Historisches Wissen: DDR und Drittes Reich – Schüler ahnungslos
Fast die Hälfte der Schüler sieht laut einer Studie kaum Unterschiede zwischen NS-Diktatur, DDR und Bundesrepublik. Die Merkmale einer Demokratie kennen viele nicht.
Viele deutsche Schüler können einer Studie zufolge nicht zwischen Demokratie und Diktatur unterscheiden. Etwa 40 Prozent sehen kaum Unterschiede zwischen Nationalsozialismus, der DDR sowie der Bundesrepublik vor und nach der Wiedervereinigung, ergab eine Untersuchung des Forschungsverbundes SED-Staat der Freien Universität Berlin. Die befragten Schüler glauben, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte seien in allen vier Systemen etwa gleich ausgeprägt.
Nur etwa die Hälfte der Schüler bezeichnete den NS-Staat zweifelsfrei als Diktatur, die DDR stufte nur gut ein Drittel als diktatorisches System ein. Zugleich schätzte nur etwa die Hälfte der Befragten die Bundesrepublik vor der Wiedervereinigung als demokratisch ein, lediglich etwa 60 Prozent halten das wiedervereinigte Deutschland für eine Demokratie. Viele der befragten Schüler wissen demnach gar nicht, was eine Demokratie auszeichne.
Ursache dieser Fehleinschätzungen ist nach Einschätzung der Forscher um den Politikwissenschaftler Klaus Schroeder das geringe politisch-historische Wissen von Schülern. Im Interview mit der ZEIT bezeichnete er die Ergebnisse der Studie als "schockierend". Schroeder sagte: "Das sind Schüler, die fast überhaupt keine politischen Kenntnisse haben. Sie identifizieren sich mit der Bundesrepublik und ihrem Leben hier, können sich aber unter Begriffen wie Meinungsfreiheit, Wahlen oder Menschenrechte nichts vorstellen."
DDR-Herkunft hat Einfluss
Befragt wurden zwischen 2009 und 2012 knapp 5.000 Schüler der Klassenstufen neun und zehn in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Außerdem basiert die Studie auf zusätzlichen Befragungen von mehr als 2.000 Schülern, die Gedenkstätten besuchten oder im Laufe eines Jahres mehrfach befragt wurden. Beim politisch-historischen Wissen schnitten Schüler aus Thüringen und Sachsen-Anhalt am besten ab, am schlechtesten Schüler aus Nordrhein-Westfalen.
Die Studie belegt zudem, dass Kinder von Eltern, die in der DDR aufgewachsen sind, diese positiver bewerten, als Kinder von Eltern aus der Bundesrepublik. Schroeder erklärt dies damit, dass in den Familien aus der DDR die Alltagserfahrungen von den Älteren im Rückblick oft positiv dargestellt würden.
Auffallend ist zudem, dass auch Schüler mit mindestens einem ausländischen Elternteil den Nationalsozialismus und die DDR positiver bewerteten, als Schüler, deren Eltern ihre Wurzeln in der Bundesrepublik haben. Die Bundesrepublik vor und nach der Wiedervereinigung sahen Jugendliche mit DDR-Eltern sowie Migrantenkinder dagegen negativer als ihre Altersgenossen mit BRD-Eltern.





Entfernt. Bitte belegen Sie Ihre Behauptungen mit entsprechenden Quellen und Argumenten. Danke. Die Redaktion/kvk
Bei uns war die Machtergreifung der Nationalsozialisten ein großes Thema, mit Weimar als Ausgangspunkt, Ermächtigungsgesetz, Gleichschaltung usw. Der WK2 selbst wurde da weit weniger intensiv behandelt. Allerdings war das bei uns auch erst in der 11 Thema. Ich glaub in der 8. oder 9. haben wird uns mit dem ganzen Block 19. und 20. Jhd. noch gar nicht befasst.
was wünschenswert ist,
es gibt andere Lehrer, die rassistisches Gequatsche und Geschichtsklitterung in ihrem Unterricht völlig unwidersprochen lassen,
was abstoßend ist.
