UmfrageEin Drittel der Grundschüler leidet unter Stress

Stress ist kein Privileg von Erwachsenen: Laut einer Umfrage klagen bereits Zweit- und Drittklässler darüber. Besonders zu leiden haben sie unter der Schule. von dpa und dapd

Schülerin in ihrem Klassenzimmer in Hamburg

Schülerin in ihrem Klassenzimmer in Hamburg  |  © Daniel Reinhardt/dpa

Stress in der Grundschule? Glaubt man neuen Zahlen, ist dies für viele Realität. Die Grundlage für diese Behauptung liefern die Schüler: Für eine Umfrage des Deutschen Kinderschutzbundes wurden knapp 5.000 von ihnen im Alter zwischen sieben und neun Jahren befragt.

Demnach klagt jeder dritte Zweit- und Drittklässler über Stress. Bereits ein Viertel von ihnen fühlt sich oft oder sogar sehr oft gestresst. Zwei Drittel dieser Kinder leiden dabei vor allem unter der Schule . Dazu zählten etwa Hausaufgaben oder Tests. 21 Prozent belastete Ärger, Streit und Reibereien. "Mädchen fühlen sich durch Streit mit anderen viel häufiger gestresst als Jungs", erläuterte die Studienleiterin Anja Beisenkamp.

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Gleichzeitig birgt die Studie auch gute Nachrichten: Entgegen vieler Vorurteile haben Sieben- bis Neunjährige ein überraschend ausgeprägtes Gesundheitsbewusstsein. So gaben etwa 90 Prozent der Befragten an, eine gesunde Ernährung und Bewegung seien wichtig. Wichtig ist dabei allerdings, woher sie die Informationen erhalten.

Freunde, Fernsehen und Werbung

"Das Gesundheitsbewusstsein der Sieben bis Neunjährigen wird vor allem durch verlässliche Informationen aus der Schule, von Ärzten und aus dem Internet geprägt", erklärt Beisenkamp. Freunde, Fernsehen und Werbung üben dagegen einen negativen Einfluss aus: Je mehr Kinder ihr Wissen über Gesundheit aus diesen Quellen beziehen, desto niedriger ist ihr Gesundheitsbewusstsein und desto ungesünder ihr Verhalten.

Alarmierend war allerdings, dass einige Kinder nicht gut versorgt werden. Acht Prozent sagten, sie erhielten nie ein Frühstück vor Schulbeginn. Sogar zehn Prozent der Schüler gaben an, sie bekämen nicht jeden Tag eine warme Mahlzeit.

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Leserkommentare
    • Moika
    • 21. November 2012 17:10 Uhr

    Zitat: "... wir sollten die Kinder nicht zu unfreien Lohnsklaven bereits in der Grundschule erziehen,..."

    Entschuldigung, aber wir befinden uns hier in Deutschland. Wo haben Sie denn diese abstrusen Erkenntnisse her?

    Antwort auf "Typische Kommentare"
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    • S0T86
    • 21. November 2012 17:18 Uhr

    Dann hinterfragen Sie doch mal, wie viel in der Schule mit Blick auf zukünftige Jobs getan wird und wie wenig zur Selbstentfaltung und sie können sich ihre Frage selbst beantworten.

    In der Universität ist es durch Bologna das Gleiche.

    • S0T86
    • 21. November 2012 17:15 Uhr

    Danke für Ihren differenzierten Kommentar. Aber ihr Urteil über Philosophie ist nicht zutreffend. Zur Philosophie gehört "Logik". Aus der Mathematik kann man die Logik deshalb ohne Problem in dieses Fach ausgliedern.

    Wenn Sie mir nicht glauben, können Sie gerne nachforschen, dass Aristoteles die Logik und Bedeutungstheorie wesentlich vorangebracht hat. Nicht umsonst wird auch dieser Teilbereich in den Universitäten gelehrt, vor allem die Aussagenlogik, die Prädikatenlogik und die Mengenlehre. Philosophen wie Russell, Frege, Kant und Whitehead haben ihren Teil dazu beigetragen.

