SchulbildungAbitur soll bundesweit vergleichbar werden

Einheitliche Aufgaben, gemeinsame Prüfkriterien: Die Kultusminister gleichen die Standards für das Abitur weiter an. Ab 2016 gibt es einen Aufgabenpool.

Die Kultusminister der Länder haben beschlossen, für die Abiturprüfungen einen zentralen Pool mit Aufgaben zu bilden und die Prüfkriterien zu standardisieren. Die Vereinheitlichung soll erstmals für den Abiturjahrgang 2016 gelten.

Damit setzten die Ressortchefs die neuen bundesweiten Bildungsstandards für die gymnasiale Oberstufe in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch um. Die Länder können Aufgaben für den Pool vorschlagen, die dann Wissenschaftler des länderübergreifenden Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) überprüfen. Anschließend können die Länder aus diesem Pool die Aufgaben für die Reifeprüfung auswählen. Aufgaben für die Naturwissenschaften sollen bald folgen. 

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Eine der zu klärenden Fragen bei den Kriterien ist, ob die Prüflinge bei Mathematik-Klausuren Taschenrechner einsetzen dürfen. Für Abiturienten im Fach Deutsch wird der Einsatz von Literaturlisten geregelt und geklärt und ob Gedichtinterpretationen mit oder ohne vorliegendem Text gefordert würden, sagte der Präsident der Kultusministerkonferenz, Stephan Dorgerloh (SPD).

Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Doris Ahnen (SPD) sprach von einem "weiteren wichtigen Schritt zur Qualitätssicherung der gymnasialen Bildung" und zu mehr Vergleichbarkeit über die Ländergrenzen hinweg. "Die Qualität der Bildung in der Oberstufe muss gesichert werden und das Abitur soll bundesweit besser vergleichbar sein", sagte sie.

Es gehe aber nicht um identische Aufgaben, sondern um Gleichwertigkeit, sagte Nordrhein-Westfalens Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne). NRW werde die einschlägigen Erfahrungen mit dem Zentralabitur einbringen. "Im Interesse der Abiturienten sind Schnellschüsse und Aktionismus fehl am Platz." Einzelne Bundesländer hatten das sogenannte Zentralabitur eingeführt, bei dem landesweit einheitliche Aufgaben gelten. 

Auch Hessens Kultusministerin Nicola Beer (FDP) begrüßte das Zusammenrücken der Länder beim Abitur. Die Kultusminister wollen zudem künftig einen regelmäßigen Bericht über die Entwicklung des Aufgabenpools vorlegen, sagte Beer. 

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Leserkommentare
    • wadel
    • 20. Juni 2013 23:05 Uhr

    "Eine der zu klärenden Fragen bei den Kriterien ist, ob die Prüflinge bei Mathematik-Klausuren Taschenrechner einsetzen dürfen. "

    Seit 30 Jahren werden Hessen und anderen Bundesländern Taschenrechner im Abitur eingesetzt.
    Ist das jetzt die große Rolle rückwärts oder hat die Redaktion der ZEIT geschlampt?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    In BW verzichtet man mittlerweile an einigen Schulen bereits sogar schon auf den Taschenrechner und verwendet stattdessen Maple (CAS Software).

    Und Gedichtsinterpretation ohne Textvorlage? Lernen die zukünftigen Abiturienten dann einfach ihre Interpretation auswendig und schreiben die hin, oder wie muss man sich das vorstellen?

    Ansich aber eine gute und längst, längst überfällige Sache!

  1. In BW verzichtet man mittlerweile an einigen Schulen bereits sogar schon auf den Taschenrechner und verwendet stattdessen Maple (CAS Software).

    Und Gedichtsinterpretation ohne Textvorlage? Lernen die zukünftigen Abiturienten dann einfach ihre Interpretation auswendig und schreiben die hin, oder wie muss man sich das vorstellen?

    Ansich aber eine gute und längst, längst überfällige Sache!

    Antwort auf "Geht's noch?"
  2. Die Länder werfen Aufgaben in den Pool - und nehmen dann ihre Aufgaben wieder heraus. Toll!

  3. ... sehen wir des Kaisers neue Kleider. Denn mehr als die Hälfte der Abiturienten kann lediglich nach Schlüsselwörtern scannen und dann eine Eintippkompetenz nachweisen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, lab
  • Schlagworte SPD | Abitur | FDP | Grüne | Bildung | Doris Ahnen
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