Und es gibt eine starke Lobby dagegen, dass Geschichtsunterricht allgemeinverbindlich für alle Schüler auf den Lehrplan kommt,
was bitter nötig wäre.
... bis vor kurzem auf einem angesehenem gymnasium und selbst da war ich schockiert über die unterrichtsinhalte. das dritte reich haben wir sehr oft und sehr präzise durchgekaut, da kann ich mich kaum beklagen. die DDR haben wir in den 9 jahren nicht ein einziges mal genauer durchgenommen, weshalb viele abiturienten heute noch keine ahnung von der materie haben.
auch die diktaturen in afrika, nordkorea etc etc wurden allenfalls angerissen. schuld waren da nicht wirklich die lehrer, sondern viel mehr der lehrplan. wirtschaft und irgendwelche sozialmodelle wurden eben als wichtiger gewertet als geschichtliches grundwissen. die g8-schüler werden im geschichtsunterricht jetzt komplett vergewaltigt: teilweise die geschichte von der antike bis zur (und einschließlich) französischen revolution in nur einem jahr!! für die franz rev allein haben wir fast ein jahr gebraucht.
alles in allem liegt das arge (meist) nicht in den lehrern, sondern in der schulpolitik. schüler werden heute nicht danach erzogen aufgeklärt, freidenkend und kritisch zu sein, sondern gleichgeschaltet, autoritätsbewusst und weitestgehend kritiklos. wer sich dem system nicht anpasst wird mit schlechten noten bestraft.
wenn man glück hat, darf man in seinen 9 jahren staatserziehung auch mal einen lehrer kennenlernen, der sich nicht an die normen des schulsystems hält und mal WIRKLICH interessanten unterricht macht. nur leider sterben diese lehrer in letzter zeit aus...
Bei uns war die Machtergreifung der Nationalsozialisten ein großes Thema, mit Weimar als Ausgangspunkt, Ermächtigungsgesetz, Gleichschaltung usw. Der WK2 selbst wurde da weit weniger intensiv behandelt. Allerdings war das bei uns auch erst in der 11 Thema. Ich glaub in der 8. oder 9. haben wird uns mit dem ganzen Block 19. und 20. Jhd. noch gar nicht befasst.
was wünschenswert ist,
es gibt andere Lehrer, die rassistisches Gequatsche und Geschichtsklitterung in ihrem Unterricht völlig unwidersprochen lassen,
was abstoßend ist.
Und es gibt eine starke Lobby dagegen, dass Geschichtsunterricht allgemeinverbindlich für alle Schüler auf den Lehrplan kommt,
was bitter nötig wäre.
... bis vor kurzem auf einem angesehenem gymnasium und selbst da war ich schockiert über die unterrichtsinhalte. das dritte reich haben wir sehr oft und sehr präzise durchgekaut, da kann ich mich kaum beklagen. die DDR haben wir in den 9 jahren nicht ein einziges mal genauer durchgenommen, weshalb viele abiturienten heute noch keine ahnung von der materie haben.
auch die diktaturen in afrika, nordkorea etc etc wurden allenfalls angerissen. schuld waren da nicht wirklich die lehrer, sondern viel mehr der lehrplan. wirtschaft und irgendwelche sozialmodelle wurden eben als wichtiger gewertet als geschichtliches grundwissen. die g8-schüler werden im geschichtsunterricht jetzt komplett vergewaltigt: teilweise die geschichte von der antike bis zur (und einschließlich) französischen revolution in nur einem jahr!! für die franz rev allein haben wir fast ein jahr gebraucht.
alles in allem liegt das arge (meist) nicht in den lehrern, sondern in der schulpolitik. schüler werden heute nicht danach erzogen aufgeklärt, freidenkend und kritisch zu sein, sondern gleichgeschaltet, autoritätsbewusst und weitestgehend kritiklos. wer sich dem system nicht anpasst wird mit schlechten noten bestraft.
wenn man glück hat, darf man in seinen 9 jahren staatserziehung auch mal einen lehrer kennenlernen, der sich nicht an die normen des schulsystems hält und mal WIRKLICH interessanten unterricht macht. nur leider sterben diese lehrer in letzter zeit aus...
