Dänemark: "Wir Lehrer sind frustriert. Aber nicht faul"
Die Lehrer an den staatlichen Schulen Dänemarks sind ausgesperrt. Malene Basby ist eine von ihnen. Im Interview beklagt sie das mangelnde Vertrauen der Regierung.
ZEIT ONLINE: Frau Basby, Sie sind Lehrerin in einer Kleinstadt in Jütland – aber derzeit vom Schulbetrieb ausgesperrt. Die kommunalen Arbeitgeber fordern, dass Lehrer länger unterrichten. Darauf will sich die Gewerkschaft aber nicht einlassen. Wie geht es Ihnen dabei?
Malene Basby: Meine Kollegen und ich demonstrieren, so oft wir können. Wir Lehrer sind frustriert. Wir haben das Gefühl, die Regierung misstraut uns. Sie hält uns für faul, als würden wir nicht jetzt schon viel arbeiten. Und jeder glaubt zu wissen, wie die Arbeit eines Lehrers zu organisieren ist, nur weil er selbst einmal Schüler war.
ZEIT ONLINE: Halten auch die Menschen in Jütland die Lehrer für privilegiert und faul? Oder sind sie wütend, dass ihre Kinder nicht zur Schule gehen können?
Basby: Wütend sind nur sehr wenige. Ich habe den Eindruck, dass etwa die Hälfte uns misstraut und die andere Hälfte uns versteht. Diese Menschen unterstützen unseren Protest.
ZEIT ONLINE: Was machen die Familien, wenn die Kinder tagelang nicht zur Schule gehen?
Malene Basby (46) ist Lehrerin an der staatlichen Skals Skole in Skals, einer Kleinstadt nördlich von Viborg. Sie unterricht Schüler im Alter von 13 bis 17 Jahren.
Basby: Ich kenne viele, die sich sich ganz gut untereinander organisieren. Einen Tag nimmt eine Mutter oder ein Vater fünf Kinder zu sich, den nächsten Tag springt eine andere Familie ein. So muss jeder nur einen Tag statt fünf freinehmen. Andere haben Großeltern, die in der Nähe wohnen oder angereist kommen und die Betreuung übernehmen.
ZEIT ONLINE: Die dänischen Gesamtschulen sollen Ganztagsschulen werden. Wie wäre es für Sie persönlich, mehr Zeit in der Schule anwesend zu sein?





ES hat in den achzigern in Deutschland mal eine Untersuchung der Arbeitszeit von Lehren durcj eine Bildungsministerin gegeben. Dabei wurde festgestellt, daß die durchschnittliche Arbeitszeit bei min. 45 Std. pro Woche lag! Daß Lehrern mißtraut wird, was deren Arbeitszeit betrifft, ist hinlänglich bekannt. Aber die meiste Arbeit ist nicht das Unterrichten, sondern Stundenvorbereitungen, Arbeiten der Schüler korrigieren, nachprüfen weshalb Schüler XY zum wiederholten mal unentschuldigt von Unterricht fern bleibt, Elterngespräche (oft zu Unzeiten) und den,Fachbücher lesen, Fortbildungen belegen usw. Wer meint, daß Lehrer Urlaub haben, wenn ferien sind, der irrt. Die Arbeit in den eigenen vier Wänden sieht nur keiner. Und es ist eher viel mehr geworden als in den Achzigern. Nein, ich bin kein Lehrer. Kenne ich welche gut? Ja, sonst wüsste ich das ja nicht.
Es ist die Kienbaum Studie. Kann gegoogelt werden! Danach wurde festgestellt, daß die Unterrichtspflichtstunden eher herabgesetzt werden müssten, weil die Durchschnittsarbeitszeit bei 45 Stunden/pro Woche beträgt und die Durchschnittsarbeitszeit anderer Arbeitnehmer bei 40/ Stunden pro Woche lag. ( Bei den Lehrern war die Unterrichtsfreie zeit mit herrein gerechnet worden)
und nicht sehen will, ist dass die Politik seit 30 Jahren die Eltern aus der Verantwortung für Erziehung und Bildung ihrer Kinder nimmt. Diese Verantwortung wird automatisch an die Schulen und somit die Lehrer übertragen.
