Hamburger Schulreform Zäune und Wachmannschaften
Die Hamburger haben gegen die Schulreform gestimmt. Doch die panische Abgrenzung der Mittelschicht wird das Problem verschärfen. Ein Kommentar von Christian Bangel
Wenn Historiker eines Tages unsere Zeit untersuchen werden, wird ihnen das Ergebnis der heutigen Volksabstimmung eine wertvolle Quelle sein. Das Votum bedeutet nicht nur das vorläufige Aus für das längere gemeinsame Lernen. Es ist auch eine Aussage über die Ängste der Mittelschicht. So unverfälscht bekommt man sie selten zu sehen.
Die Hamburger entschieden am Sonntag nicht nach politischer Sympathie oder Antipathie; schließlich schlossen sich alle in der Bürgerschaft vertretenen Parteien dem Reformkonzept an. Sie entschieden im Namen ihrer Kinder. Das macht ihre Aussage so kraftvoll.
Die Reformgegner hatten nicht viele gute Argumente. Nicht umsonst lernen Kinder in allen anderen europäischen Ländern mit Ausnahme Österreichs mindestens bis zur sechsten Klasse zusammen. Die These, Kinder lernten besser, wenn sie unter ihresgleichen seien, ist längst widerlegt. Man kann sogar Bundeskanzlerin werden, ohne in der vierten Klasse gesiebt zu werden. Das angeprangerte Umbauchaos: eine temporäre Erscheinung. Die Behauptung, das Gymnasium werde schleichend abgeschafft – Panikmache.
Doch Argumente brauchten die Initiatoren des Volksentscheids auch nicht. Sie zehrten stattdessen von der latenten Furcht vor lernschwachen, gewaltbereiten Kindern aus sozial schwachen Elternhäusern. Sie schürten die Angst, der Mittelschicht könne ein Refugium zivilisierter Erziehung verloren gehen. Das begann schon beim Duktus der Kampagne. "Wir wollen lernen" lautete der Schlachtruf der Reformgegner. Als wollten das andere Kinder nicht genauso.
Diese Angstmacherei hat wohl verfangen. Überraschend ist das nicht. Seit Jahren zeichnen Politik und Medien das Bild einer Unterschicht mit asozialen Ansichten und Verhaltensweisen, der nur durch Zwang und Bevormundung beizukommen ist. Die darüber Beheimateten verlieren an Selbstgewissheit: Der Jobverlust ist heute nicht mehr nur eine temporäre Unannehmlichkeit, sondern ein Weg zu Hartz IV.
Die bestehende Wahrnehmung der Unterschicht aber verstärkt ihre Isolation. Wir sind auf dem Weg zurück in Zeiten, in denen nicht Leistung galt, sondern Herkunft. Wer das nicht glaubt, soll junge Migranten auf ihre Erfahrungen mit Bewerbungen ansprechen. Soll junge, gebildete Großstadtbewohner fragen, ob sie ihr Kind in den geliebten Stadtteilen Berlin-Neukölln oder Hamburg-St.Pauli zur Schule schicken werden.
- Datum 18.07.2010 - 23:54 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Ach Gott, wie pathetiscxh, Herr Bangel! Lassen Sie endlich Ihre Klassenkampfparolen - die Wähler sind in ihrer Mehrheit immer noch nicht dumm genug, um darauf reinzufallen. Sie haben Recht: Es geht um Kinder - und nicht um die Eitelkeiten linker Politiker...
Dieses Ergebnis ist objektiv ein Sieg der Unvernunft.
(1) Mit 12 bis 13 Jahren beginnt eine neue Entwicklungsphase. Aus dem Kind wird ein Jugendlicher. Das entspricht dem Übergang zur siebten Klasse.
(2) Eine "Primarschule", Schule bis zur sechsten Klasse, bedeutet, dass Schüler in ihrem eigenen, typischen sozialen Umfeld länger als heute zusammen sind. Also Schüler aus einer Schule in besseren Vierteln bis zur sechsten Klasse zusammenbleiben. Ebenso Schüler aus sozial schwachen Vierteln sind zwei Klassen länger zusammen. Wo soll es da zu Vermischungen kommen? An diesen Zuordnungen ändert sich ja nichts.
(3) Was ist Allgemeinbildung? Doch eher die vier Grundrechenarten, Grundkenntnisse über Heimat, Geometrie und die eigene Sprache. Mit einer "Primarschule" wird diese Grundausbildung endlich aufgewertet, Gymnasium und Realschule werden zur weiterbildenenden, beruflich grundausbildenden Schule.
Wenn es Vernunft ist, ein System aufrecht zu erhalten, nur weil man es selbst so und nicht anders kennt, dann zweifle ich an der dahinterstehenden Intelligenz.
Inzwischen gibt es genügend weltweite Studien, die belegen, dass ein Zwei-Klassen-Schulsystem auch zu einer Zwei-Klassen-Gesellschaft führt. Es würde ja heute auch keiner mehr auf die Idee kommen das Schulsystem von vor 100 Jahren wieder erstehen zu lassen. Mit Prügel und was sonst noch dazugehört.
Wenn es wirklich um die Angst vor dem gesellschaftlichen Abstieg geht, die heutzutage Aufgrund der marktwirtschaftlichen Regeln so begründet ist wie nur was, dann wäre ein radikales Umdenken in vielen Dingen gefragt. Wirtschaft, Gesundheit, Lebensausrichtung, Schule sind nur einige der Faktoren.
Unsere Lebensweise ist am Ende. Wirtschaftlich, Rohstofftechnisch und Ökologisch. Wenn wir nicht ein völlig neues Konzept von Gesellschaft mit all ihren Facetten entwickeln, wird es nach WW3 nicht mehr viel geben das noch Bildung benötigt.