Entfernt. Bitte verfassen Sie sachliche Kommentare zum konkreten Artikelinhalt. Danke, die Redaktion/au.
Schaut man sich manche Kommentare hier an, scheint diese Unterscheidungsschwache auch die gebildeten Schichten befallen zu haben.
Als Wissenschaftler lernt man, dass eine unbelegte Aussage hinterfragt werden muss.
Und getreu dem Motto kann man auch die im Artikel getroffene Aussage, die Schüler hätten zu wenig Ahnung, auch hinterfragen.
Denn möglicherweise ist es doch so, dass unsere derzeitige Republik tatsächlich nicht so demokratisch ist, wie die Verfasser des Artikels glauben möchten. Es ist doch ein Hinweis, wenn die Kinder von Ausländern aus allen Teilen der Welt sowie die Kinder aus dem Osten die BRD negativer bewerten als Westdeutsche. Vielleicht ist die westdeutsche Sicht, dass die BRD so gut wäre, nicht haltbar? Möglicherweise ist auch die Sicht des kompletten Rests der Welt auf die BRD negativ gefärbt, auch das ist nicht auszuschließen.
Der Artikel liefert nicht genügend Aussagen um das richtig einordnen zu können. Er deutet nur an einer Stelle an, dass der Einfluss der Schule weitaus größer ist als z.B. das Herkunftsland. Daher liegt die Vermutung nahe, dass ein Schulsystem (nämlich das deutsche) hier deutlich anders bewertet als viele Schulsystem (in allen anderen Ländern der Welt), und die Sicht der Westdeutschen deshalb überdurchschnittlich verfälscht ist.
...kann man nicht mehr davon ausgehen dass nur die "gebildete" Schicht, Leser der Zeit ist.
Ansonsten stimme ich dem Artikel zu deutsche Geschichte sollte wesentlicher besser, und vor allem kritischer aufgearbeitet werden.
"Viele der befragten Schüler wissen demnach gar nicht, was eine Demokratie auszeichne."
Sollten sie tatsächlich die aktuelle Politik ein wenig verfolgen, können sie nur zu dem Ergebnis kommen, dass "die Märkte" die Regierung sind und Merkel so etwas wie die Queen ist, weil man sie oft auf schönen Bildern sieht.
Als Wissenschaftler lernt man, dass eine unbelegte Aussage hinterfragt werden muss.
Und getreu dem Motto kann man auch die im Artikel getroffene Aussage, die Schüler hätten zu wenig Ahnung, auch hinterfragen.
Denn möglicherweise ist es doch so, dass unsere derzeitige Republik tatsächlich nicht so demokratisch ist, wie die Verfasser des Artikels glauben möchten. Es ist doch ein Hinweis, wenn die Kinder von Ausländern aus allen Teilen der Welt sowie die Kinder aus dem Osten die BRD negativer bewerten als Westdeutsche. Vielleicht ist die westdeutsche Sicht, dass die BRD so gut wäre, nicht haltbar? Möglicherweise ist auch die Sicht des kompletten Rests der Welt auf die BRD negativ gefärbt, auch das ist nicht auszuschließen.
Der Artikel liefert nicht genügend Aussagen um das richtig einordnen zu können. Er deutet nur an einer Stelle an, dass der Einfluss der Schule weitaus größer ist als z.B. das Herkunftsland. Daher liegt die Vermutung nahe, dass ein Schulsystem (nämlich das deutsche) hier deutlich anders bewertet als viele Schulsystem (in allen anderen Ländern der Welt), und die Sicht der Westdeutschen deshalb überdurchschnittlich verfälscht ist.
...kann man nicht mehr davon ausgehen dass nur die "gebildete" Schicht, Leser der Zeit ist.
Ansonsten stimme ich dem Artikel zu deutsche Geschichte sollte wesentlicher besser, und vor allem kritischer aufgearbeitet werden.
"Viele der befragten Schüler wissen demnach gar nicht, was eine Demokratie auszeichne."
