Islamunterricht Neues Schulfach ohne Lehrer
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 Ein theologischer muslimischer Beirat muss sich noch bilden

Eine weitere entscheidende Hürde ist, dass noch ein muslimischer Beirat mit acht Mitgliedern gebildet werden muss, der annähernd die islamische Religionsgemeinschaft repräsentieren soll. Die gibt es zwar verfassungsrechtlich nicht, aber der Staat schafft sich etwas Ähnliches, weil er für den Religionsunterricht einen Verhandlungspartner benötigt. Denn die Lehrbefugnis der Religionspädagogen hängt von diesem theologischen Beirat im Ministerium ab. Er soll ähnlich arbeiten wie die katholischen und evangelischen Kollegen von den Kirchen. Dieser Beirat wird nun zur Hälfte vom Koordinationsrat der großen muslimischen Verbände in Deutschland bestimmt. Dazu zählt etwa auch die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB), deren Unabhängigkeit vom Heimatstaat zweifelhaft erscheint. Das Ministerium schlägt weitere vier theologisch beschlagene Ratsmitglieder vor, die aber wiederum das Einverständnis des Koordinationsrates brauchen. Über die Besetzung kann es also zum Streit kommen. Gleichwohl hoffen alle Beteiligten, dass das Gremium im Frühjahr gebildet werden kann.

Wie werden die Lehrpläne festgelegt?

Erst wenn der Beirat funktionstüchtig ist, kann eine Fachkommission die Lehrpläne entwickeln. Die Mitglieder dieser Kommission sind allesamt aktiv im Schuldienst, allein das Ministerium schlägt sie vor. Der Beirat kann sie aber – analog zu den traditionellen Privilegien der Kirchen – ablehnen. Die fertigen Lehrpläne setzt auch die Schulbehörde in Kraft, aber wiederum nicht ohne Segen des ministeriellen Beirats.

Die Lehrplankommission kann schnell zum Ergebnis kommen, meint der Sachverständige und frühere Ministerialbeamte Klaus Gebauer (SPD), wenn sie weitgehend das Curriculum der bewährten Islamkunde übernimmt. Tut sie das nicht, so Gebauer, würden die Abweichungen vom Lehrplan der Islamkunde unweigerlich Vorbehalte provozieren. Die Verantwortlichen würden fragen, welche politischen Absichten hinter den Änderungen stecken. Weshalb dann aber überhaupt ein neues Fach?

Trotz der gesetzlichen Verankerung bleibt der islamische Religionsunterricht für die Schulpolitik also heikel. Ohnehin schließt die Landtagsopposition von Linkspartei und FDP eine Verfassungsbeschwerde gegen das ganze Religionsgesetz nach wie vor nicht aus.

 
Leser-Kommentare
    • kajaal
    • 27.01.2012 um 15:34 Uhr

    es soll also islamischen Religionsunterricht geben.
    An öffentlichen Schulen!
    Dies widerspricht grundlegend dem Bildungsplan in NRW, der fordert, Religion ausschließlich übergreifend zu unterrichten.
    Auf diesen Punkt hat man sich aus gutem Grund geeinigt, denn es ist u.a. Aufgabe der öffentlichen Bildungseinrichtungen, von der Kita bis zur Hochschule, religiöses Wissen und Toleranz (!) zu lehren.
    Wir haben große gesellschaftliche Probleme mit Zuwandereren, die sich in ihrer religiösen Identität als Auserwählte fühlen, andere Glaubensrichtungen als "ungläubig" diskreditieren - da muss Schule gegensteuern und zeigen, dass wir nicht nur theoretisch im Grundgesetz die Religionsfreiheit achten, sondern sie auch praktisch durchsetzen.
    Eine einzige Religion aufgrund des enormen Druckes ihrer Funktionäre an öffentlichen Schulen zu unterrichten, ist vor diesem Hintergrund kontraproduktiv und verstößt gegen geltendes Recht!
    Wer macht denn da gerade mal wieder seine Hausaufgaben nicht?

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    • _bla_
    • 30.01.2012 um 16:38 Uhr

    "Eine einzige Religion aufgrund des enormen Druckes ihrer Funktionäre an öffentlichen Schulen zu unterrichten, ist vor diesem Hintergrund kontraproduktiv und verstößt gegen geltendes Recht!"

    Äh, der Religionsunterricht wird durch das Grundgesetz garantiert, wenn hier irgendwas gegen geltendes Recht verstößt, dann wäre es der Bildungsplan, den ich im übrigen nicht auf die schnelle finden konnte um ihre Aussage nachzuprüfen.

    • _bla_
    • 30.01.2012 um 16:38 Uhr

    "Eine einzige Religion aufgrund des enormen Druckes ihrer Funktionäre an öffentlichen Schulen zu unterrichten, ist vor diesem Hintergrund kontraproduktiv und verstößt gegen geltendes Recht!"

