Film Kritik an Verhaftung Polanskis wächst

Die Festnahme des Star-Regisseurs Roman Polanski in der Schweiz war minutiös vorbereitet. "Ein großer Cineast in der Polizeifalle" – die Kritik daran wird immer lauter.

Der Meisterregisseur Roman Polanski kämpft mit allen Mitteln gegen seine Auslieferung in die USA. Er war am Samstag bei seiner Ankunft in der Schweiz wegen eines mehr als 30 Jahre zurückliegenden Sexualdelikts verhaftet worden. Polanski widersetze sich der Auslieferung und werde juristisch gegen das Ersuchen der US-Behörden vorgehen, teilte sein Anwalt Hervé Temime am Montag in Paris mit.

Wenn Polanski sich mit der Auslieferung einverstanden erklärt hätte, wäre er im Rahmen einer "vereinfachten Auslieferung" wesentlich zügiger in die USA gebracht worden. So muss es nach Schweizer Recht zu einem Auslieferungsverfahren kommen, das mehrere Monate dauern kann. In Bern hieß es dazu, eine Freilassung auf Kaution wäre möglich. Dazu gehöre aber die Auflage, dass Polanski nicht aus der Schweiz fliehe. Eine Möglichkeit könnte darin bestehen, dass er in seinem Ferienhaus in Gstaad im Berner Oberland unter Hausarrest gestellt werde.

Anzeige

Der Filmemacher hatte 1977 zugegeben, in der Villa seines Freundes Jack Nicholson die 13-Jährige Samantha Geimer mit Champagner und Drogen zum Sex verführt zu haben. Während des Verfahrens war er dann aber 1978 nach Frankreich geflüchtet und hatte die USA seither gemieden. Auch zur Oscar-Verleihung im Jahr 2003, wo er für Der Pianist als bester Regisseur ausgezeichnet wurde, wagte er die Einreise nicht.

Geimer hatte inzwischen Sympathie für Polanski bekundet und vor Gericht ein Ende des Verfahrens gefordert. Sie sehe sich eher als Opfer der Medien und der Staatsanwaltschaft, die den Fall nicht ruhen lasse, hatte sie ihren Schritt begründet.

Polanski scheine sich ein "Problem der Verjährung" zu stellen, sagte Polanskis Anwalt Temime der Pariser Zeitung Le Figaro. Zudem gehe es um einen "Fall, in dem das mutmaßliche Opfer des Vergehens seit Jahren seine Klage zurückgezogen" habe.

Ein Brief der Außenminister Polens und Frankreichs, Radoslaw Sikorski und Bernard Kouchner, werde derzeit zwischen den beiden Seiten abgestimmt, sagte der polnische Vize-Außenminister Jacek Najder dem Sender Radio ZET. Polanski besitzt die französische Staatsbürgerschaft und wuchs in Polen auf. Sollte er an die USA ausgeliefert werden, droht ihm in einem Verfahren eine mehrjährige Haftstrafe.

Die Züricher Zeitung Tages-Anzeiger schrieb in einem Bericht, dass die Verhaftung Polanskis präzise und geheim vorbereitet wurde. Dem Blatt zufolge hatte die Staatsanwaltschaft in Los Angeles das Ersuchen, den 76-Jährigen bei seiner Einreise in die Schweiz zu verhaften, am vergangenen Donnerstag gestellt. Über das US-Justizministerium erreichte das Begehren die Schweizer Behörden. Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Los Angeles, Sandi Gibbons, sagte der Zeitung, die  Zusammenarbeit mit der Schweiz sei ausgezeichnet gewesen, die Behörden hätten sich "sehr kooperativ" verhalten.

Die Information von Polanskis Besuch zum Film-Festival in Zürich hatte Gibbons eigenen Angaben nach dem Internet entnommen. Bereits zweimal habe die Staatsanwaltschaft von Reisen Polanskis in Länder erfahren, mit denen die USA ein Auslieferungsabkommen hätten. Der Regisseur müsse aber jeweils von den Bemühungen der Behörden erfahren haben und sei schließlich nicht gereist. Ähnlich hatte sich auch das zuständige Justizministerium in Bern geäußert.