Wir brauchen endlich ein Konzept für eine Gesellschaft, die darauf gründet, dass Versorgung und nicht Einkommen zentraler Punkt sein muss. Automatisierung macht viel Arbeitskraft überflüssig, das wird sich nicht mehr ändern. Vieles wo man heutzutage "Grips" investiert ist keinen Pfifferling Wert und reine Zeitverschwendung weil es nur der 1000 Aufguss derselben Sache ist - reine Geldverdienerei mit Überflüssigem. Ressourcenvergeudung in Form von Rohstoffen und Lebensqualität und -zeit.
Das Problem ist doch ein anderes. Wer ist denn zu der Abstimmung gegangen? Es wird doch nicht ernsthaft geglaubt Herr Micheal, oder doch Michael, dass die "Unterschicht", wie sie die bildungsfernen Bürger titulieren", abgestimmt haben.
Es ist doch Fakt, dies bestätigt auch meine Erfahrung als "Sozialpädagogischer Familienhelfer", dass neben der Bildungsschwäche von Familien, und dies bestätigen auch zahlreiche Studien, signifikant der sozioökonomische Status der Familien bzw. Eltern sich auf die Schulleistungen von Kindern auswirkt.
Mittlerweile haben sich viele Familien arrangiert und nehmen gerne die Hilfe von Helfern an. Der finanzielle Aufwand und die Belastung der Kommunen sind erschreckend. Hier kann man nur versuchen bestehende Handlungsmuster der Familien zu irritieren, damit dieser Teufelskreis der Muster aufgebrochen werden kann. Die Motivation sich für das Leistungsprinzip zu entscheiden ist gering, wenn Eltern als Vorbild etwas anderes vermitteln, wenn Schule für Eltern schon per se negativ besetzt ist.
ARD-Reportage
Prekariat? Hier werden Sie geholfen!
Von Henryk M. Broder
Eine fünfköpfige Familie und kein Geld, dafür totale Hilflosigkeit: Wie macht man den Kühlschrank sauber? Wie kauft man ein? Eine ARD-Reportage über die Sorgen einer armen Familie zeigt, dass es sich prekär durchaus leben lässt: Es gibt ja Sozialarbeiter.
Ich frage mich, warum jemand auf Zeit-online ein Podium zur Verbreitung parteipolitischer Programmpunkte erhält.
Ein Minimun an Seriösität hätte den Autor einschließlich seiner politischen Herkunft vorgestellt und den Artikel eindeutig als persönliche Meinung veröffentlicht.
Wenn dann noch Behauptungen aufgestellt werden, die unbelegt bleiben, andere Behauptungen durch einseitig ausgesuchte Beispiele untermauert werden sollen, dann kommt für mich der schlechteste Artikel raus, den es seit langer Zeit hier lesen konnte.
Dieses Ergebnis ist objektiv ein Sieg der Unvernunft.
(1) Mit 12 bis 13 Jahren beginnt eine neue Entwicklungsphase. Aus dem Kind wird ein Jugendlicher. Das entspricht dem Übergang zur siebten Klasse.
(2) Eine "Primarschule", Schule bis zur sechsten Klasse, bedeutet, dass Schüler in ihrem eigenen, typischen sozialen Umfeld länger als heute zusammen sind. Also Schüler aus einer Schule in besseren Vierteln bis zur sechsten Klasse zusammenbleiben. Ebenso Schüler aus sozial schwachen Vierteln sind zwei Klassen länger zusammen. Wo soll es da zu Vermischungen kommen? An diesen Zuordnungen ändert sich ja nichts.
(3) Was ist Allgemeinbildung? Doch eher die vier Grundrechenarten, Grundkenntnisse über Heimat, Geometrie und die eigene Sprache. Mit einer "Primarschule" wird diese Grundausbildung endlich aufgewertet, Gymnasium und Realschule werden zur weiterbildenenden, beruflich grundausbildenden Schule.
Wenn es Vernunft ist, ein System aufrecht zu erhalten, nur weil man es selbst so und nicht anders kennt, dann zweifle ich an der dahinterstehenden Intelligenz.
Inzwischen gibt es genügend weltweite Studien, die belegen, dass ein Zwei-Klassen-Schulsystem auch zu einer Zwei-Klassen-Gesellschaft führt. Es würde ja heute auch keiner mehr auf die Idee kommen das Schulsystem von vor 100 Jahren wieder erstehen zu lassen. Mit Prügel und was sonst noch dazugehört.
Wenn es wirklich um die Angst vor dem gesellschaftlichen Abstieg geht, die heutzutage Aufgrund der marktwirtschaftlichen Regeln so begründet ist wie nur was, dann wäre ein radikales Umdenken in vielen Dingen gefragt. Wirtschaft, Gesundheit, Lebensausrichtung, Schule sind nur einige der Faktoren.
Unsere Lebensweise ist am Ende. Wirtschaftlich, Rohstofftechnisch und Ökologisch. Wenn wir nicht ein völlig neues Konzept von Gesellschaft mit all ihren Facetten entwickeln, wird es nach WW3 nicht mehr viel geben das noch Bildung benötigt.
Wir brauchen endlich ein Konzept für eine Gesellschaft, die darauf gründet, dass Versorgung und nicht Einkommen zentraler Punkt sein muss. Automatisierung macht viel Arbeitskraft überflüssig, das wird sich nicht mehr ändern. Vieles wo man heutzutage "Grips" investiert ist keinen Pfifferling Wert und reine Zeitverschwendung weil es nur der 1000 Aufguss derselben Sache ist - reine Geldverdienerei mit Überflüssigem. Ressourcenvergeudung in Form von Rohstoffen und Lebensqualität und -zeit.