    Auch die Mathematik hat ihren Ursprung in der Philosophie, ebenso wie Biologie, Physik, Astrologie, Antrhopologie etc. Mithilfe der Philosophie bekommt man einen Überblick, der sonst sträflich fehlt. Was man gelehrt bekommt muss man auch verstehen können. Wie ich mich zurückerinnere wusste ich bei vielen Dingen nicht, WARUM ich sie überhaupt lerne. Da ist, glaube ich, ein Grundproblem. Etwas ergibt nur Sinn, wenn man weiß, warum man es tut. Seit ich weiß, warum ich Dinge tue, bin ich auch gerne Mal autodidaktisch unterwegs.

    5 Leserempfehlungen
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    • lxththf
    • 21. November 2012 17:31 Uhr

    mathematische Logik, Quantorenlogik (ich hatte das Vergnügen im Studium) und philosophische Logik sind sehr verschiedene Dinge.
    Sie haben Russel erwähnt. Ich las sein Buch "Das ABC der Relativitätstheorie" und das unterstreicht es. Sie sehen in ihm einen Philosophen, ich einen Mathematiker/Physiker, der sich auch für Philosophie begeistern konnte (konnte Einstein auch).
    Das "Warum lerne ich das jetzt"? Ist natürlich eine interessante Frage, aber man darf einfach nicht erwarten, dass diese Frage bereits in so jungen Jahren erfolgreich und plausibel beantwortet werden kann. In gewisser Weise setzen Sie Kinder noch viel mehr unter Druck, als der vorgegebene Lehrplan, denn Sie fordern eine Sicht und Einsicht, die selbst viele Studenten noch nicht erlangt haben und das Ganze dann schon im Grundschulalter?
    Die Frage des Warum erschließt sich meist erst später im Leben und ich bin im nachhinein froh, diverse Dinge während der Schulzeit gelernt zu haben, die mir damals gelinde gesagt am A... vorbeigegangen sind.
    Allgemeinbildung ist etwas, was mit Stress verbunden sein wird, aber sich irgendwann im Leben definitiv auszahlt und sei es einfach, dass man zu Themen eine Meinung entwickeln kann, für die man sich normal vielleicht nicht so interssiert.
    Kinder brauchen klare Strukturen und Muster und wenn man diese zu sehr vereinfacht, dann verlieren sie sich. Sie haben Russel erwähnt. Ein brillianter Mann, weil er verknüpfte, was sich viele nicht vorstellen konnten. Mathe und Deutsch.

    ... Teil der Philosophie ist, ist klar.

    Aber es geht doch darum, den Kindern die Grundzüge logischen Denkens zu vermitteln. Und das geschieht im klassischen Mathematikunterricht mit konkreten Anwendungen bestimmt besser als durch Betrachtung doch recht abstrakter philosophischer Aussagen (die wunderbar ästhetisch sind, aber einfach noch nichts für Grundschulkinder und über die reden wir hier).
    In meiner Schulzeit hat man versucht, mit der Mengenlehre in der Grundschule noch vor den Zahlen zu starten. Es hat mir nichts geschadet, aber das Experiment war wohl nicht der Hit: Man hat es wieder sang- und klanglos in der Schublade verschwinden lassen.

    Und natürlich ist es gut, wenn Kinder wissen, weshalb sie etwas lernen und Lehrer sollten sich darum sehr bemühen. Aber viele Zusammenhänge können viele Kinder einfach noch nicht erfassen.
    Da braucht es eines: das Vertrauen (bei Schülern und Eltern), dass die Schule tatsächlich das Richtige tut.

