Integration "In Schulbüchern wird der Islam zu rückwärtsgewandt dargestellt"

Eine Studie zeigt, dass Muslime in Schullektüren einseitig porträtiert werden. Vor allem die Religiosität wird überbetont, sagt die Studienleiterin im Interview.

ZEIT ONLINE: Frau Kröhnert-Othman, was lernen europäische Kinder aus ihren Schulbüchern über den Islam?

Susanne Kröhnert-Othman: Bei den Geschichtsbüchern hängt das vom jeweiligen Land ab. In Frankreich und Deutschland konzentriert sich die Darstellung auf die Kreuzzüge, in Österreich auf die Türkenkriege, in Spanien auf die Zeit, in der Andalusien muslimisch war. Auch das osmanische Reich kommt in einigen Büchern noch vor, doch dann ist meistens Schluss. Was danach passiert ist, spielt kaum noch eine Rolle.

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ZEIT ONLINE: Und in den Politik- und Gesellschaftskunde-Büchern?

Susanne Kröhnert-Othman
Susanne Kröhnert-Othman

Das Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig hat Schulbücher aus Deutschland, Österreich, Frankreich, Spanien und England, alles Länder mit vielen zugewanderten Muslimen, daraufhin untersucht, wie der Islam in ihnen dargestellt wird. Susanne Kröhnert-Othman hat die Studie geleitet und steht am Georg-Eckert-Institut dem Arbeitsbereich "Selbst- und Fremdbilder. Muslimische Gesellschaften und Europa“ vor.

Kröhnert-Othman: Da geht es dann um den Nahost-Konflikt, Sicherheitspolitik, die neuen Kräfteverhältnisse in der Weltpolitik und Terrorismus. Migration ist auch ein Thema. Generell verschwimmen die Begrifflichkeiten da aber sehr, werden vermischt. Muslime, Türken, Araber, zugewanderte Ausländer, das ist austauschbar, wird in einen Topf geworfen, ist alles eins und von der Religion dominiert. Das passiert auch mit bildlichen Mitteln: Länder sind dann auf Landkarten komplett grün, weil das die Farbe des Islams ist. Oder der Bevölkerungsanteil der Muslime wird durch verschieden hohe Minarette dargestellt. Politik, Gesellschaft und Religion werden nicht voneinander getrennt.

ZEIT ONLINE: Aber entspricht das nicht auch der Realität in vielen Ländern, in denen Muslime die Mehrheit stellen?

Kröhnert-Othman: Ja, das ist ein kritischer Punkt. Aber auch andere Weltreligionen hatten und haben ja massiven Einfluss auf die Entwicklung von Gesellschaften gehabt. Doch beim Christentum zum Beispiel würde man ja nie behaupten, dass es für alle Entwicklungen in Europa verantwortlich ist. Nur bei muslimischen Gesellschaften wird das Religiöse immer in den Vordergrund geschoben.

ZEIT ONLINE: Aber sind muslimische Gesellschaften nicht meist wirklich religiöser?

Kröhnert-Othman: In vielen Ländern mag das derzeit so aussehen. Aber in den Schulbüchern wird die Religion selbst zu rückwärtsgewandt dargestellt. Viele Bücher haben Kapitel über die Entstehung und Ausbreitung des Islam, über seine ursprünglichen inhaltlichen Säulen und Regeln. Danach kommen dann Sätze wie: "Bis heute haben diese Regeln für die Gesellschaften eine sehr große Bedeutung". Das ist schon sehr vereinfachend. Das sieht so aus, als ob die Religion auch heute eindeutig die dominante Größe für die politische Entwicklung in diesen Ländern sei. Dabei gab es schon immer andere Kräfte, einflussreiche nationale oder intellektuelle Strömungen.

ZEIT ONLINE: Zum Beispiel?