Das Problem ist doch ein anderes. Wer ist denn zu der Abstimmung gegangen? Es wird doch nicht ernsthaft geglaubt Herr Micheal, oder doch Michael, dass die "Unterschicht", wie sie die bildungsfernen Bürger titulieren", abgestimmt haben.
Es ist doch Fakt, dies bestätigt auch meine Erfahrung als "Sozialpädagogischer Familienhelfer", dass neben der Bildungsschwäche von Familien, und dies bestätigen auch zahlreiche Studien, signifikant der sozioökonomische Status der Familien bzw. Eltern sich auf die Schulleistungen von Kindern auswirkt.
Mittlerweile haben sich viele Familien arrangiert und nehmen gerne die Hilfe von Helfern an. Der finanzielle Aufwand und die Belastung der Kommunen sind erschreckend. Hier kann man nur versuchen bestehende Handlungsmuster der Familien zu irritieren, damit dieser Teufelskreis der Muster aufgebrochen werden kann. Die Motivation sich für das Leistungsprinzip zu entscheiden ist gering, wenn Eltern als Vorbild etwas anderes vermitteln, wenn Schule für Eltern schon per se negativ besetzt ist.
ARD-Reportage
Prekariat? Hier werden Sie geholfen!
Von Henryk M. Broder
Eine fünfköpfige Familie und kein Geld, dafür totale Hilflosigkeit: Wie macht man den Kühlschrank sauber? Wie kauft man ein? Eine ARD-Reportage über die Sorgen einer armen Familie zeigt, dass es sich prekär durchaus leben lässt: Es gibt ja Sozialarbeiter.
Ich frage mich, warum jemand auf Zeit-online ein Podium zur Verbreitung parteipolitischer Programmpunkte erhält.
Ein Minimun an Seriösität hätte den Autor einschließlich seiner politischen Herkunft vorgestellt und den Artikel eindeutig als persönliche Meinung veröffentlicht.
Wenn dann noch Behauptungen aufgestellt werden, die unbelegt bleiben, andere Behauptungen durch einseitig ausgesuchte Beispiele untermauert werden sollen, dann kommt für mich der schlechteste Artikel raus, den es seit langer Zeit hier lesen konnte.
die Wähler sind natürlich alle ein bißchen dumm, weil sie den Parolen der Reformbefürworter nicht hinterhergerannt sind! Das zeigt nun auch mal wieder, dass diese Volksentscheide und die Demokratie selbst doch sehr fragwürdig sind, da es ja eine Minderheit gibt, zu der selbstverständlich auch Sie gehören, die Kraft ihrer Intelligenz alles sehr viel besser weiß und eigentlich auch alleine dieses Land regieren sollte, ohne das dumme Reingerede der Anderen. Nur zum Wohle des Landes selbstverständlich, hat ja auch in der Geschichte schon immer ganz hervorragend funktioniert.
Lieber KÖNIG,
das verstehe ich nicht. Ich habe den Initiatoren des Volksentscheids nicht vorgeworfen, sie wären dumm. Und es liegt mir fern, das Prinzip plebiszitärer Entscheidungen zu verdammen.
Nein, mein Argument lautet: In der Mittelschicht herrscht verbreitet Statusangst, die zu falschen Reaktionen wie der von heute führt.
Bestes,
Christian Bangel
Darin liegt der Vorteil repräsentativer Demokratie: die Politiker bilden nicht nur Mehrheitsentschlüsse zu Lasten von Minderheiten, sondern man richtet sich in der Gesetzgebung nach dem ganzen Volk. Wenn dann bestimmte Leute betroffen sind, die zwar in der Minderheit sind, aber die Entscheidung für sie mit erheblichen (erheblicheren als für die Mehrheit) Konsequenzen verbunden wäre, können sich die Politiker in diesem politischen Meinungsbildungsprozess nach ihnen richten.
Abgesehen davon gibt es natürlich oft den besseren Sachverstand in der Politik im Vergleich zu der Bevölkerung.
Lieber KÖNIG,
das verstehe ich nicht. Ich habe den Initiatoren des Volksentscheids nicht vorgeworfen, sie wären dumm. Und es liegt mir fern, das Prinzip plebiszitärer Entscheidungen zu verdammen.
Nein, mein Argument lautet: In der Mittelschicht herrscht verbreitet Statusangst, die zu falschen Reaktionen wie der von heute führt.
Bestes,
Christian Bangel
Darin liegt der Vorteil repräsentativer Demokratie: die Politiker bilden nicht nur Mehrheitsentschlüsse zu Lasten von Minderheiten, sondern man richtet sich in der Gesetzgebung nach dem ganzen Volk. Wenn dann bestimmte Leute betroffen sind, die zwar in der Minderheit sind, aber die Entscheidung für sie mit erheblichen (erheblicheren als für die Mehrheit) Konsequenzen verbunden wäre, können sich die Politiker in diesem politischen Meinungsbildungsprozess nach ihnen richten.
Abgesehen davon gibt es natürlich oft den besseren Sachverstand in der Politik im Vergleich zu der Bevölkerung.
Lieber KÖNIG,
das verstehe ich nicht. Ich habe den Initiatoren des Volksentscheids nicht vorgeworfen, sie wären dumm. Und es liegt mir fern, das Prinzip plebiszitärer Entscheidungen zu verdammen.
Nein, mein Argument lautet: In der Mittelschicht herrscht verbreitet Statusangst, die zu falschen Reaktionen wie der von heute führt.
Bestes,
Christian Bangel
Vorab: Ich habe nichts gegen eine gemeinsame Zeit von 6 Jahren, wie ich diese auch hatte, und wo in der Tat man mal mit Menschen aller Schichten zusammenkam. Das beförderte nicht unbedingt den Lernerfolg, wohlaber das soziale Empfinden. Und ja, es muss ein jeder mit den anderen auskommen.
