Bildungsstudie : Deutschlands Grundschüler im oberen Drittel

Deutsche Viertklässler können sich im internationalen Vergleich behaupten: Im Lesen und Rechnen liegen sie im oberen Drittel. Bei der Bildungsgerechtigkeit hakt es.
Viertklässler in der John-F.-Kennedy-Schule in Berlin (Archiv) © Sean Gallup/GettyImages

Die Leistungen von Deutschlands Grundschülern liegen beim Lesen, Rechnen und in den Naturwissenschaften im internationalen Vergleich im oberen Drittel. Die Viertklässler erreichten in aktuellen Grundschultests Werte über dem OECD- und dem EU-Durchschnitt, wie aus den Grundschul-Studien IGLU und TIMSS hervorgeht . Etwa jedes fünfte Kind hinkt allerdings mit seinen Leistungen hinterher.

Die Ergebnisse bestätigen laut den Autoren der Studie das Leistungsniveau ähnlicher Untersuchungen aus den Jahren 2001 und 2007. Kinder mit Migrationshintergrund verbesserten dabei in allen drei Bereichen ihre Leistungen. Dennoch sei der Vorsprung der Kinder aus Familien ohne Migrationshintergrund weiterhin erheblich, schreiben die Autoren.

"Deutschlands Grundschüler sind international auf einem sehr guten Stand", sagte Studienleiter Wilfried Bos bei der Vorstellung der Ergebnisse. "Wir haben unsere hohe Position halten können." Allerdings gebe es auch deutliche Anteile von Kindern, die in den drei Bereichen so schlecht seien, dass sie in der Sekundarstufe I Probleme bekommen dürften. In Mathematik waren dies 2011 knapp 20 Prozent. Auch gebe es im internationalen Vergleich teils weniger Kinder in der obersten Kompetenzstufe. Nur 5,2 Prozent verfügen über Kompetenz der obersten Stufe. In England beläuft sich deren Anteil auf 18 Prozent, auch in Dänemark sind es deutlich mehr. "Das veranlasst einen zur Sorge. Wir vergeuden unsere Talente", sagte Bos.

Beim Lesen sank der Anteil von Schülern mit besonders schlechten Leistungen leicht von 16,9 Prozent im Jahr 2001 auf nun 15,4 Prozent. 9,5 Prozent schnitten besonders gut ab; im Jahr 2001 waren es 8,6 Prozent. Den Ergebnissen zufolge lesen immer mehr Kinder gern und oft. Nie außerhalb der Schule lesen nur 11 Prozent. An der Spitze liegen bei Lesen und Textverständnis die Schüler aus Hongkong . Sie sind darin ein gutes halbes Schuljahr weiter als deutsche Zehnjährige.

Sozial bessergestellte Kinder haben bessere Leistungen

Bei den Naturwissenschaften liegt Deutschland hinter Tschechien und Finnland im obersten Leistungsdrittel. Hier haben laut den Autoren der Studie 22 Prozent der Grundschüler niedrige Leistungen. Die Ergebnisse ließen Schlimmes in der Sekundarstufe I befürchten, sagte Bos. Der höchsten Kompetenzstufe seien nur 7,1 Prozent zuzuordnen. "Zufriedenstellend ist es sicherlich nicht, dass wir da die Luft nach oben nicht optimal ausschöpfen."

Wie in allen der 45 teilnehmenden Länder erzielen bei der Studie Kinder aus sozial bessergestellten Familien höhere Leistungen. Hier liege Deutschland international im Mittelfeld. Zudem zeige sich, dass die Wahl der weiterführenden Schule nicht nur von den Leistungen der Schülerinnen und Schüler abhängig sind, sondern auch von ihrem sozialen Hintergrund. "Ein Kind von einem Professor oder einem Chefarzt hat eine 4,7-fache Chance zur Gymnasialempfehlung im Vergleich zu einem Facharbeiter", sagte Bos.