Sollten sie tatsächlich die aktuelle Politik ein wenig verfolgen, können sie nur zu dem Ergebnis kommen, dass "die Märkte" die Regierung sind und Merkel so etwas wie die Queen ist, weil man sie oft auf schönen Bildern sieht.
Da sind geschichtliche Wiederholungen nicht unwahrscheinlich, wenn niemand der heranwachsenden Generation dazu im Stande ist auf die Deutsche Geschichte zurückzublicken um gleiche Fehler zu vermeiden.
Ich halte nicht viel von den USA, aber dort muss die Geschichte des Landes praktisch auswendig gelernt werden.
Alles in allem: Ich bin schockiert!!!
ob den menschen in den usa auch erzählt wird wie sinnlos der vietnam krieg war!
oder die usa zum beispiel das kleine vietnam überfallen hat?
oder das von den usa in vietnam kriegsverbrechen verübt wurden?
mit sicherheit nicht!
Auswendig lernen alleine schafft noch kein Bewusstsein für die Bedeutung von Ereignissen und Prozessen, schon gar nicht wenn es sich um einen patriotischen und unreflektierten Unterricht handelt. Ereignisse werden im Geschichtsunterricht wohl genügend behandelt, jedoch mangelt es oft an deren Einordnung in die grösseren Zusammenhänge. Zudem sollte die politische Bildung auch im Geschichtsunterricht mehr Raum einnehmen.
Wissen lernt man nicht auswendig. Es ist ein langsamer Prozess, welches wie ein Puzzle zusammengesetzt wird. Wer für Noten auswendig lernt, lernt nichts.
Und das interessante ist:
Jedes System schreibt seine eigene Geschichte und unterteilt somit in gut und böse.
wuerde ich bezweifeln angesichts der neuesten Aenderungen zu Geschichtsbuechern z.B. in Texas. Was da vor sich geht nennt man historischer Revisionismus.
Und ueberhaupt - sind Sie sicher, dass Auswendiglernen=Verstehen ist und nicht nur sinnloses Nachplappern zur Folge hat? Was waere damit gewonnen?
Geschichtsunterricht in Texas erwähnt z.Bsp. den Bürgerkrieg schon mal gar nicht, weil das ja irgendwann mal im Norden stattgefunden haben mag, mit Texas aber definitiv nichts zu tun hat - dafür: Remember the Alamo!, the meaning of Alamo, und ... Alamo!
Ich fürchte Sie übersehen die vielleicht alamierenste Aussage dieser Studie; es sind jeweils die 30,40,50% der politisch/historisch gebildeten, die eine realistische Chance auf tatsächlich einflussreiche Positionen in Gesellschaft und Wirtschaft haben. Die Gefahr liegt meines erachtens nicht darin, dass diese nicht aus der Vergangenheit lernen, sondern für die "abgeschriebenen" immer weniger Demokratie spürbar wird, die man von einer Diktatur unterscheiden könnte.
... sind aber die Eltern, Lehrer und "älteren" Teile unserer Bevölkerung. Kinder lernen - aber nur das, was man ihnen anbietet.
ob den menschen in den usa auch erzählt wird wie sinnlos der vietnam krieg war!
oder die usa zum beispiel das kleine vietnam überfallen hat?
oder das von den usa in vietnam kriegsverbrechen verübt wurden?
mit sicherheit nicht!
Auswendig lernen alleine schafft noch kein Bewusstsein für die Bedeutung von Ereignissen und Prozessen, schon gar nicht wenn es sich um einen patriotischen und unreflektierten Unterricht handelt. Ereignisse werden im Geschichtsunterricht wohl genügend behandelt, jedoch mangelt es oft an deren Einordnung in die grösseren Zusammenhänge. Zudem sollte die politische Bildung auch im Geschichtsunterricht mehr Raum einnehmen.
Wissen lernt man nicht auswendig. Es ist ein langsamer Prozess, welches wie ein Puzzle zusammengesetzt wird. Wer für Noten auswendig lernt, lernt nichts.