    Äh, der Religionsunterricht wird durch das Grundgesetz garantiert, wenn hier irgendwas gegen geltendes Recht verstößt, dann wäre es der Bildungsplan, den ich im übrigen nicht auf die schnelle finden konnte um ihre Aussage nachzuprüfen.

    • Tammy
    • 27.01.2012 um 15:35 Uhr

    Warum immer schon unterschiedlicher Religionsunterricht für die unterschiedlichen christlichen Konfessionen angeboten wurde, habe ich nie begriffen. Als evangelische Konfirmandin erhielt ich einst den bekenntnisorientierten Religionsunterricht im Katchumänen- bzw. Konfirmantenunterricht beim Pfarrer unserer Gemeinde bzw. davor im Kindergottesdienst. Da gehört er meines Erachtens auch nach wie vor hin bzw. für Schüler mit muslimischem Glauben dann halt in die Koranschule.

    Toleranz, soziale Integration und Gleichberechtigung aller - kann man das nicht mit einem Religionsunterricht für alle erzielen der erläutert, worum es in den Weltreligionen geht?

    13 Leser-Empfehlungen
  1. hat nichts in einer staatlichen Schule zu suchen.

    Er segregiert, indoktriniert und gefährdet den Rechtsstaat.

    Nirgendwo ist das offensichtlicher als im Islam.

    Die Schule muss ein Raum des Schutzes bleiben.

    Die Absurdität wird dann offensichtlich, wenn man bedenkt, dass der große Teil derer, der den Islamunterricht durch Steuergelder finanzieren soll durch eben jenen in seiner Freiheit bedroht ist.

    Islam und freiheitlicher Rechtsstaat:

    Tod den Homosexuellen und Ehebrecher (Recht auf freie Partnerwahl)
    Tod den Abkehrern vom Islam (Religionsfreiheit)
    Verheiratung und Beischlaf von und mit 9jährigen Mädchen (Rechte zum Schutz der Kinder)
    ....

    Niemand kann mehr leugnen dieses nicht gewusst zu haben. Man muss nur in den Iran ,Jemen etc schauen, um zu sehen, was der Islam aus einer Gesellschaft macht, wenn man ihn gewähren lässt.

    Wehret den Anfängen.

    14 Leser-Empfehlungen
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    • Tammy
    • 27.01.2012 um 16:22 Uhr

    man muss nur in die VAE oder den Oman schauen um zu sehen, dass islamische Gesellschaften sehr gut funktionieren können, und bloß weil Religionsunterricht für Muslime angeboten wird, brauchen wir keinen deutsch-islamischen Gottesstaat heraufzubeschwören.
    Mir leuchtet der Sinn des bekenntnisorientierten Unterrichts insgesamt nicht ein und ich frage mich, warum nicht jeder Schüler in den Genuss kommen kann, in der Schule etwas über den Islam oder das Judentum und natürlich die Unterschiede zwischen der evangelischen und katholischen Religion zu erfahren. Damit ließe sich das Problem des Lehrermangels doch auch lösen.

    Übrigens: Beischlaf mit Schutzbefohlenen - das Problem stellt sich auch in den christlichen Kirchen. Schon vergessen?

    • Tammy
    • 27.01.2012 um 16:22 Uhr

    man muss nur in die VAE oder den Oman schauen um zu sehen, dass islamische Gesellschaften sehr gut funktionieren können, und bloß weil Religionsunterricht für Muslime angeboten wird, brauchen wir keinen deutsch-islamischen Gottesstaat heraufzubeschwören.
    Mir leuchtet der Sinn des bekenntnisorientierten Unterrichts insgesamt nicht ein und ich frage mich, warum nicht jeder Schüler in den Genuss kommen kann, in der Schule etwas über den Islam oder das Judentum und natürlich die Unterschiede zwischen der evangelischen und katholischen Religion zu erfahren. Damit ließe sich das Problem des Lehrermangels doch auch lösen.

    Übrigens: Beischlaf mit Schutzbefohlenen - das Problem stellt sich auch in den christlichen Kirchen. Schon vergessen?

    • RGB
    • 27.01.2012 um 16:22 Uhr

    ist verbindlicher, überkonfessioneller Religionsunterricht.
    Dann würden diese Vereine endlich und endgültig an Einfluß verlieren, denn kein Mensch der von einen neutralen Standpunkt aus über Religionen aufgeklärt wird kann diese ernst nehmen.

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    Schlicht und einfach falsch.

    Schlicht und einfach falsch.