Meine These ist nun die, dass diese Angst der Mittelschicht nicht falsch ist, sondern dass man hier, da stimme ich Ihnen ja zu, in die falsche Richtung geht.
Man muss in der Tat manche Problem auch der Unterschichten anders anpacken - durchaus auch mit Härte! [...] Hier hat man aber ein Tabu, welches man nicht anrührt, auch nicht in dieser Zeitung, [...]
Gleichwohl ist es vielleicht etwas kurz gedacht, da man doch versuchen sollte, die Probleme und die Zahl d. Problemjugendlichen eher gering zu halten. Nochmal: An den Wurzeln packt man diese Probleme hier,vor allem bei den Linken, oft nicht an!
[Gekürzt. Diskriminierende und hetzerische Inhalte sind in diesem Forum nicht erwünscht. Danke. /Die Redaktion pt.]
Hallo Herr Bangel,
wieso ist die Entscheidung der Wähler falsch? Ganz offenbar ist die "Unterschicht" gar nicht an der Reform interessiert (Thema: Wahlbeteiligung) - sie selbst müsste doch zu den Wahlurnen rennen und für die Reform stimmen?
Das ist es doch in DE was uns immer wieder auffällt: linke Politiker wollen unbedingt die Unterschicht mit bildungspolitischen Wohltaten beglücken - und die wollen gar nicht. Warum studieren denn so wenig Arbeiterkinder? Das liegt nicht am Geld: die unteren Schichten achten einfach darauf, dass ihre Kinder in ihrer Schicht bleiben. Da fehlt wohl noch ein bisschen Volkserziehung..?
*hb
Lieber Herr Bangel!
Ich kann Ihnen mit Ihrem Artikel nur beipflichten.
Bitte verändert alles nur bitte nicht am Gymnasium!
Was mich in der ganzen Diskussion auch in dem Kommentar von Frau Schavan möglichst bitte nichts verändern zu wollen, aufregt. dass die Schulen die Schulpreise gewinnen eigene individuelle Wege gehen, die selten von der Schulpolitik unterstützt werden, die auf gemeinsames Lernen und individuelles Lernen beruhen.
Doch das ist auf den meisten Gymnasien undenkbar. Da steht vorne der Lehrer und trichtert den Schülern alles brav ein. Differenzierung. Warum? Wir sind doch alle gleich schlau. Und wehe da kommt ein wenig intelligenter Schüler daher. den sollte man schnell mit entsprechenden Noten aussieben. Das ist überzeichnend. Doch trifft es ihren Kern. Bloß keinen Veränderung alles schön beim Alten belassen, denn das alt-ehrwürdige Gymnasium war schon seit jeher die beste aller Schulen. Was für ein Armutszeugnis!!!
Dem kann ich nicht beipflichten.
Unseren Mandanten, alle aus der Mittelschicht, geht es ganz gut. Und sie haben keine Angst etwas zu verlieren. Warum auch ?
Haben die Medien jeden Menschen in Deutschland nach seiner Statusangst gefragt ? Glaube kaum und wenn man eben nur ein paar Hunder Menschen befragt kommen dabei seltsame Ergebnisse heraus die einfach nicht stimmen können.
Naja Journalismus eben, nix ganzes eben.
Interessant wäre nun Ihren Gedankengang zu erfahren, weshalb eine wenig greifbare "Statusangst" das Wahlergebnis verursacht haben sollte und nicht die Sorge, daß man die eigenen Kinder als Streetworker mißbraucht sehen will? Haben Sie Belege für Ihre These von der Statusangst als bestimmenden Faktor oder bringen Sie nur Ihr Bauchgefühl in Worte?
Ihre Argumente ermüden, man hat sie viel zu oft gehört und sie greifen einfach nicht. Es ist schon dreist, wie Sie hier von Mittelschicht und Ängsten sprechen. Wieder wird mit pauschalen Argumenten, Ausland, Angst, Abgrenzung argumentiert. Die Wähler haben diese Argumente doch abgestraft, aber nein da kommen Sie daher und es geht von vorne los. Akzeptieren Sie doch endlich dieses Votum. Die Hatnäckigkeit der Vorurteile und Unterstellungen zeigt einer Missachtung des Votums der Eltern. Ich bin seit 30 Jahren Lehrer und ich kann berichten, dass diese 2 Jahre nichts ändern und fördern. Da muß man an ganz anderer Stelle ansetzen. Doch das wollen Sie einfach nicht begreifen. Es ist schon richtig, Ihr Artikel unterstellt Dummheit der Refoermgegner, auch wenn Sie das bestreiten . Nur Sie blicken durch, arroganter gehts nicht.Hören Sie endlich auf, es besser wissen zu wollen (ala Goetsch) Die Leute sind müde und wollen es einfach nicht mehr hören.
Vorab: Ich habe nichts gegen eine gemeinsame Zeit von 6 Jahren, wie ich diese auch hatte, und wo in der Tat man mal mit Menschen aller Schichten zusammenkam. Das beförderte nicht unbedingt den Lernerfolg, wohlaber das soziale Empfinden. Und ja, es muss ein jeder mit den anderen auskommen.
Meine These ist nun die, dass diese Angst der Mittelschicht nicht falsch ist, sondern dass man hier, da stimme ich Ihnen ja zu, in die falsche Richtung geht.
Man muss in der Tat manche Problem auch der Unterschichten anders anpacken - durchaus auch mit Härte! [...] Hier hat man aber ein Tabu, welches man nicht anrührt, auch nicht in dieser Zeitung, [...]