KMK-Präsident fordert Ausbau der Ganztagsschulen

Der Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK), Hamburgs Schulsenator Ties Rabe ( SPD ), machte für das hohe Niveau auch die Anstrengungen der Länder in den vergangenen Jahren verantwortlich. Er sprach von einem kraftvollen Ausbau der Sprachförderung. "Jetzt gilt es, die Sprachförderung nachzujustieren." Zudem müsse die Lehrerbildung gestärkt werden. Die Ganztagsschulen müssten ausgebaut werden, allerdings so, dass die Zeit auch für gute Bildung genutzt werde.

Die Staatssekretärin im Bundesbildungsministerium , Cornelia Quennet-Thielen, sagte, sie freue sich besonders, dass Kinder mit Migrationshintergrund in allen Bereichen deutlich besser abgeschnitten hätten. "Gleichwohl zeigt auch diese Studie: Wir müssen noch besser werden." Rund 20 Prozent an Schülerinnen und Schülern, die den Mindestanforderungen nicht gewachsen seien, seien zu viele.

Für die Studie wurden im Frühjahr 2011 rund 4.000 Schüler an rund 200 zufällig ausgewählten deutschen Grund- und Förderschulen getestet. Die IGLU-Studie untersucht Leseverständnis, Einstellung zum Lesen und ihre Lesegewohnheiten von Schülern am Ende der Grundschulzeit. Bei der TIMSS-Studie werden mathematische und naturwissenschaftliche Kompetenzen untersucht.

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Kommentare

63 Kommentare Seite 1 von 7 Kommentieren

Sozial bessergestellte Kinder haben *besser* Leistungen

Sollte das jetzt Ironie sein?

Zum Thema: "sondern auch von ihrem sozialen Hintergrund"

War da nicht erst ein Artikel in der ZEIT in dem eine Frau, die 30 Jahre kein Wort deutsch sprach, für das Großziehen von fünf Kindern unreflektiert gelobt wurde?

Zaunpfahl und so ...

(Wer zu viele Kommas findet, darf sich eins nehmen)

Ja - und zwar hier:

http://www.zeit.de/gesell...

Zitat: "Ein Gericht zwingt eine türkische, analphabetische Frau zum Deutschkurs. Was bringt das dem Staat? Warum kann man sie nicht einfach in Ruhe lassen?"

Das spricht doch Bände! Unzumutbar, dass man sich selbst in diesem Alter noch auf die Schulbank begeben soll!

In anderen Ländern, auf anderen Kontinenten soll es Menschen geben, die stolz und froh sind, in diesem Alter noch lernen zu dürfen, weil sie vorher dazu keine Möglichkeit hatten. Bei uns gilt das offenbar als Zumutung. Das macht nachdenklich.

Zum Thema Integration von Randgruppen (was auch immer man darunter versteht) kam erst am Sonntag im Weltspiegel ein interessanter Bericht. Auch da war eines der Kernthemen der Zusammenhang zwischen Bildung und Integration.

http://www.daserste.de/in...

Warum Hongkong?

Sind Hongkongs Schulen so viel besser?
Ich tippe mal auf Nein.

Die Leistungen der Schüler lassen nämlich keinen direkten Rückschluss auf die Qualität des Schulsystems zu.

Dazu müsste man den Durchschnitts IQ der Schüler mit in Betracht ziehen.
Und da gibt es ein starkes Statt-Land-Gefälle.
Auch deshalb liegt Hongkong mit 108 an der Weltspitze, während sich Deutschland mit 99 im Mittelfeld befindet.

Nun ist der IQ aber ein hoch brisantes, ja politisch fast schon unkorrektes Thema.
Aussagekäfige Informationen sind selbst im Internet nur mühsam zu finden.
Die moralische Lehre von der Gleichheit der Menschen hat hier Vorrang vor wissenschaftlichen Untersuchungen.

Trotzdem kann es nicht schaden, zu wissen, dass die schulischen Leistungen alleine, nur ein ungenauer Parameter für die Qualität eines Schulsystems ist.

