Weil die Kommunen kein Geld haben, werden Schulhöfe und deren umliegende Grünanlagen wenig genutzt. Das ist schade, denn die meisten Kinder haben kaum noch Zugang zu naturnahen Bereichen. Einen Kräuter-, Beeren- oder Gemüsegarten kennen sie oft nur noch aus dem Fernsehen.

Zusammen mit Lehrern einer Volksschule startete ich deshalb vor vier Jahren das Projekt "Nichts ist fix, alles ist wandelbar". Ich arbeitete das Konzept aus und übernahm die Planung. Wir legten Schulgärten mit Weiden, Kräutergärten und offenen Bereichen an, die ausschließlich von den Kindern geschaffen wurden.

In den mittlerweile drei Schulgärten haben die Kinder die Verantwortung übernommen. Sie betreuen die Gärten, von der Gewinnung des Samens und der Saat im Klassenzimmer über die Ernte im Frühling und Herbst bis hin zur Verarbeitung der Ernteprodukte als Tee, Balsam, Suppe oder Kräuterfrischkäse. Der Überschuss wird in der Schule verkauft und finanziert das Projekt mit.

Das Projekt lief von Beginn an unter dem Motto der Wandelbarkeit. Wir wollten keinen Garten zum Anschauen bauen, sondern einen Ort der Veränderung. Darum sind alle Materialien wiederverwendbar und das Aussehen der Gärten kann beliebig variiert werden.

So wurde die Möglichkeit geschaffen, Neues zu errichten und nicht nur Bestehendes zu pflegen. Die mittlerweile 315 Kinder aus drei Schulen sind mit Eifer dabei, wenn es darum geht, ein Beet neu anzulegen oder an einen anderen Ort zu verlegen.

Die Schüler blicken am Ende eines Schuljahres mit Stolz auf ihre Arbeit zurück. Und Fragen wie "Woher kommt der Samen?", "Was benötigt eine Pflanze, um zu wachsen ?", "Wie entsteht Erde ?" können von ihnen spielend beantwortet werden.