Bildungspolitik Wer glaubt an die Bildungsrepublik?

Angela Merkel hatte die Bildungsrepublik ausgerufen. Die Bürger wollen einer Umfrage zufolge vor allem, dass Geld verlässlicher in Schulen und Forschung investiert wird.

Kinder auf dem Schulweg

Kinder auf dem Schulweg

Politiker aller Parteien sehen eine ihrer wichtigsten Aufgaben darin, in die Bildung der Kinder zu investieren. Bildung ist ein Schlüsselbegriff in jedem Wahlkampf geworden, das Allheilmittel nicht nur gegen schlechte Pisa-Ergebnisse, sondern auch gegen Jugendkriminalität, die misslungene Integration von Einwandererkindern, die demografische Entwicklung und gegen Hartz-IV-Karrieren. Und es soll in den meisten Bundesländern auch viel geschraubt werden am Bildungssystem. Hauptschulen werden abgeschafft, Gemeinschaftsschulen eingerichtet. Schulen sollen möglichst in ernst zu nehmende Ganztagsschulen umgebaut werden. In Grundschulen versucht man sich am individualisierten Lernen.

Aber angekommen ist bei den Menschen vor allem: Es wird geschwafelt aber nicht gezahlt. Die Deutschen in Ost und West, FDP-Wähler genauso wie Grünen-Anhänger wünschen sich, dass mehr Geld in die Schulen fließt. Laut einer Forsa-Umfrage sagen 84 Prozent der Bundesbürger, dass nicht genügend Geld zur Verfügung gestellt wird, damit Deutschland wirklich zu einer "Bildungsrepublik" werden kann, wie sie Angela Merkel 2008 ausgerufen hatte.

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Gerade mal 19 Prozent glauben, dass die Bundesregierung und die Länderregierungen eine solche Bildungsrepublik überhaupt wirklich wollen. Sogar nur ein knappes Drittel der CDU/CSU- und FDP-Wähler glaubt daran.

Fast alle Befragten (96 Prozent) wünschen sich, dass die Bildungsausgaben nicht gekürzt werden, auch wenn es in Zukunft aus demografischen Gründen weniger Schüler gibt. So sollen die Bedingungen des Lernens besser werden.  Und 70 Prozent halten es für falsch, das Budget für die Bildung an die Wirtschaftslage zu koppeln. Im Gegenteil, ein absoluter Mindestbetrag sollte ihrer Ansicht  nach festgelegt werden.

Für die StudieMeinungen der Bundesbürger zur Bildungsrepublikim Auftrag des Verbands Bildung und Erziehung wurden 1000 repräsentativ ausgewählte Menschen befragt.

 
Leser-Kommentare
  1. 1. tja...

    wie hoch war nochmal der Betrag, der bei einem alleinstehenden Erwachsenen im ALG II-Budget fuer Bildungsausgaben vorgesehen ist? 1,29 Euro? Ich erinnere mich zumindest noch daran, dass es von allen Betraegen der Geringste war. Nicht einmal fuer eine gute Wochenzeitung im Monat (!) reicht das.

    Es ist bezeichnent, dass man es bereits als Vorteil sehen wuerde, wenn der Bildungsetat nicht schrumpft, auch wenn die Schuelerzahlen zurueckgehen. In der Vergangenheit sind die Etats ja auch kaum gestiegen, auch wenn die Zahlen explodierten. Man kann das an den Hochschulen sehen. Da arbeitet mittlerwiele wissenschaftliches Personal, das fuer 2/3 des frueheren Einkommens das fuenffache an Studenten in mehr und mehr verfallenden Raeumen betreut. Es gibt Unterrichtsraeume, wo auf halber Hoehe Netze aufgespannt werden, weil regelmaessig Lampen von der Decke fallen (und man es sich nicht leisten kann, alle Lampen zu erneuern). Es gibt Lehrer, die zu den Sommerferien entlassen und danach wieder eingestellt werden, zugleich werden Menschen in Umschulungskursen geparkt, die keinerlei Aussicht auf tatsaechlich brauchbare Berufsqualifizierung haben. Kann man seine Verachtung fuer das Thema Bildung eigentlich noch deutlicher ausdruecken? Allen Sonntagreden zum Trotz?

