Hamburg Was nach dem Schulreferendum kommt
Die Primarschule wird es nicht geben. Aber die Reform ist noch nicht gescheitert. Auch mit individualisiertem Lernen und der Stadtteilschule kann Ungerechtigkeit gemildert werden.
Nach all der Aufregung um das Schulreferendum fragt man sich nun, wie es weiter geht in Hamburg. Wird die Schule in der Hansestadt bleiben wie eh und je und auch die Reformen in anderen Bundesländern verhindern? Keine Perspektive auf Veränderung ungerechter Strukturen?
Dazu muss man sich noch einmal anschauen, worum es eigentlich ging: Um Kinder, die zwei Jahre länger im selben Schulgebäude mit den alten Klassenkameraden gemeinsam lernen sollten, statt schon nach der vierten Klasse in eine neue Schule zu wechseln. Zwei Jahre weniger Latein auf den altsprachlichen Gymnasien, zwei Jahre Schonfrist vor dem Aussortieren für die Kinder aus sozial schwachen Verhältnissen. Sie hätten ein wenig Zeit gewonnen, um aufzuholen, was ihnen nicht in die Wiege gelegt wurde. Schade, dass es so nicht gekommen ist – aber es sind nur zwei Jahre. Die umstrittene Abschaffung des Elternwahlrechts war lange vor der Abstimmung schon vom Tisch.
Das Scheitern der Primarschule nach einem derart erbittert geführten Kulturkampf in Hamburg fühlt sich so an, als wäre alles verloren. Und das könnte der eigentliche Verlust sein: dass die Reformer den Mut verlieren könnten, weiter an mehr Gerechtigkeit in Bildungsfragen zu glauben. Die offizielle Website der Schulreform wird aktualisiert, heißt es. Nichts ist dort zu lesen. Dabei kann es jetzt endlich richtig losgehen, auch ohne Ole von Beust, denn an eine Partei ist diese Reform nie gebunden gewesen.
Die Primarschule war nämlich nur ein – vielleicht besonders aufwendiger, aber kleiner – Teil des Gesamtpakets der Reform. Alles andere stand nicht zur Abstimmung. Neue Lehrer werden eingestellt, andere geschult in moderneren Methoden individuellen Lernens. Die Hauptschulen werden abgeschafft und die Stadtteilschule entsteht. Sie soll Schüler in kleineren Klassen beherbergen, besser auf Berufe vorbereiten und kann doch auch all jene zum Abitur führen, die erst spät bemerken, dass sie das Zeug dazu haben (nach 13 anstatt nach 12 Jahren wie auf dem Gymnasium). Auch für die Kleinen stand nicht zur Abstimmung, dass demnächst die Anzahl der Schüler in einer Klasse begrenzt und individualisiert gelernt werden soll. Jedes Kind soll abgeholt werden, wo es steht, die guten helfen den schlechten. Talente lassen sich bei jedem Kind entdecken.
All das kann, wenn die ängstlichen Bürger nicht weitermauern, zum Erfolg führen. Denn auch ohne die zwei Jahre in der Primarschule können Kinder in der Stadtteilschule gemeinsam und ihren eigenen Bedürfnissen und Voraussetzungen entsprechend lernen. Immer vorausgesetzt, dass diese Schule nicht auch vorverurteilt und von den Bürgerkindern gemieden wird, die weiter um jeden Preis durch das verkürzte achtjährige Gymnasium gepeitscht werden, ob ihnen das gut tut oder nicht.
Die Vorteile der Herkunft werden den Kindern aus gebildetem Elternhaus trotzdem überall erhalten bleiben, keine Schule kann ihnen diesen Startvorsprung nehmen. Aber die Nachteile der anderen können ein wenig gemildert werden, wenn der Plan aufgeht.
