Todesstrafe

Heckenschütze von Washington mit Giftspritze hingerichtet

Im Jahr 2002 erschoss John Allen Muhammad in Washington zehn Menschen aus dem Hinterhalt. Nach Ablehnung eines Gnadengesuchs haben Henker ihn per Giftinjektion getötet.

Der Heckenschütze von Washington, John Allen Muhammad, wurde Dienstagnacht wegen Mordes hingerichtet

Der Heckenschütze von Washington, John Allen Muhammad, wurde Dienstagnacht wegen Mordes hingerichtet

Sieben Jahre nach seiner Serie von heimtückischen Attentaten ist der als Heckenschütze von Washington berüchtigte John Allen Muhammad hingerichtet worden. Er starb um kurz nach 21 Uhr (Ortszeit, 3 Uhr MEZ) am Dienstagabend im Staatsgefängnis von Greensville (Virginia) durch eine Giftinjektion.

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Der 48-Jährige habe keine Emotionen gezeigt und keine Erklärung abgegeben, sagte ein Gefängnis-Sprecher. Die Hinrichtung, der mehrere Angehörige der Opfer zusahen, sei ohne Komplikationen verlaufen. 

Nur wenige Stunden vor der Exekution hatte sich der Gouverneur des Bundesstaates Virginia, Timothy Kaine, geweigert, das Gnadengesuch Muhammads anzunehmen. "Ich sehe keinen zwingenden Grund, die Strafe auszusetzen, die von der Jury vorgeschlagen und dann von den Gerichten bestätigt wurde", teilte der Demokrat mit. "Entsprechend lehne ich es ab, einzugreifen.

 

Vor sieben Jahren hatte der seinerzeit 41-jährige Muhammad zusammen mit seinem damals 16-jährigen Komplizen Lee Boyd Malvo die Bevölkerung im Großraum Washington drei Wochen lang in Angst und Schrecken versetzt. Versteckt in ihrem Auto schossen sie willkürlich auf Passanten. Zehn Menschen starben, sechs erlitten Verletzungen. Zuvor hatten die beiden "Sniper" in den Bundesstaaten Alabama und Louisiana bereits sechs weitere Menschen getötet.

Die Bundespolizei FBI kam den Heckenschützen schließlich durch Fingerabdrücke auf Briefen mit Lösegeldforderungen auf die Spur. Am 24. Oktober wurden die beiden festgenommen, als sie auf einem Autobahn-Rastplatz in ihrem Fahrzeug schliefen. Als Motiv für die Morde hatte Malvo angegeben, der Golfkriegsveteran und zum Islam konvertierte Muhammad hasse die USA wegen der Sklaverei und ihrer Außenpolitik. Angesichts einer Lösegeldforderung in Höhe von zehn Millionen US-Dollar schlossen die Behörden aber auch Geldgier als möglichen Grund nicht aus.

Muhammad wurde 2004 wegen Mordes zum Tode verurteilt. Malvo, der in Muhammad eine Vaterfigur sah, erhielt wegen seines jugendlichen Alters eine lebenslange Freiheitsstrafe.

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Leser-Kommentare

  1. Zahn um Zahn... also ich bin prinzipiell gegen die Todesstrafe, ich bin auch auch gegen Tötung jeder Form. Aber nur weil ich gegen einen Staat und seine Außenpolitik bin, heißt das noch lange nicht, dass mir das die Berechtigung gibt, zur Waffe zu greifen und dutzende Menschen zu töten. Wahrscheinlich auch noch "Unschuldige", die mit meinen Ansichten gar nichts zu tun haben - was das für eine Kette von Traumata und trauernden Personen auslöst... das ist einfach so gleichgültig, diese Menschen zu töten. Tut mir Leid, ich bin zwar gegen die Todesstrafe, aber mein Mitleid hat dieser Kerl nicht.

  2. 16 Jahre, mit dem Täter verwandt, und jetzt lebenslang - das ist schon hart, denn er wurde ja wohl zur Tat angestiftet. Gottseidank hat man ihn wenigstens nicht auch hingerichtet.

    aj

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    also mit 16 weiß ich schon ob es richtig oder falsch ist einen menschen zu töten oder nicht. ich nehm ja auch nicht drogen aus gruppenzwang mit 16, man ist nicht nur das opfer seiner umgebung, man kann immer auch irgendwie agieren. vielleicht ist die strafe nicht angemessen, aber bestrafung muss ja wohl sein.

