Integration Prüfen statt prügeln
Wenngleich es Ex-Senator Sarrazin an Augenmaß fehlt: Seine mit Schärfe vorgetragene Kritik an der Berliner Sozial- und Bildungspolitik ist auch eine Anregung. Kommentar.
© dpa

Hat nicht unbedingt Augenmaß gezeigt, aber einen Finger in die Wunden Berlins gelegt: Bundesbanker Sarrazin
Nein, politisch korrekt hat sich Berlins Ex-Finanzsenator Thilo Sarrazin nicht ausgedrückt in seinem so schnell skandalisierten Gespräch mit der in Berlin erscheinenden Kulturzeitschrift Lettre international. Doch die Äußerungen, die sehr stammtischnah klingen, seien "empirisch" nachzuvollziehen, sagte Sarrazin.
Nun kursieren in den Medien allerlei anstößige Sätze, vor allem über die "unproduktiven" Berliner "Unterschichten", zu denen der jetzige Bundesbankvorstand Sarrazin neben Hartz-IV-Empfängern die Mehrzahl der angeblich integrationsunwilligen türkischen und arabischen Immigranten in der Hauptstadt zählt.
Das riecht nach starkem Tobak, und dieser ist naturgemäß braun. Auch Sarrazin meint, dass manche seiner Äußerungen "sehr stammtischnah" klängen. Aber, so fügt er an, man könne, was er etwa über die Probleme der Berlin-spezifischen Integrationspolitik äußert, "empirisch sehr sorgfältig nachzeichnen". Nun sind auch empirische Befunde oft unterschiedlich interpretierbar, und der Ton macht die Musik, zumal bei empfindlichen Themen. Doch zur Wahrheit muss auch gesagt werden: Es wirkt ziemlich pornografisch, sich bei Sarrazin bloß auf möglicherweise pikante "Stellen" zu stürzen – oder nur diese Stellen zu zitieren, ohne den ganzen Text zu kennen.
Tatsächlich wurde das Gespräch von Lettre-Chefredakteur Frank Berberich für eine hoch anregende Sonderausgabe mit dem sozioanalytischen Titel Berlin auf der Couch – Autoren und Künstler zu 20 Jahren Mauerfall geführt; es umfasst schätzungsweise zwei normale Zeitungsseiten und ist weniger ein Interview als ein mündlicher Essay. Der eröffnet hoch über allen Stammtischen einen oft intelligent-brisanten, weit in die politische, wirtschaftliche und kulturelle Geschichte der Stadt eingreifenden Diskurs: als Bestandsaufnahme der Miseren wie auch Chancen Berlins gestern, heute und morgen.
Der Soziologe Max Weber hat in seinem berühmten Aufsatz Politik als Beruf einst drei entscheidende Qualitäten für einen Politiker genannt: "Leidenschaft, Verantwortungsgefühl, Augenmaß." Thilo Sarrazin, dem es an leidenschaftlichem Verstand gewiss nicht fehlt, ist heute nicht mehr Berufspolitiker. Doch auch sein Job bei der Bundesbank ist keineswegs unpolitisch. Und selbst wenn er jetzt nur als Stadtbürger eine komplizierte und (doch wohl sadomasochistische) "Liebeserklärung" an Berlin hätte abgeben wollen, selbst dann äußert sich hier kein Jedermann.
Augenmaß jedenfalls hat der von einer Golfplatzaffäre und seinen Sottisen über das angeblich so fett bestrichene Brot der Armen vorbelastete Banker auch jetzt nicht unbedingt gezeigt. Ist es doch peinlich, die Berliner Sparzwänge zu beschreiben und dann als Ex-Sparsenator sein damals zu niedriges Gehalt im Amt zu beklagen. Andererseits legt der Provokateur Sarrazin mit ätzender, gewiss nicht mitleidvoller, aber kenntnisreicher Schärfe den Finger in viele Wunden der Berliner Sozial- und Bildungspolitik. Und diese Anregung erscheint wichtiger als die Aufregung über ein paar polemische Zuspitzungen.