Und das interessante ist:
Jedes System schreibt seine eigene Geschichte und unterteilt somit in gut und böse.
wuerde ich bezweifeln angesichts der neuesten Aenderungen zu Geschichtsbuechern z.B. in Texas. Was da vor sich geht nennt man historischer Revisionismus.
Und ueberhaupt - sind Sie sicher, dass Auswendiglernen=Verstehen ist und nicht nur sinnloses Nachplappern zur Folge hat? Was waere damit gewonnen?
Geschichtsunterricht in Texas erwähnt z.Bsp. den Bürgerkrieg schon mal gar nicht, weil das ja irgendwann mal im Norden stattgefunden haben mag, mit Texas aber definitiv nichts zu tun hat - dafür: Remember the Alamo!, the meaning of Alamo, und ... Alamo!
Ich fürchte Sie übersehen die vielleicht alamierenste Aussage dieser Studie; es sind jeweils die 30,40,50% der politisch/historisch gebildeten, die eine realistische Chance auf tatsächlich einflussreiche Positionen in Gesellschaft und Wirtschaft haben. Die Gefahr liegt meines erachtens nicht darin, dass diese nicht aus der Vergangenheit lernen, sondern für die "abgeschriebenen" immer weniger Demokratie spürbar wird, die man von einer Diktatur unterscheiden könnte.
... sind aber die Eltern, Lehrer und "älteren" Teile unserer Bevölkerung. Kinder lernen - aber nur das, was man ihnen anbietet.
drei Artikel zum 3.Reich und 5 zur DDR?
Auch damit wird man die mündlich weitergegebene Alltagserfahrung der einheimischen Zeitzeugen, die das alles nicht so schlimm fanden (und für sich gesehen vielleicht sogar recht haben), nicht aushebeln.
Zumal man zunehmend auf pures Desinteresse stoßen dürfte, denn was juckt einen 1990 Geboren, ob da irgendwas aus der Vorzeit eine Diktatur zu nennen ist oder eben nicht.
Aber man erwartet hierzulande diese Art Lippenbekenntnisse und geriert sich entsprechend entsetzt ob deren Ausbleibens.
Hilfe! Bei Ihrem Kommentar wird mir ganz übel.
"[...] die mündlich weitergegebene Alltagserfahrung der einheimischen Zeitzeugen, die das alles nicht so schlimm fanden (und für sich gesehen vielleicht sogar recht haben), nicht aushebeln."
und vielleicht sogar recht haben?? Für sich gesehen oder nicht, "War doch gar nicht so schlimm" oder "früher war alles besser" oder "das hätte es unterm Führer nicht gegeben", das sind alles Sprüche von Mitläufern oder Tätern.
Ich bin sehr froh, dass meine Großeltern nicht so sprechen, sondern die Schrecken dieser Zeit benennen!
Aber sie vermute ich eher in dem Spektrum der zuvor genannten. "die mündlich weitergegebene Alltagserfahrung der einheimischen Zeitzeugen, die das alles nicht so schlimm fanden (und für sich gesehen vielleicht sogar recht haben), nicht aushebeln."
Der Bürger eines Landes darf niemals Desinteresse bezüglich der Geschichte seiner Heimat hegen, gerade wenn es sich um eine derart schreckliche handelt wie der unseren. Wenn dieses Desinteresse dennoch besteht, muss dem aktiv entgegengewirkt werden.
Man kann eigentlich nur hoffen, dass sie nicht selbst daran glauben, was sie hier schreiben (Sie und diejenigen die Ihren Kommentar unbegreiflicherweise empfohlen haben). Denn wenn doch...naja, sagen wir es wäre mehr als traurig.
Fragen von Gleichschaltung der Medien, Zensur, Militarisierung, Aufhebung der Gewaltenteilung,nahezu allmächtige PolizeiApparate etc seien heute nicht mehr relevant?
Mein lieber Schwan
Hilfe! Bei Ihrem Kommentar wird mir ganz übel.