Herr Polanski war sehr müde. Er wirkte gefasst, zugleich aber auch schockiert.

Strafverteidiger Lorenz Erni

Die Zeitung Blick berichtet, schon vor dem Ersuchen der USA habe die Kantonspolizei das Ministerium auf den bevorstehenden Besuch Polanskis in Zürich hingewiesen. Das Ministerium habe dann das eingegangene Haftersuchen streng vertraulich behandelt, um den Verhaftungserfolg nicht zu gefährden. Der Strafverteidiger Lorenz Erni aus Zürich traf Polanski laut Blick noch in der Nacht hinter Gittern. "Herr Polanski war sehr müde. Er wirkte gefasst, zugleich aber auch schockiert", sagte Erni der Zeitung.

Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf sagte im Schweizer Fernsehen, die USA hätten keinen Druck auf die Schweiz ausgeübt. "Wir haben immer erst im Nachhinein erfahren, dass er hier gewesen sein soll", sagte sie als Begründung, warum der Zugriff erst jetzt erfolgte. Vergewaltigung verjähre weder in den USA noch in der Schweiz, sagte die Ministerin. Das habe die Justiz zum Handeln gezwungen. Widmer-Schlumpf verteidigte die Rechtsstaatlichkeit des Vorgehens. Sie verstehe auch nicht, dass Künstler, die sonst immer die Moral sehr hochhielten, in diesem Fall anders reagierten.

Polanskis Verhaftung hat scharfe Kritik ausgelöst. Besonders die Grünen im Schweizer Parlament sowie Künstlerkreise kritisieren das Vorgehen der Schweizer Behörden. Zahlreiche internationale Künstler sowie das Filmfestival Cannes unterzeichneten eine Petition zur Freilassung Polanskis. Darunter sind nach französischen Presseberichten Costa-Gavras und Tony Gatlif, Wong Kar-wai, Fanny Ardant, Ettore Scola, Michele Placido, Giuseppe Tornatore, Monica Bellucci, Gilles Jacob und Bertrand Tavernier. Die Künstler nannten es "unannehmbar, dass eine internationale Kulturveranstaltung zur Ehrung eines der größten zeitgenössischen Cineasten in eine Polizeifalle verwandelt" werden könne.

In der Boulevardzeitung Blick hieß es am Montag, die Schweiz habe Grund, sich zu schämen. Das Lob der Amerikaner über die kooperativen Schweizer "tut richtig weh", sagte der Kommentator. "Extrem kooperativ sind Leute, die deutlich mehr tun als sie müssten, weil sie was gutmachen wollen. Weil sie jemanden, den sie verärgert haben, milde stimmen wollen." Wer das bei der Polanski-Affäre bestreiten wolle, mache sich lächerlich, schrieb die Zeitung mit Hinweis darauf, dass die Schweiz mit den USA etwa im Streit um hinterzogene Steuern Konzessionen gemacht habe.

Unter der Überschrift "Gerechtigkeit für Polanski" schreibt der Tages-Anzeiger, es gebe gute Gründe, weshalb Polanski eher heute als morgen freikommen sollte. Heute mache sich sein Opfer, eine mittlerweile dreifache Mutter, für ihn stark. Polanski, so zeigten drei Jahrzehnte, sei für niemanden eine Gefahr. "Ein faires Verfahren gegen ihn ist jedoch nach so langer Zeit und mit Fehlern in der Untersuchung kaum mehr möglich", schreibt die Zeitung.

Auch polnische Filmemacher machten gegen die Verhaftung von Roman Polanski mobil. In einem Schreiben an die Regierung hätten sie um eine "schnelle Intervention" gebeten, sagte der Chef der polnischen Filmemachervereinigung, Jacek Bromski. Für Unverständnis sorgte die Festnahme bei vielen auch deshalb, weil das damalige Opfer dem Regisseur längst öffentlich verziehen hat.