Man muss kein elitärer Ausländerfeind sein, um wie Sarrazin zu fragen, warum bestimmte Immigrantengruppen auch in der dritten Generation signifikant weniger sozial und ökonomisch integriert sind als andere. Wer gestaltende statt verwaltete Stadtbürger will und Einwanderung als Bereicherung statt Belastung eines Gemeinwesens wünscht, der sollte Sarrazin erst mal prüfen statt prügeln.
- Datum 05.10.2009 - 15:05 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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Bin positiv überrascht von diesem für Zeit-Verhältnisse recht ausgewogenen Kommentar! Sollte die Zeit die Scheuklappen ablegen und für den Normalbürger wieder lesbar werden?- Nein, man muß kein Auländerfeind sein, um diese Frage zu stellen und man muß sie stellen dürfen. Im Interesse der autochthonen Bevölkerung ebenso wie in dem der vielen gut integrierten Neubürger. Alles andere schadet der Demokratie. Die Redefreiheit ist, wie der Fall Sarrazin wieder einmal zeigt, schon beschädigt genug.
Sarrazin stellt keine Fragen - Sarrazin stellt Dogmen auf auf Basis der Empirie - also einer vermeintlichen "gefühlten Belastung" und wirft dabei mit Zahlen um sich, die eben nicht der Realität entsprechen, sondern "empirisch" nachzuvollziehen sind.
Damit konterkariert er sein (möglicherweise tatsächlich vorhandenes) Ziel Mißstände anzuprangern (aber ohne Drang diese beseitigen zu wollen), sondern ist dem puren Populismus verfallen, bestimmte Gruppierungen anzugreifen oder schlecht zu machen und erzeugt damit ein Klima, das eine sachgerechte Diskussion verhindert.
In seinen 7 Jahren als Finanzsenator hatte er reichlich Gelegenheit, ausser dem erfolgreichen kaputtsparen der Stadt und ihrer Institutionen, Einrichtungen, Schulen, Jugendeinrichtungen und Kitas auf der Basis des vom CDU-Diepgen/Landowsky-Senates hinterlassenen Scherbenhaufens (auch das Wissen davon gehört zur Situation von Berlin), einiges anzustossen, um die Probleme anzugehen.
Das hat er aber (ebenso wie ein gewisser Herr Köhler in seiner Zeit beim IWF) eben nicht getan, sondern schießt nun hinterrücks bei meist eher unpassenden Gelegenheiten primitiv unverhofft und eher rachsüchtig aus der Hüfte.
So bleibt wohl nur diese Erklärung anfangs des Artikels von Herrn Becker übrig:
Das riecht nach starkem Tobak, und dieser ist naturgemäß braun.
Sarrazin stellt keine Fragen - Sarrazin stellt Dogmen auf auf Basis der Empirie - also einer vermeintlichen "gefühlten Belastung" und wirft dabei mit Zahlen um sich, die eben nicht der Realität entsprechen, sondern "empirisch" nachzuvollziehen sind.
Damit konterkariert er sein (möglicherweise tatsächlich vorhandenes) Ziel Mißstände anzuprangern (aber ohne Drang diese beseitigen zu wollen), sondern ist dem puren Populismus verfallen, bestimmte Gruppierungen anzugreifen oder schlecht zu machen und erzeugt damit ein Klima, das eine sachgerechte Diskussion verhindert.
In seinen 7 Jahren als Finanzsenator hatte er reichlich Gelegenheit, ausser dem erfolgreichen kaputtsparen der Stadt und ihrer Institutionen, Einrichtungen, Schulen, Jugendeinrichtungen und Kitas auf der Basis des vom CDU-Diepgen/Landowsky-Senates hinterlassenen Scherbenhaufens (auch das Wissen davon gehört zur Situation von Berlin), einiges anzustossen, um die Probleme anzugehen.