IQ ist nur, was der IQ-Test misst, oder so ähnlich

"Auch deshalb liegt Hongkong mit 108 an der Weltspitze, während sich Deutschland mit 99 im Mittelfeld befindet."

Es gibt recht viele Publikationen zum Thema IQ, z.B. auch eine Studie der Bundeswehr ihrer Rekruten: Bremen IQ 93, Mecklenburg Vorpommern 98, Bayern 102, Brandenburg 97…
Aber wenn man keinen Ärger bekommen möchte, sollte man besser das sagen, was fast alle sagen: Die Menschen sind intellektuell gleich von ihren biologischen Voraussetzungen, leider verderben Eltern, Schule, Gesellschaft die Kinder, so dass wir beachtliche Unterschiede beobachten müssen. Und so kommt es zu den IQ-Klassen, polemisch ausgedrückt, 5 % erfinden Maschinen, 25 % bauen Maschinen und 70 % bedienen Maschinen. Wenn wir endlich ein gerechtes Regime in Deutschland haben, können alle Kinder gleich gut lesen und rechnen, machen alle Abitur, und die schönen Stellen werden ausgelost.

Alle Menschen sind *nicht* gleich

"Aber wenn man keinen Ärger bekommen möchte, sollte man besser das sagen, was fast alle sagen: Die Menschen sind intellektuell gleich von ihren biologischen Voraussetzungen"

Das ist klar falsch. Die Menschen sind *durchschnittlich* intellektuell gleich. Eineiige Zweillinge haben einen deutlich ähnlicheren IQ als normale Geschwister, die Kinder von Eltern mit hohem IQ haben typischerweise auch einen hohen IQ, und die meisten Kinder von Eltern mit überdurchnittlichem mathematischen Veständnis haben ein überdurchschnittliches mathematisches Verständnis.

"Leider verderben Eltern, Schule, Gesellschaft die Kinder, so dass wir beachtliche Unterschiede beobachten müssen."

Hier stimme ich Ihnen zu. Kinder, die gelernt haben, keine Fragen zu stellen (oder auf Fragen keine Antwort zu bekommen), bleiben von den intellektuellen Leistungen deutlich hinter ihren Möglichkeiten zurück.

Zum Rekruten-Ranking

Solche Samples sind natürlich nicht repräsentativ. Im eher ländlich geprägten, konservativen Bayern werden sicherlich mehr vergleichsweise intelligente junge Männer zum Bund gegangen sein als im eher urbanen Bremen. Da der IQ der Nichtwehrdienstleistenden generell im Durchschnitt höher gewesen sein dürfte, zumal Abiturienten in der Vergangenheit weit unterdurchschnittlich zum Bund gingen, wobei gleichzeitig Schulleistung und IQ signifikant korrelieren, ist der Vergleich per se schief. Man müsste schon repräsentative Samples einer Alterskohorte und nicht nur die Rekruten vergleichen, um Aussagen über regionale Differenzen bei den Durchschnitts-IQs treffen zu können. Ein Vergleich von Bundis ist daher wertlos.

Das wage ich gar nicht zu denken

"Die Menschen sind *durchschnittlich* intellektuell gleich. Eineiige Zweillinge haben einen deutlich ähnlicheren IQ als normale Geschwister, die Kinder von Eltern mit hohem IQ haben typischerweise auch einen hohen IQ, und die meisten Kinder von Eltern mit überdurchnittlichem mathematischen Veständnis haben ein überdurchschnittliches mathematisches Verständnis."

Verdammt, ich habe das anders gelernt, wurde ich beschwindelt? Mir hat man beigebracht, dass die Menschen biologisch in etwa gleich sind, bis auf Äusserlichkeiten wie z.B. die Nasengröße. Aber es kann nicht stimmen, was Sie da schreiben, denn dann hätten ja die Sarrazinisten recht. Und Rindermann, Rost, Rushton, Hernstein, Murray, Weiss und E. Zimmer gleich mit, kein schöner Gedanke.

