Es geht nicht immer ohne Hilfe: Hausaufgaben. © Frank Hoermann/Sven Simon/dpa

Kinder und Jugendliche nehmen einer Studie zufolge nicht nur bei schlechten Schulleistungen Nachhilfe. In Mathematik haben demnach zwar knapp zwei Drittel (63 Prozent) der Nachhilfeschüler einen Notendurchschnitt zwischen Vier und Sechs. Doch mehr als jeder Dritte (34 Prozent) baut auch bei befriedigenden bis sehr guten Leistungen – also einem Notendurchschnitt von Eins bis Drei – auf Extraförderung.


Laut der Studie der Bertelsmann-Stiftung nehmen deutschlandweit etwa 1,2 Millionen Schüler Nachhilfestunden. Von den Kindern und Jugendlichen zwischen 6 und 16 Jahren erhalten 14 Prozent privat finanzierte oder kostenfreie Nachhilfe. 

Fast ein Drittel (31 Prozent) der Nachhilfestunden sind kostenfrei, da sie durch die Schule als Fördermaßnahme angeboten werden. Gut zwei Drittel der Eltern (69 Prozent) zahlen selbst für die Nachhilfe. Sie geben demnach jährlich 879 Millionen Euro für private Nachhilfestunden aus. Pro Monat investieren sie durchschnittlich 87 Euro. 

Ob sie selbst dafür aufkommen müssen, hängt auch von der Schulform ab: Halbtagsschulen machen nach Angaben der Eltern in 20 Prozent aller Fälle kostenfreie Angebote. An offenen Ganztagsschulen liegt der Anteil demnach bei 25 Prozent. An gebundenen Ganztagsschulen, wo es feste Betreuungszeiten außerhalb des Unterrichts gibt, sind es sogar 34 Prozent.

Weniger Nachhilfe bei Migrationshintergrund

Nachhilfe wird am häufigsten an Gymnasien in Anspruch genommen. Fast jeder fünfte Gymnasiast (18,7 Prozent) nutzt Extrahilfe außerhalb des Unterrichts. In der Grundschule liegt der Anteil bei knapp fünf Prozent. Fast zwei Drittel (61 Prozent) aller Nachhilfeschüler suchen Hilfe in Mathematik. In den Fremdsprachen und in Deutsch sind die Anteile mit 46 und 31 Prozent geringer.

Insgesamt nehmen im Osten mit einem Anteil von 16 Prozent etwas mehr Schulkinder Nachhilfe in Anspruch als im Westen mit 13 Prozent. Unter den Kindern und Jugendlichen ohne Migrationshintergrund bekommen 14 Prozent Nachhilfe, bei Schülern mit ausländischen Wurzeln liegt der Anteil mit elf Prozent niedriger.

Für die Studie Nachhilfeunterricht in Deutschland: Ausmaß – Wirkung – Kosten werteten die Erziehungswissenschaftler Klaus Klemm und Nicole Hollenbach-Biele Forschungsbefunde zur Nutzung von Nachhilfe aus. Ergänzt wird die Analyse durch die Ergebnisse einer Elternumfrage von Infratest dimap unter rund 4.300 Eltern.