Alle 16 Bundesländer haben nach dem Bildungsmonitor 2011 die Ausbildungschancen erneut verbessert. Es gibt aber "beträchtliche" Unterschiede zwischen den Ländern. Die besten Bildungsstandorte bleiben mit Abstand Sachsen, Thüringen und Baden-Württemberg. Schlusslicht im Bildungsvergleich der Bundesländer ist trotz deutlicher Verbesserungen Berlin. Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) erstellte die Studie im Auftrag der arbeitgeberfinanzierten Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Sie wurde zum achten Mal seit 2004 durchgeführt.

Deutschland nehme unter den Euro-Ländern mit seinem Bildungssystem einen "guten vorderen Platz" ein, sagte Studienleiter Axel Plünnecke. Die internationalen "Top-Staaten" Kanada, Finnland und Schweiz seien aber noch nicht erreicht. Trotz aller Fortschritte müsse weiter gegen Bildungsarmut und für Chancengleichheit gearbeitet werden, sagte INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr.

Die größten Fortschritte zeige das deutsche Bildungssystem in der "Akademisierung": Es gab mehr Abitur-Abschlüsse, mehr Studenten und Akademiker. 17,6 Prozent eines Altersjahrgangs erhielten eine Studienberechtigung an beruflichen Schulen. Im Jahr 2000 habe der Anteil nur 11,3 Prozent betragen. Bezogen auf alle Lehrkräfte habe sich auch die Betreuung an den Hochschulen leicht verbessert.

Sichtbar würden die Fortschritte auch an einer größeren Zahl von Grundschülern und jüngeren Kindern in Ganztagsbetreuung, mit der die Voraussetzungen für eine individuelle Förderung stiegen. Verbessert habe sich zahlenmäßig auch das Verhältnis von Schülern und Lehrern. Trotz sinkender Schülerzahlen hätten die Länder keine Lehrerstellen abgebaut. Im Jahr 2000 seien in über der Hälfte der Bundesländer mehr als 20 Schüler auf einen Grundschullehrer gekommen, während im Jahr 2009 diese Schwelle von keinem Bundesland mehr überschritten worden sei.