Gymnasium »Gute Noten sind nicht alles«

Wann ist ein Kind »gymnasial«, also fit fürs Gymnasium? Wenn es sich gern anstrengt, sagt die Schulleiterin Nele Degenhardt

Was sollte ein Kind mitbringen, wenn es auf ein Gymnasium möchte?

Es sollte gern lernen, neugierig sein, Freude am Kennenlernen fremder Menschen und Dinge mitbringen. Außerdem sollte es gern in Gruppen und mit anderen Kindern zusammen lernen, sich aber auch nicht davor scheuen, allein zu arbeiten und ein Ergebnis vorzuzeigen. Und es darf sich nicht erschrecken, dass es Hausaufgaben machen und für die Schule üben muss.

Wie wichtig sind gute Noten?

Entscheidend ist, wie die Lehrerinnen und Lehrer der Grundschule das Kind im Alltag beobachtet und erlebt haben. Ob ein Kind besser oder schlechter schreibt als ein anderes, ist nicht so wichtig. Wir erwarten nicht eine bestimmte Note in einem bestimmten Fach.

Anzeige

Auch nicht in den Kernfächern?

Nein, auch dort nicht. Wir haben durchaus schon Kinder aufgenommen, die eine Drei in Deutsch oder Mathematik hatten. Bei Vieren wird es schwierig, denn die Grundschullehrer haben die Kinder über viele Jahre beobachtet und wissen, wie man Lernverhalten in Noten ausdrückt. Aber manche Kinder, vor allem Jungen, entwickeln sich einfach später.

Wie können Eltern ihrem Kind helfen, die Schule gut zu bewältigen?

Auf jeden Fall sollten alle Eltern ihre Kinder bilden. Das heißt, sie mit unbekannten Fragestellungen konfrontieren. Ob es sich dabei um Vorgänge in der Natur handelt oder in der unmittelbaren Umgebung, ob es um andere Menschen und ihre Lebensweisen und Arbeitsformen geht oder um etwas, das hergestellt oder repariert werden muss, ist dabei gar nicht wichtig. Wichtig ist, dass Eltern bei ihren Kindern sind und ihnen zuhören und helfen, Fragen zu stellen und zu beantworten. Anstrengungsbereitschaft, die Voraussetzung für gymnasiales Lernen, kommt nicht von allein. Sie entwickelt sich in einem Kind, wenn es vor neue Situationen gestellt wird. Dann muss es sich anstrengen und mit ihnen umgehen. Leider finden viele Kinder solche Lernumgebungen zu Hause nicht vor.

Sollte die Schule nicht gerade solchen Kindern helfen, sich aus den Fesseln ihres familiären und sozialen Umfelds zu befreien?

Unbedingt. Familien sind aber keine Fesseln, sie sind ein Geschenk, egal, in welcher sozialen Situation sie stecken. Der Staat muss ihnen helfen zu funktionieren, die Schule muss ihren Teil dazu tun. In Hamburg gibt es mit der Stadtteilschule ein Modell, das Schülern Hilfe anbietet und gleichzeitig zu allen Bildungsabschlüssen, auch zum Abitur, führt. Darin gehen Haupt-, Real- und Gesamtschulen auf. Das Gymnasium muss –und kann auch – dasselbe leisten, es hat dafür aber nur acht Jahre Zeit.

Leser-Kommentare
  1. Da stellt sich doch die Frage, warum wir gymnasien überhaupt brauchen. Meine Söhne haben in Hamburg erfolgreich eine gute Gesamtschule besucht. Der ältere hat dort obwohl keine Gymnasialempfehlung Abi gemacht und studiert jetzt Physik. Das Gymnasium ist eine sehr teure und überflüssige schulform, weil sich erst im laufe der Pubertät wirklich zeigt, wie sich ein Kind entwickelt. Eine Vewrkürzung auf 12 Jahre kann bei einem leistungsstarken Kind auch inder 11. Klasse erwogen werden. Gute Schüler der Gesamtschule (heute STadtteilschule ) springen dann problemlos. Warum gibt es diese überholte Schulform immer noch? Gerade in Ländern wo es noch Gesamt schulen gibrt ist es wirklich idiotisch sein Kind aufs gaymnasium zu Schicken. Mein Jüngerer Sohn wird die Gesamt schule nach 12 Jahren abschliessen, aber ich fürchte, das sit auch nicht gut. ich werde ihm empfehlen, ein freiwilliges soziales Jahr zu machen, um sich innerlich zu finden. Achafftr endlich die Gymnasien ab!!!!!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ....dann weiss ich, warum ich meine Söhne auf's Gymnasium schicke.

    ....dann weiss ich, warum ich meine Söhne auf's Gymnasium schicke.

  2. ....dann weiss ich, warum ich meine Söhne auf's Gymnasium schicke.