Außerdem könnte es ja passieren, wenn die Ressourcen stimmen und die Lehrer motiviert sind, dass diese Schüler, die Schule nicht so schnell doof finden. Dass sie nicht nur Wissen in sich hineinstopfen, um es schnell wieder zu vergessen, sondern das Lernen lernen. Dass sie sich den Spaß an intellektuellen und sozialen Herausforderungen erhalten. Das nützt nicht nur den Kindern aus sozial schwachen Familien, sondern auch denen der Reformgegner, selbst wenn sie ein paar griechische Phrasen weniger gelernt haben.
Außerdem werden diese Schüler, wenn sie wahlberechtigt sind, vielleicht bereit sein, mehr politische Verantwortung zu übernehmen. Beteiligt haben sich am Referendum hauptsächlich jene Hamburger, die in wohlhabenden Vierteln wohnen. Dort wo jene Bürger wohnen, die schlechter gebildet sind, gaben auch nur wenige ihre Stimmzettel ab.
- Datum 19.07.2010 - 16:19 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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Sind Schulen für das Herstellen von Gerechtigkeit verantwortlich? Können sie das überhaupt?
...ist eine der wichtigsten Aufgaben der Gesellschaft - besonders in der Schule. Wo denn sonst können junge Menschen das Rüstzeug erwerben für den sozialen Umgang miteinander? Wo denn sonst soll ihre gesellschaftliche Sozialisation stattfinden? Zu meiner Schulzeit wurde nicht im Traum daran gedacht, so etwas zur Debatte zu stellen.
...ist eine der wichtigsten Aufgaben der Gesellschaft - besonders in der Schule. Wo denn sonst können junge Menschen das Rüstzeug erwerben für den sozialen Umgang miteinander? Wo denn sonst soll ihre gesellschaftliche Sozialisation stattfinden? Zu meiner Schulzeit wurde nicht im Traum daran gedacht, so etwas zur Debatte zu stellen.
"Individualisiertes Lernen" wurde ursprünglich entwickelt in reformpädagogischen Schulen für die widerspenstigen oder schlicht faulen Kinder einer Klientel, die solche Nebenwege finanzieren konnte. Seit der Zustrom dieser Gruppe abnimmt, wird seit geraumer Zeit der Spieß umgedreht und propagiert, dass gerade Kinder bildungsferner Eltern von diesen Methoden profitieren können.
Obwohl die Grundschulmethodik seit zwanzig Jahren in Richtung selbständiges und individualisiertes Lernen verändert wird, können weiterhin keine verlässlichen Daten über Erfolge dieser Methoden geliefert werden, sieht man von typischer Einzelfallpropaganda ab. Alle Untersuchungen weisen im Gegenzug darauf hin, dass von "individualisiertem Lernen", das ja stärkere Selbstorganisation der Kinder zur Bedingung hat, nur Kinder bildungsnaher Elternhäuser profitieren.
Kleinschrittigkeit und Verbindlichkeit, diese Eigenschaften müssen Methoden vereinen, die bildungsfernen Kindern helfen. Genau diese Methoden wurden von den Verfechtern individualisierten Lernens als "Drill" ausgemacht und aus den Grundschulen verbannt.
Solange dieser Grundwiderspruch nicht gelöst ist, gleicht jeder Versuch, mit Hilfe des "individualisierten Lernens" soziale Gerechtigkeit herzustellen, dem Versuch, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben.
Empirisch ist die Sache klar: alle Bundesländer, die von allen Schülern eindeutigere Standards fordern, erreichen in den großen Schulstudien bessere Werte in puncto sozialer Gerechtigkeit.
das ist endlich einmal ein zu Recht empfohlener Kommentar. Ihre sachlichen und sehr kompetenten Beiträge lese ich immer wieder gern !
In dieser ganzen von Ideologie versifften Debatte ist Ihr Kommentar der Sachlichste.
Chapeau!
das ist endlich einmal ein zu Recht empfohlener Kommentar. Ihre sachlichen und sehr kompetenten Beiträge lese ich immer wieder gern !
In dieser ganzen von Ideologie versifften Debatte ist Ihr Kommentar der Sachlichste.