Der französische Außenminister Bernard Kouchner nahm mit seiner schweizerischen Amtskollegin Micheline Calmy-Rey Kontakt auf und forderte einen schnellen "günstigen Ausgang" des Falls. Polanskis Rechte müssten vollständig geachtet werden, erklärte das Außenministerium in Paris. Der französische Botschafter habe sich an die Schweizer Behörden gewandt, um "so schnell wie möglich das konsularische Besuchsrecht auszuüben".

Der französische Kulturminister Frédéric Mitterrand hatte am Sonntag von einer "Falle" gesprochen, die Polanski gestellt worden sei. "Man kennt die Bedingungen, unter denen das passiert ist. Und genauso, wie es ein großzügiges Amerika gibt, das wir lieben, gibt es auch ein gewisses Amerika, das Angst macht. Und dieses Amerika hat uns heute sein Gesicht gezeigt", sagte Mitterrand.

Roman Polanski stelle "absolut keine Gefahr für die öffentliche Ordnung" dar, sagte Temime. "Die menschlichen Schäden dieser Festnahme sind beträchtlich. Es erscheint mir menschlich unerträglich, dass ein 76-Jähriger Mann mehr als 30 Jahre nach der Tat (...) auch nur einen Tag Gefängnis erleiden soll." Er wundere sich über die Festnahme, zumal Polanski "seit vielen Jahren sehr regelmäßig" in die Schweiz fahre, wo er in Gstaad ein Haus besitze.

 
Leser-Kommentare
  1. Er hat es zugegeben, also hatte sie ihn angezeigt. Anstatt dazu zu stehen ist er geflüchtet. Stellen Sie sich vor er wäre nicht Polanski, sondern ein namenloser Vergewaltiger und die Schweiz hätte nichts unternommen. Die gleichen Leute, die sich jetzt für die Freilassung Polanskis angagieren, würden am lautesten dagegen protestieren. Das nach 30 Jahren ein Gerichtsverfahren verschwommen sein wird muss er auf seine eigene Kappe nehmen. Wrum das Opfer zu ihm steht und die Anzeige nicht zurückgezogen hat, ist mir ein Rätsel. Sie müsste ja nur sagen, nichts passiert. War sie denn zum damaligen Zeitpunkt minderjährig?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • lilouF
    • 28.09.2009 um 17:04 Uhr

    die ganze situation ist so unglaublich bescheuert!
    wenn die amerikanischen behörden einen bruchteil des aufwands in ihrem eigenen land zB gegen kinderporno-banden, frauenschänder, pädophile ringe jeder art gerichtete hätte wäre ihrem land und der welt weit mehr geholfen als so.
    es ist lächerlich und kafkaesk.
    mir tut dieser mann leid, der so großes geleistet hat und verständlicher weise seinen frieden will.
    wird er jetzt zum zweiten michael jackson erklärt bloß weil ersterer tot ist?
    es ist doch einfach nur unnötig

    • lilouF
    • 28.09.2009 um 17:04 Uhr

    die ganze situation ist so unglaublich bescheuert!
    wenn die amerikanischen behörden einen bruchteil des aufwands in ihrem eigenen land zB gegen kinderporno-banden, frauenschänder, pädophile ringe jeder art gerichtete hätte wäre ihrem land und der welt weit mehr geholfen als so.
    es ist lächerlich und kafkaesk.
    mir tut dieser mann leid, der so großes geleistet hat und verständlicher weise seinen frieden will.
    wird er jetzt zum zweiten michael jackson erklärt bloß weil ersterer tot ist?
    es ist doch einfach nur unnötig