Das hat er aber (ebenso wie ein gewisser Herr Köhler in seiner Zeit beim IWF) eben nicht getan, sondern schießt nun hinterrücks bei meist eher unpassenden Gelegenheiten primitiv unverhofft und eher rachsüchtig aus der Hüfte.
So bleibt wohl nur diese Erklärung anfangs des Artikels von Herrn Becker übrig:
Das riecht nach starkem Tobak, und dieser ist naturgemäß braun.
werter herr von becker,
es ist lobenswert, in sarrazins text nach brauchbaren anregungen zu suchen. sehr gut. es ist weiter sehr gut, von empörungswolken einen schritt zurückzutreten und sich den inhalt genau anzuschauen. auch gut.
aber was nicht geht, ist herrn theo s. als etwas pöbbeligen rauen haudegen darzustelllen, der einwenig grob ist, aber es im grunde gut meint. das ist mir etwas zu viel ent-skandaliserung.
man kann alles in frage stellen, auch den integrationserfolg sämtlicher immigrantengruppen.
nur hat herr s. das nicht getan, er hat
a) auf einer rechten klaviatur gespielt: fortpflanzung als waffe im kampf um lebensräume
b) die sehr verschiedenen teile der berliner türkisch-/arabisch stämmigen gemeinde zu einer großen gruppe zusammengefasst und ihr pauschal islamISTische gesinnungen angedichtet
c) er hat diese gruppe gegen andere abgegrenzt!
er hätte ja, empirisch belegbar, die probleme von italien-stämmigen migranten nennen können, nur um zu zeigen, dass er nicht auf islamophoben wellen surft, hat er nicht!
und, in meinen augen, am schlimmsten,
d) es tatsächlich gewagt, intelligenz und leistungspotentiale an ethnische und soziale herkunft zu knüpfen! (stichworte: IQ/ volle hauptschulen)
das eine ist biologismus, das andere sozialdarwinismus.
beides empirisch widerlegt.
der IQ und leistungspotential hängen nicht mit ethnischen zugehörigkeiten zusammen.
diesen punkt unwidersprochen, und von ihrem sarrazinbild verdeckt, stehen zu lassen, das geht nicht in der ZEIT.
Zitat:
"d) es tatsächlich gewagt, intelligenz und leistungspotentiale an ethnische und soziale herkunft zu knüpfen! (stichworte: IQ/ volle hauptschulen)
das eine ist biologismus, das andere sozialdarwinismus.
beides empirisch widerlegt."
Auf entsprechende Studien bin ich doch gespannt wie ein Flitzebogen.
Kennen Sie das hier?
http://www.zeit.de/2005/3...
Obs Sie es Wahrhaben wollen, oder auch nicht. Unter dem Deckmäntelchen des Glaubens werden immer noch Menschen in Ihrer Dummheit bestärkt. Oder anders ausgedrückt, es kann ja nicht sein das die Leute nicht mehr an Gott Glauben, da gehen ja unsere Pfründe zum Deufel.
Nichts Neues: Fortpflanzung als Waffe usw. Vor einigen Jahren war der Vorsitzende der AEL ( Arabisch Europäïsche Liga), Abu Dja Dja, im NL-Fernsehen eingeladen bei `Pauw und Witteman`. Man wollte ihm Fragen stellen, aber er hämmerte pausenlos fort: `Die Islamische Vorherrschaft in der EU wird in 2050 erreicht sein`, `weil wir einfach mehr Kinder zeugen`. Usw.
Punkte a-c lass ich Ihnen, sonst würde ich wahrscheinlich die Zeichengrenze überschreiten
Aber zu Punkt d.)
Das Werfen mit Schlagworten scheint Ihnen mehr zu liegen als die kritische Analyse. Völlig unabhängig von Sarrazins Artikel stellen Sie hier Thesen auf, die so schlecht sind, dass ich mich einfach dazu äußern muß.