"[...] die mündlich weitergegebene Alltagserfahrung der einheimischen Zeitzeugen, die das alles nicht so schlimm fanden (und für sich gesehen vielleicht sogar recht haben), nicht aushebeln."
und vielleicht sogar recht haben?? Für sich gesehen oder nicht, "War doch gar nicht so schlimm" oder "früher war alles besser" oder "das hätte es unterm Führer nicht gegeben", das sind alles Sprüche von Mitläufern oder Tätern.
Ich bin sehr froh, dass meine Großeltern nicht so sprechen, sondern die Schrecken dieser Zeit benennen!
Aber sie vermute ich eher in dem Spektrum der zuvor genannten. "die mündlich weitergegebene Alltagserfahrung der einheimischen Zeitzeugen, die das alles nicht so schlimm fanden (und für sich gesehen vielleicht sogar recht haben), nicht aushebeln."
Der Bürger eines Landes darf niemals Desinteresse bezüglich der Geschichte seiner Heimat hegen, gerade wenn es sich um eine derart schreckliche handelt wie der unseren. Wenn dieses Desinteresse dennoch besteht, muss dem aktiv entgegengewirkt werden.
Man kann eigentlich nur hoffen, dass sie nicht selbst daran glauben, was sie hier schreiben (Sie und diejenigen die Ihren Kommentar unbegreiflicherweise empfohlen haben). Denn wenn doch...naja, sagen wir es wäre mehr als traurig.
Fragen von Gleichschaltung der Medien, Zensur, Militarisierung, Aufhebung der Gewaltenteilung,nahezu allmächtige PolizeiApparate etc seien heute nicht mehr relevant?
Mein lieber Schwan
"[...]Nach Ansicht von Schroeder wird das Fach Geschichte oder Sozialkunde zu wenig oder nicht gut genug unterrichtet."
Oder weil Schule mittlerweile von der Wirtschaft gemacht wird auch "gar nicht unterrichtet". Damit lässt sich nämlich nur schwer Geld verdienen und was keinem Profitmaking dient wird auch nicht in den Lehrplan aufgenommen bzw. wird aus selbigem gestrichen.
Ausnahmen bestätigen die Regel...
Wenn ich zurückdenke an meine Zeit in Klasse 9 und 10, war ich auch dahingehend nicht sonderlich gebildet. Die wirklichen Zusammenhänge habe ich erst in der 11 - 13 Klasse gelernt. Nach meinem Eindruck muss man Schüler vor allem immer sehr intensiv auf historische Zusammenhänge aufmerksam machen, damit diese die auch erkennen und Geschichte nicht als Aufeinanderreihung von unzusammenhängenden Ereignissen begreifen.
...sogar noch weiter gehen und behaupten, dass ich wahres Wissen erst im späteren Leben gewonnen habe. Und zwar deshalb, weil es mich interessiert. Zudem ist ist es ja nicht so als würde die Schule, gerade Geschichtswissen, spannend aufbereiten und vermitteln.
Wenn man so mal die Schlagzeilen in den letzten Jahren betrachetet, geht es für die Jugendlichen heute um wichtigere Dinge, damit sie für den alltäglichen Überlebenskampf in dieser Gesellschaft gewappnet sind. Da ist Geschichtswissen mit Sicherheit kein Hindernis, genießt aber auch nicht die höchste Priorität.
gerade in den Klassen 9 und 10 war mein Jahrgang quasi durchgehend "politisiert".
Politk ging uns nach allgemeiner Grundstimmung etwas an. Unsere Zukunft hing schliesslich davon ab.
In der Klasse 11 war dagegen bei Vielen schon ein "Rueckzug ins Private" erfolgt, und GEschichte/Gemeinschaftskunde wurden schon unter dem Aspekt "bloss ordentlich lernen, damit man Punkte schinden kann" gesehen.
Das war vor ca. 25/30 Jahren.
....meine Kenntnisse mit 13 oder 14, so kann ich auch nicht sagen, dass ich in der Schule etwas lernte, das ich nicht bereits wusste. Zuhause besprachen wir Verhörmethoden, internationale Politik, den ersten Weltkrieg oder Renaissance Kunst oft und im Detail. Freunde meiner Eltern erzählten von ihren Erlebnissen Als Juden in Wien nach dem Anschluss, auf der Flucht durch Europa vor den Nazis, wie es ihnen erging in Auschwitz oder davon, wie ihnen von der SS ein Auto zur Verfügung gestellt wurde, um in Frankreich herumzukommen.