Kröhnert-Othman: Die PLO in Palästina oder andere nationale Bewegungen waren ja eigentlich nicht religiös motiviert. Davon findet sich in den Schulbüchern aber nichts. In vielen Ländern gab es immer wieder Reformprozesse, die Wirtschaft und Gesellschaft, aber auch die Rolle der Religion verändert haben. Das wird alles ignoriert.

ZEIT ONLINE: Aber müssen Schulbücher nicht vereinfachen?

Kröhnert-Othman: Ja, aber sie müssen auch differenzieren. Eine besonders positive Darstellung zum Beispiel kann ja auch nicht die Lösung sein. Ein englisches Schulbuch etwa macht das. Das vergleicht in einer Art imaginären Reise London und Bagdad im Mittelalter. In England gibt es dann nur Holzhütten, keine Krankenhäuser und überhaupt einfache Strukturen. Demgegenüber stehen die Wunder Bagdads, die aufwendige Architektur, die Hospitäler, die Lehranstalten, die hochentwickelten Märkte. Das wird dann, durch die Illustration mit betenden Personen und Moscheen, wieder direkt mit dem Islam verknüpft. Das ist genauso eindimensional. Die Bücher müssten aufzeigen, dass die Zuordnungen eben nicht so einfach sind.

ZEIT ONLINE: Wie kommen denn andere Religionen oder auch Weltanschauungen in den Schulbüchern weg?

Kröhnert-Othman: Das haben wir nicht extra untersucht, aber da wird sicher auch verkürzt. Aber beim Islam hat das eine ganz besondere Geschichte. Den Islam als "das Andere" darzustellen war in Europa schon immer ein wichtiges Mittel zur Selbstbestätigung. Unser Islambild sagt uns mehr über unseren Blick auf uns selbst, unseren Eurozentrismus, als über den Islam. Es dient der Eingrenzung des Eigenen. In den Abschnitten über die Kreuzzüge finden sich da bezeichnende Sätze wie: "Die Begegnung mit dem Islam machte den europäischen Ländern ihre eigenen Gemeinsamkeiten deutlich."

ZEIT ONLINE: Bieten die Schulbücher denn überhaupt genug Raum für so viel Differenzierung?

Kröhnert-Othman: Das ist nicht nur eine Frage des Platzes, viel lässt sich schon an der Struktur der Bücher selbst verändern. Schon die Anordnung der Kapitel macht ja deutlich, wie der Islam eingeordnet wird. Aber gerade diese Strukturen sind oft alt und verändern sich nur sehr langsam.

ZEIT ONLINE: Wie stellen die Bücher das Verhältnis von islamistisch begründetem Terrorismus und dem Islam dar?

Kröhnert-Othman: Die meisten drücken sich da vor einer eigenen Einordnung. Sie geben dann wieder, dass al-Qaida den Terror mit der Religion begründet, dass viele das aber als Missbrauch des Islam verurteilen.

ZEIT ONLINE: Das klingt doch ganz vernünftig ...

Kröhnert-Othman: Die Kognitionswissenschaft hat aber gezeigt, dass es die Hauptaussagen sind, die hängen bleiben. Versuche, die dann wieder aufzubrechen oder zu relativeren, verpuffen wirkungslos. Die Schüler merken sich also vor allem die geschaffene Verknüpfung von Terror und Islam.

ZEIT ONLINE: Welchen Effekt haben die verkürzten Darstellungen des Islams denn überhaupt auf die Schüler?

Kröhnert-Othman: Wir haben uns auf Einwanderungsländer beschränkt, in denen Muslime und Nicht-Muslime in einem Klassenraum sitzen. Da geht es um die Frage: Kann ich gleichzeitig muslimisch und beispielsweise deutsch sein? Bücher, die den Islam als "das Andere" beschreiben, sorgen dafür, dass die muslimischen Schüler als nicht dazugehörig gekennzeichnet werden. Und diejenigen, die weniger religiös sind, werden plötzlich mit einem fundamentalistischen Islambild identifiziert.

