Dänemark"Wir Lehrer sind frustriert. Aber nicht faul"Seite 2/2

Basby: Ich kann mich genauso gut in der Schule vorbereiten wie zu Hause. Zu Hause habe ich zwar den Vorteil, dass ich meine Zeit freier einteilen kann. In der Schule zu sein wäre jedoch deshalb besser, weil wir Kollegen uns besser austauschen könnten – und weil dann der Feierabend wirklich Feierabend ist. Wenn wir aber mehr unterrichten sollen, müssen andere Aufgaben wegfallen. Ich halte es für unmöglich, die Vorbereitungszeit zu reduzieren. Das einzige, was mir einfällt, was man noch weglassen könnte, ist die Zusammenarbeit mit den Eltern – und das ist eine sehr schlechte Idee.

Ausgesperrte Lehrer in Dänemark

Die dänischen kommunalen Arbeitgeber wollen mit dem unbefristet ausgerufenen Arbeitskampf längere und flexiblere Unterrichtszeiten für Lehrer erzwingen. Die Lehrergewerkschaft lehnt eine Erhöhung der Pflichtstundenzahl ab. Außerdem wehrt sie sich dagegen, dass die jeweilige Schulleitung die Arbeitszeiten frei festlegen kann. Die meisten Lehrer in Dänemark sind nicht verbeamtet. Sie können für eigene Forderungen streiken - und wie im konkreten Fall auch von ihrem Arbeitgeber ausgesperrt werden. Über 50.000 Pädagogen an Gesamtschulen sind betroffen und etwa 600.000 Schüler.

ZEIT ONLINE: Und die Kinder? Würden die nicht profitieren, wenn sie mehr Zeit in der Schule verbringen, wie die Regierung es plant?

Basby: Daran glaube ich nicht. Sie lernen viel Fachwissen in der Schule. Kinder und Jugendliche brauchen aber auch Freizeit, um etwas über die anderen Dinge des Lebens zu lernen.

ZEIT ONLINE: Was glauben Sie, wie lange die Aussperrung dauern wird?

Basby: Ich fürchte, sie dauert so lange, bis die Gewerkschaft aufgibt. Auch wenn mir das sehr leid täte.

 
Leser-Kommentare
  1. ES hat in den achzigern in Deutschland mal eine Untersuchung der Arbeitszeit von Lehren durcj eine Bildungsministerin gegeben. Dabei wurde festgestellt, daß die durchschnittliche Arbeitszeit bei min. 45 Std. pro Woche lag! Daß Lehrern mißtraut wird, was deren Arbeitszeit betrifft, ist hinlänglich bekannt. Aber die meiste Arbeit ist nicht das Unterrichten, sondern Stundenvorbereitungen, Arbeiten der Schüler korrigieren, nachprüfen weshalb Schüler XY zum wiederholten mal unentschuldigt von Unterricht fern bleibt, Elterngespräche (oft zu Unzeiten) und den,Fachbücher lesen, Fortbildungen belegen usw. Wer meint, daß Lehrer Urlaub haben, wenn ferien sind, der irrt. Die Arbeit in den eigenen vier Wänden sieht nur keiner. Und es ist eher viel mehr geworden als in den Achzigern. Nein, ich bin kein Lehrer. Kenne ich welche gut? Ja, sonst wüsste ich das ja nicht.

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    ... Elterngespräche, alles außerhalb der regulären Arbeitszeit. Andererseits aber gibt es das gleiche Stundendeputat für den Deutsch-, Mathe-, Physik-, Englischlehrer ( Klausuren vorbereiten, korrigieren, nachbereiten ) wie für die Sport-, Musik- und Religionslehrer.

    ... Elterngespräche, alles außerhalb der regulären Arbeitszeit. Andererseits aber gibt es das gleiche Stundendeputat für den Deutsch-, Mathe-, Physik-, Englischlehrer ( Klausuren vorbereiten, korrigieren, nachbereiten ) wie für die Sport-, Musik- und Religionslehrer.

  2. Es ist die Kienbaum Studie. Kann gegoogelt werden! Danach wurde festgestellt, daß die Unterrichtspflichtstunden eher herabgesetzt werden müssten, weil die Durchschnittsarbeitszeit bei 45 Stunden/pro Woche beträgt und die Durchschnittsarbeitszeit anderer Arbeitnehmer bei 40/ Stunden pro Woche lag. ( Bei den Lehrern war die Unterrichtsfreie zeit mit herrein gerechnet worden)

    2 Leser-Empfehlungen
  3. und nicht sehen will, ist dass die Politik seit 30 Jahren die Eltern aus der Verantwortung für Erziehung und Bildung ihrer Kinder nimmt. Diese Verantwortung wird automatisch an die Schulen und somit die Lehrer übertragen.
    Von hochgestochener Emanzipationsideologie bis zur banalen Bereitstellung der Arbeitskraft für die Wirtschaft ist nichts billig genug damit man dafür die familiäre Verantwortung nicht opfert. Ob die Folgen dieser Entwicklung in der Schule überhaupt aufgefangen werden können wird schon aus reiner Bequemlichkeit nicht hinterfragt. Im Falle des Scheiterns kann man ja die Lehrer an den Pranger stellen, [...]
    Die Entwicklung in Dänemark unterschiedet sich von Deutschland nur insofern als, dass Deutsche Lehrer keine Gewerkschaft auf die Beine gestellt kriegen die sich dagegen wehren würde.