Wer da erst mit 18 lernt, was ein KZ im Gegensatz zu einem Konzentrationslager ist, hat ein Problem mit der Sozialisierung. Erlernen kann man das noch gut, obwohl er dann noch glauben mag, dass es Folter wäre gegen eine weiche Wand gestoßen zu werden. Wie will er das aber emotional aufholen?
Deshalb bin ich der Meinung, dass Geschichte antichronologisch unterrichtet werden sollte, also von der Gegenwart in die Vergangenheit.
Dann würde am Ende der Mittelstufe nicht das 20. Jh. wegen Zeitdrucks hinten runter fallen, sondern die Erdzeitalter oder die Erfindung des Faustkeils.
Vielleicht würden dann seitens der Schüler sogar Fragen wie: "Wie konnte es dazu kommen?" aufkommen und so etwas wie echtes Interesse.
"Gebildet" war ich in dem Alter auch nicht so sehr.
Aber ich wusste damit etwas anzufangen, dass und grob weshalb ein demokratisches System unserer ehemaligen DDR-Heimat und ganz besonders dem dritten Reich vorzuziehen sind - mit allen Makeln die es hat (und von denen ich damals noch nicht viel wusste). Aber ich wusste um die Zustände im Nazideutschland und wusste auch dass die DDR alles andere als freie politische Mitbestimmung bedeutet hatte.
Gelernt habe ich es aber nicht durch Klassenarbeiten oder Bücher, sondern weil meine Eltern mich so erzogen haben. Und die sind weder Intellektuelle noch Alt-Linke noch besonders streng oder ideologisch, sondern ganz 'normale' Leute. Aber sie haben mir Perspektive vermittelt, auch ohne dass ich Details in allen Fakten kannte. Das kam dann tatsächlich erst später.
Wenn die heutigen Schüler zu wenig wissen, bekommen sie mMn eventuell nicht genug von Haus aus mit auf den Weg.
...sogar noch weiter gehen und behaupten, dass ich wahres Wissen erst im späteren Leben gewonnen habe. Und zwar deshalb, weil es mich interessiert. Zudem ist ist es ja nicht so als würde die Schule, gerade Geschichtswissen, spannend aufbereiten und vermitteln.
Wenn man so mal die Schlagzeilen in den letzten Jahren betrachetet, geht es für die Jugendlichen heute um wichtigere Dinge, damit sie für den alltäglichen Überlebenskampf in dieser Gesellschaft gewappnet sind. Da ist Geschichtswissen mit Sicherheit kein Hindernis, genießt aber auch nicht die höchste Priorität.
gerade in den Klassen 9 und 10 war mein Jahrgang quasi durchgehend "politisiert".
Politk ging uns nach allgemeiner Grundstimmung etwas an. Unsere Zukunft hing schliesslich davon ab.
In der Klasse 11 war dagegen bei Vielen schon ein "Rueckzug ins Private" erfolgt, und GEschichte/Gemeinschaftskunde wurden schon unter dem Aspekt "bloss ordentlich lernen, damit man Punkte schinden kann" gesehen.
Das war vor ca. 25/30 Jahren.
....meine Kenntnisse mit 13 oder 14, so kann ich auch nicht sagen, dass ich in der Schule etwas lernte, das ich nicht bereits wusste. Zuhause besprachen wir Verhörmethoden, internationale Politik, den ersten Weltkrieg oder Renaissance Kunst oft und im Detail. Freunde meiner Eltern erzählten von ihren Erlebnissen Als Juden in Wien nach dem Anschluss, auf der Flucht durch Europa vor den Nazis, wie es ihnen erging in Auschwitz oder davon, wie ihnen von der SS ein Auto zur Verfügung gestellt wurde, um in Frankreich herumzukommen.