Dabei, das ist zumindest mein privater Eindruck, spielt die religiöse Zugehörigkeit unter Mitschülern kaum eine Rolle. Unter anderem durch die Schulbücher wird diese Kategorie erst an sie herangetragen. Dabei geben die Bücher ja auch nur den Zeitgeist wieder, und konfrontieren die Schüler mit den Debatten, die in einer Gesellschaft gerade sowieso laufen.

ZEIT ONLINE: Aber haben die Schulbücher nicht auch eine erzieherische Aufgabe, sollten sie nicht ein positiveres Bild vermitteln?

Kröhnert-Othman: Die Bücher haben vor allem die Verpflichtung, eine neue Generation von Schülern mit einem Differenzierungsvermögen auszustatten, dass ihren Horizont erweitert, das zu einer offeneren Gesellschaft beitragen kann.

ZEIT ONLINE: Sind die Schulbücher mit Schuld an islamophoben Strömungen in Europa?

Kröhnert-Othman: Sie haben dem zumindest nichts entgegenzusetzen, weil sie keine Gegenbeispiele zum fundamentalen Islam anbieten und alles auf das vermeintliche "Wesen" der Religion reduzieren. Daran können Populisten anknüpfen. Aber man sollte den Effekt auch nicht überschätzen. Zum einen haben die Schüler ja auch noch ihre Alltagserfahrungen, die oft vielfältiger sind. Und zum anderen können die Lehrer ganz viel steuern: Egal, wie schlecht oder gut ein Buch ist, ein guter Lehrer kann daraus immer einen differenzierten und aufklärenden Unterricht machen.
 

 
Leser-Kommentare
  1. Entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich und konstruktiv. Danke, die Redaktion/mk

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  2. Ich kann es langsam nicht mehr hören, was wir Deutschen alles falsch machen und welches Opfer der Islam und die Muslime im allgemeinen in Deutschland doch sind. Ich bin sowieso für ein Verbot von Religion-, oder Ethikunterricht an der Schule. Religion ist Privatsache. Damit hätte sich auch das Problem, das der Islam in ein falsches Licht gerückt wird, erledigt.

    Bitte beteiligen Sie sich mit sachlich argumentierten und artikelbezogenen Beiträgen an der Diskussion. Danke, die Redaktion/lv

    61 Leser-Empfehlungen
  3. Entfernt. Bitte verzichten Sie auf diskriminierende Kommentare. Danke, die Redaktion/mk

    26 Leser-Empfehlungen
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    • Buh
    • 06.10.2011 um 13:49 Uhr

    Sie kämpfen an vorderster Ideologiefront. Hier geht es nicht um ihr Mundgerecht abgepacktes Bild vom Islam als ganzes, sondern von Muslime als Individuen und ihr Leben, das nicht perse über die Negativen Seiten des Islam, und auch nicht perse über die strengen Regeln definiert werden sollte, eben weil es in der Realität nicht so ist. Die meisten Muslime in Deutschland sind nicht streng gläubig sondern leben einen eher reformierten Islam. Die nehmen das Schweinefleisch Verbot dann genau so Ernst, wie Katholiken das Gebot nur zur Kinderzeugung Sex zu haben.

    Die Muslime sind nicht die Gefahr für die Demokratie, sondern die Christen sind es, weil sie überall Privilegien haben, die alle mit bezahlen müssen. Angefangen beimn Glaubensunterricht an fast jeder Staatlichen Schule bis hin zum staatlich finanzierten Steuereintreibersystem. Aber auch das sollte in Schulbüchern nicht als einzige Realität dargestellt werden. Schließlich gibt es genug, und wahrscheinlich auch die Mehrheit der Christen, die diese Privilegien kritisieren und sogar entgegen ihren Vorbetern Homsoexuellenrechte einfordern.

    Die Realität ist meist viel komplexer als die Ideologie. Die Ideologie gehört als solche benannt und diskutiert, und nicht perse vorausgesetzt, blind vor der Erfahrung der Menschen.

    [...]

