Erwachsenen-Pisa Jeder Vierte kann nicht richtig lesen und rechnen
Eine neue Studie zeigt: Viele Erwachsene haben erhebliche Schwächen beim Lesen und Rechnen. Die Betroffenen haben Probleme, den Alltag zu bewältigen.
Das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) stellt dem Bildungsstand bei Erwachsenen ein schlechtes Zeugnis aus: Jeder vierte Erwachsene in Deutschland habe so starke Lese- und Rechenprobleme, dass er den Alltag nicht bewältigen könne. Damit fehle den Betroffenen auch die Voraussetzung, um langfristig auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.
Für die 2007 begonnene Untersuchung Arbeiten und Leben im Wandeldes IAB wurden bei knapp 4000 Bundesbürgern zwischen 18 und 52 Jahren die Lese- und Rechenfähigkeiten getestet. Demnach verfügten fünf Prozent der Getesteten nicht einmal über die grundlegendsten Rechenfähigkeiten des untersten Testniveaus eins. 19 Prozent löste gerade noch Aufgaben des immer noch unzureichenden Niveaus zwei. Die Mehrheit der Getesteten, 45 Prozent, lösten Aufgabe auf dem mittleren Niveau drei, 30 Prozent Aufgabe der obersten Niveaus vier bis fünf.
Noch größere Schwächen offenbarte der Erwachsenen-Pisa-Test beim Lesen. So erreichten 26 Prozent der Getesteten nur die Stufen eins und zwei – zu wenig, um damit den Alltag bewältigen zu können, wie die Forscher betonten. 55 Prozent kamen gerade noch mit einfacheren Texten der Stufe drei klar. Nur bei 19 Prozent der Getesteten stellten die Forscher eine gute bis sehr gute Lesekompetenz der Stufen vier und fünf fest.
Frauen können der Untersuchung zufolge besser lesen, Männer besser rechnen. Deutliche Unterschiede zeigte die Studie bei dem Bildungsstand von Nicht-Erwerbstätigen: Arbeitslose, Hausfrauen und -männer sowie Rentner könnten deutlich schlechter lesen und rechnen, stellten die Forscher fest. Unklar sei allerdings, ob die entsprechenden Kompetenzen bei Jobsuchern sich wegen ihrer Arbeitslosigkeit verringert hätten oder ob sich unter Arbeitslosen besonders viele Männer und Frauen mit Lese- und Rechenschwäche befänden, betonen die Forscher.
Bei Testteilnehmern mit ausländischer Herkunft hängt die Lese- und Rechenkompetenz hauptsächlich vom häuslichen Umfeld ab. Migranten, in deren Elternhäusern hauptsächlich Deutsch gesprochen wurde, wiesen nahezu die gleichen Testergebnisse wie die deutscher Probanden auf. Dagegen zeigten Migranten, die hauptsächlich mit ihrer Muttersprache aufgewachsen sind, deutliche Defizite sowohl beim Lesen als auch beim Rechnen, betonten die Arbeitsmarktforscher.
- Datum 10.03.2011 - 16:55 Uhr
- Quelle dpa
- Kommentare 26
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Gibt es einen Link zu der Studie? Ich kann mir unter "Testniveau 1" nicht viel vorstellen und würde sehr gerne mal die Fragen sehen - einfach um mir ein Bild machen zu können was es bedeutet, wenn jemand beispielsweise "Niveau 2" nicht lösen kann.
Hinter den rot geschriebenen Buchstaben verbirgt sich bei den Zeit-Online Artikeln immer ein Link.
In diesem Fall hilft es auf die Buchstaben
"Untersuchung Arbeit und Leben im Wandel" zu klicken.
Hinter "Untersuchung zufolge" verbirgt sich derselbe Link.
... diese Aussage:
"Den Befragten wurden 27 Rechen- und 30 Lese-Aufgaben gestellt, deren (richtige) Beantwortung von den Fähigkeiten der befragten Person und der Schwierigkeit der einzelnen Aufgaben abhängt. Eine leichte Aufgabe im Bereich
Textverständnis ist z. B. das Finden der korrekten Dosierungsmenge von Kopfschmerztabletten auf einem Beipackzettel. Eine schwierige Aufgabe im Bereich Alltagsmathematik verlangt die Entscheidung darüber, ob ein Startkapital von 1.000 € bei einem vorgegebenen Zinssatz von 10 Prozent innerhalb von 7 Jahren verdoppelt werden kann."
Hinter den rot geschriebenen Buchstaben verbirgt sich bei den Zeit-Online Artikeln immer ein Link.
In diesem Fall hilft es auf die Buchstaben
"Untersuchung Arbeit und Leben im Wandel" zu klicken.