Sarrazins?!

Ich bin mir nicht sicher, ob sie beschwindelt wurden, vielleicht haben sie nur nicht richtig aufgepasst. Menschen SIND unterschiedlich. Das ist allgemein anerkannt. Daraus jetzt aber eine kausalen Zusammenhang mit der Richtigkeit von Herrn Sarrazins Thesen abzuleiten ist für mich nicht nachvollziehbar. Aber ich wurde zu dieser Thematik auch nicht angeschwindelt und hatte somit lange Zeit mir ein eigenes Bild zu machen.

Wichtig zu diesem Thema ist eigentlich:
Wir brauchen ausbildungsfähige Kinder und andere Länder bekommen mehr Leistung aus den Migrantenkindern heraus. Deutschland wird aber auch besser... weiter so, aber auch mal bei den besseren Nachbarn lünkern!

Unterschiede scheint es zu geben, aber nur ein bisschen

"Ich bin mir nicht sicher, ob sie beschwindelt wurden, vielleicht haben sie nur nicht richtig aufgepasst. Menschen SIND unterschiedlich. Das ist allgemein anerkannt."

Es ist allgemein anerkannt, dass Menschen angeborene Intelligenzunterschiede haben? Dann haben Sie wohl die vielen Diskussionen z.B. in der Zeit und der FAZ nicht aufmerksam verfolgt. Wahr ist, dass eine Reihe von Wissenschaftlern das behaupten und auch nur die, die sich trauen, der Rest schweigt lieber und aus guten Grund. Dass Persönlichkeitsunterschiede genetisch determiniert sein sollen, die Intelligenz gehört zu den Big Five, ist ganz und gar nicht "allgemein anerkannt". Aufgepasst habe ich schon beim Studium, aber lachen durfte ich meiner Psychologielehrerin nur in der Pause - über die soziale Determiniertheit des Menschen, die sie uns gerade politisch korrekt gelehrt hatte, lehren musste.

Persönlichkeit und Intelligenz

"Es ist allgemein anerkannt, dass Menschen angeborene Intelligenzunterschiede haben? Dann haben Sie wohl die vielen Diskussionen z.B. in der Zeit und der FAZ nicht aufmerksam verfolgt."

Natürlich gibt es angeborene Intelligenzunterschiede. Zu diesem Schluss sollte wohl jeder halbwegs vernünftig denkende Mensch selber kommen. Ansonsten dürfte es Kinder, die sich trotz guter Förderung mit dem Lernen schwer tun, gar nicht geben.
Dadurch wird aber nicht behauptet, dass sich Unterschiede im IQ nur genetisch erklären ließen - was wohl auch unzutreffend wäre.

Dass Persönlichkeitsunterschiede genetisch determiniert sein sollen, die Intelligenz gehört zu den Big Five, ist ganz und gar nicht "allgemein anerkannt"."

Seit wann gehört Intelligenz zu den Big Five? Dazu gehören Offenheit (die mit Intelligenz korrelieren dürfte, aber dennoch nicht dasselbe ist), Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Verträglichkeit und Neurotizismus.
Und auch Persönlichkeitsunterschiede werden durch die Gene beeinflusst. So korrelieren Big-Five-Eigenschaften (wie Extraversion) mit steigenden Verwandtschaftsgrad von Personen höher.

@36 paulaner: Inelligenz-Gen?

Sie schreiben: "Dass Persönlichkeitsunterschiede genetisch determiniert sein sollen, die Intelligenz gehört zu den Big Five, ist ganz und gar nicht "allgemein anerkannt"."

Richtig. Und das ist wiss. auch in Ordnung. Das ändert sich auch nicht, wenn sie in einer Endlosschleife bei jeder Gelegenheit Sarrazin retten wollen. Ohne mich auf eine Endlos-Sinnlos-Diskussion mit ihnen einzulassen, die schon x-mal geführt wurde:Da gibt es nichts zu retten.