    Die islamische Scharia verstößt gegen unser Grundgesetz, wie gerade ein Urteil über die Entlassung eines dem Islam angehörenden Soldaten aus der Bundeswehr bestätigt hat.

    Die Scharia ist aber vom Islam nicht zu trennen. (Die Scharia enthält nicht nur eigentliche Rechtsnormen (Familienrecht, Erbrecht, Strafrecht usw.), sondern regelt auch die kultischen und religiösen Vorschriften. Somit werden alle Lebensverhältnisse der Muslime unter religiösen Gesichtspunkten gesehen.Wiki) Koran, Sure 49: "Die Gesetzgebung gebührt niemandem ausser Allah!"

    Als Konsequenz müsste der Islam in Deutschland und allen die Menschenrechte anerkennden Staaten verboten werden."

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/mk

    • Buh
    • 06.10.2011 um 13:49 Uhr

    Sie kämpfen an vorderster Ideologiefront. Hier geht es nicht um ihr Mundgerecht abgepacktes Bild vom Islam als ganzes, sondern von Muslime als Individuen und ihr Leben, das nicht perse über die Negativen Seiten des Islam, und auch nicht perse über die strengen Regeln definiert werden sollte, eben weil es in der Realität nicht so ist. Die meisten Muslime in Deutschland sind nicht streng gläubig sondern leben einen eher reformierten Islam. Die nehmen das Schweinefleisch Verbot dann genau so Ernst, wie Katholiken das Gebot nur zur Kinderzeugung Sex zu haben.

    Die Muslime sind nicht die Gefahr für die Demokratie, sondern die Christen sind es, weil sie überall Privilegien haben, die alle mit bezahlen müssen. Angefangen beimn Glaubensunterricht an fast jeder Staatlichen Schule bis hin zum staatlich finanzierten Steuereintreibersystem. Aber auch das sollte in Schulbüchern nicht als einzige Realität dargestellt werden. Schließlich gibt es genug, und wahrscheinlich auch die Mehrheit der Christen, die diese Privilegien kritisieren und sogar entgegen ihren Vorbetern Homsoexuellenrechte einfordern.

    Die Realität ist meist viel komplexer als die Ideologie. Die Ideologie gehört als solche benannt und diskutiert, und nicht perse vorausgesetzt, blind vor der Erfahrung der Menschen.

    [...]

    Die islamische Scharia verstößt gegen unser Grundgesetz, wie gerade ein Urteil über die Entlassung eines dem Islam angehörenden Soldaten aus der Bundeswehr bestätigt hat.

    Die Scharia ist aber vom Islam nicht zu trennen. (Die Scharia enthält nicht nur eigentliche Rechtsnormen (Familienrecht, Erbrecht, Strafrecht usw.), sondern regelt auch die kultischen und religiösen Vorschriften. Somit werden alle Lebensverhältnisse der Muslime unter religiösen Gesichtspunkten gesehen.Wiki) Koran, Sure 49: "Die Gesetzgebung gebührt niemandem ausser Allah!"

    Als Konsequenz müsste der Islam in Deutschland und allen die Menschenrechte anerkennden Staaten verboten werden."

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/mk

  4. genau, in einem land in welchem dem christentum ein völlig überschätze bedeutung zugesprochen wird und über das man aufgrund seiner zahlreichen sonderrechte an allen ecken stolpert stößt es natürlich bitter auf wenn andere minderheiten auch ein bißchen grundrechte einfordern.....

    sehr sinnvoll übrigens jemandem der sich zu etwas bekennt und das er ist genau dies vorzuwerfen: feuerwehrmänner wollen sich auch als feuer löschende männer verstanden wissen.

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    und rund 900 Jahre stellten die deutschen Könige die römischen Kaiser Abendlandes. Damit spielt das Christentum hierzulande und in ganz Europa im Gegensatz zum Islam eine herausragende Rolle. Martin Luther ist das Vater der Reformation, die das Christentum reformierte, und er schuf die gemeinsame, deutsche Schriftsprache. Über 60% der Deutschen sind nach wie vor Christen, sie sind keine Minderheit, das Christentum ist untrennbar mit Deutschland und der deutschen Geschichte verbunden.

