Schüler mit Migrationshintergrund werden einer Studie zufolge von deutschen Schulen systematisch unterschätzt. Die Studie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf ergab, dass vor allem mangelnde Kenntnisse der Eltern über das deutsche Bildungssystem sowie bestehende Vorurteile bei Schulen und Behörden den Bildungsweg der Migranten verzögerten.  

Als Folge würden Schüler mit Migrationshintergrund "viele Umwege, Schleifen, Sackgassen und Neuorientierungsphasen" durchlaufen, heißt es in der Erhebung Bildung, Milieu, Migration. Von der Grundschule bis zum Studium würden die Potenziale von Kindern mit Migrationshintergrund unterschätzt.

Viele Migranten sehen laut der Studie ihre Herkunft zudem eher als Problem statt als Chance. "Sie haben eine Problemperspektive verinnerlicht und wollen beispielsweise selbst ihre Kinder nicht auf Schulen mit einem hohen Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund schicken", teilten die Auftraggeber der Studie, die Mercator- und die Vodafone-Stiftung, mit. Der Schulerfolg der Migranten hängt demnach zudem in hohem Maß von einzelnen Lehrern ab.

Die Studie befasst sich mit Erfahrungen von Migranten im deutschen Bildungssystem. Für den Zwischenbericht wurden 120 Interviews mit Eltern ausgewertet. Im kommenden Jahr soll eine repräsentative Erhebung folgen.