Gleichwohl ist es vielleicht etwas kurz gedacht, da man doch versuchen sollte, die Probleme und die Zahl d. Problemjugendlichen eher gering zu halten. Nochmal: An den Wurzeln packt man diese Probleme hier,vor allem bei den Linken, oft nicht an!
[Gekürzt. Diskriminierende und hetzerische Inhalte sind in diesem Forum nicht erwünscht. Danke. /Die Redaktion pt.]
Hallo Herr Bangel,
wieso ist die Entscheidung der Wähler falsch? Ganz offenbar ist die "Unterschicht" gar nicht an der Reform interessiert (Thema: Wahlbeteiligung) - sie selbst müsste doch zu den Wahlurnen rennen und für die Reform stimmen?
Das ist es doch in DE was uns immer wieder auffällt: linke Politiker wollen unbedingt die Unterschicht mit bildungspolitischen Wohltaten beglücken - und die wollen gar nicht. Warum studieren denn so wenig Arbeiterkinder? Das liegt nicht am Geld: die unteren Schichten achten einfach darauf, dass ihre Kinder in ihrer Schicht bleiben. Da fehlt wohl noch ein bisschen Volkserziehung..?
*hb
Lieber Herr Bangel!
Ich kann Ihnen mit Ihrem Artikel nur beipflichten.
Bitte verändert alles nur bitte nicht am Gymnasium!
Was mich in der ganzen Diskussion auch in dem Kommentar von Frau Schavan möglichst bitte nichts verändern zu wollen, aufregt. dass die Schulen die Schulpreise gewinnen eigene individuelle Wege gehen, die selten von der Schulpolitik unterstützt werden, die auf gemeinsames Lernen und individuelles Lernen beruhen.
Doch das ist auf den meisten Gymnasien undenkbar. Da steht vorne der Lehrer und trichtert den Schülern alles brav ein. Differenzierung. Warum? Wir sind doch alle gleich schlau. Und wehe da kommt ein wenig intelligenter Schüler daher. den sollte man schnell mit entsprechenden Noten aussieben. Das ist überzeichnend. Doch trifft es ihren Kern. Bloß keinen Veränderung alles schön beim Alten belassen, denn das alt-ehrwürdige Gymnasium war schon seit jeher die beste aller Schulen. Was für ein Armutszeugnis!!!
Dem kann ich nicht beipflichten.
Unseren Mandanten, alle aus der Mittelschicht, geht es ganz gut. Und sie haben keine Angst etwas zu verlieren. Warum auch ?
Haben die Medien jeden Menschen in Deutschland nach seiner Statusangst gefragt ? Glaube kaum und wenn man eben nur ein paar Hunder Menschen befragt kommen dabei seltsame Ergebnisse heraus die einfach nicht stimmen können.
Naja Journalismus eben, nix ganzes eben.
Interessant wäre nun Ihren Gedankengang zu erfahren, weshalb eine wenig greifbare "Statusangst" das Wahlergebnis verursacht haben sollte und nicht die Sorge, daß man die eigenen Kinder als Streetworker mißbraucht sehen will? Haben Sie Belege für Ihre These von der Statusangst als bestimmenden Faktor oder bringen Sie nur Ihr Bauchgefühl in Worte?
Ihre Argumente ermüden, man hat sie viel zu oft gehört und sie greifen einfach nicht. Es ist schon dreist, wie Sie hier von Mittelschicht und Ängsten sprechen. Wieder wird mit pauschalen Argumenten, Ausland, Angst, Abgrenzung argumentiert. Die Wähler haben diese Argumente doch abgestraft, aber nein da kommen Sie daher und es geht von vorne los. Akzeptieren Sie doch endlich dieses Votum. Die Hatnäckigkeit der Vorurteile und Unterstellungen zeigt einer Missachtung des Votums der Eltern. Ich bin seit 30 Jahren Lehrer und ich kann berichten, dass diese 2 Jahre nichts ändern und fördern. Da muß man an ganz anderer Stelle ansetzen. Doch das wollen Sie einfach nicht begreifen. Es ist schon richtig, Ihr Artikel unterstellt Dummheit der Refoermgegner, auch wenn Sie das bestreiten . Nur Sie blicken durch, arroganter gehts nicht.Hören Sie endlich auf, es besser wissen zu wollen (ala Goetsch) Die Leute sind müde und wollen es einfach nicht mehr hören.
An Universitäten können sich bereits heute die Studenten nur noch für Bachelor oder Master ausrichten.
Und müssen dafür Studiengebühren zahlen.
Den Diplom-Ingenieur gibt es so gut wie nicht mehr.
Das vorgeschlagene amerikanische Primary/ Elementary -School sah natürlich einen Run auf Privatschulen vor.
Vielleicht hätten die Privatschulen mehr in Werbung im Fernsehn investieren müssen.
Mit glücklichen Kindern auf dem Golfplatz an Loch sieben in der Golf-AG.
Hier bei der Zeit sind ja echt nur Schnarchnasen unterwegs. Es gibt ja doch einige Bundesländer, in denen man, so sagt man sich, keine Studiengebühren zahlen muss.
Hier bei der Zeit sind ja echt nur Schnarchnasen unterwegs. Es gibt ja doch einige Bundesländer, in denen man, so sagt man sich, keine Studiengebühren zahlen muss.
Die meisten Hamburger waren schlau und haben sich richtig entschieden:
Herr Bangel, sie schreiben, dass bildungsschwächere Kinder bildungsstärkeren Kindern nicht beim Lernen zurückhalten oder gar behindern.
Anscheinend waren sie schon lange in keinem Klassenzimmer, denn in der 5. und 6. Klasse erkennt man schon großé Leistungsunterschiede.
Und während sie der/die Lehrer/in mit den Problemen der Schwächeren Schüler herumschlagen müssen, die meist zudem noch laut und unruhig sind, können bildungsstärkere Kinder nicht weiter mit dem Stoff vorankommen und werden somit zurückgehalten.