Von hochgestochener Emanzipationsideologie bis zur banalen Bereitstellung der Arbeitskraft für die Wirtschaft ist nichts billig genug damit man dafür die familiäre Verantwortung nicht opfert. Ob die Folgen dieser Entwicklung in der Schule überhaupt aufgefangen werden können wird schon aus reiner Bequemlichkeit nicht hinterfragt. Im Falle des Scheiterns kann man ja die Lehrer an den Pranger stellen, [...]
Die Entwicklung in Dänemark unterschiedet sich von Deutschland nur insofern als, dass Deutsche Lehrer keine Gewerkschaft auf die Beine gestellt kriegen die sich dagegen wehren würde.
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf pauschalisierende Polemik. Danke, die Redaktion/sam
... stehen die Eltern mit dem Anwalt auf der Matte
... stehen die Eltern mit dem Anwalt auf der Matte
Es gibt sie auch: Die guten, zufriedenen Lehrer, die mit einem vertretbaren Zeitaufwand ihren Unterricht organisieren! Folge: Zeitliche Freiräume für Freizeitaktivitäten und weitestgehend arbeitsfreie Ferien! Wie ist das möglich, wo doch alle jammern?
1. Routine nutzen!
Wer Stoff zum x-ten Mal unterrichtet hat, kann vieles "aus dem Ärmel schütteln" und muss sich zu Hause nicht stundenlang hinsetzen! Dasselbe gilt für Klassenarbeiten. Man kann sie korrekturfreundlich gestalten und den Schülern trotzdem ordentliche Leistungen abfordern.
2. Nicht perfekt sein wollen!
Siehe Punkt 1. Warum Bewährtes ständig überarbeiten? Die Schüler sind dankbar, wenn der Lehrer mit einem hohen Maß an Sicherheit sein Wissen vermittelt und das auf der Grundlage jahrelanger Erfahrung. Die "Methoden-Spielchen" sind meistens schülerseitig nicht gewünscht, eine moderate Abwechslung tut es auch!
3. Auf die Schüler eingehen!
Das hat was mit (Lehrer)-Persönlichkeit zu tun. Wer Respekt vorlebt, kann auch Respekt erwarten. Alles eine Frage der Gegenseitigkeit! Dann läuft vieles wie von selbst!
Bin selbst (sehr zufriedener) Lehrer seit mehr als zehn Jahren und habe mich bewusst der fremdbestimmten Tätigkeit in der Privatwirtschaft entzogen. Hinter meinen beiden Fächern stehe ich voll, ich erlebe jede Menge Spaß mit meinen Schüler, spüre Befriedigung, nehme mich selbst nicht zu ernst. Meine Wochenarbeitszeit liegt gefühlt DEUTLICH unter den 45 Wochenstunden und meine Schüler sind sehr zufrieden mit mir!
..so kann nur jemand argumentieren, der nie unterrichtet hat.
Der Lehrerberuf ist wie jeder andere Job ein Vollzeit Beruf, wer es nicht glaubt, selbst ausprobieren. Ich bin Berufsschullehrer, arbeite meist zwischen 40 und auch mal 50 Stunden, jammere aber nicht, da mir mein Beruf einfach Freude bereitet und Spass macht und ich denke auch meinen Schülern. Wir haben zudem an unserer Schule immer wieder Leute aus der freien Wirtschaft, die stundenweise fachlichen Unterricht übernehmen und die erkennen sehr schnell, wie anstrengend Unterricht sein kann.
Ansonsten verweise ich auf Artikel 12, Absatz 1 des GG und wenn es doch der bestbezahlte Halbtagsjob ist, warum sind Sie dann nicht Lehrer geworden?
... stehen die Eltern mit dem Anwalt auf der Matte
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