Ihre Thesen
1.) hoher IQ -> Besuch höherer Schule
also irgendwie scheinen Sie in den letzten
Monaten/Jahren/Jahrzehnten einen Dornröschen-Schlaf
gehalten zu haben
der Besuch einer höheren Schule hängt fast ausschließlich
vom Umfeld/Elternhaus ab
Hauptthema in der Bildungspolitik seit Bestehen der BRD
2.) Leistungsfähigkeit ist unabhängig von Sozialer Herkunft und das
angeblich empirisch bewiesen
Da die Leistungsfähigkeit in einer modernen Industriegesellschaft
zu 100% an die Ausbildung gekoppelt ist und viele Kinder aus
sozialschwachen es meist unverschuldet nicht schaffen einen
höheren Bildungsgrad zu erreichen, ist gerade dieser Zusammenhang
entscheidend.
In den Nachkriegsjahren konnte man dass noch durch eine Vielzahl
an Fabrikarbeitern abfedern.
3.) es werden Ethnien kritisiert
Es wird pauschalisiert ja, aber es werden keine Ethnien
kritisiert. Und das liegt einfach daran, dass keiner jemals die
Begriffe richtig definiert hat. Würde jeder fundiert definieren
wären natürlich die politischen Auseinandersetzungen nur halb so
lustig.
zu 3.)
Natürlich meint ein Provozierer in seinem Kommentar mit "Türken" ausschließlich die streng gläubigen und schlecht ausgebildeten Exemplare dieses Landes die in der Nachkriegszeit nach Deutschland gekommen sind und mit harter körperlicher Arbeit dieses Land mit aufgebaut haben, denen aber aufgrund der miserablen Deutschen Integrationspolitik größtenteils der soziale Aufstieg verwehrt blieb und deren nachfolgenden Generationen es auch sehr schwer haben, diesen Aufstieg jemals zu schaffen. Diese soziale Abgrenzung wird leider noch einmal zusätzlich verstärkt durch die tiefe Gläubigkeit, die bei einem Großteil der übrigen Bevölkerung bereits verlorengegangen ist.
Diese versuchen aufgrund wahrscheinlich zahlreicher schlechter Erfahrungen ihre Kinder abzuschotten (keine Klassenfahrten, kein Sportunterricht, kein Religionsunterricht auch nicht Ethik etc.) und verbauen ihnen so unabsichtlich die Zukunft.
Der 68er Gutmensch (nicht geringschätzig gemeint) denkt an den aufgeklärten aus Istanbul stammenden "Türken" mit Hochschulabschluss, der in Deutschland eine Firma aufbaut. Dessen Frau muß selbstverständlich kein Kopftuch tragen, sondern trägt es nur als modischen Schmuck. Natürlich gehört die Familie dem muslimischen Glauben an aber wie bei vielen Christlichen Familien eher aus Tradition als aus strenger Gläubigkeit.
Die Kinder - ob Junge oder Mädchen - werden gleich behandelt und sprechen bei Einschulung so gut Deutsch, dass sie später das Gymnasium und danach sogar die Hochschule besuchen.
Nur wer diesen Unterschied sieht und ihn als Problem begreift kann auch etwas dagegen tun. Leider neigen vielen Menschen dazu Probleme, die so tiefgreifend sind zu tabuisieren oder sie auszusitzen.
Ein wichtiger Satz aus dem Geschichtsunterricht, bei dem es damals um die ewige Erbfeindschaft zwischen Frankreich und Deutschland ist mir auf ewig im Gedächtnis geblieben."Immer daran denken, nie darüber reden".
Bildungspolitik und das damit sehr eng verbundene Thema Integration sind und bleiben über Jahrzehnte, die wichtigsten Zukunftsthemen und Deutschland. Nur so keine unsere Gesellschaft den Übergang von der Industrie zur Wissengesellschaft schaffen, ohne dass es früher oder später zu sozialen Unruhen kommt, die sich sogar zu einem Bürgerkrieg ausweiten könnten.
Zitat:
"d) es tatsächlich gewagt, intelligenz und leistungspotentiale an ethnische und soziale herkunft zu knüpfen! (stichworte: IQ/ volle hauptschulen)
das eine ist biologismus, das andere sozialdarwinismus.
beides empirisch widerlegt."