Intelligenz ist eine Persönlichkeitseigenschaft

"Seit wann gehört Intelligenz zu den Big Five? Dazu gehören Offenheit (die mit Intelligenz korrelieren dürfte, aber dennoch nicht dasselbe ist), Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Verträglichkeit und Neurotizismus."

Nicht nur die Offenheit korreliert mit Intelligenz, hier gibt es eine lesenswerte Untersuchung der Wechselwirkung von Intelligenz und den Big Five, trennen kann man sie nicht:

http://darwin.bth.rwth-aa...

Erlernt/Vererbt

Verstehe ich sie richtig, dass sie der Meinung sind, dass alle Menschen bei den Persönlichkeitsunterschieden und der Intelligenz beim gleichen Punkt starten und nur die äußeren Einflüsse zu verschiedenen Ergebnissen führen?
Diese Annahme halte ich für nicht richtig.

Aber davon ab, ist es für den Werdegang eines Menschen nur zu einem geringeren Teil wichtig wie intelligent er nun wirklich ist, wenn er einen bestimmten Mindestbereich erreicht. Danach sind ganz andere Fähigkeiten gefragt, die man selbstverständlich durch seine Umgebung erlernt.

Wer sich mal in seinem Bekanntenkreis unbefangen umschaut, wird wahrscheinlich feststellen, dass nicht die "Schlausten" auch die "Erfolgreichsten" sind. Eher die mit dem gesündesten Selbstbewusstsein und/oder die daran Spass haben, was sie tun.

Ein neues Bild vom Menschen wäre menschlicher

"Verstehe ich sie richtig, dass sie der Meinung sind, dass alle Menschen bei den Persönlichkeitsunterschieden und der Intelligenz beim gleichen Punkt starten und nur die äußeren Einflüsse zu verschiedenen Ergebnissen führen?
Diese Annahme halte ich für nicht richtig."

Nein, Sie haben mich falsch verstanden, natürlich sind die Startbedingungen biologisch nicht nur ungleich, sondern extrem ungleich. Das ist ähnlich wie mit Größenunterschieden.
"Ein IQ Unterschied zwischen IQ 94 und IQ 130 führt zu der Vorstellung, es bestände ein Unterschied von etwa 36 %, also etwa vergleichbar mit dem Unterschied zwischen zwei Menschen, der eine 1,50 m groß, der andere 1,85 m, die bei gemeinsamem Sportunterricht schon gewisse Probleme haben. Der tatsächliche Unterschied der geistigen Leistungsfähigkeit zwischen IQ 94 und IQ 130 beträgt aber 70 zu 140 Bit, also das Doppelte. Auf die Körpergröße übertragen: neben dem einen Menschen von 1,80m stehen 13 von 0,90 m und sechs von 1,35m.
Kein vernünftiger Lehrer würde mit so unterschiedlichen Schülern allzu lange in einer einzigen Klasse Volleyball spielen oder Kugelstoßen veranstalten."

Aber, Sie haben völlig recht, Intelligenz ist nur ein Faktor, wenn auch ein wichtiger, wer mit anderen günstigen Persönlichkeitseigenschaften ausgestattet ist, kann Intelligenz leicht toppen. Nur hilft das in der Diskussion nicht weiter, denn auch die sind in hohem Maße genetisch determiniert.
Wir brauchen ein neues, realistisches Menschenbild.

@43 paulaner: Wunschdenken und wiss. Aberglaube

Sie schreiben: "Nein, Sie haben mich falsch verstanden, natürlich sind die Startbedingungen biologisch nicht nur ungleich, sondern extrem ungleich."

Das scheint so auf den ersten Blick, genau so wie auf den ersten Blick die Erde eine Scheibe zu sein scheint. Aber wir wissen es nicht, unter anderem deshalb, weil wir nicht wissen (können), was wir nicht wissen.