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf pauschalisierende Polemik. Danke, die Redaktion/sam

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    ... stehen die Eltern mit dem Anwalt auf der Matte

    ... stehen die Eltern mit dem Anwalt auf der Matte

  4. jammern noch alle Lehrämtler, sie hätten ja soviel zu tun. Dabei habe ich in meiner Schulzeit keinen Lehrer erlebt, der sich für seinen Job verausgabt hätte. Dummerweise bin ich kein Lehrer und darf für einen Hungerlohn schuften und den Lehrern beim Ferienmachen zusehen.
    Lehrer haben einen der bestbezahltesten Halbtagsjobs überhaupt! Wer anderes behauptet, hat entweder sein Studium noch nicht abgeschlossen oder steckt im Referendariat.

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    • gut so
    • 05.04.2013 um 9:24 Uhr

    ..so kann nur jemand argumentieren, der nie unterrichtet hat.

    Der Lehrerberuf ist wie jeder andere Job ein Vollzeit Beruf, wer es nicht glaubt, selbst ausprobieren. Ich bin Berufsschullehrer, arbeite meist zwischen 40 und auch mal 50 Stunden, jammere aber nicht, da mir mein Beruf einfach Freude bereitet und Spass macht und ich denke auch meinen Schülern. Wir haben zudem an unserer Schule immer wieder Leute aus der freien Wirtschaft, die stundenweise fachlichen Unterricht übernehmen und die erkennen sehr schnell, wie anstrengend Unterricht sein kann.
    Ansonsten verweise ich auf Artikel 12, Absatz 1 des GG und wenn es doch der bestbezahlte Halbtagsjob ist, warum sind Sie dann nicht Lehrer geworden?

    • gut so
    • 05.04.2013 um 9:24 Uhr

    ..so kann nur jemand argumentieren, der nie unterrichtet hat.

    Der Lehrerberuf ist wie jeder andere Job ein Vollzeit Beruf, wer es nicht glaubt, selbst ausprobieren. Ich bin Berufsschullehrer, arbeite meist zwischen 40 und auch mal 50 Stunden, jammere aber nicht, da mir mein Beruf einfach Freude bereitet und Spass macht und ich denke auch meinen Schülern. Wir haben zudem an unserer Schule immer wieder Leute aus der freien Wirtschaft, die stundenweise fachlichen Unterricht übernehmen und die erkennen sehr schnell, wie anstrengend Unterricht sein kann.
    Ansonsten verweise ich auf Artikel 12, Absatz 1 des GG und wenn es doch der bestbezahlte Halbtagsjob ist, warum sind Sie dann nicht Lehrer geworden?

    • gut so
    • 05.04.2013 um 9:24 Uhr

    ..so kann nur jemand argumentieren, der nie unterrichtet hat.

    Der Lehrerberuf ist wie jeder andere Job ein Vollzeit Beruf, wer es nicht glaubt, selbst ausprobieren. Ich bin Berufsschullehrer, arbeite meist zwischen 40 und auch mal 50 Stunden, jammere aber nicht, da mir mein Beruf einfach Freude bereitet und Spass macht und ich denke auch meinen Schülern. Wir haben zudem an unserer Schule immer wieder Leute aus der freien Wirtschaft, die stundenweise fachlichen Unterricht übernehmen und die erkennen sehr schnell, wie anstrengend Unterricht sein kann.
    Ansonsten verweise ich auf Artikel 12, Absatz 1 des GG und wenn es doch der bestbezahlte Halbtagsjob ist, warum sind Sie dann nicht Lehrer geworden?

    Eine Leser-Empfehlung
    Antwort auf "Am Anfang..."
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    • gut so
    • 05.04.2013 um 9:30 Uhr

    muss @Kommentar heißen, war schlecht zu erkennen am Bildschirm.

    • gut so
    • 05.04.2013 um 9:30 Uhr

    muss @Kommentar heißen, war schlecht zu erkennen am Bildschirm.

    • gut so
    • 05.04.2013 um 9:30 Uhr

    muss @Kommentar heißen, war schlecht zu erkennen am Bildschirm.

    Antwort auf "@Kümmentar"
  5. ... stehen die Eltern mit dem Anwalt auf der Matte

    Eine Leser-Empfehlung
    Antwort auf "Was man nicht sieht,.."

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