Auf entsprechende Studien bin ich doch gespannt wie ein Flitzebogen.
Kennen Sie das hier?
http://www.zeit.de/2005/3...
Obs Sie es Wahrhaben wollen, oder auch nicht. Unter dem Deckmäntelchen des Glaubens werden immer noch Menschen in Ihrer Dummheit bestärkt. Oder anders ausgedrückt, es kann ja nicht sein das die Leute nicht mehr an Gott Glauben, da gehen ja unsere Pfründe zum Deufel.
Nichts Neues: Fortpflanzung als Waffe usw. Vor einigen Jahren war der Vorsitzende der AEL ( Arabisch Europäïsche Liga), Abu Dja Dja, im NL-Fernsehen eingeladen bei `Pauw und Witteman`. Man wollte ihm Fragen stellen, aber er hämmerte pausenlos fort: `Die Islamische Vorherrschaft in der EU wird in 2050 erreicht sein`, `weil wir einfach mehr Kinder zeugen`. Usw.
Punkte a-c lass ich Ihnen, sonst würde ich wahrscheinlich die Zeichengrenze überschreiten
Aber zu Punkt d.)
Das Werfen mit Schlagworten scheint Ihnen mehr zu liegen als die kritische Analyse. Völlig unabhängig von Sarrazins Artikel stellen Sie hier Thesen auf, die so schlecht sind, dass ich mich einfach dazu äußern muß.
Ihre Thesen
1.) hoher IQ -> Besuch höherer Schule
also irgendwie scheinen Sie in den letzten
Monaten/Jahren/Jahrzehnten einen Dornröschen-Schlaf
gehalten zu haben
der Besuch einer höheren Schule hängt fast ausschließlich
vom Umfeld/Elternhaus ab
Hauptthema in der Bildungspolitik seit Bestehen der BRD
2.) Leistungsfähigkeit ist unabhängig von Sozialer Herkunft und das
angeblich empirisch bewiesen
Da die Leistungsfähigkeit in einer modernen Industriegesellschaft
zu 100% an die Ausbildung gekoppelt ist und viele Kinder aus
sozialschwachen es meist unverschuldet nicht schaffen einen
höheren Bildungsgrad zu erreichen, ist gerade dieser Zusammenhang
entscheidend.
In den Nachkriegsjahren konnte man dass noch durch eine Vielzahl
an Fabrikarbeitern abfedern.
3.) es werden Ethnien kritisiert
Es wird pauschalisiert ja, aber es werden keine Ethnien
kritisiert. Und das liegt einfach daran, dass keiner jemals die
Begriffe richtig definiert hat. Würde jeder fundiert definieren
wären natürlich die politischen Auseinandersetzungen nur halb so
lustig.
zu 3.)
Natürlich meint ein Provozierer in seinem Kommentar mit "Türken" ausschließlich die streng gläubigen und schlecht ausgebildeten Exemplare dieses Landes die in der Nachkriegszeit nach Deutschland gekommen sind und mit harter körperlicher Arbeit dieses Land mit aufgebaut haben, denen aber aufgrund der miserablen Deutschen Integrationspolitik größtenteils der soziale Aufstieg verwehrt blieb und deren nachfolgenden Generationen es auch sehr schwer haben, diesen Aufstieg jemals zu schaffen. Diese soziale Abgrenzung wird leider noch einmal zusätzlich verstärkt durch die tiefe Gläubigkeit, die bei einem Großteil der übrigen Bevölkerung bereits verlorengegangen ist.
Diese versuchen aufgrund wahrscheinlich zahlreicher schlechter Erfahrungen ihre Kinder abzuschotten (keine Klassenfahrten, kein Sportunterricht, kein Religionsunterricht auch nicht Ethik etc.) und verbauen ihnen so unabsichtlich die Zukunft.
