Das Buch sollte nicht länger die einzige Informationsquelle für Schüler sein, schreibt Leser Marlon Bünck. Das müssten auch die Lehrer langsam begreifen.
Das Internet liefert mittlerweile auf jede Frage eine Antwort. Viele Lehrer betrachten digitale Enzyklopädien wie zum Beispiel Wikipedia allerdings immer noch als unsichere Quellen. Die meisten fordern, dass Schüler ihre Informationen weiterhin aus den Lehrbüchern beziehen. Diese seien viel besser, denn bei Wikipedia könne jeder schreiben, was er wolle, lautet das häufigste Argument. Wikipedia-Nutzer wüssten schließlich nicht so viel, wie in den Büchern steht.
Diese Behauptung stimmt nicht. Wikipedia steht für eine veränderte mediale Welt. Es ist eine Enzyklopädie, die sekündlich aktualisiert wird, in jeder Sprache und zu allen Themen. Ein aktuelles Beispiel ist der Arabische Frühling. In kurzer Zeit entstanden ausführliche Artikel über die Resolution 1973 des UN-Sicherheitsrates, die politischen Systeme der einzelnen Länder und über die aktuellen Ereignisse.
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Keine gedruckte Enzyklopädie kann mit dieser Geschwindigkeit und Aktualität mithalten. Während die gedruckten Nachschlagewerke immer wieder eine Neuausgabe benötigen, existieren die Artikel zum Südsudan oder zum befreiten Libyen bereits am Tag des Ereignisses.
Ebenso falsch ist die Behauptung, dass jedermann in der Lage ist, die Artikel zu verfälschen. Jeder Beitrag wird von anderen Nutzern gesichtet und überprüft.
Das klassische Lehrbuch hat auch außerhalb des politischen Themenfeldes ausgedient. Die Beschreibungen über das chemische Element Wasserstoff beispielsweise sind im Internet umfassender als in den Lehrbüchern. Teilweise haben Chemie-Professoren an der Entstehung des Wikipedia-Artikels mitgewirkt.
Die digitale Recherche hat sich inzwischen in vielen Bereichen des Lebens durchgesetzt – außer an deutschen Schulen. Darum müssen die Vorurteile gegenüber dem Netz aus der Welt geschaffen werden.
Die Vertreter des Bildungssystems müssen anerkennen, dass Quellen im Internet gleichwertig sind mit Buchquellen. Wikipedia bietet eine Sammlung an Artikeln, wie sie in der Ausführlichkeit keine Bücherei umfassen könnte.
- Datum 13.09.2011 - 08:03 Uhr
- Quelle Leserartikel
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:D es ist lustig, wenn man Forderungen stellt, die schon lange erfüllt wurden. Jetzt mal ehrlich, welcher Lehrer streitet sich noch über Wikipedia? Hier wird ein Klischee bedient, dass vorne und hinten nicht stimmt. Es ist üblich im Unterricht den Schülern PCs/Laptops zur Internetrecherche zur Verfügung zu stellen. Das Bild, welches hier von einem Lehrer gezweichnet wird, entspricht nicht der Realität und zeigt, wie sehr die Zeit der Zeit hinterherhinkt...
... sondern die Unterrichtsrealität des vermutlich jüngeren Leserredakteurs.
nicht! Wenn ich Wikipedia nicht hätte, wie inhaltsleer wäre dann mein Unterricht ;-). Spaß beiseite - natürlich nutzen Lehrer gerne das Internet und eben auch Wikipedia im/für den Unterricht. Aber eben auch schnell zugängliche Informationen müssen ver-und bearbeitet und vertieft werden, nicht umsonst gibt es unter jedem Wikipedia Eintrag Quellenangaben.
Es bleibt den Schülern auch in Zeiten des Internet nicht erspart, sich ihr Wissen auch lesend anzueignen, denn Schule, resp. Lernen ist nicht Entertainment und Lehrer verabreichen Bildung auch nicht intravenös. Und genau hier liegt oft das Problem: viele Schüler lesen nicht gern bzw. sind so ungeübt darin, dass ihnen bei den doch oft recht komplexen Texten bei Wikipedia und anderswo schlicht das Werkzeug zum Sinn entnehmenden Lesen fehlt.
