Viele Schulkinder haben Probleme damit, locker und leserlich mit der Hand zu schreiben. Das geht aus einer Erhebung hervor, für die 1.000 Elternteile zu der Handschrift ihrer Kinder befragt wurden. Rund 23 Prozent der Teilnehmer gaben demnach an, ihre Kinder hätten Schwierigkeiten, länger als 30 Minuten am Stück zu schreiben. "Das wären hochgerechnet auf Deutschland 1,2 Millionen Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren, die nicht ausreichend leserlich und ohne Verkrampfung schreiben können", teilten die Initiatoren der Umfrage auf der Bildungsmesse Didacta mit.

Didacta-Präsident Wassilios Fthenakis zeigte sich besorgt. Das Schreiben mit der Hand sei auch für die motorische Entwicklung des Kindes bedeutend. Es gelte, diese wichtige Kulturtechnik zu erhalten. Christian Marquardt vom Schreibmotorik Institut sagte, das Ziel, "eine ermüdungsfreie, lesbare und flüssige Handschrift" zu erwerben, sei gefährdet.

Eine Onlineumfrage unter 2.000 Lehrern hatte bereits im April 2015 ergeben, dass die Hälfte der Jungen und ein Drittel der Mädchen Probleme mit ihrer Handschrift haben. Sie schreiben demnach nicht flüssig und unleserlich. Mehr als die Hälfte der Lehrer an weiterführenden Schulen beobachtete außerdem, dass nur knapp 40 Prozent der Schüler eine halbe Stunde lang ohne Beschwerden schreiben kann.

Die Initiative Aktion Handschreiben 2020 will wissenschaftlich fundiert gegensteuern. Mit Hilfe des Programms sollen die Voraussetzungen zum Erlernen einer gut lesbaren, flüssigen Handschrift in Kita, Schule und zu Hause verbessert werden.