Der 68er Gutmensch (nicht geringschätzig gemeint) denkt an den aufgeklärten aus Istanbul stammenden "Türken" mit Hochschulabschluss, der in Deutschland eine Firma aufbaut. Dessen Frau muß selbstverständlich kein Kopftuch tragen, sondern trägt es nur als modischen Schmuck. Natürlich gehört die Familie dem muslimischen Glauben an aber wie bei vielen Christlichen Familien eher aus Tradition als aus strenger Gläubigkeit.
Die Kinder - ob Junge oder Mädchen - werden gleich behandelt und sprechen bei Einschulung so gut Deutsch, dass sie später das Gymnasium und danach sogar die Hochschule besuchen.
Nur wer diesen Unterschied sieht und ihn als Problem begreift kann auch etwas dagegen tun. Leider neigen vielen Menschen dazu Probleme, die so tiefgreifend sind zu tabuisieren oder sie auszusitzen.
Ein wichtiger Satz aus dem Geschichtsunterricht, bei dem es damals um die ewige Erbfeindschaft zwischen Frankreich und Deutschland ist mir auf ewig im Gedächtnis geblieben."Immer daran denken, nie darüber reden".
Bildungspolitik und das damit sehr eng verbundene Thema Integration sind und bleiben über Jahrzehnte, die wichtigsten Zukunftsthemen und Deutschland. Nur so keine unsere Gesellschaft den Übergang von der Industrie zur Wissengesellschaft schaffen, ohne dass es früher oder später zu sozialen Unruhen kommt, die sich sogar zu einem Bürgerkrieg ausweiten könnten.
Oh, Herr Sarrazin, Sie dürfen doch nicht den Souverän, das Wahlvolk, beleidigen! Dieser Vergleich mit dem Kosovo - dass die Türken uns dank ihrer vielen Kinder überlegen sind! Das sei eine abfällige Äußerung über die Türken, schreien die Gutmenschen. In Wirklichkeit ist es abfällig über uns aussterbende Deutsche - oh, die Kränkung ist angekommen, sie sind jetzt persona non grata - Mut zur Wahrheit und Staatsamt vertragen sich eben nicht - vielleicht waren Sie in einem früheren Leben Hofnarr bei einem eitlen Tyrannen, genossen die Narrenfreiheit und meinen in diesem Leben, Sie könnten so weiter machen! Nicht bei den Deutschen!
Ich habe in meiner beruflichen Praxis mit diversen türkischen Mitbürgern zu tun gehabt, von denen einige auch den deutschen Pass haben. Was ich dort über die "faulen ....Türken, die nur auf Kosten der Allgemeinheit leben" gehört habe, würde ich mir als Deutscher niemals zu sagen getrauen.
Viele der integrierten Türken haben zu den von Sarrazin angesprochenen Bevölkerungsgruppen durchaus so ihre eigene Meinung........
aber vielleicht spielen da z.T. noch weniger lautere Motive mit: Ein relativ großer Teil der zugewanderten Anatolier sind Kurden und die Mittel- und Oberschichten setzen sich überall gerne von der eigenen Unterschicht ab.
Und auch das gibt es, dass diejenigen, die sich mühsam empor gearbeitet haben mit besonderer Härte auf die schauen, die es nicht geschafft haben.
Aber wie schon mehrfach an anderer Stelle gesagt, es gibt diese Probleme und es bedarf eines Bündels von Maßnahmen, diese anzugehen. Und meiner Ansicht nach gehören dazu durchaus auch Sanktionen, aber auch solches:
http://www.wider-den-opti...
aber vielleicht spielen da z.T. noch weniger lautere Motive mit: Ein relativ großer Teil der zugewanderten Anatolier sind Kurden und die Mittel- und Oberschichten setzen sich überall gerne von der eigenen Unterschicht ab.
Und auch das gibt es, dass diejenigen, die sich mühsam empor gearbeitet haben mit besonderer Härte auf die schauen, die es nicht geschafft haben.
