Grundschul-Ranking : Süddeutsche Grundschüler lesen besser

Die bayerischen Schüler führen den ersten innerdeutschen Grundschulvergleich an – sie lesen, rechnen und schreiben deutlich besser. Schlusslichter sind die Stadtstaaten.

Ein bundesweiter Vergleich von Grundschulen hat gezeigt, dass Bayerns Grundschüler am besten lesen, rechnen und zuhören können. Insgesamt schneiden Schüler aus dem Süden Deutschlands in allen drei getesteten Disziplinen am besten ab. Danach folgt im Leistungsranking ein sehr breites Mittelfeld mit geringen Punktunterschieden. Erhebliche Probleme in allen Bereichen haben dagegen die Stadtstaaten Berlin , Bremen und Hamburg .

Für diesen ersten rein innerdeutschen Grundschulleistungsvergleich wurden im vergangenen Jahr mehr als 30.000 Viertklässler an über 1.300 Grund- und Förderschulen getestet. Anders als bei den internationalen Schulleistungsstudien Pisa , Iglu und Timss wurden die Testaufgaben für den nationalen Vergleich allein aus den von den Kultusministern verabredeten neuen bundesweiten Bildungsstandards entwickelt. Sie beschreiben, was ein Schüler am Ende der jeweiligen Jahrgangsstufe können soll.

Sachsen auf Platz zwei in Mathe und Deutsch

Beim Lesen liegen in der Spitzengruppe Bayern (515 Punkte), Sachsen (513), Sachsen-Anhalt (511) und Thüringen (510) dicht beieinander. Die Schlusslichter Hamburg (478), Berlin (467) und Bremen (463) liegen dagegen deutlich unter dem Bundesschnitt von 500 Punkten. Rund 60 Punkte entsprechen dem Lernfortschritt von einem Schuljahr.

In der Mathematik bilden Bayern (519), Sachsen und Sachsen-Anhalt (beide 517) sowie Baden-Württemberg (512) die Spitzengruppe. Klar unter dem Mittelwert von 500 Punkten liegen dagegen Brandenburg (491) Schleswig-Holstein (487) und Hessen (484) sowie die Stadtstaaten Hamburg (470) Bremen (452) und Berlin (451).

Getestet wurde auch, wie gut Schüler aus Gehörtem Informationen ziehen können. Nur Bayern erzielt dort Werte, die deutlich oberhalb des Mittelwertes liegen.

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Kommentare

116 Kommentare Seite 1 von 10 Kommentieren

Dialekt...

...na und? Da bin ich ganz Ihrer Meinung. Ich sehe da kein Problem. Weder beim sächseln, noch beim Icke'n noch bei Mia sama mia. Wer damit ein Problem hat, sollte das vielleicht lieber bei sich suchen...

Im Übrigen ist der bayrische Dialekt nicht unbedingt so dumm. Anstatt TüRe (mit dem harten R) sagt der Bayer Dia. Anstatt "Schere" sagt er "Scha"... er kann dadurch viel schneller und einfacher sprechen, ohne viele komplizierte Zungenbrecher... Die Analogie, dass Hochdeutsch mit "Upper Class" gleichzusetzen ist, erschließt sich mir nicht.
Und ob einem der Klang gefällt ist subjektiv.

Man sollte darüber hinaus nicht außer Acht lassen, dass Stuttgart (Baden Württemberg) die Stadt mit dem größten Anteil an Bewohnern mit Migrationshintergrund ist (fast 40%) - wie haben die Schüler dort abgeschnitten?

Nein, eben

nicht: "Bayrisch" ist etwas ganz etwas anderes als "Bayerisch".

Um solche Differenzierungen verstehen zu können, in denen wirlich JEDER Buchstabe zählt, und nicht nur das ungefähre Wort, muss man wohl wirklich in Bayern GRÜNDLICH schreiben und lesen gelernt habn.

