"Man kriegt ständig Dinge mit"

Schabana Nawabi im Vordergrund in der Rolle der Elena
Schabana und Junior sind eloquent, selbstbewusst und engagiert. Die Eltern der 21-jährigen Schabana stammen aus Afghanistan, sind aber schon lange in Deutschland. Schabana sagt: "Sie hätten schon gern gesehen, wenn ich gläubiger wäre. Aber sie akzeptieren, dass ich nicht bete."
Der heute 18-jährige Junior kam mit eineinhalb Jahren mit seinem Vater aus Togo, wuchs aber bei seiner deutschen Pflegemutter auf und hat deren Werte mehr verinnerlicht als die des Vaters. Sie erzählen, viele ihrer Mitschüler hätten ein deutsches und ein ausländisches Elternteil, die meisten kennen sich einfach mit zwei Kulturen aus. Tödliche Messerstechereien gehören sowieso nicht zu ihrem Alltag. Den Begriff "Ehrenmord" mögen sie nicht, denn "wenn das Gleiche in deutschen Familien passiert, nennt man es Familiengewalt", sagt Schabana.
- Projekt gegen Partnergewalt
Seit 2010 gibt es das Projekt "StoP=Stadtteile ohne Partnergewalt" in Hamburg-Steilshoop. Ziel ist es, im Stadtteil für ein gewaltfreies Miteinander in Partnerschaften zu werben. Soziale Netzwerke, Bildungs-, Gesundheitseinrichtungen und Geschäftsleute werden angesprochen. Im Deutsch- und Englischunterricht wird das Thema behandelt, eine Band richtet ihr Programm danach aus und die Theatergruppe der Höheren Handelsschule spielt "Die war nicht so!". Anlass für das Projekt ist eine deutsch-amerikanische Jugendbegegnung zum Thema Prävention von Beziehungsgewalt. Kooperationspartner ist die Organisation Close to home.
Schabana erzählt, der Exfreund einer Freundin lasse diese nicht in Ruhe, verfolge sie, werde gewalttätig, wenn er sie allein erwische. Und eine andere Freundin musste sie im Krankenhaus besuchen, weil sie zu Hause misshandelt worden war. Schabana sagt auch, sie kenne viele Mädchen, die sich auf die Macho-Typen einlassen. Sie interpretierten es manchmal sogar als Liebe und Achtung, wenn ihr Freund ihnen verbiete, allein auszugehen. "Man kriegt ständig Dinge mit, aber man macht nichts", gesteht sie.
Theaterspielen gegen das Machotum
Seit sie sich durch das Theaterspielen mit dem Thema auseinandersetzt, ist das anders. Schabana und Junior sind sicher, dass das Projekt gegen Gewalt gegen Frauen in ihrem Stadtteil wirkt: "Überall hängen die Plakate, stehen Stände, wo man sich informieren kann. Die Vertrauenslehrer machen es zum Thema." Sie haben das Gefühl, ihr Stadtteil sei sicherer geworden.
Ihr Lehrer Olaf Bublay hat das Stück mit ihnen einstudiert. Er sagt, er stelle auch einen Unterschied im Unterricht fest. Normalerweise engagierten sich Schüler nicht gegen Gewalt, denn sie machten sich damit angreifbar, es gelte nicht als cool. "Wer dann aber beim Theaterspielen so einen typischen Verhaltenscodex infrage stellt, kann am nächsten Tag in der Klasse nicht mehr den großen Macho geben."
Am 18.12. führt die Theatergruppe der Beruflichen Schule H20 im Rahmen eines Aktionstages gegen Partnergewalt ihr Stück auf. Kampnagel Hamburg: "Die war nicht so" um 12.00 – 13.30 und 17.00 – 18.30







kurz nachdem Steilshoop gebaut wurde, war es schon so, wie es ist. Wieso eigentlich? Wieso hat der Hamburger Senat und die SAGA nie etwas unternommen. In 40 Jahren sollte man doch etwas hinbekommen haben.
"Den Begriff "Ehrenmord" mögen sie nicht, denn "wenn das Gleiche in deutschen Familien passiert, nennt man es Familiengewalt"
Ich danke für dieses wunderbare Zitat. Man sollte es groß und rot hervorheben ;-)
Nein, Ehrenmorde sind anders
Dabei liegt die Motivation der Familie in einem Ehrenkodex der durch "Unehrenhaftes" Verhalten der Frauen/Töchter beschmutzt wurde und unter anderem durch das Töten der Frau beseitigt werden kann. So als ob die Frau ein "Schmutzfleck" ist den man durch rausschneiden beseitigt.
