Bremens Religionsunterricht ist nicht konfessionsgebunden. Leserin W. Brüggemann findet den Ansatz gut, weil er hilft, Vorurteile gegenüber anderen Religionen abzubauen.
An Bremer Schulen wird das in Deutschland einzigartige Fach Biblische Geschichte unterrichtet. Die sogenannte Bremer Klausel ermöglicht seit 1949, dass nach Artikel 32 der Landesverfassung der Freien Hansestadt Bremen der Religionsunterricht ohne konfessionelle Bindung auf allgemein christlicher Grundlage stattfinden kann. Damit ist Religion in Bremen kein Fach des Glaubens, sondern ein Fach mit bildungspolitischem Auftrag. Schülerinnen und Schüler aller Konfessionen lernen gemeinsam die unterschiedlichen Religionen kennen. Anhand aktueller Themen sollen die Kinder und Jugendlichen ins Gespräch kommen und sich über Glaubensfragen austauschen.
Kann das Bremer Modell ein Vorbild sein für andere Bundesländer?
Ein Beispiel aus der Bremer Praxis verdeutlicht, wie Religionsunterricht ohne konfessionelle Bindung funktionieren kann: Kinder besprechen im Unterricht das Thema Ostern. Dabei taucht die große Frage auf, warum Jesus das Kreuz selbst tragen musste. Noch während die Kinder Gründe dafür suchen, entwickelt sich das Gespräch in eine unerwartete Richtung weiter. Nun geht es um die allgemeinere Frage, warum Menschen dazu neigen, andere zu verspotten und zu schmähen.
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Das sind genau die Gespräche zwischen Kindern verschiedener Kulturen, die wir an deutschen Schulen so dringend brauchen. Und zwar nicht nur in Teilgruppen mit katholischen, evangelischen oder muslimischen Kindern, sondern im ganzen Klassenverband. Ein Religionsunterricht, der die Schülerschaft nicht nach Konfessionen organisiert, birgt die Chance, Vorurteile und Berührungsängste gegenüber fremden Religionen oder Weltanschauungen abzubauen.
Wie groß das Interesse der Kinder und Jugendlichen am religiösen Dialog ist, zeigt laut Einschätzung Bremer Religionslehrerinnen und -lehrer die unerwartet geringe Zahl der Abmeldungen vom Biblischen Geschichtsunterricht. Selten haben die Schülerinnen und Schüler Probleme mit dem Fach. Häufig sind es die Eltern, die (zu) wenig über die Inhalte des Unterrichts wissen. In vielen Fällen haben Informationsgespräche mit Fachlehrern oder mit der Schulleitung den Eltern ihre Zweifel genommen.
Religion ist ein wichtiges, gesellschaftliches Thema, das das soziale Miteinander in vielen Bereichen berührt und beeinflusst. In einer multikulturellen Gesellschaft wie Deutschland sollten Schülerinnen und Schüler voneinander und miteinander lernen, anstatt nur über die anderen Kultur- und Religionsgruppen zu lernen. Das Bremer Modell ist eine Alternative zum konfessionsgebundenen Religionsunterricht und ein erster Schritt in Richtung eines offenen interkulturellen Dialogs.
- Datum 27.05.2011 - 08:48 Uhr
- Quelle Leserartikel
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Hier wurde ein sehr wichtiges Thema angesprochen.
Die Kirchen in Deutschland ringen um ihre Zukunft.
Falls der Religionsunterricht nicht mehr ausschliesslich genutzt wird, um die eigene Religion kennenzulernen,
ist es Aufgabe der Kirche und der Eltern den Kindern ausserhalb der Schule Religioesitaet zu vermitteln, falls ihnen etwas daran gelegen sein sollte.
Ausserdem lernt man Respekt durch die Begegnung und den Dialog.
Ich möchte doch sehr darum bitten von jeglicher Missionarsarbeit in der Öffentlichkeit abzusehen! Es gibt auch Menschen die Religion als solche, egal welcher Konfession, ablehnen!
Ich möchte doch sehr darum bitten von jeglicher Missionarsarbeit in der Öffentlichkeit abzusehen! Es gibt auch Menschen die Religion als solche, egal welcher Konfession, ablehnen!