Aber wie schon mehrfach an anderer Stelle gesagt, es gibt diese Probleme und es bedarf eines Bündels von Maßnahmen, diese anzugehen. Und meiner Ansicht nach gehören dazu durchaus auch Sanktionen, aber auch solches:
http://www.wider-den-opti...
Wer kränkende Wahrheiten ausspricht, erzeugt böses Blut und wird gerne aus dem Amt gejagt. Wenn er eins hat.
Als Darwin seine kränkenden Erkenntnisse veröffentlichte, konnte man ihn nicht verjagen und nicht als Unperson aus der Gesellschaft rausekeln, da er kein Amt hatte und zurückgezogen auf seinem Landsitz lebte. Eine weise Haltung!
Bei Sigmund Freud, der bei den Zeitgenossen ja auch Anstoß erregte, stimmt mein Vergleich jedoch nicht. Freud war Professor und blieb es. Im kaiserlichen Wien. Wird Thilo Sarrazin aus seinem Amt gejagt, müsste man die Untertanen der Habsburgermonarchie um ihre Gedankenfreiheit beneiden! Als Unperson Wien verlassen musste er erst, als ein beim Volk beliebter Politiker dort an die Macht kam.
Na da wird sich der Herr Sarrazin aber freuen, wenn er mit solchen Namen genannt wird. Auch eine rafinierte Art der Rethorik.
"Es ist die Abkehr von der realitätsvernebelnden Politischen Korrektheit und all dem beschönigenden Neusprech, das Sarrazins Äußerungen glaubhaft und wirklichkeitsnahe machen."
Es ist die Abkehr von Respekt gegenüber Menschen anderer Kultur und Herkunft. Die Abkehr vom Mitgefühl. Die Abkehr vom Wahrnehmen der eigenen Verantwortung Deutschlands im Punkto Integration.
Und genau diese Art Menschen fordert meist zu gerne für sich und ihresgleichen MEHR RESPEKT.
Na da wird sich der Herr Sarrazin aber freuen, wenn er mit solchen Namen genannt wird. Auch eine rafinierte Art der Rethorik.
"Es ist die Abkehr von der realitätsvernebelnden Politischen Korrektheit und all dem beschönigenden Neusprech, das Sarrazins Äußerungen glaubhaft und wirklichkeitsnahe machen."
Es ist die Abkehr von Respekt gegenüber Menschen anderer Kultur und Herkunft. Die Abkehr vom Mitgefühl. Die Abkehr vom Wahrnehmen der eigenen Verantwortung Deutschlands im Punkto Integration.
Und genau diese Art Menschen fordert meist zu gerne für sich und ihresgleichen MEHR RESPEKT.
aber vielleicht spielen da z.T. noch weniger lautere Motive mit: Ein relativ großer Teil der zugewanderten Anatolier sind Kurden und die Mittel- und Oberschichten setzen sich überall gerne von der eigenen Unterschicht ab.
Und auch das gibt es, dass diejenigen, die sich mühsam empor gearbeitet haben mit besonderer Härte auf die schauen, die es nicht geschafft haben.
Aber wie schon mehrfach an anderer Stelle gesagt, es gibt diese Probleme und es bedarf eines Bündels von Maßnahmen, diese anzugehen. Und meiner Ansicht nach gehören dazu durchaus auch Sanktionen, aber auch solches:
http://www.wider-den-opti...
Sarrazin stellt keine Fragen - Sarrazin stellt Dogmen auf auf Basis der Empirie - also einer vermeintlichen "gefühlten Belastung" und wirft dabei mit Zahlen um sich, die eben nicht der Realität entsprechen, sondern "empirisch" nachzuvollziehen sind.
Damit konterkariert er sein (möglicherweise tatsächlich vorhandenes) Ziel Mißstände anzuprangern (aber ohne Drang diese beseitigen zu wollen), sondern ist dem puren Populismus verfallen, bestimmte Gruppierungen anzugreifen oder schlecht zu machen und erzeugt damit ein Klima, das eine sachgerechte Diskussion verhindert.