Sowas ist IN KEINSTER WEISE Familiengewalt wie man sie in vielen anderen Fällen kennt.
Und ich kenne auch keine Fälle außerhalb von Familien mit solch einem Ehrenkodex die ihre Töchter umbringen würden, weil diese Vergewaltigt wurde, um ihre "Ehre wiederherzustellen".
Ich finde diese Äußerung es wäre das selbe wie deutsche Familiengewalt extrem traurig, da sie den betroffenen Frauen Unrecht tut und nichts an ihrer Situation ändern wird..
Probleme Totschweigen oder verharmlosen ist besonders bei so einer Sache schon fahrlässig und da ich persönlich betroffene Mädchen kenne schockiert micht so eine Äußerung ehrlich gesagt sogar so sehr das ich nicht weiß ob mir schlecht werden oder ich einfach nur traurig werden soll..
Wenn sie Zeit haben können sie ja vielleicht mal hier rumstöbern:
http://sabatina-ev.de/
Im Spiegel gab es dazu auch einen sehr tollen Artikel mit Gesprächen von betroffenen Frauen die teilweise gerade so überlebt haben und vor ihrer Familie flüchten konnten. Weiß leider nichtmehr welche Spiegel Nummer es waar, wenn unbedingt erwünscht könnte ich aber bis morgen nachschauen.
Ansonsten gibts im Internet denke ich genug Quellen für alle interessierten.
MfG
Nein, Ehrenmorde sind anders
Dabei liegt die Motivation der Familie in einem Ehrenkodex der durch "Unehrenhaftes" Verhalten der Frauen/Töchter beschmutzt wurde und unter anderem durch das Töten der Frau beseitigt werden kann. So als ob die Frau ein "Schmutzfleck" ist den man durch rausschneiden beseitigt.
Sowas ist IN KEINSTER WEISE Familiengewalt wie man sie in vielen anderen Fällen kennt.
Und ich kenne auch keine Fälle außerhalb von Familien mit solch einem Ehrenkodex die ihre Töchter umbringen würden, weil diese Vergewaltigt wurde, um ihre "Ehre wiederherzustellen".
Ich finde diese Äußerung es wäre das selbe wie deutsche Familiengewalt extrem traurig, da sie den betroffenen Frauen Unrecht tut und nichts an ihrer Situation ändern wird..
Probleme Totschweigen oder verharmlosen ist besonders bei so einer Sache schon fahrlässig und da ich persönlich betroffene Mädchen kenne schockiert micht so eine Äußerung ehrlich gesagt sogar so sehr das ich nicht weiß ob mir schlecht werden oder ich einfach nur traurig werden soll..
Wenn sie Zeit haben können sie ja vielleicht mal hier rumstöbern:
http://sabatina-ev.de/
Im Spiegel gab es dazu auch einen sehr tollen Artikel mit Gesprächen von betroffenen Frauen die teilweise gerade so überlebt haben und vor ihrer Familie flüchten konnten. Weiß leider nichtmehr welche Spiegel Nummer es waar, wenn unbedingt erwünscht könnte ich aber bis morgen nachschauen.
Ansonsten gibts im Internet denke ich genug Quellen für alle interessierten.
MfG
und es ist uns eine Ehre.
Nein, Ehrenmorde sind anders
Dabei liegt die Motivation der Familie in einem Ehrenkodex der durch "Unehrenhaftes" Verhalten der Frauen/Töchter beschmutzt wurde und unter anderem durch das Töten der Frau beseitigt werden kann. So als ob die Frau ein "Schmutzfleck" ist den man durch rausschneiden beseitigt.
Sowas ist IN KEINSTER WEISE Familiengewalt wie man sie in vielen anderen Fällen kennt.
Und ich kenne auch keine Fälle außerhalb von Familien mit solch einem Ehrenkodex die ihre Töchter umbringen würden, weil diese Vergewaltigt wurde, um ihre "Ehre wiederherzustellen".
Ich finde diese Äußerung es wäre das selbe wie deutsche Familiengewalt extrem traurig, da sie den betroffenen Frauen Unrecht tut und nichts an ihrer Situation ändern wird..