    Ohne die die Wahl eines christlichen Königs durch die deutschen Stämme des Ostfränkischen Reiches im Jahre 843 gäbe es gar kein Deutschland.

    und rund 900 Jahre stellten die deutschen Könige die römischen Kaiser Abendlandes. Damit spielt das Christentum hierzulande und in ganz Europa im Gegensatz zum Islam eine herausragende Rolle. Martin Luther ist das Vater der Reformation, die das Christentum reformierte, und er schuf die gemeinsame, deutsche Schriftsprache. Über 60% der Deutschen sind nach wie vor Christen, sie sind keine Minderheit, das Christentum ist untrennbar mit Deutschland und der deutschen Geschichte verbunden.

    Ohne die die Wahl eines christlichen Königs durch die deutschen Stämme des Ostfränkischen Reiches im Jahre 843 gäbe es gar kein Deutschland.

  5. Die Frau scheint auszuklammern, was in ihre Thesen nicht paßt.
    Muslime sind es, die den "einen Topf, in den wir alle muslimischen Länder werfen" selbst begründet haben und stets einen Namen dafür hatten: die Umma.
    Die Muslime sind es, die betonen, dass nichts im Leben nicht vom Islam bestimmt wird. Essenvorschriften, Gesetzgebung, Erziehung, Ehe, ja sogar wie die Toilette ausgerichtet sein muss und wie man sich auf ihr zu verhalten hat. Das haben nicht die "Europäer" oder "die Einwandersungsländer" diktiert, das steht in den Hadithen und im Koran.
    Und wenn Terroristen sich bei jedem zweiten Satz auf Mohammed und den Koran berufen, wenn sie schon in der Einleitung ihrer Schreiben und Videos "Im Namen Allahs" anheben und die Tat nur begehen, weil ihnen die Religion FÜR ihre blutige Tat den DIREKTEN Eingang ins Paradies vorschreibt, warum soll also diese Verbindung nicht in den Erklärungen vorkommen?
    Was diese Frau versucht ist eine verpflichtende Sicht auf den Islam, möglichst kritikfrei. Ich würde wetten, dass sie die letzte ist, die den gleichen Umgang mit der Christen- oder Kirchenkritik fordert.
    Alles wie gehabt, man ist gegen Zensur und Denkvorschriften, ausser natürlich in den eigenen Anliegen.

    66 Leser-Empfehlungen
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    Ich finde es schlimm, dass Sätze wie

    "Die Muslime sind es, die betonen, dass nichts im Leben nicht vom Islam bestimmt wird. Essenvorschriften, Gesetzgebung, Erziehung, Ehe, ja sogar wie die Toilette ausgerichtet sein muss und wie man sich auf ihr zu verhalten hat."

    und

    "weil ihnen die Religion FÜR ihre blutige Tat den DIREKTEN Eingang ins Paradies vorschreibt"

    hier so stehenbleiben. Bei dem ersten wird ALLEN Muslimen eine sehr fundamentalistische Weltsicht unterstellt. Und bei dem zweiten der Koran falsch wiedergegeben. Der folgende Satz ist einfach nur eine miese Unterstellung:

    "Ich würde wetten, dass sie die letzte ist, die den gleichen Umgang mit der Christen- oder Kirchenkritik fordert."

    -> Das dieser Kommentar hier der "beliebteste" ist, ist ein weiteres Beleg für das ungewöhnlich hohe Interesse an der Kritik am Islam. Wieviel Islam gibt es in Deutschland? Die "praktizierenden" bis hin zu "fundamentalistischen" Moslems sind (wie auch bei vielen Christen) in Deutschland meist der "Unterschicht" zuzuordnen. Was hilft es, auf dieser ohnehin schon isolierten und perspektivlosen Gruppe noch weiter einzuprügeln? Das einzige Ergebnis ist, dass sich Teile dieser Gruppen radikalisieren und die "Islamkritiker" bestätigen.

