Bund und Länder haben sich einem Bericht zufolge auf ein gemeinsames Förderprogramm für besonders begabte Schüler geeinigt. Die Initiative soll 125 Millionen Euro kosten, berichtete die Wochenzeitung DIE ZEIT. Zunächst sollen 300 Grund- und weiterführende Schulen das Konzept erproben. Nach fünf Jahren soll das Programm dann an möglichst vielen Schulen eingeführt werden.

Die Förderinitiative hat nach ZEIT-Informationen das Ziel, besondere Talente zu erkennen und Unterrichtskonzepte zu entwickeln, um die besten Schüler nach ihren Interessen und Fähigkeiten zu fördern. Das Projekt sei ein "Meilenstein", sagte Ingmar Ahl, Vorstand der auf Begabtenförderung spezialisierten Karg-Stiftung.

In den vergangenen Jahren war die Begabtenförderung immer wieder ein Konfliktpunkt zwischen den politischen Lagern. Das Problem: Nicht nur bei leistungsschwachen Schülern schnitt Deutschland in Bildungsstudien wie Pisa selten gut ab. Auch die Gruppe derjenigen Schüler, die beim Lesen oder Rechnen das höchste Leistungsniveau erreichten, blieb häufig klein.

Kritiker sagen, dass in Deutschland die Förderung von besonders intelligenten Schülern als Luxusproblem angesehen werde. Zu oft werde an leistungsschwache Kinder gedacht, die Begabtenförderung werde in der Politik vernachlässigt. Auch bei der Ausbildung der Pädagogen spiele der Aspekt nur eine untergeordnete Rolle. Allerdings sagen überwiegend linke Politiker, dass eine fehlgeleitete Eliteförderung vor allem den Kindern von deutschen Akademikerfamilien zugutekomme und die soziale Ungleichheit eher verstärke als verringere. In jüngerer Vergangenheit konnten sich die Parteien bei dem Thema jedoch annähern – und sich nun auf die gemeinsame Förderinitiative einigen.

(In einer früheren Fassung des Artikels stand fälschlicherweise, dass das Programm 300 Millionen Euro kosten soll. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.)