Wenn Kinder aus sozialschwächeren Familien kommen können sie dennoch Großes erreichen.
Primarschulen wären nur auf die Kosten der Bildungsstärkeren gegangen.
Lieber Frank1994,
wie schon beschrieben glaube ich nicht, dass leistungsstarke Schüler unter der Anwesenheit Schwächerer leiden. Darauf deutet nichts hin. Im Gegenteil: Überall in Europa wird das gemacht, einige Länder wie Finnland taugen in anderen Bildungsdebatten ja sogar als Vorbild.
Ich selbst bin bis zur 7. Klasse mit Schülern aller Milieus in einer Klasse gewesen. Ich glaube, es hat meiner Sozialkompetenz nicht geschadet. Einige meiner damiligen Mitschüler haben promoviert.
Und noch weniger sehe ich, warum lern- oder auch sozial schwache Kinder etwas davon haben sollten, möglichst lange unter sich zu bleiben. Ich habe dafür noch kein triftiges Argument gehört.
Ein Kommentator im Nachbarbeitrag (ein Reformgegner) hat etwas Richtiges gesagt: Man muss offener davon sprechen, dass es hier auch darum geht, die Entfremdung von Milieus zu verhindern. Niemand hat etwas davon, wenn 20 Prozent unserer Gesellschaft kommunikationsschwach, gewalttätig und ohne andere milieukulturelle Einflüsse bleibt. Auch nicht die, die jetzt unter sich bleiben.
Bestes,
Christian Bangel
Sie schreiben: "Die meisten Hamburger waren schlau und haben sich richtig entschied"
- Die meisten? Wahlbeteiligung unter 40%, in den wohlhabenden Stadtvierteln doppelt so hoch wie in den weniger wohlhabenden.
- Schlau? Wohl eher Schlaules. Das war Klassenkampf von oben mit allen Finessen und mit allen (finanziellen) Mitteln.
- Richtig entschieden? Sie entschieden sich für Spaltung der Gesellschaft, nicht fürs Zusammenführen.
Das geht erwiesenermaßen auf Dauer nicht gut.
Übrigens waren es in der deutschen Geschichte jeweils die so genannten "bürgerlichen Eliten" hamburgischer Art, die sich durch Demokratie- und Freiheitsfeindlichkeit auszeichneten. "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" war in Deutschland nie das Ideal des "Bürgertums".
Kindern aus der Mittelschicht generell Leistungsstärke und anderen Kindern generell Leistungsschwäche zu unterstellen.
Ich plädiere für ein knallhartes Leistungssystem, dass auch einmal Mittelschichtkindern den Zugang zum Gymnasium verwehrt, bzw. sie bei entsprechender mangelnder Leistung vom Gymnasium auf die "Stadtteilschule" schickt. (Wobei man ruhig für Nachhilfe ein paar Punkte abziehen kann.)
Dann wolln wir mal sehen ...
Lieber Frank1994,
wie schon beschrieben glaube ich nicht, dass leistungsstarke Schüler unter der Anwesenheit Schwächerer leiden. Darauf deutet nichts hin. Im Gegenteil: Überall in Europa wird das gemacht, einige Länder wie Finnland taugen in anderen Bildungsdebatten ja sogar als Vorbild.
Ich selbst bin bis zur 7. Klasse mit Schülern aller Milieus in einer Klasse gewesen. Ich glaube, es hat meiner Sozialkompetenz nicht geschadet. Einige meiner damiligen Mitschüler haben promoviert.
Und noch weniger sehe ich, warum lern- oder auch sozial schwache Kinder etwas davon haben sollten, möglichst lange unter sich zu bleiben. Ich habe dafür noch kein triftiges Argument gehört.
Ein Kommentator im Nachbarbeitrag (ein Reformgegner) hat etwas Richtiges gesagt: Man muss offener davon sprechen, dass es hier auch darum geht, die Entfremdung von Milieus zu verhindern. Niemand hat etwas davon, wenn 20 Prozent unserer Gesellschaft kommunikationsschwach, gewalttätig und ohne andere milieukulturelle Einflüsse bleibt. Auch nicht die, die jetzt unter sich bleiben.
Bestes,
Christian Bangel
Sie schreiben: "Die meisten Hamburger waren schlau und haben sich richtig entschied"
- Die meisten? Wahlbeteiligung unter 40%, in den wohlhabenden Stadtvierteln doppelt so hoch wie in den weniger wohlhabenden.
- Schlau? Wohl eher Schlaules. Das war Klassenkampf von oben mit allen Finessen und mit allen (finanziellen) Mitteln.
- Richtig entschieden? Sie entschieden sich für Spaltung der Gesellschaft, nicht fürs Zusammenführen.
Das geht erwiesenermaßen auf Dauer nicht gut.
Übrigens waren es in der deutschen Geschichte jeweils die so genannten "bürgerlichen Eliten" hamburgischer Art, die sich durch Demokratie- und Freiheitsfeindlichkeit auszeichneten. "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" war in Deutschland nie das Ideal des "Bürgertums".
Kindern aus der Mittelschicht generell Leistungsstärke und anderen Kindern generell Leistungsschwäche zu unterstellen.
Ich plädiere für ein knallhartes Leistungssystem, dass auch einmal Mittelschichtkindern den Zugang zum Gymnasium verwehrt, bzw. sie bei entsprechender mangelnder Leistung vom Gymnasium auf die "Stadtteilschule" schickt. (Wobei man ruhig für Nachhilfe ein paar Punkte abziehen kann.)
Dann wolln wir mal sehen ...
