Die Zahl der Bafög-Empfänger ist im vergangenen Jahr erneut gesunken. 2016 erhielten 823.000 Schüler und Studenten Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz. Das sind 47.000 oder 5,5 Prozent weniger als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Die Zahlen passen zum Trend der letzten Jahre. Seit einem Höchststand von 2012 mit 975.000 sinkt die Zahl der Empfänger kontinuierlich und liegt nun wieder unter dem Niveau von vor zehn Jahren. Auch 2015 war die Zahl um 5,9 Prozent gesunken.   

Unter den Geförderten waren demnach 2016 rund 239.000 Schüler und 584.000 Studierende. Im Durchschnitt erhielten Schüler monatlich 435 Euro (plus 14 Euro) und Studierende 464 Euro (plus 16 Euro).

Nur knapp die Hälfte der Bafög-Empfänger (48 Prozent) erhielt im vergangenen Jahr den maximalen Förderbetrag, der für Studenten aktuell bei 735 Euro pro Monat liegt. Die Höhe des Förderbetrages ist abhängig von der Ausbildungsstätte und davon, ob die Empfänger bei den Eltern oder auswärts wohnen. 28 Prozent der Geförderten wohnten bei ihren Eltern, fast drei Viertel außerhalb des Elternhauses.

Zum Wintersemester 2016/17 wurde das Bafög reformiert. Die Änderungen sollte zur Folge haben, dass mehr Schüler und Studenten die staatliche Hilfe erhalten. Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) erklärt die Entwicklung damit, dass bei der Verabschiedung der Reform 2014 zwei Faktoren unterschätzt wurden: Die positive Entwicklung der Einkommen und die niedrige Arbeitslosigkeit. "Wenn in Zeiten günstiger Konjunktur- und Einkommensentwicklung weniger Auszubildende auf staatliche Leistungen nach dem Bafög angewiesen sind, ist dies eine durchaus erfreuliche Entwicklung", teilte Wanka mit. 

Die Verbesserungen durch die Reform seien noch nicht lange wirksam – "die Statistik 2016 ist deshalb noch nicht aussagekräftig genug, um die Wirkung der Reform insgesamt zu beurteilen", erläuterte die Bildungsministerin. Sie wies darauf hin, dass die monatlichen Förderbeträge erneut gestiegen seien. "Studierende, Schülerinnen und Schüler, die Bafög erhalten, haben im vergangenen Jahr durchschnittlich mehr Förderung bekommen als im Jahr zuvor."

Seit 2015 finanziert der Bund das Bafög allein und erspart den Ländern damit Kosten von über einer Milliarde Euro pro Jahr. Im vergangenen Jahr gab der Staat laut Statistischem Bundesamt insgesamt 2,9 Milliarden Euro für das Bafög aus, 102 Millionen Euro weniger als im Jahr zuvor (minus 3,4 Prozent). Für das Schüler-Bafög wurden knapp 0,8 Milliarden Euro (minus 43 Millionen Euro) bereitgestellt, für die Studierendenförderung 2,1 Milliarden Euro (minus 59 Millionen Euro).