  2. ..bis die Bevormundung durch die Kirchen aufgrund
    des wissenschaftlichen Fortschritts langsam zurückgedrängt werden konnte.
    Wer braucht eigentlich diesen ganzen Unfug (Bibelmärchen,Jesus als Gottessohn und Maria mit der "unbefleckten Empfängnis") ?
    Jetzt, wo die meisten von uns sich von diesem Aberglauben befreit haben, holen wir das Mittelalter ausgerechnet in unsere Schulen zurück.
    Gratulation an die Rot-Grüne Regierung von NW.
    Sie hat der Aufklärung einen Bärendienst erwiesen.

    ziws.

    27 Leser-Empfehlungen
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    Lieber zeitistwiesand,

    Sie schreiben: "Jetzt, wo die meisten von uns sich von diesem Aberglauben befreit haben, holen wir das Mittelalter ausgerechnet in unsere Schulen zurück."

    Mutmaßlich beziehen sich das "uns" Ihres Beitrages auf Ihre Ortsgruppe der Giordano-Bruno-Stiftung. Denn gesamtgesellschaftlich gehören ca. 50 Mio. Menschen den großen Kirchen an, hinzu kommen noch einmal einige Mio. Orthodoxe Christen und Muslime, und einige Hunderttausend Juden.

    Auch bei den Menschen, die keiner Religionsgemeinschaft angehören, darf freilich gefragt werden, ob diese nun atheistisch sind, oder ob diese Menschen nicht eher außerhalb einer Glaubensgemeinschaft glauben.

    Insofern sind einige Fragezeichen an Ihre Aussage zu machen.

    Aber ich gebe Ihnen Recht: Auch ich will das Mittelalter nicht zurück. Ich gebe mich auch schon mit der frühen Neuzeit und Reformationszeit zufrieden!

    Herzlichst
    am Rande

    Lieber zeitistwiesand,

    Sie schreiben: "Jetzt, wo die meisten von uns sich von diesem Aberglauben befreit haben, holen wir das Mittelalter ausgerechnet in unsere Schulen zurück."

    Mutmaßlich beziehen sich das "uns" Ihres Beitrages auf Ihre Ortsgruppe der Giordano-Bruno-Stiftung. Denn gesamtgesellschaftlich gehören ca. 50 Mio. Menschen den großen Kirchen an, hinzu kommen noch einmal einige Mio. Orthodoxe Christen und Muslime, und einige Hunderttausend Juden.

    Auch bei den Menschen, die keiner Religionsgemeinschaft angehören, darf freilich gefragt werden, ob diese nun atheistisch sind, oder ob diese Menschen nicht eher außerhalb einer Glaubensgemeinschaft glauben.

    Insofern sind einige Fragezeichen an Ihre Aussage zu machen.

    Aber ich gebe Ihnen Recht: Auch ich will das Mittelalter nicht zurück. Ich gebe mich auch schon mit der frühen Neuzeit und Reformationszeit zufrieden!

    Herzlichst
    am Rande

  3. wenn man ihnen nun auch noch den Koran und die Angst vor Satan und dem Höllenfeuer von staatlicher Seite als richtiges Wissen beibringen will. Im Alltag fehlen Lehrer, Lehrpläne und ein Beirat. Dann kann man sich vorstellen, wer es sein wird der das Wissen vermitteln wird und die Kinder bleiben im Irrationalen ihrer Kultur stecken, die sie in der Gesellschaft ohnehin schon ausgrenzt.

    11 Leser-Empfehlungen
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    Haben Sie sich schon einmal eines der heute schon verfügbaren Religionsbücher für den islamischen Religionsunterricht angesehen? Lesen Sie - dann müssen Sie sich weniger nur "vorstellen".

    Ich begrüße es sehr, daß unsere jungen Muslime bald mehr über ihre Religion wissen werden. Und richtig gespannt bin auf islamischen Religionsunterricht in der gymnasialen Oberstufe.

    Haben Sie sich schon einmal eines der heute schon verfügbaren Religionsbücher für den islamischen Religionsunterricht angesehen? Lesen Sie - dann müssen Sie sich weniger nur "vorstellen".

    Ich begrüße es sehr, daß unsere jungen Muslime bald mehr über ihre Religion wissen werden. Und richtig gespannt bin auf islamischen Religionsunterricht in der gymnasialen Oberstufe.

    • BerndL
    • 27.01.2012 um 16:55 Uhr

    In öffentlichen Schulen in D wird eine Religion gelehrt, die noch keine Aufklärung erlebt hat.
    Was kommt als Nächstes? Astrologie ?
    Religionsunterricht statt wissenschaftlicher Bildung-
    Ich dachte immer, das Mittelalter hätten wir schon lange überwunden.

    10 Leser-Empfehlungen
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    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf polemische Kommentare. Danke. Die Redaktion/vn

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf polemische Kommentare. Danke. Die Redaktion/vn

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