Mit leichter Hand unterstellen Sie den Befürwortern der Initiative, sie hätten bei der Abstimmung an alles Mögliche gedacht, nur nicht an das Wohl der Kinder.
Dabei sind Ihre Befürchtungen gänzlich unbegründet. Zeigt doch dieser Artikel dass man selbst mit, mit Verlaub, optimierungsfähigem Satzbau heutzutage sogar ZEIT-Artikel schreiben kann. ("Wir sind auf dem Weg zurück in Zeiten, die nicht Leistung galt, sondern Herkunft.")
Ui. Ein Fehler. Vielen Dank für den Hinweis.
Sehen Sie. Selbst solche, die lange mit bildungsschwächeren Kindern zusammen lernten, können noch Zeit-Online-Artikel schreiben.
Ui. Ein Fehler. Vielen Dank für den Hinweis.
Sehen Sie. Selbst solche, die lange mit bildungsschwächeren Kindern zusammen lernten, können noch Zeit-Online-Artikel schreiben.
Lieber Frank1994,
wie schon beschrieben glaube ich nicht, dass leistungsstarke Schüler unter der Anwesenheit Schwächerer leiden. Darauf deutet nichts hin. Im Gegenteil: Überall in Europa wird das gemacht, einige Länder wie Finnland taugen in anderen Bildungsdebatten ja sogar als Vorbild.
Ich selbst bin bis zur 7. Klasse mit Schülern aller Milieus in einer Klasse gewesen. Ich glaube, es hat meiner Sozialkompetenz nicht geschadet. Einige meiner damiligen Mitschüler haben promoviert.
Und noch weniger sehe ich, warum lern- oder auch sozial schwache Kinder etwas davon haben sollten, möglichst lange unter sich zu bleiben. Ich habe dafür noch kein triftiges Argument gehört.
Ein Kommentator im Nachbarbeitrag (ein Reformgegner) hat etwas Richtiges gesagt: Man muss offener davon sprechen, dass es hier auch darum geht, die Entfremdung von Milieus zu verhindern. Niemand hat etwas davon, wenn 20 Prozent unserer Gesellschaft kommunikationsschwach, gewalttätig und ohne andere milieukulturelle Einflüsse bleibt. Auch nicht die, die jetzt unter sich bleiben.
Bestes,
Christian Bangel
ich mag es persöhnlich sicherlich haben sie Recht wenn sie unseren Bildungsstand mit dem andere Länder vergleichen (siehe PISA, etc.) und dabei feststellen, dass wir hinten liegen, aber für einen direkten Vergleich finde ich es denkbar ungeeignet, denn in jedem Land denken die Kindern beim Thema unterschiedlich.
Bsp. Polen: Bei einem Polenautausch habe ich festgestellt, wie unglaublich motiviert die polnischen Kindern sind (vorallem beim Thema Sprachen).
oder Japan: Da sitzen Kindern ohne zu Meckern min. 15 Minuten KONZENTRIERT UND MOTIVIERT vor einer Matheaufgabe und oft noch längern, bis sie sie gelöst haben. Bei uns gibt es SOWAS selten.
In Berlin lernen Kinder bis zur 6. Klasse. Ergebnis: Eine große Abhängigkeit des Schulerfolges von der Herkunkt. Nur die Schüler länger gemeinsam Lernen zu lassen wird das Problem nicht lösen.
Lieber Herr Bangel,
wenn Sie die PISA-Studie schon anführen, dann sollten Sie mal nachschauen, welche Bundesländer dort führend sind. Dies sind mit Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg nämlich genau diejenigen Länder, die keinerlei Experimente mit Gesamtschulen oder vergleichbaren gemeinsamen Schulformen gemacht haben, sondern konsequent am dreigliedrigen Schulsystem festhalten. Ich wohne im bayerisch-hessischen Grenzgebiet und kann daher die Unterschiede deutlich vor Augen sehen. Ein Auszubildender, der eine bayerische Realschule besucht hat, ist in der Regel besser ausgebildet als ein Abiturient einer hessischen Gesamtschule. All das sind mir Argumente genug, eine Gemeinschaftsschule abzulehnen.
Herr Bangel, ich stimme Ihnen uneingeschränkt zu, dass es sehr wichtig ist, die Entfremdung von Milieus zu verhindern. Allerdings ist meines Erachtens illusorisch zu denken, dass die Schule es verhindern kann, dass 20 Prozent unserer Gesellschaft kommunikationsschwach und/oder gewalttätig sind. Dies ist ein allgemeines gesellschaftliches Problem. Als Vater einer kleinen Tochter, sehe ich sehr deutlich wie sich ein Teil der Eltern gleichaltriger Kinder sehr intensiv um den Nachwuchs kümmert und versucht ihn intensiv zu fördern, während andere Eltern das Wochenende qualmend auf der Couch vor dem Fernseher verbringen und der Nachwuchs, der nicht einmal am Tag frische Luft atmet sich selbst überlassen wird. Ich weiss leider auch keine Musterlösung für dieses Problem, allerdings denke ich nicht, dass eine Einheitsschule etwas daran ändert. Bis zur Einschulung sind hier schon Fakten geschaffen, die sich nur schwer umkehren lassen.
Entfernt. Bitte äußern Sie sich zum Thema des Artikels, der Schulreform in Hamburg. Die Redaktion /ft
ich mag es persöhnlich sicherlich haben sie Recht wenn sie unseren Bildungsstand mit dem andere Länder vergleichen (siehe PISA, etc.) und dabei feststellen, dass wir hinten liegen, aber für einen direkten Vergleich finde ich es denkbar ungeeignet, denn in jedem Land denken die Kindern beim Thema unterschiedlich.