    Antwort auf "Gymnasien?"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Festgefahrene Schranken sind Barrieren die man durchbrechen kann, aber nur wenn man Mut hat.
    Sie beleidigen einfach diesen Schreiber/in und wissen überhaupt nichts von der Person. Hat sie vielleicht Legasthenie oder lebt sie vielleicht im Ausland und hat die Sprache schon etwas verlernt usw.. Ja es gibt viele Dinge die wir nicht wissen und das ist manchmal gut so und ab und an sollte man einfach mal die Klappe halten. Danke, nächstes Mal einfach weiterfahren....
    Es gibt noch andere Farben außer schwarz und weiß. Die Welt ist bunt.

    • cvnde
    • 14.10.2010 um 2:21 Uhr

    Sind doch eigentlich nur Tippfehler, von wegen Groß - und Kleinschreibung.

    schlechten Hauptschülern wird an PISA-Testtagen nahe gelegt, nicht in die Schule zu kommen

    Festgefahrene Schranken sind Barrieren die man durchbrechen kann, aber nur wenn man Mut hat.
    Sie beleidigen einfach diesen Schreiber/in und wissen überhaupt nichts von der Person. Hat sie vielleicht Legasthenie oder lebt sie vielleicht im Ausland und hat die Sprache schon etwas verlernt usw.. Ja es gibt viele Dinge die wir nicht wissen und das ist manchmal gut so und ab und an sollte man einfach mal die Klappe halten. Danke, nächstes Mal einfach weiterfahren....
    Es gibt noch andere Farben außer schwarz und weiß. Die Welt ist bunt.

    • cvnde
    • 14.10.2010 um 2:21 Uhr

    Sind doch eigentlich nur Tippfehler, von wegen Groß - und Kleinschreibung.

    schlechten Hauptschülern wird an PISA-Testtagen nahe gelegt, nicht in die Schule zu kommen

  3. gibt,ist ein großes Glück"
    Anderseits frage ich mich dann,wie aufgeholt werden kann,was der Schüler zu lernen versäumte.Die Wiederholung einer Schulklasse stellt nämlich ebensosehr eine Einladung dar,Versäumtes nachholen zu dü r f e n,-und ist letzten Endes nicht so schlimm,wie es augenblicklich erscheint.Besserungungswillen bringen zu dürfen,erzeigt das sogenannte "Sitzenbleiben"ebenso.Wird der Schüler aber weiterbefördert,ohne Fundamteles zu beherrschen,könnte der Schaden erst später zurüchschlagend vernichtend sich auswirken."Repetitio mater studiorum"(die Wiederholung ist die Mutter des Studierens)sei eine Spruchweisheit,die dem "Sitzenbleiben"wieder auf die Sprünge helfe,statt es einzig als Übel anzusehen.--Was einer können muss,das muss er können,-da hilft kein betrügerisches Darüberhinwegsehen aus falsch verstandener Solidarität.Ausnahmen bestätigen die Regel freilich.Einsicht ,die tiefer gehet,berüchsichtigt alles Für und Wider.

  4. Festgefahrene Schranken sind Barrieren die man durchbrechen kann, aber nur wenn man Mut hat.
    Sie beleidigen einfach diesen Schreiber/in und wissen überhaupt nichts von der Person. Hat sie vielleicht Legasthenie oder lebt sie vielleicht im Ausland und hat die Sprache schon etwas verlernt usw.. Ja es gibt viele Dinge die wir nicht wissen und das ist manchmal gut so und ab und an sollte man einfach mal die Klappe halten. Danke, nächstes Mal einfach weiterfahren....
    Es gibt noch andere Farben außer schwarz und weiß. Die Welt ist bunt.

    Antwort auf "Wenn ich das lese...."
  5. Kein "Sitzenbleiben" mehr:
    Da werden sich die Schüler aber in den Nebenfächern anstrengen und fleißig mit lernen! Eine 6 in Bio, Geo, Geschichte usf. egal. Einfach mal alle durch gewunken.
    Eigtl. könnte man sich dann auch gleich die Notengebung schenken: Der Schüler war anwesend, das reicht.
    Nach 8 solchen "erfolgreichen" Jahren druckt der Computer ein Abizeugnis aus.
    Allgemeinbildung, Kompetenzen in Naturwissenschaften, Fremdsprachen etc. Fehlanzeige. Ist auch nicht notwendig, Hauptsache ein Blatt Papier, auf dem ABITUR drauf steht.
    Ich bin froh, dass die Schule unter Länderhoheit steht und die nächsten Pisa und Veratests werden zeigen, wie sich Hamburg entwickelt. Wenn sie die Tests nicht verweigern, wie kürzlich die Schulen in Berlin.
    Sollten die Abituranforderungen in HH sinken, führen die anderen Bundesländer halt wieder einen Malus an den Hochschulen ein. Und Firmen wissen ohnehin sehr genau, was von Bewerbern aus Bremen mit 3,9 Abi zu halten ist.