Nichts für ungut, aber viele "Preissn" glauben immer noch, dass das, was ihnen feixende Touristenveräppler und -ausnehmer als pseudofolkloristisches Bayern vorspielen, tatsächlich das Bayern der Bayern sei.

Selber schuld.

Aber da steckt dann auch der Unterschied zwischen "bayerisch" und "bayrisch" drin.

(Nur für die, dies verstehn - ohne zweites e).

bayerisch

"nicht: "Bayrisch" ist etwas ganz etwas anderes als "Bayerisch".

Um solche Differenzierungen verstehen zu können, in denen wirlich JEDER Buchstabe zählt, und nicht nur das ungefähre Wort, muss man wohl wirklich in Bayern GRÜNDLICH schreiben und lesen gelernt habn."

> das ist von mir jetzt zwar wirklich kleinkariert, aber "GRÜNDLICH[keit]" als Aushängeschild und dann "habn" schreiben ... naja.

"Nichts für ungut, aber viele "Preissn" glauben immer noch, dass das, was ihnen feixende Touristenveräppler und -ausnehmer als pseudofolkloristisches Bayern vorspielen, tatsächlich das Bayern der Bayern sei.
Aber da steckt dann auch der Unterschied zwischen "bayerisch" und "bayrisch" drin.
(Nur für die, dies verstehn - ohne zweites e)."

> Am Schulsystem den Unterschied zwischen "pseudofolkloristisch" und echt folkloristisch festmachen zu wollen ... erscheint mir albern.

> Sie bevorzugen eine folkloristische oder meinetwegen eine traditionelle Schreibweise, nichts dagegen, machen Sie das. Sie scheinen aber auch nicht vollständig informiert. Schauen Sie in den Duden, dann werden Sie feststellen, dass beide Schreibweisen als richtig gelten.

Sie glauben

noch an den Duden?

Willkommen in Aberglaubistan!

Natürlich können wir Bayern hochdeutsch (alle mindestens zweisprachig), aber mit dem Duden innerbayerische Sprachdifferenzierung verstehen zu wollen, zeugt doch von eben dem preussischen Hochmut, der sich nicht nur in Bayern so gut ausnehmen lässt: Man spielt denen halt was vor (Hofbräuhäuser auf Mallorca, preußisch sprechende Quarantänestationen an den Stränden weltweit, Duden auch in Österreich und Bayern etc. - und schon glauben sie, überall Bescheid zu wissen, weil sie nirgendwo auf was zu treffen glauben, was sie nicht eh schon kennen.

Blindheit ist auch eine Form der Wahrnehmung.

Statistik-Müll

Da werden Flächen-Länder mit einer ausgeprägt dörflichen Struktur mit Stadt-Staaten, also Großstädten verglichen.
Wenn auf einer Zwerg-Schule in einem bayrischen Dorf vielleicht 10 Kinder in einer Klasse unterrichtet werden, dürfte der Lernerfolg schon wesentlich größer sein, als bei einer Klasse mit 25-33 Kindern, deren Schule in einem sozialen Brennpunkt liegt.

Bitte keine Äpfel-Birnen-Vergleiche.
Wenn man sinnvolle Vergleiche ziehen will, dann bitte auch mit vergleichbaren Grundgesamtheiten. Ich lehne mich jetzt mal nicht wirklich aus dem Fenster, wenn ich mal so behaupte, dass der Unterschied zwischen Nürnberg oder München im Vergleich zu Hamburg dann nicht mehr so groß ist.

Kein Äpfel Birnen Vergleich...

...ob da 10 oder 33 in der Klasse waren ändert nichts an der Tatsache wie gut ein Kind lesen und schreiben kann.
Natürlich ist es den 33 Kindern gegenüber nicht fair, aber wem kümmert das im richtigen Leben.
Wer nicht ordentlich lesen und schreiben kann ist im Nachteil, da hilft ihm/ihr die Entschuldigung es seien zuviele Schüler in der Klasse gewesen, absolut garnichts.

Sie sollten die Politiker und Lehrer verurteilen, nicht den Test.