    • ribera
    • 28.09.2009 um 12:17 Uhr

    Wo bitte liegt der Unterschied zwischen einem durch das BKA öffentlich gesuchtem Kinderschänder der vor 10 Jahren Jugentliche verführt und die Bilder ins Netz gestellt hat und Polanski, der vor 30 Jahren eine 13-jährige mit Alkohol und Drogen zum Sex gefügig gemacht hat?
    Der Verurteilung durch Flucht entzogen und mehrfach der Festnahme in anderen Ländern entkommen, weil er rechtzeitig gewarnt wurde und seine Reise absagte.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Es ist nicht zu glauben, dass sich so viele Menschen hinter einen verurteilten Kinderschaender stellen, der auch nach 30 Jahren zu feige ist eine Strafe fuer ein Vergehen anzutreten, fuer das er zweifelsfrei ueberfuehrt wurde. Anstatt sich fuer die Freilassung Polanskis starkzumachen, sollten die Vorfuehrungen seiner Werke boykottiert werden. Die Vergewaltigung eines Kindes ist ein abscheuliches, hoechst verwerfliches Verbrechen und darf auf keinen Fall verharmlost werden.

    Es ist nicht zu glauben, dass sich so viele Menschen hinter einen verurteilten Kinderschaender stellen, der auch nach 30 Jahren zu feige ist eine Strafe fuer ein Vergehen anzutreten, fuer das er zweifelsfrei ueberfuehrt wurde. Anstatt sich fuer die Freilassung Polanskis starkzumachen, sollten die Vorfuehrungen seiner Werke boykottiert werden. Die Vergewaltigung eines Kindes ist ein abscheuliches, hoechst verwerfliches Verbrechen und darf auf keinen Fall verharmlost werden.

  2. 3.

    unglaublich die aufregung der promis

    was wäre denn wenn es nicht ein promi wäre??

    oder ist die aufregung der filmschaffenden so zu verstehen, dass regisseure und schauspieler ein recht auf kindesmissbrauch haben sollten??

    na das nenne ich mal echte künstler und intellektuelle, sowieso ein widerspruch in sich

  3. man lässt sich schnell zu sympathien für diesen begnadeten regisseur, der uns so viele schöne filme bescherte, hinreißen. genau das trübt aber die wahrnehmung hinsichtlich dieses "missbrauches" vor 30 jahren.
    er sollte sich auf jeden fall dafür verantworten.

  4. Nicht die 30 Jahre zurückwährende Tat ist der Anstoss, sondern das schweizer Behörden den USA plötzlich in den Allerwertesten kriechen um sich liebkind zu machen. RP war in der Schweiz quasi Dauergast. Warum hat man ihn nicht schon früher verhaftet?
    Die Sache stinkt bis zum Himmel!

    Die USA erweisen sich mal wieder als Krake über die ganze Welt und die Schweizer haben die Büchs voll!

  5. Das Mädchen wurde damals (vor 30 Jahren) durch die Mutter ins Bett von Polanski hineinmanövriert, um eine Filmrolle zu ergattern. Vermutlich dachte er, dass sie viel älter sei. Es gab bereits eine richterliche Verfügung in den USA, die Polanski zwang sich in einer psychiatrischen Klinik untersuchen zu lassen. Es wurden keine pädophilen Neigungen festgestellt, Polanski als unbedenklich eingestuft und freigelassen. Das Gericht hat sich ein anderes Ergebnis erhofft und um weiteren Repressalien zu entgehen hat Polanski das Land verlassen. Später hat er dem Mädchen eine hohe Entschädigung gezahlt und sich mit ihr ausgesöhnt.

    Die Schweizer erweisen sich selbst mit diesem vorauseilenden Gehorsam eine Bärendienst. Das ganze ist zurecht vielen Schweizern sehr peinlich.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    das ist vollkommen egal, wer da wen wohin hineinmanövriert hat, wenn die mutter des mädchens involviert war, dann gehört eben die mutter ebenfalls vor gericht gestellt und verurteilt wenn sich diese anschuldigungen bewahrheiten sollten, aber da soll sich einer mit geld also freikaufen können, soll so in einem rechtsstaat vorgegangen werden??

    "Später hat er dem Mädchen eine hohe Entschädigung gezahlt und sich mit ihr ausgesöhnt."