    • 10.11.2009 um 21:20 Uhr
    • oware

    Wie auch glückskeks bin ich gegen die Todesstrafe. Auch wenn "dieser Kerl" jedoch kein Mitleid verdient hat, halte ich die Todesstrafe für unangemessen, da es sich viel mehr um eine Strafe für die Menschen handelt, welche den Verurteilten umbringen müssen, da dieser davon ja gar nichts mitbekommt. Eine wirklich lebenslange Haft (nicht wie in Deutschland 25 Jahre, sondern bis zum natürlichen Tod) ist doch eine viel größere Strafe, mal ganz abgesehen davon, dass dieser Mensch wohl einen Psychiater gebrauchen könnte, da er doch höchstwahrscheinlich geistig nicht gesund sein kann.

  3. also mit 16 weiß ich schon ob es richtig oder falsch ist einen menschen zu töten oder nicht. ich nehm ja auch nicht drogen aus gruppenzwang mit 16, man ist nicht nur das opfer seiner umgebung, man kann immer auch irgendwie agieren. vielleicht ist die strafe nicht angemessen, aber bestrafung muss ja wohl sein.

    Antwort auf "aber der Kleine"
  4. Todesstrafe ist ebenso abartig wie die Taten dieses Menschen. Er selbst war wahrscheinlich nicht ganz richtig im Kopf, ein Staat sollte das aber sein und von solchen Praktiken absehen.

    • 10.11.2009 um 21:45 Uhr
    • Sikumu

    Todesstrafe ist ein kollektives Versagen, ein Akt der Hilflosigkeit der Gesellschaft, egal für welches Verbrechen sie verhängt wird.
    Mein Mitgefühl gilt den Opfern und deren Angehörigen, aber auch dem Täter selbst.

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      mein_beitrag

    Todesstrafe bedeutet in erster Linie dass der Steuerzahler nicht für die lebenslange Freiheitsstrafe eines Mörders aufkommen muss.

    Und bei diesem Punkt sind die Amis ja ein wenig eigen.... Steuern, Eingriff des Staates, etc.. ist angeblich böse, böse, böse. Man muss es ja selber schaffen, Individuum geht vor Staat usw....

  5. wenn es bei der bestrafung von staftätern um eine art rache geht ist die totesstrafe völlig in ordnung, dann ist es wie in afghanistan mit dem "blutrachesystem". Man recht den/die toten mit dem tot des täters...
    aber unsere rechtsstaatslichkeit beruht auf dem prinzip der resozialisierung der Straftäter und eines ist klar: wenn ein mensch tot ist kann es nicht mehr resozialisiert werden!

    Also muss man sich entscheiden, wollen wir ein system in dem gilt "auge um auge..." oder wollen wir ein system in dem man probiert den menschen zu helfen, denn menschen die straftaten begehen die mit einer todesstrafe bestraft werden sind oftmals psychisch nicht gesund, und helfen ihnen so wieder zu einem normalen leben in und mit der gesellschaft?

    • 10.11.2009 um 22:00 Uhr
    • GabiE

    Todesstrafe ist barbarisch. Auch im Fall dieses Heckenschützen. Dennoch stelle ich mit Erschrecken fest, daß ich kein Mitleid für einen John Allen Muhammad empfinden kann. Ganz im Gegensatz zu anderen Hinrichtungen in den USA in den vergangenen Jahren. Das zeigt aber nur, daß auch eine Gegnerin der Todesstrafe nicht gefeit ist vor dumpfen Rachegefühlen, denen der aufgeklärte Geist entschieden widersprechen muß. Dieser aufgeklärte Geist fragt sich zwar mitunter auch, ob es nicht grausamer ist, einen Menschen bis ans Lebensende wegzusperren, als ihn kurz und schmerzlos (was ja auch nicht der Fall ist) vom Leben zum Tode zu befördern. Andererseits vermag vielleicht der lebenslang Weggesperrte eines Tages zur Be-Sinnung zu kommen.

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  • Datum 11.11.2009 - 08:40 Uhr
  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Kommentare 33
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  • Schlagworte Mord | Todesstrafe | USA
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