Eine muslimische Schülerin muss im Unterricht den Gesichtsschleier abnehmen. Das entschied der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (Az. 7 CS 13.2592). Das Verbot schränke das Recht der Schülerin auf freie Religionsausübung nicht in unzulässiger Weise ein. Der Schleier, der nur die Augen freilässt, behindert nach Ansicht der Richter die ständige – auch nonverbale – Kommunikation zwischen Lehrer und Schülern.

In der Begründung des Urteils heißt es, die im Grundgesetz geschützte Glaubensfreiheit könne beschränkt werden, wenn "religiös bedingte Verhaltensweisen die Durchführung des staatlichen Bildungs- und Erziehungsauftrags in einer Weise behinderten, dass ihm der Staat nicht mehr oder nur unzureichend nachkommen" kann. 

Nonverbale Kommunikation sei mit einem Gesichtsschleier nur sehr eingeschränkt möglich, urteilten die Richter. Fehlten diese Kommunikationselemente, sei "die offene Kommunikation als schulisches Funktionserfordernis gestört".

Geklagt hatte eine muslimische Schülerin. Sie hatte sich geweigert, den Gesichtsschleier – einen  Niqab – an einer Berufsoberschule abzunehmen. Ihr war die Aufnahme an die Schule daraufhin nachträglich verweigert worden. Die Schülerin kann gegen das Urteil keine Rechtsmittel einlegen.