Beinahe sechs Prozent der Jugendlichen verlassen in Deutschland die Schule ohne Abschluss. Das ist in etwa jeder Siebzehnte. Dabei schwankt die Abbrecherquote je nach Landkreis zwischen 1,7 und 15,6 Prozent. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie der Caritas. Demnach verließen 2015 bundesweit 47.435 Jugendliche die Schule ohne Hauptschulabschluss.  

Laut Studie stieg die Quote der Schulabbrecher bundesweit auf 5,9 Prozent und liegt damit über dem Niveau der Jahre 2014 (5,7 Prozent) und 2013 (5,6 Prozent). Im Jahr 2009 waren es bundesweit noch fast sieben Prozent gewesen, dieser Wert war nach 2012 auf 5,6 Prozent gesunken und ist seitdem wieder kontinuierlich gestiegen. Die Daten wurden in mehr als 400 kreisfreien Städten und Kreisen erhoben. 

Deutliche Unterschiede zeigen sich im Vergleich der Bundesländer. Die Quoten der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss lagen 2015 zwischen 4,2 Prozent in Hessen und 9,9 Prozent in Sachsen-Anhalt. In einigen Bundesländern stieg die Quote laut Caritas zuletzt deutlich an, etwa in Hamburg von 4,9 auf 6 Prozent, in Rheinland-Pfalz von 5,6 auf 6,4 Prozent. In einigen Ländern sei sie aber auch leicht gesunken: in Hessen von 4,9 auf 4,2 Prozent und in Brandenburg von 7,8 auf 7,1 Prozent.

Nach wie vor sind auch die Unterschiede zwischen den einzelnen Städten und Kreisen sehr groß. Die geringste Schulabbrecherquote hat der Landkreis Main-Spessart in Bayern (1,7 Prozent), im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt verlassen hingegen bis zu 15,6 Prozent der Jugendlichen die Schule ohne Abschluss.

Caritas fordert bessere Förderung

Angesichts dieser Zahlen sei es dringend erforderlich, benachteiligte Schüler besser zu fördern, sagte Caritas-Präsident Peter Neher. Jugendliche, die ohne Abschluss die Schule verließen, hätten deutlich weniger Chancen auf einen Ausbildungsplatz und damit schlechte berufliche Perspektiven und folglich weniger Aussicht auf ein Leben unabhängig von staatlichen Leistungen.

Auch der Anfang März vorgestellte Chancenspiegel 2017 der Bertelsmann Stiftung hatte die hohe Schulabbrecherquote in Deutschland hervorgehoben, und zwar besonders bei Jugendlichen mit ausländischem Pass oder Migrationshintergrund. Für diese Schüler sei das Risiko eines Abbruchs, ohne zumindest den Hauptschulabschluss zu erreichen, mehr als doppelt so hoch wie für deutsche Mitschüler. Während der Anteil aller Schüler ohne Abschluss hierzulande der Studie zufolge seit 2011 unter 6 Prozent sank, stieg die Quote bei ausländischen Schülern bis 2014 von 12,1 auf 12,9 Prozent. Betroffen ist in dieser Gruppe also sogar etwa jeder Achte.