Vergleich Stadt / Land

Hallo Mathematiker, Zwergschulen mit 10 Kindern werden Sie in Bayern lange suchen müssen. Auch in Bayern leben die meisten Kinder in der Stadt und besuchen größere Schulen. Trotzdem haben Sie recht, der Vergleich mit den Stadtstaaten ist etwas unfair. Aber das kann man ja beheben: Die Auflölsung dieser kleinstaaterischen Relikte ist auch aus anderen GRünden seit Jahrzehnten überfällig: Bremen an Niedersachsen, Hamburg an Schleswig-Holstein und Berlin geht mit Brandenburg zusammen.

Es komt darauf

Ich denke es kommt darauf an, was man messen will. Natuerlich koennten die von Ihnen angefuehrten Argumente fuer die Unterschiede verantwortlich sein, aber wenn es nur darum geht festzustellen, wo die Schulleistungen besonders gut bzw. schlecht sind, sagt die Studie schon etwas aus. Das bloede ist nur, und davon gehen Sie zurecht aus, die Politiker werden dies ideologisch nutzen und fuer diese Zwecke ist die Studie natuerlich ungeeignet. Ich frage mich natuerlich auch, was macht man jetzt mit den Ergebnissen?

Kombiklassen

Grundschulklassen mit 10 Schülern gibt es in Bayern nicht, weil die Minestschülerzahl 13 ist. Auch Klassen mit 13 Schülern gibt es kaum, weil jahrgangskombinierte Grundschulklassen mit ein paar Differenzierungstunden gebildet werden. Damit spart sich der Freistaat Bayern etliche Lehrer. Dafür werden die Erstklassler mit dem Schulbus durch die Gegend kutschiert. Diese Kosten tragen die Gemeinden.

aussagekräftige Ü.

"Bremen an Niedersachsen, Hamburg an Schleswig-Holstein und Berlin geht mit Brandenburg"
--

HB und HH gehen "an" die benachbarten Flächenländer, Berlin "geht mit" Brandenburg. Schlagen Sie so vor. Mit Kriegsrhetorik wird das sicher auch gut klappen und Sie werden die Herzen der Bürger gewinnen.

Zur Sache: Ihr Vorschlag, die Stadtstaaten mit deren Nachbarstaaten zusammenzuschließen, ist sicher keine "Lösung" für die Beseitigung der angeblichen oder tatsächlichen Bildungsschwächen in den Stadtstaaten im Vergleich zu den Flächenländern.
Oder löst man in Bayern solche Fragestellungen auf statistische Art? Problem entdeckt, Problem versteckt?

p.s.: Schulevaluierung scheint mittlerweile ein eigener Wirtschaftszweig zu sein. Ich vermute, auf die Ergebnisse ist nicht viel zu geben. Ich weiß zumindest aus eigener Erfahrung, dass der durchschnittliche Süddeutsche, dem man begegnet, nicht mehr auf dem Kasten hat, als man selbst. Und wenn er angeblich ein halbes Jahr Mathe mehr drauf hat, macht das für die Lebenskompetenz gerade mal gar keinen Unterschied.

Kaputt experimentiert.

Wo werden da Äpfel mit Birnen verglichen?

Was haben wir hier in NRW vor 30 - 40 Jahren noch das bayerische Schulsystem belächelt! Hier bei uns wurde ja eine deratig "moderne" und "zukunftsweisende" Schulpolitik betrieben..., bis irgendwann auch dem Letzten klar wurde, daß diese Politik einzig auf das Abflachen des Leistungsprinzips abzielte. Alleine schon das Wort "Eliten" ließ die Köpfe von Politikern der Sozialdemokraten und Grünen vor Wut rot anlaufen...

Und wenn die GEW-Vorsitzende sagt, sie könne sich die großen Unterschiede in der Leistungsbilanz nicht erklären - sagt sie einfach die Unwahrheit. Sie muß sich nur einmal die Statistik der Sozialhilfeempfänger in diesen Ballungsräumen anschauen, dann weiß sie Bescheid.