    • S0T86
    • 21. November 2012 17:18 Uhr

    Dann hinterfragen Sie doch mal, wie viel in der Schule mit Blick auf zukünftige Jobs getan wird und wie wenig zur Selbstentfaltung und sie können sich ihre Frage selbst beantworten.

    In der Universität ist es durch Bologna das Gleiche.

    Antwort auf "Ideologie zum...."
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    • lxththf
    • 21. November 2012 17:35 Uhr

    ist eine Sache für sich, da sie m.M.n. die Universität, die Hochschule in eine normale Schule verwandelt, bei der nicht eigenständiges Wissen generiert wird, sondern vielmehr nur Wissen übernommen wird und das leider auch noch unter der Prämisse so viele Informationen wie möglich in möglichst kurzer Zeit zu sammeln und dann ungefilter, unreflektiert wiederzugeben. Eigentlich schade um die Universität.

    ... und Bildung sind kein Gegensatz (Schlimm, wenn's so wäre).

    Wenn ich einen schwachen Schüler befähige, sich im Leben selbstständig zurecht zu finden und einer sinnvollen Arbeit nachzugehen, dann tue ich das doch auch für ihn.

    Wie soll denn Selbstentfaltung konkret aussehen? Hartz-IV beziehen, auf dem neuesten Tablet-Rechner Bilder malen, die keiner sehen will und sie in Facebook einstellen? Da müssen wir schon ein bisschen konkreter werden. Insbesondere darauf, wer denn das ganze finanzieren soll.

  1. wenn Schüler nach der Grundschule lesen und schreiben könnten (letzteres vielleicht sogar fehlerarm - wir wollen nicht so vermessen sein und etwa fehlerfreises Schreiben erwarten) sowie die vier Grundrechenarten beherrschten.

    Von den mit diesem Rüstzeug ausgestatteten Schülern werden manche dann selbstbewußt und "aufgeklärt" (d.h. sie werden hoffentlich nicht unkritisch einer Ideologie anhängen) und andere nicht.
    That's life.

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Typische Kommentare"
    • lxththf
    • 21. November 2012 17:31 Uhr

    mathematische Logik, Quantorenlogik (ich hatte das Vergnügen im Studium) und philosophische Logik sind sehr verschiedene Dinge.
    Sie haben Russel erwähnt. Ich las sein Buch "Das ABC der Relativitätstheorie" und das unterstreicht es. Sie sehen in ihm einen Philosophen, ich einen Mathematiker/Physiker, der sich auch für Philosophie begeistern konnte (konnte Einstein auch).
    Das "Warum lerne ich das jetzt"? Ist natürlich eine interessante Frage, aber man darf einfach nicht erwarten, dass diese Frage bereits in so jungen Jahren erfolgreich und plausibel beantwortet werden kann. In gewisser Weise setzen Sie Kinder noch viel mehr unter Druck, als der vorgegebene Lehrplan, denn Sie fordern eine Sicht und Einsicht, die selbst viele Studenten noch nicht erlangt haben und das Ganze dann schon im Grundschulalter?
    Die Frage des Warum erschließt sich meist erst später im Leben und ich bin im nachhinein froh, diverse Dinge während der Schulzeit gelernt zu haben, die mir damals gelinde gesagt am A... vorbeigegangen sind.
    Allgemeinbildung ist etwas, was mit Stress verbunden sein wird, aber sich irgendwann im Leben definitiv auszahlt und sei es einfach, dass man zu Themen eine Meinung entwickeln kann, für die man sich normal vielleicht nicht so interssiert.
    Kinder brauchen klare Strukturen und Muster und wenn man diese zu sehr vereinfacht, dann verlieren sie sich. Sie haben Russel erwähnt. Ein brillianter Mann, weil er verknüpfte, was sich viele nicht vorstellen konnten. Mathe und Deutsch.