Probleme Totschweigen oder verharmlosen ist besonders bei so einer Sache schon fahrlässig und da ich persönlich betroffene Mädchen kenne schockiert micht so eine Äußerung ehrlich gesagt sogar so sehr das ich nicht weiß ob mir schlecht werden oder ich einfach nur traurig werden soll..
Wenn sie Zeit haben können sie ja vielleicht mal hier rumstöbern:
http://sabatina-ev.de/
Im Spiegel gab es dazu auch einen sehr tollen Artikel mit Gesprächen von betroffenen Frauen die teilweise gerade so überlebt haben und vor ihrer Familie flüchten konnten. Weiß leider nichtmehr welche Spiegel Nummer es waar, wenn unbedingt erwünscht könnte ich aber bis morgen nachschauen.
Ansonsten gibts im Internet denke ich genug Quellen für alle interessierten.
MfG
was die Schüler meinen, sind Eifersuchtsmorde, etwa von verlassenen Ehemännern oder Freunden. Die werden zwar vereinzelt auch damit begründet, die Frau hätte "ihre Ehre verletzt" (die der Männer), aber das ist kein Ehrenmord im eigentlichen Sinne.
Sondern den haben Sie zutreffend beschrieben, dass ein Familenmitglied auf Beschluss von Teilen der übrigen Familie getötet wird, weil es die Familienehre beschmutzt haben soll und diese so wiederhergestellt werden soll. Die Art Morde gibt es nur in manchen Kulturen und nur das ist ein "Ehrenmord" im Sinne des Begriffes.
Wobei ich den Begriff auch nicht mag, aber weil er irgendwo doch impliziert, man könne mit einer so bestialischen Tat "Ehre retten", während man nach dem Verständnis unserer Wertegemeinschaft damit besonders "ehrlos(!)" handelt, weil man eben aus niederen Beweggründen mordet.
was die Schüler meinen, sind Eifersuchtsmorde, etwa von verlassenen Ehemännern oder Freunden. Die werden zwar vereinzelt auch damit begründet, die Frau hätte "ihre Ehre verletzt" (die der Männer), aber das ist kein Ehrenmord im eigentlichen Sinne.
Sondern den haben Sie zutreffend beschrieben, dass ein Familenmitglied auf Beschluss von Teilen der übrigen Familie getötet wird, weil es die Familienehre beschmutzt haben soll und diese so wiederhergestellt werden soll. Die Art Morde gibt es nur in manchen Kulturen und nur das ist ein "Ehrenmord" im Sinne des Begriffes.
Wobei ich den Begriff auch nicht mag, aber weil er irgendwo doch impliziert, man könne mit einer so bestialischen Tat "Ehre retten", während man nach dem Verständnis unserer Wertegemeinschaft damit besonders "ehrlos(!)" handelt, weil man eben aus niederen Beweggründen mordet.
Danke für Ihre Klarstellung. Ich möchte noch ergänzen, dass bei Ehrenmorden zum einen häufig innerhalb der Familie der Beschluss zur Tötung der "Ehrverletzerin" gefasst wird, zum anderen auch die Community, aus der die Familie stammt, die Tat durchaus begrüßt. Auf der Seite des peri e.V. kann im Rahmen ausführlicher Prozessberichterstattung nachgelesen werden, warum die Tötung von Arzu Özmen eben nicht nur "Familiengewalt" war.
Diejenigen, die der Auffassung sind, dass sog. Ehrenmorde mit der "normalen" (gleichwohl nicht zu rechtfertigenden) Gewalt innerhalb irgendwelcher Familien gleichzusetzen ist, mögen sich mit den geflüchteten Mädchen/Frauen ausseinandersetzen.
Ich glaube eher, dass der Satz anders zu verstehen ist.
"Ehrenmord" klingt so, als ob die Tat was Ehrenvolles und moralisch Gutes wäre.
Die Jugendlichen wollen die Tat aber beim Namen nennen und zwar "Gewalt".
Ich glaube eher, dass der Satz anders zu verstehen ist.
"Ehrenmord" klingt so, als ob die Tat was Ehrenvolles und moralisch Gutes wäre.
Die Jugendlichen wollen die Tat aber beim Namen nennen und zwar "Gewalt".
Ich glaube eher, dass der Satz anders zu verstehen ist.
"Ehrenmord" klingt so, als ob die Tat was Ehrenvolles und moralisch Gutes wäre.
Die Jugendlichen wollen die Tat aber beim Namen nennen und zwar "Gewalt".
http://www.emma.de/hefte/...
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http://www.radiohamburg.d...
http://www.sueddeutsche.d...
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