Interview mit einem Bandido Party mitten im Rockerkrieg

Morgen feiern die Bandidos ihr zehnjähriges Bestehen in Deutschland im Ruhrgebiet. Hier bekämpfen sich Bandidos und Hells Angels besonders. Aber die Rocker geben sich entspannt.

Mit Schüssen rechnet Michael nicht. "Ärger schließen wir zu der Feier kategorisch aus". Er war von Anfang an Mitglied im Motorradclub (MC) Bandidos, der seit einigen Wochen in einem heftigen Streit mit den rivalisierenden Hells Angels steckt. Seit ein Bandido vor fünf Wochen in Duisburg erschossen wurde, mutmaßlich von einem Mitglied "des anderen Motorradclubs", wie Michael die Hells Angels nennt, ist vom Rockerkrieg die Rede. Jederzeit ist ein bewaffneter Überfall, eine weitere Eskalation möglich. Das weiß hier jeder.

Morgen kommen 800 Bandidos aus ganz Deutschland, aus Frankreich, Italien und Skandinavien zusammen, auf dem Gelände am unverputzten Clubhaus der Bandidos in Schwerte an der Ruhr. Man will das zehnjährige Bestehen des MC in Deutschland feiern, in der Kleinstadt, die sich im Süden an Dortmund schmiegt. Wer die A1-Abfahrt "Schwerte" ins östliche Ruhrgebiet nimmt, fährt durch Bandido-Gebiet.

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Früher gehörte Michael zu den Ghostriders, einem lokalen Club, der in den Bandidos aufgegangen ist. Die Ruhrgebietsrocker, die lange Zeit die Türsteherszene in der Gegend dominiert haben, gingen so ins globale Zeitalter über: Die Bandidos agieren weltweit, seit sie sich vor über 40 Jahren in Texas gegründet haben. Ihre Feier ist ein medialer Aufreger. Eigentlich sollte sie in einer ehemaligen Diskothek in der Dortmunder City stattfinden, auf einer Vergnügungsmeile. Zu unübersichtlich, zu gefährlich. Deshalb bauen sie nun hier, am Schwerter Stadtrand, zwei Festzelte auf.

Die Bandidos organisieren sich in "Chapter", in Ortsgruppen. Im Ruhrgebiet sind sie stark. Zwölf Chapter, ein Viertel aller deutschlandweiten Gruppen, gibt es hier. Sie tragen ihre Kutten mit dem gelb-roten "Centerpatch", dem Logo der Bandidos, auf den Rücken und zeigen sich auf Trödelmärkten und Heavy-Metal-Konzerten. Sogar beim Fanturnier der Schalker "Gelsenszene" im Sommer waren sie dabei. Dort hockten Bandidos mit Hooligans auf den Bierbänken. Als wollten sie zeigen: Das ist unser Gebiet!

Für die Feier morgen wird ein massives Polizeiaufgebot erwartet. Die meisten der Bandidos, die dann knatternd und dröhnend auf ihren Harleys vorfahren, werden aber in der Umgebung übernachten. Darin liegt wohl das eigentliche Sicherheitsrisiko – oder? Michael schweigt. Er findet die aktuelle Berichterstattung über den Rockerkrieg "völlig aufgebauscht".

Einige Fakten sprechen jedoch für sich: Ein Toter Bandido, ein Brandanschlag, der aufgebrachter Hells-Angels-Mob, den die Polizei nur mit Mühe davon abhalten konnte, das Clubhaus der anderen in Duisburg zu stürmen, wiederholt Schüsse auf Vereinshäuser des jeweils anderen Lagers, elf sichergestellte Schusswaffen, darunter eine Pump-Gun, ein Arsenal aus Baseballschlägern, Messern, Teleskopschlagstöcken.

Wegen der Eskalation werden die Ermittlungen nun zentral von einer Sonderkommission der Polizei in Münster gesteuert. Von dort wurde auch der Polizeibus geschickt, der seit einiger Zeit vor dem Schwerter Clubhaus steht. "Die beobachten uns nun schon den ganzen Tag", sagt Michael, "aber welche Maßnahmen die nun treffen, damit bei unserer Feier nichts passiert, wissen wir nicht." Rockerheime, Privathäuser und Bordelle, die einzelnen Mitgliedern der Clubs zugeordnet werden, stehen seit einigen Tagen unter Polizeischutz, 80 Objekte deutschlandweit.