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Philosophie und Logik"
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    • S0T86
    • 21. November 2012 17:45 Uhr

    Sie mögen bis zu einem gewissen Grad recht haben. Mathemathik kann man nicht ganz verwerfen. Ich bin dennoch dafür, es angewandt mit Fragen der Physik zu verknüpfen, damit man wenigstens weiß, wofür man es tut.

    Die Grundkonstanten der Logik sind in der Prädikatenlogik enthalten. Sie ist sozusagen das Handwerkszeugs für die vielen Wissenschaftssysteme und eine bessere Antwort auf das "Warum", als sich abstrakt mit Stochastik zu beschäftigen.

    Wenn man mal ehrlich ist, ist das mathematische Wissen der Oberstufe bei nahezu jedem, der sie nicht beruflich weiterverfolgt hat, vollständig (oder zumindest annähernd) verloren gegangen. Bei mir zumindest. In der philosophischen Logik stecken dagegen genug Grundlagen drin. Das das wäre eine Detaildiskussion.

    Das Russell primär ein Philsoph ist, das steht außer Frage. Bei Frege hätte man ja noch mal diskutieren können.

    Der Kommentar wurde wiederhergestellt. Die Redaktion/sh

    • lxththf
    • 21. November 2012 17:35 Uhr

    ist eine Sache für sich, da sie m.M.n. die Universität, die Hochschule in eine normale Schule verwandelt, bei der nicht eigenständiges Wissen generiert wird, sondern vielmehr nur Wissen übernommen wird und das leider auch noch unter der Prämisse so viele Informationen wie möglich in möglichst kurzer Zeit zu sammeln und dann ungefilter, unreflektiert wiederzugeben. Eigentlich schade um die Universität.

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Realitäten"
    • S0T86
    • 21. November 2012 17:45 Uhr

    Sie mögen bis zu einem gewissen Grad recht haben. Mathemathik kann man nicht ganz verwerfen. Ich bin dennoch dafür, es angewandt mit Fragen der Physik zu verknüpfen, damit man wenigstens weiß, wofür man es tut.

    Die Grundkonstanten der Logik sind in der Prädikatenlogik enthalten. Sie ist sozusagen das Handwerkszeugs für die vielen Wissenschaftssysteme und eine bessere Antwort auf das "Warum", als sich abstrakt mit Stochastik zu beschäftigen.

    Wenn man mal ehrlich ist, ist das mathematische Wissen der Oberstufe bei nahezu jedem, der sie nicht beruflich weiterverfolgt hat, vollständig (oder zumindest annähernd) verloren gegangen. Bei mir zumindest. In der philosophischen Logik stecken dagegen genug Grundlagen drin. Das das wäre eine Detaildiskussion.

    Das Russell primär ein Philsoph ist, das steht außer Frage. Bei Frege hätte man ja noch mal diskutieren können.

    Der Kommentar wurde wiederhergestellt. Die Redaktion/sh

    Eine Leserempfehlung
  2. Diskussionsumfang.
    Was genau ist Stress in diesem Zusammenhang - keine Information im Artikel. Stresssymptompe - Fehlanzeige.
    Damit hat sich die Diskussion darum eigentlich schon fast erledigt.

    Das aber Kinder auch Stress haben, ist unbestritten. Z.B. Teststress - das Phänomen, bei Tests und dergleichen das Erlernte nicht mehr adäquat, wenn überhaupt, wiedergeben zu können, obwohl es in anderer Umgebung durchaus normal von sich gegeben werden kann.

    Und der Artikel sagt hier auch nicht, aus welchen Faktoren sich Stress zusammensetzt. Ist Schule Auslöser oder Symptom des Stresses.

    Naja, ich wünsche allen in diesem Umfeld einfach einen entspannteren Umgang und, falls es systemimanent sei, ein Aufstand der LehrerInnen. Aber darauf darf man wohl getrost warten bzw. es gänzlich als Utopie abtun.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, dapd, kg
  • Schlagworte Umfrage | Alter | Arzt | Fernsehen | Frühstück | Gesundheit
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