Der Artikel hat mich beeindruckt, weil in Bremen praktiziert wird, was in allen Bundesländern so möglich gemacht werden sollte.
Dann wäre in der Tat eine gute Vermittlung von (allen) Religionen und Glaube -und zwar glaubwürdig- möglich, aber vor allem wäre die Krake Katholische Kirche aus dem Spiel, die sich bei der Rekrutierung von Religionslehrern immer wieder einen bösen Ruf verschafft hat.
Für die Religionen müßte es heißen: Gottes Werk und Menschen Beitrag und nicht Gottes Werk und Machtkatholiken, pharisäer Beitrag.
Das Problem des herkömmlichen Religionsunterrichts ist einerseits die Diskriminierung der Andersgläubigen und andererseits die Indoktrinierung der Kinder durch die Kirche, die nicht selten mit Angst verbunden ist ( http://karinkoller.wordpr... ). Konfessionsloser Religionsunterricht reduziert den Überlegenheitsglauben der lokalen Hauptreligion.
Ich würde dieses Fach aber nicht auf Bibelgeschichte reduziern. Wünschenswert wäre ein Philosophieunterricht schon für die Kleinsten, in dem alle Religionsphilosophien, aber auch weltliche Denkmodelle gelehrt und diskutiert werden. Wie dieser Leserartikel zeigt, sind Kinder durchaus in der Lage, kritische Diskussionen zu führen.
in allen anderen Bundesländern sollte es umgehend ebenfalls möglich sein. Konfessionsgebundener Unterricht kann von den Kirchen erfolgen - in den Kirchen -; in den öffentlichen Schulen ist er ein Spaltpilz. -
... ist das Projekt gut. Ich frage mich allerdings, was für Leute es anstreben werden, so ein Fach zu unterrichten.
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Für antireligiöse Eiferer ist es attraktiv, Lehrer für „Biblische Geschichte“ zu werden. Wie verhindert man, dass einige Lehrer dieses Fachs die Schüler gegen jede Religion zu beeinflussen versuchen?
wird das stabile drittel der Bevölkerung das sich Jenseits von Religion befindet, (Vgl.Die Zeit vom 9. Dezember 2010.) einfach ignoriert. Was hat in einem angeblich säkularen Staat der Religionsunterricht in der Schule überhaupt verloren. In manchen Bundesländern gibt es Philosophie als Unterichtsfach, was ich mir zu meiner Schulzeit sehr gewünscht hätte.
In so einem Untericht kann man dann auch, wie das Frau Koller bereits bereits vorgeschlagen hat, über alle Weltanschauungen diskutieren. Aber die Weltanschauung zum Unterrichtsziel zu machen, das ist eine Farce im Hinblick auf einen aufklärerischen Bildungsanspruch.
Hallo Anatol Schnitzler,
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"Weltanschauung zum Unterrichtsziel machen" - das passiert nach den geltenden Richtlinien auch nicht im herkömmlichen Religionsunterricht. Mit der Konfessionsgebundenheit soll nur sichergestellt werden, dass, was da als Evangelisch oder Katholisch vorgestellt wird, dies auch ist.
Hallo Anatol Schnitzler,
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"Weltanschauung zum Unterrichtsziel machen" - das passiert nach den geltenden Richtlinien auch nicht im herkömmlichen Religionsunterricht. Mit der Konfessionsgebundenheit soll nur sichergestellt werden, dass, was da als Evangelisch oder Katholisch vorgestellt wird, dies auch ist.
Wenn in Schulen nicht mehr primär das Dogma der Amtskirchen, als vermeintlich universal verbindliche, allein selig machende Heilslehre gepredigt würde, dann wäre vielleicht Raum für ein wenig mehr Weisheit, z. Bsp. für philosophische Ansätze und die Vermittlung von überkonfessionellen und nicht-materiellen Aspekten, die einem gelingenden individuellen Leben und einer prosperierenden Gesellschaft sehr förderlich sein können!
In Sachsen...nennt sich Ethik und man lernt etwas über alle Religionen, Gesellschaft, Philosophie und andere Dinge des Lebens!
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