Ist halt so

Der Punkt Stadtstaat vs. Flächenstaat zieht nur bedingt. Wir haben Kinder in München in Grundschule und Gymnasium und Freunde/Familie in Hamburg mit Kindern im gleichen Alter. Es ist schon verblüffend, welche Leistungsunterschiede es in denselben Jahrgangsstufen gibt. Zwar schwingt derzeit auch in Bayern das Zeitgeist-Pendel weg vom Leistungsdenken, hin zum egalitären "Wir nehmen alle mit", aber in Hamburg scheint es schon eine ausgeprägte Kuschel-Pädagogik mit entsprechend langsamem Lerntempo zu geben.

In diese Richtung

Ich frage mich auch, ob es sich tatsächlich um einen "Grundschulvergleich" handelt.

Bayern ist eine unglaublich reiche Region. Da hätte ich gerne mal die Erhebung, mit wie vielen Nachhilfestunden hier die Eltern diese Glanzleistungen befördern.
Dass das Elternhaus in Deutschland entscheidet, welche Bildungschancen ein Kind erhält, dürfte sich einmal mehr bestätigen. Darüber hinaus wäre interessant, mal bestimmte Stadtteile z.B. in München mit z.B. Bremen zu vergleichen. Jede Wette, dass da ganz etwas anderes herauskommt.

50. In diese Richtung

Bayern ist eine unglaublich reiche Region. Da hätte ich gerne mal die Erhebung, mit wie vielen Nachhilfestunden hier die Eltern diese Glanzleistungen befördern.

Nein, Bayern leistet sich nur mit BaWü eine Art inoffiziellen Wettbewerb, wer die am tollsten qualifizierten Abiturienten ausspuckt. Und dieser Wettbewerb fängt halt schon extrem früh an, und wenn der die Oberstufe erreicht, wurde da im Vergleich zu den Stadtstaaten ein Vorsprung akkumuliert, der zwei Jahren entspricht. Ein Freund von mir aus BaWü plauderte ein bisschen aus dem Nähkästchen, wie es bei ihm auf dem Gymnasium Bildungsflüchtlingen aus Berlin erging, die nach Baden kamen, von denen diejenigen, die nicht freiwillig eine oder zwei Klassen wiederholten, es später bereuten.

Wir müssen die Unterschiede einebnen, die GEW hat recht

"Dass das Elternhaus in Deutschland entscheidet, welche Bildungschancen ein Kind erhält, dürfte sich einmal mehr bestätigen."

Ja sicher, und zwar nicht wegen Nachhilfestunden, die reiche Eltern bezahlen können. Intelligente Eltern haben intelligente Kinder und verdienen mehr, so einfach ist das.
Biologie an sich ist schon menschenverachtend, finde ich.

Die Gegenaufklärung macht Fortschritte

"Ich hatte eigentlich gehofft, dass wir diese Art von Vulgäreugenik hinter uns gelassen haben."

Da hofften Sie vergebens, während sich die Wissenschaft beinahe einig ist, hat die Diskussion in der Bevölkerung noch nicht einmal begonnen. Zaghafte Versuche wurden bisher immer massiv abgewehrt. Aber die Diskussion wird kommen, es sei denn, die Meinungsfreiheit würde abgeschafft. Und die Wissenschaft gleich mit.

"Ich möchte an dieser Stelle allerdings fragen: Woher haben Sie diese starke These? Irgendwelche Studien, die Ihre Behauptungen belegen?"

Das ist keine starke These und schon gar nicht neu oder überraschend. Studien gibt es jede Menge, aber was soll es denn bringen, wenn ich Ihnen die präsentiere? Dutzende Artikel, Bücher, Studien könnte ich Ihnen liefern, aber Sie nicht von Ihren Vorurteilen abbringen. Die meisten Menschen akzeptieren neue Meinungen erst, wenn sie gesellschaftlich anerkannt sind. So ist der Mensch, auch das ist genetisch, so funktioniert "soziale Versklavung", wir sind nun mal soziale Wesen. Deshalb hat es auch die Aufklärung so schwer.