... sondern die Unterrichtsrealität des vermutlich jüngeren Leserredakteurs.
nicht! Wenn ich Wikipedia nicht hätte, wie inhaltsleer wäre dann mein Unterricht ;-). Spaß beiseite - natürlich nutzen Lehrer gerne das Internet und eben auch Wikipedia im/für den Unterricht. Aber eben auch schnell zugängliche Informationen müssen ver-und bearbeitet und vertieft werden, nicht umsonst gibt es unter jedem Wikipedia Eintrag Quellenangaben.
Es bleibt den Schülern auch in Zeiten des Internet nicht erspart, sich ihr Wissen auch lesend anzueignen, denn Schule, resp. Lernen ist nicht Entertainment und Lehrer verabreichen Bildung auch nicht intravenös. Und genau hier liegt oft das Problem: viele Schüler lesen nicht gern bzw. sind so ungeübt darin, dass ihnen bei den doch oft recht komplexen Texten bei Wikipedia und anderswo schlicht das Werkzeug zum Sinn entnehmenden Lesen fehlt.
Richtig ist wohl eher, dass die Lehrer massiv beeinflusst werden, das alte/veraltete Bild von Bildung aufrecht zu erhalten: Eine riesige Schulbuch-Industrie fürchtet schließlich um Milliardenverluste. Kosten, die bisher von den Etats der Bundesländer unbekannterweise und auch relativ unreflektiert gestemmt wurden. Auf der anderen Seite reiben sich Microsoft und die Computerhersteller schon die Finger: Die aufgeschlossenen unter den Lehrern und Schulverwaltungen sind natürlich so borniert, dass sie nur an Windowsrechner denken, wenn sie "innovativ" sein wollen. Im Klartext: Schulen machen heute dumpfbackig massivste Werbung für Windows und zahlen naiverweise auch noch Unsummen dafür, anstatt sich für die Funktionalisierung als Werbeträger von Microsoft & Co. bezahlen zu lassen. Die Dummheit wird durch folgende Fakten potenziert: Rechner unter Linux erkennen deutlich einfacher alle Peripheriegeräte, sind weniger virenanfällig und die Schüler sind schon auf die Unis vorbereitet, wo sie bevorzugt Unix verwenden.
An welcher Uni bist du denn? In Karlsruhe ist auf allen Rechnern Windows installiert, zudem bekommt jeder Student einen Exchange Account.
... und ich bin froh darüber, denn die Administration von Linux ist furchtbar. Ich konnte noch nie verstehen, wie die Leute diesem Rumgefrickel etwas Positives abgewinnen konnten.
An welcher Uni bist du denn? In Karlsruhe ist auf allen Rechnern Windows installiert, zudem bekommt jeder Student einen Exchange Account.
... und ich bin froh darüber, denn die Administration von Linux ist furchtbar. Ich konnte noch nie verstehen, wie die Leute diesem Rumgefrickel etwas Positives abgewinnen konnten.
und kenne gegenteilige Vorwürfe, dass Schüler ohne Internetzugang von zu Hause ausgeschlossen würden.
Beides stimmt meines Erachtens nicht, da die meisten Arbeiten im Netz oder an Rechnern an Schulrechnern erledigt werden können und Lehrer gar nicht so rückständig sind, wie man ihnen manchmal auch hier im Artikel vorwirft.
Allerdings sollte man Schüler nicht zu Suchmaschinen-Trotteln erziehen, denn meine Erfahrung ist nach mehr als 15 Jahren Netzarbeit - ich möchte wissen und nicht lediglich nachschlagen können, wie viele dies heute aufgrund ihrer Suchmaschinennutzung leider tun.
Lernen geht anders.
... die Kritik meiner Vorredner am Artikel. So medienfeindlich ist die mittlere und neuere Lehrergeneration nicht.
Ein weiterer Aspekt scheint mir aber bei der Medienerziehung bedenkenswert: Verfolgen Sie doch bitte einmal auf den Wikipedia-Diskussionsseiten Vandalismus und Geschichtsverfälschung durch beharrliche, gezielte rechte Lobbyarbeit, gerade bei den gesellschafts- und geschichtswissenschaftlich relevanten Stichwörtern. Da kann Ihnen angst und bange um die Wahrheit werden.
Ich bin auch gern bereit, in Unterricht Wikipedia zu unterstützen, aber solange die Unversitäten Zitiereinschränkungen auferlegen, ist dies propädeutisch nicht sinnvoll.
Ein dritter Punkt ist für mich die Bequemlichkeit, die sich bei Referaten durch: "Das steht doch alles viel besser bei ...", ausdrückt.