Chapeau!
wie diesem Artikel helfen nur Volksbegehren.
Mehr ist zu diesem ideologischen Unsinn bürgerlicher Paternalisten wohl nicht mehr zu sagen.
H.
Leider zeigt dieses Volksbegehren den Egoismus der Mittel- und Oberschicht. Die Primarschule ist nur ein Teil der Reform. Man kann in Hamburg alle Schularten umkrempeln: das interessiert niemanden. Sollte es aber um das heilige Gymnasium gehen - dann interessieren sich die Medien und die Öffentlichkeit für Bildungspolitik. Wie kann es sein, dass die Medien seit Monaten nur über diesen Teilaspekt berichten - und die Zukunft zum Beispiel der Beruflichen Gymnasien niemanden interessiert. Natürlich: das sind ja die Schulen für die "anderen".
aus ideologischen Gründen Unnötiges und Umstrittenes gegen den Bürgerwillen durchzusetzen, ohne dafür ein anderes Argument als das eigene Feindbild zu haben, darf man sich nicht wundern, wenn das ganze Paket abgelehnt wird.
Das ist nicht nur legitim, das ist auch im höchsten Masse richtig.
Nicht der Wähler, sondern die Politiker haben versagt, in dem sie ständig versuchen, Minderheitsglauben auf dem Trittbrett für vielleicht Notwendiges oder Sinnvollem mitfahren zu lassen.
In der Wirtschaft nennt man so etwas Betrug und muss mit Strafverfolgung rechnen!
Wer solcherart das (politische) Vertrauen systematisch untergräbt hat auch nichts besseres verdient!
Die Bürger sind es Leid, bei jeder Wahl neben ein paar wünschenswerten Effekten vor allem unsinnige Ideologie mit zu kaufen und auch noch teuer zu bezahlen.
Nie, aber auch wirklich nie wird auch nur versucht einen sinnvollen Konsens auf der Grundlage gesicherter Erkenntnisse durchzusetzen, am allerwenigsten in der Schulpolitik.
In NRW erleben wir gerade die x-te Auflage dieses Kasperletheaters, bei der rot/grün versucht wegen einzelnen Fehlleistungen der Vorgängerregierung gleich das gesamte System umzukrempeln. Zudem auf eine Weise, die nachweislich gescheitert ist, bzw. zumindest keinerlei pädagogische Vorteile erzielen kann. Dafür so hohe Kosten zu produzieren ist schlicht verantwortungslos.
Wie konnte es nur passieren, das solche Leute in Machtpositionen gelangten? Auch das eine Form von eklatantem Demokratieversagen!
H.
Tja, klarer Fall von ideologischer Blindheit. Das Paket wird umgesetzt, nur der kleine Teil der Primarschule nicht.
Natürlich muss nicht alles, was alle anderen machen, auch richtiger sein (ich bin ein Fan des deutschen Sonderweges im Atomaustieg). Dennoch sollte man zur Kenntnis nehmen, dass in fast allen europäischen Ländern Kinder länger gemeinsam lernen. Der Durchschnitt der Schüler (immer ein gutes Maß für die schwächsten) liegt dort grundsätzlich fast immer höher als hierzulande. Das ist keine Propaganda sondern sauber statistisch erfasst (mehrmals und von mehreren). Und das ist der Schwachpunkt des deutsche Systems. An dem sollte diese Reform ansetzen. Wir brauchen nicht gleichbleibend wenige sehr gute Arbeitskräfte, sondern MEHR! Und dazu müssen die vermeintlich schwächeren an die Spitze herangeführt werden. Da die vermeintlich Stärkeren dadurch nichts verlieren (das ist Konsens, nur die positiven Effekte auf die Stärkeren werden diskutiert)ist es der Königsweg zum Forschritt.
Und indem die (angeblich) humanistisch gebildeten Besitzstandswahrer immer zuerst fragten "Was ist für denn mich(mein Kind) drin?" haben sie sich als egostisch und rückständig entlarvt und damit den Reformern eigentlich noch einen weiteren Grund gegeben.