Da hätte ich dann

schon gerne ein paar Vorschläge von Ihnen gehört, da Sie das ja offenbar zu wissen glauben.

Ja, also warum? Weil Bayern intelligente Leute aus allen möglichen Regionen anzieht, weil es da fönbedingt bis zu 100 Sonnenstunden im Jahr mehr gibt und man im Winter Skifahren gehen kann? Weil es mangels Meer kein Werftensterben gab?

Darüber sind vermutlich bereits viele Bücher geschrieben worden, die man ja lesen kann wenn man will.

Vorschlag.

"Studien gibt es jede Menge, aber was soll es denn bringen, wenn ich Ihnen die präsentiere? Dutzende Artikel, Bücher, Studien könnte ich Ihnen liefern, aber Sie nicht von Ihren Vorurteilen abbringen."
--
> vielleicht kann Ihre Literatur den durchschnittlichen "Gutmenschen" nicht von seinen "Vorurteilen" abbringen, aber, bitte, wer "Dutzende Artikel, Bücher, Studien" zu kennen vorgibt und behauptet, die Wissenschaft sei sich bezüglich der eigenen Behauptungen einig, der sollte doch wenigstens ein paar davon liefern. Gönnen Sie uns das Vergnügen.

Vorschlag: von Ihnen kommen fünf Vorschläge (Sarrazin ziehe ich ab, bleiben also vier Links zu satisfaktionsfähigen Artikeln oder Abstracts. Von "Dutzenden" zu vier, das kann nicht zuviel verlangt sein.

Regression zur Mitte

In einem Punkt muss ich Sie korrigieren:

Der Statistiker weiß von der Regression zur Mitte. D.h. überdurchschnittlich intelligente Eltern haben eben nicht automatisch auch überdurchschnittlich intelligente Kinder.

http://de.wikipedia.org/w...

"[...] das Phänomen, dass nach einem extrem ausgefallen Messwert die nachfolgende Messung wieder näher am Durchschnitt liegt, falls der Zufall einen Einfluss auf die Messgröße hat."

Es gibt ja übrigens auch Länder, in denen das Bildungsniveau der Eltern nicht einen so erheblichen Einfluss auf die Bildungschancen ihrer Kinder hat wie bei uns. Soweit ich weiß, wird Deutschland dessenthalben ja auch immer wieder gerügt.

Biologie ist das Eine, aber eine Gesellschaft sollte doch auch mehr Möglichkeiten haben, als sich dem rein biologischen Determinismus zu unterwerfen.

Ergänzung

Ob es als Ursache für den "Reichtum" herhält, weiß ich nicht, aber ich erlaube mir dezent darauf hinzuweisen, dass Bayern (und auch BW) viele Jahre lang vom Länderfinanzausgleich profitiert hat. Auch wenn das die Bajuwaren gar nicht so gerne hören, denn der "Reichtum" ist ja bekanntlich einzig und allein den fleißigen Bayern zu verdanken und nicht dem "Braindrain", der seit über 20 Jahren zumindest aus Ostdeutschland die besten Köpfe abzieht.

Kann man lesen, sollte man aber lieber nicht

"Vorschlag: von Ihnen kommen fünf Vorschläge (Sarrazin ziehe ich ab, bleiben also vier Links zu satisfaktionsfähigen Artikeln oder Abstracts. Von "Dutzenden" zu vier, das kann nicht zuviel verlangt sein."

Dann biete ich Ihnen für den Anfang Dieter E. Zimmer an, der ist "satifaktionsfähig" und gibt einen guten Überblick. Da er viel für die Zeit geschrieben hat, kann man ihn auch als guter Mensch beruhigt lesen:

http://www.amazon.de/Ist-...

Auch satifaktionsfähig, also nicht als politisch unkorrekt verfemt, sind Rost und Rindermann, allerdings hat auch Rindermann eine kleine Affäre hinter sich, als er des Rassismus beschuldigt wurde:

http://www.dradio.de/dkul...