Hinter "Untersuchung zufolge" verbirgt sich derselbe Link.
... diese Aussage:
"Den Befragten wurden 27 Rechen- und 30 Lese-Aufgaben gestellt, deren (richtige) Beantwortung von den Fähigkeiten der befragten Person und der Schwierigkeit der einzelnen Aufgaben abhängt. Eine leichte Aufgabe im Bereich
Textverständnis ist z. B. das Finden der korrekten Dosierungsmenge von Kopfschmerztabletten auf einem Beipackzettel. Eine schwierige Aufgabe im Bereich Alltagsmathematik verlangt die Entscheidung darüber, ob ein Startkapital von 1.000 € bei einem vorgegebenen Zinssatz von 10 Prozent innerhalb von 7 Jahren verdoppelt werden kann."
...und die Einheimischen in Baden-Württemberg können auch nicht richtig sprechen ("Wir können alles ausser Hochdeutsch"). Als Deutsch kann man das nun wirklich nicht bezeichnen, was Schwaben und Badenser von sich geben.
au-ß-er. Gibt's trotz Reform noch.
Grüßle.
...auch noch lernen: Es heißt B A D E N E R, nicht Badenser.
au-ß-er. Gibt's trotz Reform noch.
Grüßle.
...auch noch lernen: Es heißt B A D E N E R, nicht Badenser.
Zu erwähnen wäre aus der Studie: "Tatsächlich schneiden Personen, die in der Kindheit nicht vorwiegend Deutsch gesprochen haben,in beiden Kompetenzbereichen deutlich schlechter ab als Befragte aus deutschsprachigen Haushalten."
au-ß-er. Gibt's trotz Reform noch.
Grüßle.
Stimme ich voll zu, die Schweizer hingegen sind ja bekannt für ihr exzellentes Hochdeutsch.
Ich wohne seit gut einem Jahr in der Schweiz, habe aber zuvor 18 Jahre lang im "Wir können alles ausser Hochdeutsch"-Bundesland gelebt. Meine Heimat ist in Nordrhein-Westfalen.
1. Die Schweizer sprechen in der Tat kein Hochdeutsch. Sie besitzen aber im Gegensatz zu Schwaben und Badensern auch nicht die Dreistigkeit zu behaupten, Deutsche zu sein, obwohl sie die Deutsche Sprache nicht vernünftig beherrschen.
2. In der Schweiz gibt es übrigens kein scharfes S - ich muss daher in dieser Situation alles mit "ss" schreiben.
Ich wohne seit gut einem Jahr in der Schweiz, habe aber zuvor 18 Jahre lang im "Wir können alles ausser Hochdeutsch"-Bundesland gelebt. Meine Heimat ist in Nordrhein-Westfalen.
1. Die Schweizer sprechen in der Tat kein Hochdeutsch. Sie besitzen aber im Gegensatz zu Schwaben und Badensern auch nicht die Dreistigkeit zu behaupten, Deutsche zu sein, obwohl sie die Deutsche Sprache nicht vernünftig beherrschen.
2. In der Schweiz gibt es übrigens kein scharfes S - ich muss daher in dieser Situation alles mit "ss" schreiben.
Hinter den rot geschriebenen Buchstaben verbirgt sich bei den Zeit-Online Artikeln immer ein Link.
In diesem Fall hilft es auf die Buchstaben
"Untersuchung Arbeit und Leben im Wandel" zu klicken.
Hinter "Untersuchung zufolge" verbirgt sich derselbe Link.
Über Jahrzehnte ist das Bildungsniveau in den Schulen gesunken und die jetzige Schulreform wird sich keinesfalls positiv auf das Bildungsniveau auswirken. Es deutet alles darauf hin, Gleichheit nach unten und nicht nach oben zu schaffen.
Allerdings muß man berücksichtigen, daß für niedriges Bildungsniveau in einzelnen EU-Statten z.B. Bulgarien etwa zwei €/h angemessen ist. Davon lässt sich in Deutschland weder ein Leben finanzieren noch der aufwendige Staat. Das führt also zwangsweise in nachhaltige Arbeitslosigkeit.
Kürzlich habe ich in einem Spielwarenladen einen Artikel für € 20,80 gekauft. Ich zahlte mit € 100, wollte dann noch 80 Cent hinzufügen und bat die Kassiererin um € 80 Rückgeld. Sie bestand auf € 79,20 mit dem Argument: "Sonst stimmt abends meine Kasse nicht."
Sagt das nicht alles?
Mir jedenfalls fehlten die Worte!
nicht böse sein, das glaube ich nicht.
nicht böse sein, das glaube ich nicht.
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