Wer da erst mit 18 lernt, was ein KZ im Gegensatz zu einem Konzentrationslager ist, hat ein Problem mit der Sozialisierung. Erlernen kann man das noch gut, obwohl er dann noch glauben mag, dass es Folter wäre gegen eine weiche Wand gestoßen zu werden. Wie will er das aber emotional aufholen?
Deshalb bin ich der Meinung, dass Geschichte antichronologisch unterrichtet werden sollte, also von der Gegenwart in die Vergangenheit.
Dann würde am Ende der Mittelstufe nicht das 20. Jh. wegen Zeitdrucks hinten runter fallen, sondern die Erdzeitalter oder die Erfindung des Faustkeils.
Vielleicht würden dann seitens der Schüler sogar Fragen wie: "Wie konnte es dazu kommen?" aufkommen und so etwas wie echtes Interesse.
"Gebildet" war ich in dem Alter auch nicht so sehr.
Aber ich wusste damit etwas anzufangen, dass und grob weshalb ein demokratisches System unserer ehemaligen DDR-Heimat und ganz besonders dem dritten Reich vorzuziehen sind - mit allen Makeln die es hat (und von denen ich damals noch nicht viel wusste). Aber ich wusste um die Zustände im Nazideutschland und wusste auch dass die DDR alles andere als freie politische Mitbestimmung bedeutet hatte.
Gelernt habe ich es aber nicht durch Klassenarbeiten oder Bücher, sondern weil meine Eltern mich so erzogen haben. Und die sind weder Intellektuelle noch Alt-Linke noch besonders streng oder ideologisch, sondern ganz 'normale' Leute. Aber sie haben mir Perspektive vermittelt, auch ohne dass ich Details in allen Fakten kannte. Das kam dann tatsächlich erst später.
Wenn die heutigen Schüler zu wenig wissen, bekommen sie mMn eventuell nicht genug von Haus aus mit auf den Weg.
kompetenzorientiert unterrichtet ....
Ja, man sollte die Schüler schon da abholen, wo sie stehen aber 'abholen' - nicht stehenbleiben.
Und eigentlich wundert mich dieser Wissensstand nicht -allein schon wenn man die lückenhaften und beliebig zerstückelten Aufarbeitungen geschichtlicher Themen in den Geschichtsbüchern anschaut, wird einem das klar.
Geschichte(n) zu erzählen braucht Zeit. Es gibt so viele Angebote z.B. von der angewandten Geschichtswissenschaft, es gibt sehr gute Museen etc. pp., man muss sich nur kümmern - Geschichte(n) lauern hinter vielen Ecken. Auch in der Provinz lässt sich 'große' Geschichte erfahren.
Wissen allein kann nichts! Woran es fehlt ist doch hier eine Anbahnung personaler Kompetenz. Diese steht selbstverständlich nicht isoliert da. Fachwissen kann die Ausformung begründen. Am Ende steht aber die Frage danach, welche Haltung jemand zu einer Sache entwickelt. Und da reicht das Vermitteln von Inhalten nicht mehr aus!
Ja, man sollte die Schüler schon da abholen, wo sie stehen aber 'abholen' - nicht stehenbleiben.
Und eigentlich wundert mich dieser Wissensstand nicht -allein schon wenn man die lückenhaften und beliebig zerstückelten Aufarbeitungen geschichtlicher Themen in den Geschichtsbüchern anschaut, wird einem das klar.
Geschichte(n) zu erzählen braucht Zeit. Es gibt so viele Angebote z.B. von der angewandten Geschichtswissenschaft, es gibt sehr gute Museen etc. pp., man muss sich nur kümmern - Geschichte(n) lauern hinter vielen Ecken. Auch in der Provinz lässt sich 'große' Geschichte erfahren.
Wissen allein kann nichts! Woran es fehlt ist doch hier eine Anbahnung personaler Kompetenz. Diese steht selbstverständlich nicht isoliert da. Fachwissen kann die Ausformung begründen. Am Ende steht aber die Frage danach, welche Haltung jemand zu einer Sache entwickelt. Und da reicht das Vermitteln von Inhalten nicht mehr aus!
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