    Es grüßt der
    Bonifaz

    Eine Leser-Empfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Buh
    • 14.10.2010 um 14:00 Uhr

    ...in ein pädagogik Seminar und versuchen sie das ganze mal von innen zu betrachten. vielleicht beschäftigen Sie sich dann auch mal mit von Pädagogen, die es ja besser wissen müssten als Politiker und Sie und Ich, empfohlene Lernstrategiern. Die meisten Pädagogen lehnen Noten ohnehin ab.

    Ich finde es Schade, wenn das Thema Bildung so Ideologisch angegangen wird.

    informieren Sie sich und bleiben Sie doch offen für neues und für das was die Wissensschaft schafft. gerade im Bildungsthema ignorieren wir Wissenschaftliche Erkenntnisse und Urteilen ideologisch. Das sollten wir lassen!

    Setzen Sie sich einfach mal in eine Vorlesung. merkt eh keiner. Da lernen Sie mehr als hier im Forum oder im Artikel und können auch mal die andere Seite sehen. Mache ich auch hin und wieder. Über den Tellerrand schauen ist wichtig. Ich habe mich zb als überzeugter Atheist mit Gottesbeweise beschäftigt. War interessant und nicht Schmerzhaft. Offen bleiben!

    Ganz schön offen - für jeden Unfug: Kinder fordern ausdrücklich von sich aus verständliche Leistungsbewertungen
    ein, was eben mit Ziffernnoten am besten geht (Übrigens ließ
    sich hier schon so mancher Waldorf-lehrer belehren.)!
    Man kann das Gymnasium mitsamt Abitur natürlich an die Wand
    fahren, aber an den Universitäten werden Sie mit nicht Studierfähigen ihre wahre Freude haben.

    • Buh
    • 14.10.2010 um 14:00 Uhr

    ...in ein pädagogik Seminar und versuchen sie das ganze mal von innen zu betrachten. vielleicht beschäftigen Sie sich dann auch mal mit von Pädagogen, die es ja besser wissen müssten als Politiker und Sie und Ich, empfohlene Lernstrategiern. Die meisten Pädagogen lehnen Noten ohnehin ab.

    Ich finde es Schade, wenn das Thema Bildung so Ideologisch angegangen wird.

    informieren Sie sich und bleiben Sie doch offen für neues und für das was die Wissensschaft schafft. gerade im Bildungsthema ignorieren wir Wissenschaftliche Erkenntnisse und Urteilen ideologisch. Das sollten wir lassen!

    Setzen Sie sich einfach mal in eine Vorlesung. merkt eh keiner. Da lernen Sie mehr als hier im Forum oder im Artikel und können auch mal die andere Seite sehen. Mache ich auch hin und wieder. Über den Tellerrand schauen ist wichtig. Ich habe mich zb als überzeugter Atheist mit Gottesbeweise beschäftigt. War interessant und nicht Schmerzhaft. Offen bleiben!

    Ganz schön offen - für jeden Unfug: Kinder fordern ausdrücklich von sich aus verständliche Leistungsbewertungen
    ein, was eben mit Ziffernnoten am besten geht (Übrigens ließ
    sich hier schon so mancher Waldorf-lehrer belehren.)!
    Man kann das Gymnasium mitsamt Abitur natürlich an die Wand
    fahren, aber an den Universitäten werden Sie mit nicht Studierfähigen ihre wahre Freude haben.

    • cvnde
    • 14.10.2010 um 2:21 Uhr

    Sind doch eigentlich nur Tippfehler, von wegen Groß - und Kleinschreibung.

    Antwort auf "Wenn ich das lese...."
  6. Den Fokus allein auf den Abschluss zu richten ist unpassend. Es gibt Gymnasien noch (obwohl man auch an z.B. einer Gesamtschule das Abitur machen kann) weil es ganz einfach Schüler gibt die an einer Gesamtschule unterfordert wären.
    Auch wenn das Ergebnis dasselbe ist (Abitur) so braucht mancher Schüler eben eine höhere geistige Herausforderung als sie eine Gesamtschule - in der Zeit bis zur Oberstufe - bieten kann.
    Was soll falsch daran sein?
    Der eine ist besser in Sport, der andere lernt schneller, usw.
    Im Grunde sind für eine optimale Förderung der Kinder und Jugendlichen bloß die Schubladen zu groß, die Auswahl zu gering und die praktische Erfahrung wird unterbewertet.

  7. schlechten Hauptschülern wird an PISA-Testtagen nahe gelegt, nicht in die Schule zu kommen

    Antwort auf "Wenn ich das lese...."

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service