Es ist schade, dass die Politik in Hamburg derart dilletantisch an das Marketing für Ihrer Reform herangegangen ist. Aber daraus können die nächsten lernen.
Das Bessere ist der Feind des Guten.
aus ideologischen Gründen Unnötiges und Umstrittenes gegen den Bürgerwillen durchzusetzen, ohne dafür ein anderes Argument als das eigene Feindbild zu haben, darf man sich nicht wundern, wenn das ganze Paket abgelehnt wird.
Das ist nicht nur legitim, das ist auch im höchsten Masse richtig.
Nicht der Wähler, sondern die Politiker haben versagt, in dem sie ständig versuchen, Minderheitsglauben auf dem Trittbrett für vielleicht Notwendiges oder Sinnvollem mitfahren zu lassen.
In der Wirtschaft nennt man so etwas Betrug und muss mit Strafverfolgung rechnen!
Wer solcherart das (politische) Vertrauen systematisch untergräbt hat auch nichts besseres verdient!
Die Bürger sind es Leid, bei jeder Wahl neben ein paar wünschenswerten Effekten vor allem unsinnige Ideologie mit zu kaufen und auch noch teuer zu bezahlen.
Nie, aber auch wirklich nie wird auch nur versucht einen sinnvollen Konsens auf der Grundlage gesicherter Erkenntnisse durchzusetzen, am allerwenigsten in der Schulpolitik.
In NRW erleben wir gerade die x-te Auflage dieses Kasperletheaters, bei der rot/grün versucht wegen einzelnen Fehlleistungen der Vorgängerregierung gleich das gesamte System umzukrempeln. Zudem auf eine Weise, die nachweislich gescheitert ist, bzw. zumindest keinerlei pädagogische Vorteile erzielen kann. Dafür so hohe Kosten zu produzieren ist schlicht verantwortungslos.
Wie konnte es nur passieren, das solche Leute in Machtpositionen gelangten? Auch das eine Form von eklatantem Demokratieversagen!
H.
Tja, klarer Fall von ideologischer Blindheit. Das Paket wird umgesetzt, nur der kleine Teil der Primarschule nicht.
Natürlich muss nicht alles, was alle anderen machen, auch richtiger sein (ich bin ein Fan des deutschen Sonderweges im Atomaustieg). Dennoch sollte man zur Kenntnis nehmen, dass in fast allen europäischen Ländern Kinder länger gemeinsam lernen. Der Durchschnitt der Schüler (immer ein gutes Maß für die schwächsten) liegt dort grundsätzlich fast immer höher als hierzulande. Das ist keine Propaganda sondern sauber statistisch erfasst (mehrmals und von mehreren). Und das ist der Schwachpunkt des deutsche Systems. An dem sollte diese Reform ansetzen. Wir brauchen nicht gleichbleibend wenige sehr gute Arbeitskräfte, sondern MEHR! Und dazu müssen die vermeintlich schwächeren an die Spitze herangeführt werden. Da die vermeintlich Stärkeren dadurch nichts verlieren (das ist Konsens, nur die positiven Effekte auf die Stärkeren werden diskutiert)ist es der Königsweg zum Forschritt.
Und indem die (angeblich) humanistisch gebildeten Besitzstandswahrer immer zuerst fragten "Was ist für denn mich(mein Kind) drin?" haben sie sich als egostisch und rückständig entlarvt und damit den Reformern eigentlich noch einen weiteren Grund gegeben.
Es ist schade, dass die Politik in Hamburg derart dilletantisch an das Marketing für Ihrer Reform herangegangen ist. Aber daraus können die nächsten lernen.
Das Bessere ist der Feind des Guten.
Und ich D
ummerchen dachte doch tatsächlich in der Schule sollte gelernt werden.