Bsp. Polen: Bei einem Polenautausch habe ich festgestellt, wie unglaublich motiviert die polnischen Kindern sind (vorallem beim Thema Sprachen).
oder Japan: Da sitzen Kindern ohne zu Meckern min. 15 Minuten KONZENTRIERT UND MOTIVIERT vor einer Matheaufgabe und oft noch längern, bis sie sie gelöst haben. Bei uns gibt es SOWAS selten.
In Berlin lernen Kinder bis zur 6. Klasse. Ergebnis: Eine große Abhängigkeit des Schulerfolges von der Herkunkt. Nur die Schüler länger gemeinsam Lernen zu lassen wird das Problem nicht lösen.
Lieber Herr Bangel,
wenn Sie die PISA-Studie schon anführen, dann sollten Sie mal nachschauen, welche Bundesländer dort führend sind. Dies sind mit Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg nämlich genau diejenigen Länder, die keinerlei Experimente mit Gesamtschulen oder vergleichbaren gemeinsamen Schulformen gemacht haben, sondern konsequent am dreigliedrigen Schulsystem festhalten. Ich wohne im bayerisch-hessischen Grenzgebiet und kann daher die Unterschiede deutlich vor Augen sehen. Ein Auszubildender, der eine bayerische Realschule besucht hat, ist in der Regel besser ausgebildet als ein Abiturient einer hessischen Gesamtschule. All das sind mir Argumente genug, eine Gemeinschaftsschule abzulehnen.
Herr Bangel, ich stimme Ihnen uneingeschränkt zu, dass es sehr wichtig ist, die Entfremdung von Milieus zu verhindern. Allerdings ist meines Erachtens illusorisch zu denken, dass die Schule es verhindern kann, dass 20 Prozent unserer Gesellschaft kommunikationsschwach und/oder gewalttätig sind. Dies ist ein allgemeines gesellschaftliches Problem. Als Vater einer kleinen Tochter, sehe ich sehr deutlich wie sich ein Teil der Eltern gleichaltriger Kinder sehr intensiv um den Nachwuchs kümmert und versucht ihn intensiv zu fördern, während andere Eltern das Wochenende qualmend auf der Couch vor dem Fernseher verbringen und der Nachwuchs, der nicht einmal am Tag frische Luft atmet sich selbst überlassen wird. Ich weiss leider auch keine Musterlösung für dieses Problem, allerdings denke ich nicht, dass eine Einheitsschule etwas daran ändert. Bis zur Einschulung sind hier schon Fakten geschaffen, die sich nur schwer umkehren lassen.
Entfernt. Bitte äußern Sie sich zum Thema des Artikels, der Schulreform in Hamburg. Die Redaktion /ft
Bis gestern hätte ich die Meinung des Autors noch geteilt. Heute (deutlich nach Schließung der Wahllokale) habe ich mir von einem Hamburger Vater von drei Kindern (den ich nicht der typischen Mittelschicht zuordnen würde) einmal die Argumente der Gegner der Primarschule erklären lassen: fehlendes ausgebildetes Lehrpersonal, fehlende Räumlichkeiten, ein "kritisches Alter" zu Beginn der Pubertät nach den 6 Jahren Primarschule, in der ein neues soziales Umfeld aufgebaut werden muss - alles Argumente, die mich überzeugten. Das Ganze wurde ergänzt durch die Bemerkungen "entweder 4 oder direkt 9 Jahre zusammen lernen" sowie "ich hoffe, die bereits beschlossene Stadtteilschule wird umgesetzt" (die dann einzige Schulform neben dem Gymnasium wäre). Alles in allem schwang keine Angst durch, im Gegenteil: die Reformbereitschaft bei den Bürgern ist da, die Reformkonzepte der Politik sollten allerdings sinnvoll und zielführend sein.
Lieber Daniel A.,
ich habe das in Gesprächen auch einige Male gehört: Bürger, die grundsätzlich für ein längeres gemeinsames Lernen sind, nur eben mit der Umsetzung hadern.
Leider ist hier ein politisches Zeichen gesetzt worden, das neue politische Initiativen für gemeinsames Lernen auf absehbare Zeit erstmal unmöglich macht. Nicht sechs Jahre, nicht neun Jahre.
An der Herdplatte verbrennt erstmal niemand mehr die Finger.
Bestes,
Christian Bangel
Die Reformbereitschaft soll es aber nur bei den anderen gehen: die Hauptschulkiner, Realschulkiner, Gesamtschulkiner - die Schüler an Beruflichen Gymnasien; die Gymnasialeltern wollen für ihre Kinder keine Veränderungen. Die anderen sollen sich bewegen. Das ist keine Reformbereitschaft. "Hauptsache mein Kind geht auf das Gymnasium" - dabei übersehen die Eltern, dass Hamburger Gymnasien auch nicht gerade Spitze sind.
Lieber Daniel A.,
ich habe das in Gesprächen auch einige Male gehört: Bürger, die grundsätzlich für ein längeres gemeinsames Lernen sind, nur eben mit der Umsetzung hadern.
Leider ist hier ein politisches Zeichen gesetzt worden, das neue politische Initiativen für gemeinsames Lernen auf absehbare Zeit erstmal unmöglich macht. Nicht sechs Jahre, nicht neun Jahre.
An der Herdplatte verbrennt erstmal niemand mehr die Finger.
Bestes,
Christian Bangel
Die Reformbereitschaft soll es aber nur bei den anderen gehen: die Hauptschulkiner, Realschulkiner, Gesamtschulkiner - die Schüler an Beruflichen Gymnasien; die Gymnasialeltern wollen für ihre Kinder keine Veränderungen. Die anderen sollen sich bewegen. Das ist keine Reformbereitschaft. "Hauptsache mein Kind geht auf das Gymnasium" - dabei übersehen die Eltern, dass Hamburger Gymnasien auch nicht gerade Spitze sind.
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