Wen es interessiert, kann sich die vorhersehbaren Reaktionen googeln.

http://www.focus.de/wisse...

Sehr spannend hat Uli Kulke das Thema unter dem Aspekt der DDR-Pädagogik abgehandelt:

http://www.achgut.com/dad...

Hier wird es schon böse, das sollten alle guten Menschen keinesfalls lesen, Finger weg:

http://www.angelfire.com/...

Warnen muss ich auch vor Rushton, Lynn, Vanhanen!

Dem Entdecker ist alles zuzutrauen

"In einem Punkt muss ich Sie korrigieren:

Der Statistiker weiß von der Regression zur Mitte. D.h. überdurchschnittlich intelligente Eltern haben eben nicht automatisch auch überdurchschnittlich intelligente Kinder."

Sie korrigieren mich nicht, selbstverständlich gibt es keinen Automatismus. Aber die statistischen Zusammenhänge sind eindeutig.

Übrigens, wer hat eigentlich die "Regression zur Mitte" entdeckt??

Gelesen?

Ich habe nicht den Eindruck, dass Sie meinen Kommentar tatsächlich gelesen haben. Vom Wikipediaeintrag ganz zu schweigen - in diesem wird Ihre Frage beantwortet. Dass Intelligenz zu einem Großteil erblich ist, bedeutet noch lange nicht, dass intelligente Eltern automatisch intelligente Kinder haben, und bedeutet schon gar nicht, dass man einem Teil der Kinder bewusst Bildungschancen vorenthält, nur weil ihre Eltern vielleicht nicht ganz so schlau sind.

Krampfhafte Miesmacherei

Danke, jetzt haben Sie meinem Selbstbewußtsein nochmal einen ordentlichen Schub verpaßt, habe ich doch ein bayerisches Abitur ohne Nachhilfe und ohne Ehrenrunden. Nach Ihren Ausführungen darf ich mich jetzt für einen absoluten Überflieger halten. Wie habe ich das nur geschafft?

Doch halt! das waren ja noch ein ganze Reihe anderer in meiner Klasse, die mit mir angefangen und mit mir absolviert haben.

Ach ja. War wieder nichts.

Soll ich jetzt mal kurz lachen?

Ich wöhne in einer Metropolregion, die ungefähr die Einwohnerzahl von Bayern, auf rund einem Zehntel der Fläche hat.
Jetzt kommen Sie mir mit ihrem 4.ten Platz von Bayern im "Urbanisierungsgrad". Hierbei haben die "Metropolregionen" von Bayern jeweils eine durchschnittliche Einwohnerzahl pro Quadratkilometer, die ganz klar unter dem Bundesdurchschnitt liegt.

Bayreuth und Bamberg sind halt Kleinstädte, in denen zufällig eine Universität beheimatet ist. Na und?
Eine Unversität hebt eher die soziale Struktur der Einwohner dieser Stadt, als dass diese zu den typischen Problemen einer Großstadt führen würden.

War auf der Dorfschule in der Oberpfalz...

In den ersten vier Jahren waren wir an die 40 Schüler in der Klasse. In der sechsten sogar mal 42. Also, Birne mit Apfel verglichen, und die Birne war wohl trotzdem nicht schlechter als der Apfel.
Ich persönlich denke, dass es eher an der Umwelt liegt. Ich habe mit meinen Freunden mit 12-14 noch Baumhäuser und Seifenkisten gebaut und nicht auf dem Spielplatz mit Drogen gedealt, was ich bei nur unwesentlich älteren Schulkindern in Neukölln jetzt durchaus beobachten kann.
Natürlich sind die Bayern nicht genetisch klüger oder sonst etwas - das ist Quatsch. Aber diese Statistik mit immerhin 30 000 getesteten Schülern ist doch nur eine von vielen Statistiken, die immer und immer wieder das gleiche zeigen.
Es ist nicht meine Aufgabe, die Gründe dafür zu finden, aber das immer weiter kleinzureden, nur weil dabei der nationale Nationalstolz darunter leidet (ein anderer Grund fällt mir für diese Ignoranz nicht ein) kann das nicht lösen.
Heute darf doch kein Kind mehr durchfallen - da kommen dann gleich Eltern samt Anwalt. Bei uns ist auch mal ein Klassenkamerad in der 3ten durchgefallen, so dass man frühzeitig eingreifen konnte und ein Sonderlehrer gezielt eine diagnostizierte Legastenie durch Übungen bekämpfen konnte.