Ich wusste nicht das die pure Tatsache das die Eltern sich um das schulische Fortkommen der Kinder kümmert den Kindern eine Verpflichtung als Hilfssozialarbeiter auferlegt.
Die Arroganz und Bevormundung, das Sendungsbewußtsein und die Borniertheit mit der Volkswillen verächtlich gemacht wird in diesem und einigen anderen Artikeln sind schädlich für die Demokratie, aber das wird der Autor erst merken wenn es zu spät ist.
Wenn es um die benachteiligten Kinder gehen würde gäbe es genug über konstruktive Ansätze zu schreiben.
Soziale Intelligenz als ein zunehmend wichtiger Faktor in der Wirtschaft lernt man nicht über in Büchern geschriebenen Lernzielen, die man best möglich paukt und fehlerfrei in der nächsten Klassenarbeit wiedergibt.
Alle Schultests wie z.B. PISA messen nicht soziale Intelligenz sondern zum grössten Teil nur vorgekaute und eintrainierte kognitive Lernziele.
Man sollte dem "Bildungsbürgertum" diese Paukschule für ihre Dressurkinder lassen.
Das diese dann erst einmal einen Startvorsprung in unsrer Gesellschaft haben sollte man ihnen gönnen.
Die heutige Industri verlangt nach sozialer Kompetenz neben fachlicher Kompetenz.
Schade, dass man am Gymnasium dem Lernen von sozialer Kompetenz einen so geringen Stellenwert einräumt.
als ob Gymnasiasten keine soziale Kompetens bezsäßen. Es gibt keine Gruppe von Schülern die sich mehr sozial engagieren. Ich kenne keine Haupschüler die in ihrer Freizeit ehrenamtlich arbeiten , aber etliche Gymnasiasten.
"Die heutige Industrie verlangt nach sozialer Kompetenz neben fachlicher Kompetenz."
Soziale Kompetenz kommt zu einem gutteil aus dem Elternhaus und nciht aus der Schule. Und da sind die HartzVI Kinder mal wieder im Nachteil. Diese "Ungerechtikeit" wird sich aber nie beheben lassen.
Durchgesetzt haben sich die Militanten unter den Bourgeois Hamburgs mit ihren kurzfristigen Interessen. Klug war das nicht. Was die Sieger in dieser Auseinandersetzung begünstigte, kann man in der Zeit nachlesen. Diese Art von Erfolgen nennt man Pyrrhussiege.
Wir stehen mit der Welt im Wettbewerb, wir können es uns als Land mit begrenzten Ressourcen nicht leisten, Teile der Bevölkerung auf vergleichsweise niedrigem Bildungsniveau zu belassen. Das schränkt eindeutig unsere Möglichkeiten ein! Die, die da glauben auf diese Weise die Entwicklungschansen und Privilegien ihrer Kinder zu verteidigen, begreifen offensichtlich nicht, dass sie an dem Ast sägen, auf dem sie ihre Kinder gern platzieren wollen. Bürger meint in der deutschen Sprache auch Verantwortung - in diesem Fall für die Entwicklung aller Hamburger.
Außerdem - kluge Schüler lernen sehr wohl viel, wenn sie mit Leistungsschwächeren zusammen lernen. Wer seinem Mitschüler beim Lernen hilft, lernt selbst. Wer einen schwierigen Sachverhalt mit einfachen Worten lernt zu erklären wird klüger - viel klüger, als derjenige, der das nicht tut.
Soziale Kompetenz lernt man auch in einem Gymnasium genannten Biotop , aber wenig und meist nicht das, was man in einem langen Leben braucht. Eltern, die für ihre Kinder aus falsch verstandener Liebe einen Glaskasten bewahren wollen, helfen ihnen eher nicht.
als ob Gymnasiasten keine soziale Kompetens bezsäßen. Es gibt keine Gruppe von Schülern die sich mehr sozial engagieren. Ich kenne keine Haupschüler die in ihrer Freizeit ehrenamtlich arbeiten , aber etliche Gymnasiasten.