    Ein Teufelskreislauf der schon früh durchbrochen werden muss. Differenziertere Schulbücher wären daher ein guter Punkt.

    Ich finde es schlimm, dass Sätze wie

    "Die Muslime sind es, die betonen, dass nichts im Leben nicht vom Islam bestimmt wird. Essenvorschriften, Gesetzgebung, Erziehung, Ehe, ja sogar wie die Toilette ausgerichtet sein muss und wie man sich auf ihr zu verhalten hat."

    und

    "weil ihnen die Religion FÜR ihre blutige Tat den DIREKTEN Eingang ins Paradies vorschreibt"

    hier so stehenbleiben. Bei dem ersten wird ALLEN Muslimen eine sehr fundamentalistische Weltsicht unterstellt. Und bei dem zweiten der Koran falsch wiedergegeben. Der folgende Satz ist einfach nur eine miese Unterstellung:

    "Ich würde wetten, dass sie die letzte ist, die den gleichen Umgang mit der Christen- oder Kirchenkritik fordert."

    -> Das dieser Kommentar hier der "beliebteste" ist, ist ein weiteres Beleg für das ungewöhnlich hohe Interesse an der Kritik am Islam. Wieviel Islam gibt es in Deutschland? Die "praktizierenden" bis hin zu "fundamentalistischen" Moslems sind (wie auch bei vielen Christen) in Deutschland meist der "Unterschicht" zuzuordnen. Was hilft es, auf dieser ohnehin schon isolierten und perspektivlosen Gruppe noch weiter einzuprügeln? Das einzige Ergebnis ist, dass sich Teile dieser Gruppen radikalisieren und die "Islamkritiker" bestätigen.

    Ein Teufelskreislauf der schon früh durchbrochen werden muss. Differenziertere Schulbücher wären daher ein guter Punkt.

  6. in Form als auch Inhalt.

    Deutsche Kultur wird in Deutschbüchern, vor allem bei Büchern der Grundschule gerade nicht modern, sondern konservativ dargestellt.

    Schule ist eben eine recht konservative Angelegenheit.

    Die Aufgabe der LehrerInnen besteht ja gerade darin, Texte zu problematisieren. Schulbücher sind auch Texte. Sie können problematisiert werden, indem die LeherInnen alternative Texte vorlegen, die das Schulbuch relativieren. LeherInnen sollten nicht aus dem Schulbuch vorlesen, wie aus einer dogmatischen Bibel, sondern auch eigene Quellenstudien vornehmen und sie den Schülern präsentieren. Sie sollten die Schüler dazu anleiten, ebenfalls anderen Quellen zu suchen und sie in Relation zum Schulbuch zu setzen und von da aus die Quellen diskutieren.

    Das die Lebensrealität in der Schule ist als eine, die in den Büchern präsentiert wird ist erfreulich und kann zu einer Auseinandersetzung mit dem Text benutzt werden.

    Eine Leser-Empfehlung
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    //Schule ist eben eine recht konservative Angelegenheit.//

    Das kann man bezüglich des Gemeinschaftskunde-Unterrichts nun nicht gerade behaupten. Dort ist das Kollegium überschwemmt mit Alt-68ern und ihren Ansichten aus der Klamottenkiste. Und in den Schulbüchern geht der Schmonzes weiter:
    http://www.welt.de/wirtsc...

    Bitte achten Sie aus einen sachlichen Diskussionston. Danke, die Redaktion/lv

    //Schule ist eben eine recht konservative Angelegenheit.//

    Das kann man bezüglich des Gemeinschaftskunde-Unterrichts nun nicht gerade behaupten. Dort ist das Kollegium überschwemmt mit Alt-68ern und ihren Ansichten aus der Klamottenkiste. Und in den Schulbüchern geht der Schmonzes weiter:
    http://www.welt.de/wirtsc...