Kenn ich auch.

Ja, das haben wir auch schon im Bekanntenkreis erfahren, und zwar mit gleichaltrigen Kindern aus NRW. Die Eltern kriegen ganz große Augen, dass unsere Münchner Gymnasiasten auch in der Fünften schon über 30 Schulstunden haben und nebenher auch noch privat Sport und/oder Musik machen. Da können einem die bayrischen Kinder entweder leidtun, oder man richtet das Augenmerk auf das, was eben ein Leistungsgefälle ausmacht. Ist halt eine Frage der Prioritäten.

Alles eine Frage der Einstellung

Oder die Eltern buttern in die Kinder, was eben der Geldbeutel hergibt, und nicht in große Autos, modernste Einfamilienhäuser und Fernreisen, und halten sie darüber hinaus auch noch an, sich zu bilden und zu lernen als DAS Lebenskapital.
Einstellungsfrage.

Glauben Sie denn, dass man als Bayer kraft Länderzugehörigkeit automatisch auf Rosen gebettet ist?

Umwelteinflüsse

Es ist interessant, dass die Lesefähigkeit der Kinder in dicht besiedelten Städten schlechter ist als auf dem Land. Das ist sicherlich nicht nur ein Resultat der Politik, sondern hat auch etwas mit Reizüberflutung zu tun. Lärm, große Mengen an "Junktext" und viele gleichzeitig auftretende Ereignisse sind offensichtlich eine besondere Herausforderung und schränken die Konzentrationsfähigkeit der Kinder ein.

Leistung der Kinder hängst auch von sozialen Umfeld ab.

Sie, wie viele Andere auch, machen hier den Fehler die Kinder isoliert vom sozialen Umfeld zu betrachten. Es geht dabei weniger um "Reizüberflutung", dass kann man auf dem flachen Land, dankt Fernsehen und Spielkonsolen, auch dort hinbekommen, sondern um Stress, der sich von den Eltern auf die Kinder überträgt. Sei es die eigene Existenzangst der Eltern oder auch die Befürchtung, dass die Kinder ohne Gymnasium und Abitur keine Chance haben werden.

Man sollte bei dem Spiel niemals vergessen, dass wir dank der riesigen Agrar-Subventionen in Deutschland eine genau umgekehrte Situation zu den anderen Staaten außerhalb Europas haben: Bei uns sind die ländlichen Regionen relativ wohlhabend und besser aufgestellt, als die Großstädte. Wenn man sich die Einkommensverteilungen z.B. auf DEStatis anschaut, da kann man schon ins grüblen kommen, warum gerade in den Regionen, in denen bezogen auf Industrie und der landwirtschaftlichen Güte der Region eigentlich Armut herrschen müßte, das Durchschnitteinkommen gut über dem Bundesdurchschnitt liegt.

Der Landmann...

"Wenn man sich die Einkommensverteilungen z.B. auf DEStatis anschaut, da kann man schon ins grüblen kommen, warum gerade in den Regionen, in denen bezogen auf Industrie und der landwirtschaftlichen Güte der Region eigentlich Armut herrschen müßte, das Durchschnitteinkommen gut über dem Bundesdurchschnitt liegt."
An der von Ihnen ins Spiel gebrachten "Agrarsubvention" liegt's jedenfalls nicht, denn auch "auf dem Land" arbeiten die wenigsten in der Landwirtschaft...grübeln Sie mal weiter und teilen Sie uns Ihre Ergebnisse mit!