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    weiterzuleiten, damit sich Deutschland wenigtsten ein klein wenig schämt. Wir sind nämlich fast Schlusslicht bei den Bildungsausgaben

    Merkwürdig, wie oft man das Thema Bildung von Politikern serviert bekommt, ohne dass irgendetwas passieren würde. Es handelt sich hier tatsächlich zu 100% um Sonntagsreden. Es schein alltags Konsens zu sein, dass PISA für Peace steht. Volker Pispers bringt es auf den Punkt: "Was glauben Sie was hier los wäre, wenn mehr Leute kapieren würden, was hier los ist."
    Dem ist nichts hinzuzufügen.

    weiterzuleiten, damit sich Deutschland wenigtsten ein klein wenig schämt. Wir sind nämlich fast Schlusslicht bei den Bildungsausgaben

    Merkwürdig, wie oft man das Thema Bildung von Politikern serviert bekommt, ohne dass irgendetwas passieren würde. Es handelt sich hier tatsächlich zu 100% um Sonntagsreden. Es schein alltags Konsens zu sein, dass PISA für Peace steht. Volker Pispers bringt es auf den Punkt: "Was glauben Sie was hier los wäre, wenn mehr Leute kapieren würden, was hier los ist."
    Dem ist nichts hinzuzufügen.

  2. weiterzuleiten, damit sich Deutschland wenigtsten ein klein wenig schämt. Wir sind nämlich fast Schlusslicht bei den Bildungsausgaben

    Antwort auf "tja..."
  3. Wer unbeirrt die Ansicht vertritt, es wäre bereits viel erreicht, wenn man weiter steigende Finanzmittel in das Bildungssystem Schule, so wie es momentan strukturiert ist, investieren würde, um bessere Lernresultate zu erzielen - dem kann ich nur freundlich zurufen: Träum weiter!

    Wer wirklich an der Hebung der Schulbildung interessiert ist, der muss die föderale Zersplitterung unseres Schulwesens in den Blick nehmen und auf Reformen drängen, längeres gemeinsames Lernen sollte ihm angelegen sein und der Dreigliedrigkeit müsste beherzt der Kampf angesagt werden. Und im Übrigen: ohne "ganztags" geht gar nichts!

    Wer es dann noch schafft, auch die Eltern mit ins Boot zu holen, sodass der Schulschwänzerei, dem Sprachunvermögen und sonstigen Verwahrlosungstendenzen bei Kindern wirksam Einhalt geboten werden könnte, der ist nach meinem Dafürhalten wirklich unterwegs in eine verheißungsvolle Bildungsrepublik. Ihm tüchtig Geldmittel in die Hand zu geben, hielte ich für richtig und klug.

    Alles andere ist Schaufensterpolitik!

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    100%ige Anwesenheit im Unterricht und erledigte Hausaufgaben geliefert zu bekommen. Wer das mit seiner Persönlichkeit als Lehrer und Mensch nicht durchsetzen kann, hat seinen Beruf verfehlt.

    Diese Idee ist tatsächlich der einzige Weg, aus der Misere herauszukommen. Allein, es fehlt der Wille. Die Bildungspolitiker sind viel zu vernagelt und die ganze Diskussion ist viel zu sehr ideologisch beladen, als dass ein Gesamtkonzept entstehen könnte, das nicht sofort wieder in seine Einzelteile zerlegt wird.
    Also wird eben weiter gewurstelt. Schade für unsere Kinder!

    100%ige Anwesenheit im Unterricht und erledigte Hausaufgaben geliefert zu bekommen. Wer das mit seiner Persönlichkeit als Lehrer und Mensch nicht durchsetzen kann, hat seinen Beruf verfehlt.

    Diese Idee ist tatsächlich der einzige Weg, aus der Misere herauszukommen. Allein, es fehlt der Wille. Die Bildungspolitiker sind viel zu vernagelt und die ganze Diskussion ist viel zu sehr ideologisch beladen, als dass ein Gesamtkonzept entstehen könnte, das nicht sofort wieder in seine Einzelteile zerlegt wird.
    Also wird eben weiter gewurstelt. Schade für unsere Kinder!

  4. 100%ige Anwesenheit im Unterricht und erledigte Hausaufgaben geliefert zu bekommen. Wer das mit seiner Persönlichkeit als Lehrer und Mensch nicht durchsetzen kann, hat seinen Beruf verfehlt.

  5. Merkwürdig, wie oft man das Thema Bildung von Politikern serviert bekommt, ohne dass irgendetwas passieren würde. Es handelt sich hier tatsächlich zu 100% um Sonntagsreden. Es schein alltags Konsens zu sein, dass PISA für Peace steht. Volker Pispers bringt es auf den Punkt: "Was glauben Sie was hier los wäre, wenn mehr Leute kapieren würden, was hier los ist."
    Dem ist nichts hinzuzufügen.

    Antwort auf "tja..."
  6. Diese Idee ist tatsächlich der einzige Weg, aus der Misere herauszukommen. Allein, es fehlt der Wille. Die Bildungspolitiker sind viel zu vernagelt und die ganze Diskussion ist viel zu sehr ideologisch beladen, als dass ein Gesamtkonzept entstehen könnte, das nicht sofort wieder in seine Einzelteile zerlegt wird.
    Also wird eben weiter gewurstelt. Schade für unsere Kinder!

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