einer der höchsten Werte unserer Kultur. Und wenn die Ober-Moralhüter die ihnen anvertrauten Kinder missbraucht, ist das eben besonders schlimm. Und wenn dann ebendiese Hüter der Moral häppchenweise nur genau das zugeben, was ihnen explizit nachgewiesen werden kann, dann stinkt die Sache zum Himmel und zurück.
    Es sind "stets und ständig die alten Debatten", weil eben genau diese Kirche, die ihre Gläubigen für jede Minisünde beichten lässt, ihnen ein schlechtes Gewissen produziert, und sie dazu noch mit Bussen bestraft, unfähig ist, mit eigenen "Fehlern" (es sind echte Verbrechen!!!) umzugehen. UND weil ebendiese Kirche als Mitwisser die Aufklärung aktiv verhindert: Noch ein Straftatbestand, der ungesühnt bleibt. Ich muss kotzen, wenn ich noch länger darüber nachdenke.

    • C_Voss
    • 18.02.2010 um 23:16 Uhr

    wie zuvor so genannt, sind absolut notwendig, überfällig aber ganz sicher nicht alt. Wären sie so alt, hätte es nie zu den Missbräuchen innerhalb der Kirche kommen dürfen. Die Katholiken sind nicht " die bösen ", aber offentsichtlich schaffen katholische Institutionen Freiräume für eben diese bösen. Und da diese Institution weder imstande sind, derartige Verbrechen innerhalb ihrer Reihen zu verhindern noch den staatlichen Behörden zu melden, ist diese Debatte und viel mehr als dass unumgänglich. Aus meiner Sicht ist auch das Verhalten aller, die um diese Strukturen wußten, strafbar. Mittäterschaft? Unterlassene Hilfeleistung? Ich weiß es nicht und das wäre meine vielleicht naive Frage : Warum werden nicht alle katholischen Schulen sofort und genau staatlicherseits auf ähnliche Verbrechen untersucht ? Warum fordert das nicht die Spitze der katholischen Kirche Deutschlands, wo diese Herren doch jetzt wissen sollten, das sie keine Kontrolle haben ? Jede andere Organisation hätte bereits flächendechend die Staatsanwaltschaften " am Hals ", und genau das wäre auch in diesem Fall das einzig richtige.

  4. Der ORF lud am 17.2.2010 zu einer Club2 Diskussionsrunde mit dem Thema: „Missbrauch im Internat“.

    Meine Kritik dazu:

    [Link entfernt. Wir möchten nicht auf diese Seite verlinken, da Priester mit Namen genannt und beschuldigt werden. Danke für Ihr Verständnis. Die Redaktion/ew]

    MfG
    Michael Tfirst

  5. Die gehören auch ins Museum, wo der Gründer, der Frauenhasser JGNACIO DE LOYOLLA, zusammen mit seine INCHISITION, schon seit lange schlafen.

  6. [Text entfernt, bitte vermeiden Sie persönliche Diffamierungen/ Redaktion; svb]

  7. Die Kirchenbasher sind unter sich, da sich Katholiken in diesen Foren kaum zu Wort melden. Sind die Diskussionen zu blöd oder hat der Katholik andere Prioritäten als das Internet?

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    Ich vermute folgendes: Ich denke sie trauern und sind entsetzt. Sie fragen sich, was sie übersehen haben, wo sie geschwiegen haben, wo sie vielleicht wass sagen oder fragen hätten können. Sie halten Messen ab und beten für die Opfer und sie suchen trotz allem die alten Akten heraus, sammeln Aussagen und überlegen, wie sie in Zukunft so etwas Schlimmes vermeiden können.
    Ich vermute, dass sie sich deshalb nicht in den Foren rumschlagen, weil es schwerfällt zu trauern, wenn man die ganze Zeit in völlig andere Diskussionen gezwungen wird. Es ist schwer zu trauern, wenn die eigene Familie ein schwarzes Schaf in sich trägt, das furchtbares begangen hat, und alle nur Sagen: "Die Familie war schon immmer schlecht", "Da konnte nur schlechtes herkommen", "Weißt du noch was der Vater damals gemacht hat?"
    Ich denke die meisten Katholiken gehen nicht in die Foren, weil sie sich da ständig mit Sachen beschäftigen müssen, die jetzt eigentlich nicht wichtig sind. Sie wollen lieber trauern und Worte finden, um zu sagen was passiert ist und ich bin sicher die meisten überlegen auch, wie sie den Opfern sagen können, dass sie sich unendlich schämen und am liebsten gut machen würden.
    Das können sie in den meisten Foren aber nicht, da müssen sie dann über 1968, irgendwelche Bischöfe auf Geisterfahrt u.ä.m. sprechen. Das lässt einen schnell so wirken, als würde man die begangenen Verbrechen rechtfertigen. Ich glaube, das wollen die meisten Katholiken nicht und deshalb trauern sie einfach nur.

