Die Bundesländer haben ihre Bildungssysteme im letzten Jahr kaum verbessert. Das geht aus dem Bildungsmonitor 2017 hervor, die im Auftrag der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) erstellt wurde. "Bundesweit gibt es kaum noch Fortschritte in den Bildungssystemen", kritisiert der INSM-Geschäftsführer Hubert Pellengahr. Bei entscheidenden Faktoren habe es sogar Rückschritte gegeben. Demnach brechen mehr Ausländer die Schule ab, mehr Schüler hätten Schwierigkeiten beim Lesen, und die "Bildungsarmut unter jungen Erwachsenen dürfte in den kommenden Jahren steigen". Eine Folge von Bildungsarmut ist, dass Menschen aufgrund unzureichender Bildung nur schlecht bezahlte Jobs finden und eher von Armut und Arbeitslosigkeit bedroht sind. Das sei besorgniserregend für die Chancengerechtigkeit im Land, mahnt Pellengahr.

Und es erschwert Arbeitgebern die Suche nach qualifiziertem Nachwuchs. Die Studie, die vom Institut der deutschen Wirtschaft erarbeitet wurde, betrachtet Bildung denn auch klar aus ökonomischer Perspektive: Je mehr Schüler qualifiziert sind, desto größer ist die Zahl der geeigneten Bewerber. Dem Fachkräftemangel ließe sich auch entgegensteuern, wenn das auch das Potenzial von Kindern und jungen Erwachsenen aus bildungsfernen, sozial schwachen oder migrantischen Elternhäusern sowie das Potenzial von Flüchtlingen ausgeschöpft werden.

Sachsen hat das leistungsfähigste Bildungssystem

Neben den Kompetenzen haben die Forscher auch die Chancen benachteiligter Kinder in den verschiedenen Bildungssystemen analysiert. Verglichen wurden unter anderem:

  • die Bildungsausgaben der Bundesländer,
  • die Betreuungsschlüssel von der Kita bis zur Uni,
  • die Verbreitung von Ganztagsschulen,
  • Möglichkeiten, bei Lernschwächen frühzeitig zu helfen,
  • die Rolle der sozialen und finanziellen Ausstattung des Elternhauses für den Bildungserfolg eines Kindes,
  • die "Zeiteffizienz" der Bildung, d. h. Sitzenbleiben, Ausbildungsabbrüche oder verspätete Einschulungen. 

Nach diesen Kriterien haben Sachsen, Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg die leistungsfähigsten Bildungssysteme; am Schluss stehen Nordrhein-Westfalen und die Stadtstaaten Bremen und Berlin. Kleine Länder wie das Saarland und Hamburg haben sich entgegen dem Trend verbessert. So habe etwa Hamburg den Fremdsprachenunterricht verbessert, das Saarland habe die Bildungsausgaben erhöht und bessere Betreuungsschlüssel an den Schulen erreicht.