    Bitte achten Sie aus einen sachlichen Diskussionston. Danke, die Redaktion/lv

  7. Umma ist natürlich nicht ganz korrekt. Die "Gemeinschaft aller Muslime" geht ja noch darüber hinaus. "Haus des Islam" wäre also eigentlich richtiger - dar al-Islam.

    15 Leser-Empfehlungen
    • Buh
    • 06.10.2011 um 13:49 Uhr

    Sie kämpfen an vorderster Ideologiefront. Hier geht es nicht um ihr Mundgerecht abgepacktes Bild vom Islam als ganzes, sondern von Muslime als Individuen und ihr Leben, das nicht perse über die Negativen Seiten des Islam, und auch nicht perse über die strengen Regeln definiert werden sollte, eben weil es in der Realität nicht so ist. Die meisten Muslime in Deutschland sind nicht streng gläubig sondern leben einen eher reformierten Islam. Die nehmen das Schweinefleisch Verbot dann genau so Ernst, wie Katholiken das Gebot nur zur Kinderzeugung Sex zu haben.

    Die Muslime sind nicht die Gefahr für die Demokratie, sondern die Christen sind es, weil sie überall Privilegien haben, die alle mit bezahlen müssen. Angefangen beimn Glaubensunterricht an fast jeder Staatlichen Schule bis hin zum staatlich finanzierten Steuereintreibersystem. Aber auch das sollte in Schulbüchern nicht als einzige Realität dargestellt werden. Schließlich gibt es genug, und wahrscheinlich auch die Mehrheit der Christen, die diese Privilegien kritisieren und sogar entgegen ihren Vorbetern Homsoexuellenrechte einfordern.

    Die Realität ist meist viel komplexer als die Ideologie. Die Ideologie gehört als solche benannt und diskutiert, und nicht perse vorausgesetzt, blind vor der Erfahrung der Menschen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Kommentare, die ausschließlich der Provokation dienen. Danke, die Redaktion/mk

    • bonner
    • 06.10.2011 um 15:11 Uhr

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich sachlich und konstruktiv. Danke, die Redaktion/lv

    "Die Muslime sind nicht die Gefahr für die Demokratie, sondern die Christen sind es, weil sie überall Privilegien haben, die alle mit bezahlen müssen."

    ...dass sämtliche mehrheitlich muslimischen Staaten mustergültige Demokratien sind, die mit den gefährlichen Christen entsprechend umgehen, nicht wahr?

    • FranL.
    • 06.10.2011 um 19:08 Uhr

    ... sind die Gefahr für die Demokratie, müssen immer Extrawürste einfordern. Christliche Mädchen brauchen nicht am Schwimmunterricht und an Klassenfahrten teilzunehmen, in Schulkantinen darf es, aus Rücksicht auf christliche Fastengeboten freitags kein Fleisch mehr geben. Christliche Fanatiker stechen Karikaturisten nieder, weil diese Jesuskarikaturen gezeichnet haben, deutsche Schriftsteller müssen im arabischen Exil leben, weil sie ein blasphemisches Buch schrieben, weshalb der Papst alle Christen aufforderte sie zu töten, christliche Terroristen sprengten Hochhäuser in Afghanistan in die Luft und verüben permanent Terroranschläge in islamischen Ländern.

    Kleiner Tip, niemand wird zum christlichen Religionsunterricht gezwungen, es steht jedem Schüler stattdessen Ethik zu belegen. Wenn Sie Kirchensteuer zahlen, obwohl sie kein Kirchenmitglied sind, sollten Sie sich wirklich beschweren. Übrigens können auch muslimische Kulturvereine in Deutschland von Steuererleichterungen profitieren. Christliche Kirchen und Vereine können in den meisten islamischen Ländern davon nur träumen. Selbst in der relativ liberalen Türkei. Die Tatsache, daß die deutsche Kultur bis zu einem gewissen Grad von Christentum und Judentum beeinflußt wurde können Sie nicht negieren. Schon mal Bach gehört, den größten aller Komponisten?