"Die heutige Industrie verlangt nach sozialer Kompetenz neben fachlicher Kompetenz."
Soziale Kompetenz kommt zu einem gutteil aus dem Elternhaus und nciht aus der Schule. Und da sind die HartzVI Kinder mal wieder im Nachteil. Diese "Ungerechtikeit" wird sich aber nie beheben lassen.
Durchgesetzt haben sich die Militanten unter den Bourgeois Hamburgs mit ihren kurzfristigen Interessen. Klug war das nicht. Was die Sieger in dieser Auseinandersetzung begünstigte, kann man in der Zeit nachlesen. Diese Art von Erfolgen nennt man Pyrrhussiege.
Wir stehen mit der Welt im Wettbewerb, wir können es uns als Land mit begrenzten Ressourcen nicht leisten, Teile der Bevölkerung auf vergleichsweise niedrigem Bildungsniveau zu belassen. Das schränkt eindeutig unsere Möglichkeiten ein! Die, die da glauben auf diese Weise die Entwicklungschansen und Privilegien ihrer Kinder zu verteidigen, begreifen offensichtlich nicht, dass sie an dem Ast sägen, auf dem sie ihre Kinder gern platzieren wollen. Bürger meint in der deutschen Sprache auch Verantwortung - in diesem Fall für die Entwicklung aller Hamburger.
Außerdem - kluge Schüler lernen sehr wohl viel, wenn sie mit Leistungsschwächeren zusammen lernen. Wer seinem Mitschüler beim Lernen hilft, lernt selbst. Wer einen schwierigen Sachverhalt mit einfachen Worten lernt zu erklären wird klüger - viel klüger, als derjenige, der das nicht tut.
Soziale Kompetenz lernt man auch in einem Gymnasium genannten Biotop , aber wenig und meist nicht das, was man in einem langen Leben braucht. Eltern, die für ihre Kinder aus falsch verstandener Liebe einen Glaskasten bewahren wollen, helfen ihnen eher nicht.
wnigstens ein Vernünftiger sachlicher Beitrag von der zeit.
Ich bin u.a. in HH in schul – und familiennahen Bereich tätig, wohne aber mit meiner Familie nicht in dieser Stadt. Aus gutem Grund:
Aus meiner Sicht – ohne jedes Ressentiment – haben hier die Abstiegsängste (bzgl. Nachwuchs, worüber sich trefflich mobilisieren lässt) sog. bildungsnaher, sprich statusbewusster, Schichten obsiegt.
Diese bis in Untergangs-Szenarien (dank PISA-Paranoia) von bildungspopulistischen Akteuren getriebene Kampagne muß man, an der Substanz, ernst nehmen – denn diese Elternschaft ist aufgrund von Status / Einfluss spätestens i.d. nächsten Dekade die Entscheider-Fraktion in HH – mithin eine Generalprobe.
Es geht daher – neben Status u. Besitzständen – auch um Betroffenheiten einer im Zuge der (vornehmlich weibl.) Bildungsexpansion aufstrebenden Elternschaft, die mit der Einführung der Primarschule eine Egalisierung befürchten, die den Wettbewerbsvorteil ihrer Kinder aufgrund ihrer sozialen Herkunft entwertet hätte.
Dahinter steckt das Selbstverständnis, dass o.g. Vorteile Ergebnis ergänzender häusl. Bildung basierend auf eigener Bildungsleistung und Aneignung päd. Instrumentariums seien – wovon der Nachwuchs eben profitiere, was ein Teil des Sinns dieser Anstrengungen sei. Kurz, hier kommt die vom soz.demokr. „Aufstieg durch Bildung“ und verpassten berufl. Chancen geprägte Mütterfraktion zum Vorschein, die vorrangig aus dem Bildungserfolg ihrer kids Selbstwert schöpft.
Auch unser Sohn geht zum Gymnasium, ich kann nur sagen diese Damen sind ein Kreuz.
Sie haben das Problem genau beschrieben!
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