... sondern die Unterrichtsrealität des vermutlich jüngeren Leserredakteurs.
ja stimmt, danke für die Richtigstellung, aber irgendwo wurde der Artikel auch für die Startseite gewählt...
ja stimmt, danke für die Richtigstellung, aber irgendwo wurde der Artikel auch für die Startseite gewählt...
... mit wem man zu tun hat. Während meines Soziologiestudiums war Wikipedia verpönt, aus den im Artikel genannten Ursachen. Meine späteren Informatikprofs haben uns Wikipedia hingegen eher empfohlen und ich teile diese Meinung auch. Wikipedia ist meistens richtig klasse.
Allerdings kann ich Nr. 2 hier nicht zustimmen - die für Studenten zugänglichen Rechner sind mitnichten gern Unix-basiert. Windows regiert. Leider.
Dieser Artikel ist ein weiterer Beispiel dafür, wie Laien sich anmaßen, über die Arbeit von Lehrern urteilen zu können, und dabei verkennen, dass auch sie in der unprofessionellen Schülersicht gefangen sind. Zur Erklärung:
1. Der vermeintliche Vorteil der unmittelbaren Information im Internet ist bei näherer Betrachtung keiner. Gerade bei tagesaktuellen Geschehnissen geht die Wikipedia nicht über reinen Nachrichtengehalt hinaus - und als solcher sollte er auch behandelt werden, nicht als enzyklopädisches Wissen.
2. Den größeren Umfang der Wikipediaartikel als Vorteil gegenüber dem geringeren Umfang in den Lehrbüchern anzugeben, zeugt von reiner Unkenntnis dessen, was Schule ausmacht. Es gehört zum Beruf des Lehrers dazu, täglich didaktisch zu reduzieren: Reduzieren bedeutet, den Umfang eines Materials zu verringern; didaktisch bedeutet, dies sorgfältig und aspektbezogen zu tun (Aspekte u.a.: Alters-, Lernziel-, Lerngruppen-, Lehrplan- und Methodenangemessenheit). Und dies kann auch bedeuten, dass gerade ein sehr umfassender, wissenschaftlich detaillierter Text eher hinderlich ist, wenn man seinen Schülern etwas beibringen möchte. Und genau das ist die Nische der Lehrbuchverlage, und diese Nische füllen sie insgesamt zurecht und zufriedenstellend aus, denn kein Lehrer hat die Zeit, für jede Stunde zu schwieriges Material zu edieren.
Forts. ...
Überschrift entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke. Die Redaktionen/wg
Sie schreiben mir aus der Seele. Wikipedia mag einen einführenden Überblick verschaffen über bestimmte Themen, aber die Lehrbücher ersetzt es mitnichten. Die Artikel bei Wikipedia sind nicht Schülergerecht geschrieben, das ist Sinn und Zweck von Lehrbüchern. Ich selbst nutze Wikipedia auch, aber bei meinem Studium oder auf bei der Vorbereitung auf mein Abi hat es mir bedingt bis gar nicht geholfen. Zudem sollten Schüler nicht ausschließlich lernen, wo etwas steht, sondern das, was ihnen in der Schule beigebracht wird, auch großteils im Kopf haben. Daher muss ich dem Autor des Artikels ausdrücklich widersprechen.
Sie schreiben mir aus der Seele. Wikipedia mag einen einführenden Überblick verschaffen über bestimmte Themen, aber die Lehrbücher ersetzt es mitnichten. Die Artikel bei Wikipedia sind nicht Schülergerecht geschrieben, das ist Sinn und Zweck von Lehrbüchern. Ich selbst nutze Wikipedia auch, aber bei meinem Studium oder auf bei der Vorbereitung auf mein Abi hat es mir bedingt bis gar nicht geholfen. Zudem sollten Schüler nicht ausschließlich lernen, wo etwas steht, sondern das, was ihnen in der Schule beigebracht wird, auch großteils im Kopf haben. Daher muss ich dem Autor des Artikels ausdrücklich widersprechen.
Meine Kinder haben das gegenteilige Problem:
Einerseits werden ihnen auch dank miserabler bzw. nicht vorhandener Schulbücher Aufgaben erteilt, die ohne Internetzugang nicht zu lösen sind, andererseits werden sie in der Benotung abgewertet, wenn sie bei der Problemlösung nicht das vom Lehrer erwartete mittlere Schulniveau treffen, sondern sich dank Internet so vertieft mit einer Aufgabe beschäftigen, dass Wissen für den Lehrer unverständlich wird.
Wie hilfreich wären gute Schulbücher, deren Anforderungsmaß gesetzt ist!
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