Leser-Kommentare
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    • 13.11.2009 um 18:19 Uhr

    Verständlich, dass sich alle Medien auf diese Bandenfehde stürzen, das schafft spektakuläre Schlagzeilen auf BILD-Zeitungs-Niveau... verhilft aber den betreffenden Organisationen zu unnötiger PR. Auf Seiten der seriösen Medien sollte man deshalb hier mit der Art und Weise der Berichterstattung sehr vorsichtig sein und sich lieber kurz und sachlich an Fakten halten, statt wie hier journalisten-psychologisch Emotionen und Motivationen zu hinterfragen/wälzen. Jede Outlaw-Tümmelei kann in der Bevölkerung ungerechtfertigte Gleichgültigkeit oder gar Sympathien für diese Vereinigungen erzeugen, die sich selbst abseits der gesellschaftlichen Ordnung einen rechtsfreien Raum auf Kosten der Allgemeinheit schaffen.

  1. ...nicht schreibt, weil sie keine Lust oder Zeit mehr zum Fragen hat:
    Da wird weit überwiegend so getan, als seien 2 Gruppen "gleichberechtigt" übel aufeinander losgegangen, wovon real nichts zu sehen war; auch die genauere - hier fehlende - Zuordnung der Waffen/Gegenstände ergäbe, zumindest Duisburg betr. ein BANDIDO-freundliches, anderes Bild.
    -- Zum Zeitpunkt des ANGRIFFS auf das Kneipehaus war von den BANDIDOS außer 2 - 3 Leuten niemand dort. Ein großer Pulk, selbst mit Kleinbussen angereister und aus bestimmten in türkisch/Hells Angels Hand befindlichen Bordellhäusern unterstützt, waren wie beim Mord zuvor die Angreifer; HellsAngles organisieren auch Türken
    -- Der Mörder 3 Wochen zuvor war ein Türke und aus dem HellsAngles-Puff-Milleu, seine Tat - Kopfschuss !-- soll eifersuchtsbedingt gewesen sein; die Bandidos "besitzen" hingegen keine Puffhäuser, laufen aber Wache, ihre Kneipe liegt in einer Wohnstraße, in die der Puff erst nach Zukauf von Häusern am anderen Ende 2007/08 um "die Ecke" kam
    -- das Aufbrechen des Bandidos-Kneipenhauses letzten Freitag durch das SEK, t r o t z der noch per Funk rechtzeitig durchgegebenen Anwesenheit des Hausmeisters, hinterließ an sämtlichen Türen wesentlich mehr Schäden, als der HellsAngles-Angriff
    -- Vor etwas mehr als einem Jahr propagierte der SPD-Ex-Stadtdirektor Brandt im Rat die Expansion des Bordellbetriebs, damit die chronisch Peite Stadt Geld in die Kasse bekäme, - ohne Rücksicht auf die normal-ruhige, oft alte Anwohner ...

  2. - aber kann ja noch kommen, wer weiß ?

    ...- Seit etwa 2007 hat eine rücksichtslose, durch die Stadt geförderte Ausweitung von Puff-Eingängen und Lokalen in die davon zuvor freie Straße des BANDIDO-Klublokals stattgefunden,- im Übrigen mit oft alten Anwohnern und 80 % deutschen bewohnt. - Gleichzeitig wird städtischerseits, u.a. der GroßMoschee, der Bau neuer Prunk- und Gigantbauten in Marsch gesetzt
    -- Der CDU-Bürgermeister wurde kurz vor der letzten Wahl bei der vom VfS beobachteten MILLI GÖRÜSCH bei der Hinterthofmoschee-Werbung gesehen ;
    der GraueWolf bzw. die nazi-türkische Partei des nationalen Wegs besitzt den großen zum Restaurant umgerüsteten Wasserturm mit angeschlossenen Säälen; lt. eines alten Milleubewohners sind sie es die, die in die angesprochenen Bereiche vorstoßen
    -- zumindest aus der Nachbarstadt liegen 100%ige Beweise für G.W./MHP-islamistische Doppelmitgliedschaften in SPD, CDU, Ausländer- und Integrationsbeirat vor ...; ein türkischer Kollege berichtete mir von einer anti-integrativen Arbeit ähnlicher Leute an derenorts und findet das als Demokrat garnicht lustig
    -- Woher ich das weiß ? - Ich kann fragen und wohne hier. Die Jounalisten gedoch standen meist nur wie gebannt vor dem einen Haus oder neben der Polizei, auf der Jagd nach Schnappschüssen oder "O-Tönen". - Da war es doch schön, daß das Haus von den BANDIDOS wenigstens grell rot-gelb angemalt wurde.

  3. ... sind doch in Wahrheit arme, unmännliche, bedauernswerte Trottel.

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