Das Essen in deutschen Schulen und Kitas ist häufig lauwarm, wenn es Kindern serviert wird. Dadurch sind die Nahrungsmittel anfällig für Keime. Das ist das Ergebnis der jetzt vorgestellten bundesweiten Lebensmittelüberwachung von 2013. "Die Ergebnisse der unterschiedlichen Überwachungsprogramme zeigen, dass nicht überall die erforderliche technische Ausstattung oder Fachkenntnis vorhanden ist", bilanzierte der Präsident des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Helmut Tschiersky.  

Eine Untersuchung von 1.700 Kantinen, vor allem in Kitas und Schulen, zeigte, dass 13 Prozent der Betriebe die erforderliche Erwärmung nicht einhalten. Das Essen soll laut Vorschrift bei 65 Grad Celsius warm gehalten werden. Diese Erhitzung ist durchgängig nötig, um Keime zu töten. Je sieben Prozent der Kantinen hatten noch nicht einmal ein Warmhaltebecken, einen Herd oder eine Mikrowelle zum Aufwärmen der von Cateringfirmen angelieferten Speisen. "Hier ist verstärkte amtliche Kontrolle angezeigt", sagte Maria Dayen, Vorsitzende der Länderarbeitsgemeinschaft Verbraucherschutz. 

Von 392.000 Lebensmittelproben sind den Angaben zufolge elf Prozent nicht zufriedenstellend. Jeder vierte Lebensmittelbetrieb von 1,2 Millionen getesteten weist Hygienemängel auf. "Die einzige Möglichkeit, die seit Jahren gleich hohe Beanstandungsquote endlich zu senken, ist die Veröffentlichung sämtlicher Kontrollergebnisse", forderte Luise Molling von der Verbraucherorganisation Foodwatch. "Das wäre der Sache bestimmt zuträglich. Aber die Bundesländer brauchen eine verbindliche Rechtsgrundlage", sagte Dayen.

Die Lebensmittelkontrolle legte außerdem offen, dass jeder dritte Kühltransport mit Fleisch oder Fisch nicht hinreichend kalt ist, um die Kühlkette der Lebensmittel aufrechtzuerhalten. Von 1.450 Transportfahrzeugen mit leicht verderblichen Lebensmitteln war in rund einem Drittel der Laster und Anhänger die Temperatur zu hoch. 13 Prozent der Fahrer kannten die vorgeschriebene Kühltemperatur nicht.     

Am Dienstag hatte eine Untersuchung der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg im Auftrag des Bundesernährungsministeriums offengelegt, dass in Schulkantinen zu oft Fleisch serviert wird und es an Vielfalt mangelt. Ernährungsminister Christian Schmidt (CSU) plädierte dafür, für Schulessen verbindliche Qualitätsstandards einzuführen. Ein Ernährungs-TÜV solle sicherstellen, dass die gleichen Standards in kleinen und großen Schulen eingehalten würden, sagte Schmidt.