Und darin liegt im Kern auch das Problem der ganzen Intelligenzdebatte. Intelligenzgläubige schließen aus Korrelationen auf Kausalitäten, aus stat. Wahrscheinlichkeiten auf Wirklichkeit. Das hat mit Wissenschaft nichts zu tun, aber sehr viel mit Wunschdenken und wiss. verbrämtem Aberglauben.

interessante Untersuchung

Ich werde sie mir mal durchlesen, wobei einiges mir bekannt ist.
Nach dem, was ich bisher überflogen habe, lässt sich daraus allerdings nicht schließen, dass Intelligenz und Offenheit dasselbe ist. Das erwähne ich, weil Sie geschrieben haben, dass man beides nicht trennen könnte. In einer Studie, die im Text genannt ist, korrelieren Offenheit für Erfahrungen und allgemeine Intelligenz mit 0.33. Wäre beides identisch, müsste die Korrelation deutlich höher sein.
Außerdem gibt es durchaus Menschen mit hohem IQ, die allerdings leider wenig offen sind, beispielsweise für andere Meinungen.
Ich würde dem aber natürlich nicht widersprechen, dass Intelligenz zur Persönlichkeit gehört.

Jede Menge Persönlichkeiten

"Nach dem, was ich bisher überflogen habe, lässt sich daraus allerdings nicht schließen, dass Intelligenz und Offenheit dasselbe ist."

Stimmt! Deshalb habe ich auch geschrieben "Intelligenz gehört zu den Persönlichkeitseigenschaften" und nicht, dass sie mit irgendeiner identisch ist.

"Außerdem gibt es durchaus Menschen mit hohem IQ, die allerdings leider wenig offen sind, beispielsweise für andere Meinungen."

Wie wahr! Es gibt eben alles, alle Kombinationen in den verschiedensten Ausprägungen, mit den vielen Unterpunkten kommen wir auf etwa 40. So ergibt sich kombiniert eine unglaublich große Anzahl von verschiedenen Persönlichkeiten.

Leistung

Irgendwie finde ich es pervers die Leistungen unserer Grundschulkinder zu messen und im internationalen Vergleich zu beurteilen. Das Thema Leistung ist ja überhaupt das einzige was in Politik und Medien noch breit diskutiert wird. Für alles andere ist kein Platz. Toll, wenn man Kinder so früh schon auf ihre Leistung reduzieren muss.

@5 Hein_Mueck: Schul-, nicht Schülervergleich

Sie schreiben: "Irgendwie finde ich es pervers die Leistungen unserer Grundschulkinder zu messen und im internationalen Vergleich zu beurteilen."

Leider wird das auch in den Medien und in der Öffentlichkeit verwechselt: Es geht nicht um einen Vergleich der Schüler noch um einen Vergleich etwa der Lehrer, sondern der Schulen, eigentlich sogar der Schulsysteme.

Die Öffentlichkeit neigt seit etlichen Jahrzehnten dazu, solche Fragestellungen individualistisch und personalisiert zu diskutierten. Tatsächlich aber geht es um eine Systemfrage, hier bezogen auf die Schule.

Verständlicher ausgedrückt kann man auch sagen, es geht um eine Frage nach dem Schulklimas speziell und allgemein um eine Frage dem Bildungsklima, das in einer Gesellschaft vorherrscht.

Ein Vergleich: Man kann Ananas auch in Alaska anbauen, aber selbstverständlich sind die Ergebnisse des Klimas wegen in Kalifornien sehr viel besser.

Eigentlich war dies - die sinnvolle - Ausgangsfrage: Wo herrscht ein bildungs- und leistungsförderndes Schulklima im Vergleich der Länder untereinander? Die öffentliche Diskussion hat das weitgehend aus dem Blick verloren.

Dabei ist kritisch anzumerken, dass derartige Leistungsvergleiche wie IGLU, TIMMS und auch PISA nur einen schmalen Leistungssektor prüfen und auch die Frage nicht beantworten können, welche Aussagekraft und welche gesellschaftliche/wirtschaliche Bedeutung die erzielten Ergebnisse haben.