Bei einer Verpuffung im Internationalen Postzentrum am Frankfurter Flughafen ist ein Zollbeamter an der Hand verletzt worden. Der Zwischenfall ereignete sich, als er routinemäßig ein Päckchen öffnete. Ein weiterer Postmitarbeiter erlitt einen Schock. Das Gebäude ist umgehend geräumt worden. Zum Zeitpunkt des Vorfalls arbeiteten etwa 380 Postmitarbeiter und elf Zollbeamte in dem Gebäude. Nach knapp vier Stunden nahmen die Beschäftigten ihre Arbeit wieder auf. 

Wie die Deutsche Post berichtete, handelte es sich um ein Paket oder einen Beutel mit mehreren Paketen, der aus dem Ausland kam und weiter ins Ausland gehen sollte. Es sei bisher nicht bekannt, woher das Päckchen kam und an wen es adressiert war. "So wie es aussieht, handelt es sich nicht um einen Anschlag auf das Postzentrum", sagte ein Sprecher der Deutschen Post. "Das passiert immer wieder. Auch Kriminelle nutzen die Post."

Entgegen anderslautenden Berichten sei die Sendung auch nicht explodiert, betonte ein Polizeisprecher. Vielmehr habe es sich um eine Verpuffung gehandelt, die vielfältige Ursachen haben könne. Es gebe auch keine Schäden am Gebäude. Hinweise auf eine Briefbombe oder einen ähnlichen Hintergrund gebe es derzeit nicht, sagte der Sprecher weiter. Trotzdem seien Sprengstoffexperten eingeschaltet worden. Die Ermittlungen dauerten an.

Das Postzentrum am Frankfurter Flughafen ist der deutsche Knotenpunkt für sämtliche Lieferungen von und nach Deutschland. Insgesamt sind hier nach Angaben der Post etwa 1700 Mitarbeiter beschäftigt. Sie verteilen täglich im Durchschnitt 2,3 Millionen Briefe, 7000 Pakete und 18.000 Päcken. 70 Beschäftigte des Zolls kontrollieren im Schicht-Betrieb stichprobenartig Brief- und Warensendungen, um beispielsweise Verstöße gegen die Zollbestimmungen oder den Schmuggel von Rauschgift und Medikamenten aufzudecken.