    D.h. Sex mit Minderjährigen gegen Geld, also Prostitution, ist OK - vorausgesetzt, der Täter ist prominent und solvent?

    "Die Schweizer erweisen sich selbst mit diesem vorauseilenden Gehorsam eine Bärendienst. Das ganze ist zurecht vielen Schweizern sehr peinlich."

    Die Schweiz hält sich nur an die bestehende Verträge und geltendes Recht. Sie wäre ein schlechter Partner, wenn sie sich nicht an geltede int. Verträge und die eigene Gesetze halten würde. Das hat nichts mit vorauseilendem Gehorsam zu tun, sondern eher mit fehlendem Rechtsbewusstsein anderer Länder, die Polanski bisher besucht hat und die ihn (trotz int. Abkommen) NICHT ausgeliefert haben.

    Ihnen sei zudem gesagt, dass sich sehr viele Schweizer für das Züricher Filmfestival schämen, dass so einen Kinderschänder wie Polanski überhaupt einlädt - und ihn sogar auszeichnen will. Eine Vielzahl an Schweizer schämt sich zudem zutiefst für die sogenannt Intelektuellen und Künstler, die sich nun für eine Freilassung Polanksis einsetzen.

    Übrigens: Selbst wenn Polanski von einem höheren Alter des Mädchens ausging, ändert sich nichts an der Tatsache, dass er sie mit Drogen und Alkohol abfüllte und sich schändlich an ihr verging!

    Was soll dass?
    es gibt vieles, was man in dieser Welt kritisieren muss auch (oder vor allem) an den USA. Aber ich denke nicht dazu gehören billaterale Bestrebungen demokratischer Staaten - und da sollte man die USA trotz vieler Unstimmigkeiten doch hinzuzählen - Straffällig geworden Menschen einem gerechten Gerichtsvervahren zuzuführen. Und deshalb legt die Schweiz auch keinen vorauseilenden Gehorsam an den Tag, wenn sich daran beteiligt, dass Straftäter vor Gericht kommen.

    In meinen Augen steigt dass Ansehen der Schweiz - hin oder her, wer Minderjährige vergewaltigt ist ein Schwein und muss zur Rechenschaft gezogen werden.

    Es kann nicht sein, dass sich Straftäter das Stillhalten und Schweigen der Opfer erkaufen und sich so ihrer gerechten Strafe entziehen.

    Ich hoffe auf ein faires Verfahren.
    Danke Schweiz!!!

    das ist vollkommen egal, wer da wen wohin hineinmanövriert hat, wenn die mutter des mädchens involviert war, dann gehört eben die mutter ebenfalls vor gericht gestellt und verurteilt wenn sich diese anschuldigungen bewahrheiten sollten, aber da soll sich einer mit geld also freikaufen können, soll so in einem rechtsstaat vorgegangen werden??

    "Später hat er dem Mädchen eine hohe Entschädigung gezahlt und sich mit ihr ausgesöhnt."

    D.h. Sex mit Minderjährigen gegen Geld, also Prostitution, ist OK - vorausgesetzt, der Täter ist prominent und solvent?

    "Die Schweizer erweisen sich selbst mit diesem vorauseilenden Gehorsam eine Bärendienst. Das ganze ist zurecht vielen Schweizern sehr peinlich."

    Die Schweiz hält sich nur an die bestehende Verträge und geltendes Recht. Sie wäre ein schlechter Partner, wenn sie sich nicht an geltede int. Verträge und die eigene Gesetze halten würde. Das hat nichts mit vorauseilendem Gehorsam zu tun, sondern eher mit fehlendem Rechtsbewusstsein anderer Länder, die Polanski bisher besucht hat und die ihn (trotz int. Abkommen) NICHT ausgeliefert haben.

    Ihnen sei zudem gesagt, dass sich sehr viele Schweizer für das Züricher Filmfestival schämen, dass so einen Kinderschänder wie Polanski überhaupt einlädt - und ihn sogar auszeichnen will. Eine Vielzahl an Schweizer schämt sich zudem zutiefst für die sogenannt Intelektuellen und Künstler, die sich nun für eine Freilassung Polanksis einsetzen.

