Ist hier eine frohe Botschaft für Schulpoltiker eingetrudelt, die sparen müssen? Sie könnte so lauten: Packt mehr Schüler in die Klassen und kürzt die Gehälter der Lehrer deutlich – denn die Schüler können in den Pisa-Tests auch unter diesen Bedingungen so gut werden wie Finnen und Südkoreaner.

Eine Studie, die sich weltweit nach effizienten Schulsystemen umgeschaut hat (The efficiency Index. Which education systems deliver the best value for money, durchgeführt von der britischen Bildungsberatung Gems Education Solutions) kommt zu dem Ergebnis, Deutschland gebe vergleichsweise viel Geld für  Schulbildung aus, gemessen an den Pisa-Leistungen, die zwar gut, aber nicht hervorragend sind. Unter Effizienz-Kriterien landet Deutschland nur auf Platz 25 von 30 OECD-Ländern. Es liegt damit hinter den meisten anderen nordeuropäschen Ländern. Nur die Schweiz ist noch ineffizienter.

63 Faktoren wurden geprüft – aber nur die Lehrergehälter und die Anzahl der Lehrer pro Schüler hatten laut Studie einen signifikanten Einfluss auf die Effizienz. Finnland und Südkorea schaffen es auf Pisa-Spitzenplätze, beschäftigen aber weniger Lehrer pro Schüler und zahlen niedrigere Gehälter als Deutschland.    

Die Bedingungen sind nicht vergleichbar

Das scheint den Gewissheiten der deutschen Schuldebatte zu widersprechen. Die sind: Ein Lehrer, der jedem Kind gerecht werden will, braucht kleine Klassen. Und wer die besonders klugen Studenten in die Schulen locken will, sollte auch bereit sein, Lehrern viel zu zahlen. Schließlich sieht man am Erziehermangel, wohin es führt, wenn die Gehälter sehr niedrig sind. Hinzu kommen neue Herausforderungen: Deutschland will gerechter werden, Kinder von Migranten fördern und die, deren Eltern ihnen bei den Hausaufgaben nicht helfen können. Behinderte Kinder sollen im regulären Unterricht mitmachen können. Wer will, dass Inklusion gelingt, braucht mehr Pädagogen. Ist all das jetzt plötzlich falsch?

Nicht unbedingt. Denn eigentlich ist es nahezu unmöglich, die Bedingungen, die dazu führen, dass Kinder viel lernen, zu vergleichen. Das fängt schon bei den erhobenen Zahlen an. 13,7 Schüler pro Lehrer gibt es laut Studie in Deutschland. Finnland hat 16,5. Nun heißt das natürlich nicht, dass es Klassen mit rund 14 Schülern in Deutschland gibt. Nicht eingeflossen ist, wie viele Stunden Lehrer unterrichten, wie viele in Teilzeit oder Vollzeit arbeiten, wie viel Zeit sie mit Verwaltungskram zubringen. Und das kann von Land zu Land sehr unterschiedlich sein.