In seinen 7 Jahren als Finanzsenator hatte er reichlich Gelegenheit, ausser dem erfolgreichen kaputtsparen der Stadt und ihrer Institutionen, Einrichtungen, Schulen, Jugendeinrichtungen und Kitas auf der Basis des vom CDU-Diepgen/Landowsky-Senates hinterlassenen Scherbenhaufens (auch das Wissen davon gehört zur Situation von Berlin), einiges anzustossen, um die Probleme anzugehen.
Das hat er aber (ebenso wie ein gewisser Herr Köhler in seiner Zeit beim IWF) eben nicht getan, sondern schießt nun hinterrücks bei meist eher unpassenden Gelegenheiten primitiv unverhofft und eher rachsüchtig aus der Hüfte.
So bleibt wohl nur diese Erklärung anfangs des Artikels von Herrn Becker übrig:
Das riecht nach starkem Tobak, und dieser ist naturgemäß braun.
Ich weiß nicht, ob man in jedem Schmutzhaufen nach etwas Verwertbarem suchen muß... Zumal die bislang über Herrn S. bekannten Tatsachen und Äußerungen ihn wohl genügend klassifizieren. Aus meiner Sicht haben alle diesde Dinge ein kleinstes gemeinsames Vielfaches: Die Mischung aus Ignoranz, Arroganz und Menschenverachtung.
Kritik ist dann akzeptabel, wenn sie in einer Weise vorgetragen wird, die annehmbar ist, Herr S.!
Kritik regt zur Prüfung an.
Hier aber bin ich, und zwar ausschließlich, für die genannte Alternative.
Ich weiß nicht, ob man in jedem Schmutzhaufen nach etwas Verwertbarem suchen muß... Zumal die bislang über Herrn S. bekannten Tatsachen und Äußerungen ihn wohl genügend klassifizieren. Aus meiner Sicht haben alle diesde Dinge ein kleinstes gemeinsames Vielfaches: Die Mischung aus Ignoranz, Arroganz und Menschenverachtung.
Kritik ist dann akzeptabel, wenn sie in einer Weise vorgetragen wird, die annehmbar ist, Herr S.!
Kritik regt zur Prüfung an.
Hier aber bin ich, und zwar ausschließlich, für die genannte Alternative.
"Wenngleich es Ex-Senator Sarrazin an Augenmaß fehlt: Seine mit Schärfe vorgetragene Kritik an der Berliner Sozial- und Bildungspolitik ist auch eine Anregung."
Klingt schon erst mal völlig anders als das hysterische Gekakele der letzten zwei Tage, als Sarrazin auf einmal der rechtsextreme Gottseibeiuns war, den man als Schlange jahrelang am linken multikulturellen Busen genährt hat.
"Nein, politisch korrekt hat sich Berlins Ex-Finanzsenator Thilo Sarrazin nicht ausgedrückt in seinem so schnell skandalisierten Gespräch mit der in Berlin erscheinenden Kulturzeitschrift Lettre international. Doch die Äußerungen, die sehr stammtischnah klingen, seien "empirisch" nachzuvollziehen, sagte Sarrazin."
Es ist die Abkehr von der realitätsvernebelnden Politischen Korrektheit und all dem beschönigenden Neusprech, das Sarrazins Äußerungen glaubhaft und wirklichkeitsnahe machen.
"Das riecht nach starkem Tobak, und dieser ist naturgemäß braun."
Na ja, kleine Rückfälle sind ja immer möglich. Aber deutliche Fortschritte sind doch erkennbar, wenn es heißt:
"Man muss kein elitärer Ausländerfeind sein, um wie Sarrazin zu fragen, warum bestimmte Immigrantengruppen auch in der dritten Generation signifikant weniger sozial und ökonomisch integriert sind als andere. Wer gestaltende statt verwaltete Stadtbürger will und Einwanderung als Bereicherung statt Belastung eines Gemeinwesens wünscht, der sollte Sarrazin erst mal prüfen statt prügeln."
Die Worte hör ich wohl, allein es fehlt ...
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