    Übrigens: Selbst wenn Polanski von einem höheren Alter des Mädchens ausging, ändert sich nichts an der Tatsache, dass er sie mit Drogen und Alkohol abfüllte und sich schändlich an ihr verging!

    Was soll dass?
    es gibt vieles, was man in dieser Welt kritisieren muss auch (oder vor allem) an den USA. Aber ich denke nicht dazu gehören billaterale Bestrebungen demokratischer Staaten - und da sollte man die USA trotz vieler Unstimmigkeiten doch hinzuzählen - Straffällig geworden Menschen einem gerechten Gerichtsvervahren zuzuführen. Und deshalb legt die Schweiz auch keinen vorauseilenden Gehorsam an den Tag, wenn sich daran beteiligt, dass Straftäter vor Gericht kommen.

    In meinen Augen steigt dass Ansehen der Schweiz - hin oder her, wer Minderjährige vergewaltigt ist ein Schwein und muss zur Rechenschaft gezogen werden.

    Es kann nicht sein, dass sich Straftäter das Stillhalten und Schweigen der Opfer erkaufen und sich so ihrer gerechten Strafe entziehen.

    Ich hoffe auf ein faires Verfahren.
    Danke Schweiz!!!

  6. Eine groteske öffentliche Diskussion. Kann mich meinen Vorkommentatoren nur anschließen.
    Unerträglich diese beschönigende Floskel des "Gefügig Machens", mit der der sexuelle Missbrauch einer Minderjährigen wohl in intellektuellen Kreisen irgendwie keiner sein soll. Das ist eine sehr hässliche Realität, der sich Herr Polanski und die sog. geistig aufgeklärte Elite in ihrem Selbstverständnis stellen muss.
    Der ganze Vorfall ist jetzt und vor 30 Jahren moralisch und menschlich ganz unterste Kategorie.

  7. Die Verhaftung ist absolut richtig. Der Skandal ist nicht, dass Polanski verhaftet wurde aber es wirft die Frage auf, warum er ausgerechnet jetzt verhaftet wird, obwohl er doch des öfteren in der Schweiz war (Besitzt ja dort auch ein Haus). Wenn es bedenken gibt, dass auch dieser Straftatbestand verjähren sollte, so ist dies unabhängig vom Falle Polanski zu diskuiteren.
    Auf der anderen Seite muss natürlich sichergestellt werden, dass Herr Polanski ein faires verfahren bekommt und nicht wieder einen Richter, der schon vor Prozessbeginn 100 Jahre fordert (wie beim letzten mal).
    Welchen Einfluss das Verhalten des Opfers auf das Strafmaß haben sollte ist durchaus auch eine spannende frage.
    Zitat:
    "Ich (Opfer) finde, er (Täter) hat für seine Tat genug gebüßt. Wir haben nie wieder miteinander gesprochen, aber er hat mich wissen lassen, dass es ihm leid tut. Ich hege keinen Groll mehr. Menschen machen nun mal Fehler. Ich wünsche ihm viel Glück für alles, was er anpackt"

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    dem opfer hat er aber auch angeblich viel geld bezahlt, das sollte bei dem kommentar nicht unterschlagen werden, durch die monetäre transferleistung ist diese aussage nicht viel wert, es scheint eher die nächste nötigung darzustellen

    viel geld und einfluss und ein promistatus sollte einen nicht vor der strafverfolgung schützen

    der skandal ist doch, dass er nicht schon viel früher verhaftet wurde

    dem opfer hat er aber auch angeblich viel geld bezahlt, das sollte bei dem kommentar nicht unterschlagen werden, durch die monetäre transferleistung ist diese aussage nicht viel wert, es scheint eher die nächste nötigung darzustellen

    viel geld und einfluss und ein promistatus sollte einen nicht vor der strafverfolgung schützen

    der skandal ist doch, dass er nicht schon viel früher verhaftet wurde

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service