An diesem Vormittag werden neue Ergebnisse des internationalen Schulleistungstests Pisa veröffentlicht. Die Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) untersucht in den meisten ihrer Mitgliedsstaaten, inwieweit 15-jährige Schüler gegen Ende ihrer Pflichtschulzeit in der Lage sind, komplizierte Probleme kreativ zu lösen – und zwar jenseits des erworbenen Schulwissens. Dies erfordert die Fähigkeit, "um die Ecke" denken zu können. 


"Problemlösen" wird bei Pisa nur in unregelmäßigen Abständen getestet. Zuletzt war dies 2003 der Fall. Dabei werden die Testaufgaben – im Unterschied zum Lesen, der Mathematik und den Naturwissenschaften – ausschließlich am Computer durchgeführt. Weiterer Unterschied zu den anderen Kompetenzbereichen: Es geht stärker um kognitive Prozesse des Problemlösens als um fachspezifisches Wissen. So mussten etwa an einem virtuellen Fahrscheinautomaten bestimmte Tickets gekauft oder auf einer Straßenkarte die Dauer der schnellsten Route von einem Ort zum anderen herausgefunden werden.

Beim ersten Schulleistungstest im Jahr 2000 hatte das mäßige Abschneiden deutscher Schüler in der Öffentlichkeit noch den sogenannten Pisa-Schock ausgelöst. Seither hat sich Deutschland im Bildungs-Ranking verbessert. So schnitten deutsche Schüler bei den 2013 veröffentlichten Pisa-Ergebnissen zu Mathematik, Lesen/Textverständnis und Naturwissenschaften oberhalb des weltweiten Durchschnitts und damit recht erfreulich ab.

Reformen der deutschen Bildungspolitik

Bildungsforscher Manfred Prenzel, der die Studie mitbetreut hatte, führte das Ergebnis damals auf bildungspolitische Maßnahmen wie Ganztagsschulen, Schulinspektionen sowie Evaluationen des Unterrichts und die Einführung von Bildungsstandards zurück. Vor allem in der Mathematik habe es Verbesserungen bei Schulbüchern und im didaktischen Bereich gegeben: "Heute sind die Aufgaben eher darauf ausgerichtet, verschiedene Lösungswege zuzulassen. Das fördert bei Schülern das Verstehen und die Freude am Lernen", sagte er nach Veröffentlichung der 2013er Studie.

Gleichwohl ist Bildungserfolg hierzulande immer noch abhängig von der sozialen Herkunft. Dies belegen eine Reihe von Studien, die allen Bundesländern großen Nachholbedarf in puncto Chancengleichheit attestierten. Insbesondere Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund kämpfen oftmals mit deutlich schwierigeren Startbedingungen für eine erfolgreiche Schul-, Hochschul- und Berufskarriere.

Hier geht's zu den Ergebnissen der Studie.