    Ich kann mich nicht erinnern zur Schulzeit so mit Religionszeug vollgepumpt geworden zu sein, besonders mit dem Islam, geschweige denn mit dem aktuellen Lebens- und Konsumverhalten von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland. Warum sollte das Kinder interessieren?

    ...bis hin zum staatlich finanzierten Steuereintreibersystem..."

    Entweder wissen sie, dass das nicht stimmt, dann sind Sie eine Lügnerin. Oder Sie wissen es nicht und plappern alles nach; dann hat mal jemand gesagt: "Klappe halten".

    Der Staat wird dafür gut von der Kirche bezahlt, sonst würde er das nicht machen. Durch viele einrichtungen der Kirche wird der Staat entlastet. Die Steuer ist eine Wiedergutmachung für Enteignungen.

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Kommentare, die ausschließlich der Provokation dienen. Danke, die Redaktion/mk

    • bonner
    • 06.10.2011 um 15:11 Uhr

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich sachlich und konstruktiv. Danke, die Redaktion/lv

    "Die Muslime sind nicht die Gefahr für die Demokratie, sondern die Christen sind es, weil sie überall Privilegien haben, die alle mit bezahlen müssen."

    ...dass sämtliche mehrheitlich muslimischen Staaten mustergültige Demokratien sind, die mit den gefährlichen Christen entsprechend umgehen, nicht wahr?

    • FranL.
    • 06.10.2011 um 19:08 Uhr

    ... sind die Gefahr für die Demokratie, müssen immer Extrawürste einfordern. Christliche Mädchen brauchen nicht am Schwimmunterricht und an Klassenfahrten teilzunehmen, in Schulkantinen darf es, aus Rücksicht auf christliche Fastengeboten freitags kein Fleisch mehr geben. Christliche Fanatiker stechen Karikaturisten nieder, weil diese Jesuskarikaturen gezeichnet haben, deutsche Schriftsteller müssen im arabischen Exil leben, weil sie ein blasphemisches Buch schrieben, weshalb der Papst alle Christen aufforderte sie zu töten, christliche Terroristen sprengten Hochhäuser in Afghanistan in die Luft und verüben permanent Terroranschläge in islamischen Ländern.

    Kleiner Tip, niemand wird zum christlichen Religionsunterricht gezwungen, es steht jedem Schüler stattdessen Ethik zu belegen. Wenn Sie Kirchensteuer zahlen, obwohl sie kein Kirchenmitglied sind, sollten Sie sich wirklich beschweren. Übrigens können auch muslimische Kulturvereine in Deutschland von Steuererleichterungen profitieren. Christliche Kirchen und Vereine können in den meisten islamischen Ländern davon nur träumen. Selbst in der relativ liberalen Türkei. Die Tatsache, daß die deutsche Kultur bis zu einem gewissen Grad von Christentum und Judentum beeinflußt wurde können Sie nicht negieren. Schon mal Bach gehört, den größten aller Komponisten?

    Ich kann mich nicht erinnern zur Schulzeit so mit Religionszeug vollgepumpt geworden zu sein, besonders mit dem Islam, geschweige denn mit dem aktuellen Lebens- und Konsumverhalten von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland. Warum sollte das Kinder interessieren?

    ...bis hin zum staatlich finanzierten Steuereintreibersystem..."

    Entweder wissen sie, dass das nicht stimmt, dann sind Sie eine Lügnerin. Oder Sie wissen es nicht und plappern alles nach; dann hat mal jemand gesagt: "Klappe halten".

    Der Staat wird dafür gut von der Kirche bezahlt, sonst würde er das nicht machen. Durch viele einrichtungen der Kirche wird der Staat entlastet. Die Steuer ist eine Wiedergutmachung für Enteignungen.

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