    • outis
    • 19.02.2010 um 12:47 Uhr

    was soll ich Ihnen als Katholik dazu sagen: sehen Sie sich die Kommentare hier an, da wird eigentlich nur ohnehin antikirchliches Ressentiment abgeladen. Man hat's doch schon immer gewusst, wie's bei uns Katholiken zugeht. Egal worum's gerade geht, es ist die gleiche, reflexartige Empörung wie immer.
    Nun ist Empörung hier äußerst angebracht, aber Reflexe haben nichts mit Nachdenklichkeit zu tun. Und Hass auf die Kirche kann nicht Mitgefühl für die Opfer ersetzen. Auch bezweifle ich, dass die Gesellschaft gut fährt, dieses Übel auf Kirche und priesterliche Enthaltsamkeit zu schieben, sowenig wie es der Kirche nutzen kann, es Gesellschaft und Freizügigkeit anzulasten.
    Nachdenklichkeit und Mitgefühl sind jetzt aber geboten: Nachdenklichkeit, weil Kindesmissbrauch eben nicht nur in Sakristeien stattfindet. Mitgefühl, weil die Opfer unzählig sind, ihr Leid für mich als nicht Betroffenen unvorstellbar ist, und weil jeden Tag auf's Neue überall Kinder solchen Monstrositäten ausgesetzt sind.
    Und als Christ muss man jetzt demütig an die Opfer denken, für sie beten. Darüberhinaus beschäftigt mich zur Zeit intensiv die Frage, wie meine kleine Patentochter, die zum Kommunionsunterricht geht, mit so etwas fertig würde, würde sie sich wehren, wäre sie stark und selbstbewusst genug?
    Wie Sie sehen, hat man besseres zu tun, als hier den Fels in der Brandung zu spielen.Wenn Benedikt wieder "Kondom" stehe ich als Spucknapf wieder zur Verfügung.

    melden sich durchaus hier. Viele haben aber Angst um ihre heile Welt, oder es fehlen ihnen die Worte.

    Ich vermute folgendes: Ich denke sie trauern und sind entsetzt. Sie fragen sich, was sie übersehen haben, wo sie geschwiegen haben, wo sie vielleicht wass sagen oder fragen hätten können. Sie halten Messen ab und beten für die Opfer und sie suchen trotz allem die alten Akten heraus, sammeln Aussagen und überlegen, wie sie in Zukunft so etwas Schlimmes vermeiden können.
    Ich vermute, dass sie sich deshalb nicht in den Foren rumschlagen, weil es schwerfällt zu trauern, wenn man die ganze Zeit in völlig andere Diskussionen gezwungen wird. Es ist schwer zu trauern, wenn die eigene Familie ein schwarzes Schaf in sich trägt, das furchtbares begangen hat, und alle nur Sagen: "Die Familie war schon immmer schlecht", "Da konnte nur schlechtes herkommen", "Weißt du noch was der Vater damals gemacht hat?"
    Ich denke die meisten Katholiken gehen nicht in die Foren, weil sie sich da ständig mit Sachen beschäftigen müssen, die jetzt eigentlich nicht wichtig sind. Sie wollen lieber trauern und Worte finden, um zu sagen was passiert ist und ich bin sicher die meisten überlegen auch, wie sie den Opfern sagen können, dass sie sich unendlich schämen und am liebsten gut machen würden.
    Das können sie in den meisten Foren aber nicht, da müssen sie dann über 1968, irgendwelche Bischöfe auf Geisterfahrt u.ä.m. sprechen. Das lässt einen schnell so wirken, als würde man die begangenen Verbrechen rechtfertigen. Ich glaube, das wollen die meisten Katholiken nicht und deshalb trauern sie einfach nur.

    • outis
    • 19.02.2010 um 12:47 Uhr

    was soll ich Ihnen als Katholik dazu sagen: sehen Sie sich die Kommentare hier an, da wird eigentlich nur ohnehin antikirchliches Ressentiment abgeladen. Man hat's doch schon immer gewusst, wie's bei uns Katholiken zugeht. Egal worum's gerade geht, es ist die gleiche, reflexartige Empörung wie immer.
    Nun ist Empörung hier äußerst angebracht, aber Reflexe haben nichts mit Nachdenklichkeit zu tun. Und Hass auf die Kirche kann nicht Mitgefühl für die Opfer ersetzen. Auch bezweifle ich, dass die Gesellschaft gut fährt, dieses Übel auf Kirche und priesterliche Enthaltsamkeit zu schieben, sowenig wie es der Kirche nutzen kann, es Gesellschaft und Freizügigkeit anzulasten.
    Nachdenklichkeit und Mitgefühl sind jetzt aber geboten: Nachdenklichkeit, weil Kindesmissbrauch eben nicht nur in Sakristeien stattfindet. Mitgefühl, weil die Opfer unzählig sind, ihr Leid für mich als nicht Betroffenen unvorstellbar ist, und weil jeden Tag auf's Neue überall Kinder solchen Monstrositäten ausgesetzt sind.
    Und als Christ muss man jetzt demütig an die Opfer denken, für sie beten. Darüberhinaus beschäftigt mich zur Zeit intensiv die Frage, wie meine kleine Patentochter, die zum Kommunionsunterricht geht, mit so etwas fertig würde, würde sie sich wehren, wäre sie stark und selbstbewusst genug?
    Wie Sie sehen, hat man besseres zu tun, als hier den Fels in der Brandung zu spielen.Wenn Benedikt wieder "Kondom" stehe ich als Spucknapf wieder zur Verfügung.

    melden sich durchaus hier. Viele haben aber Angst um ihre heile Welt, oder es fehlen ihnen die Worte.

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