Der schwarze Block hat sich durchgesetzt. Nikolaus Brender muss als ZDF-Chefredakteur Ende März 2010 gehen. Eingängige Argumente sind von Roland Koch, dem konservativen Anführer im entscheidenden ZDF-Verwaltungsrat, nach der Sitzung am Freitag nicht überliefert worden. Wer ist nach dieser sinnfreien Attacke nicht beschädigt?

Intendant Markus Schächter hat mit seinem Kandidaten für den journalistischen Chefposten gleich mit verloren, Brender büßt seinen Job ein, dem ZDF kommt ein fähiger Chefredakteur abhanden, der Sender wirkt wie die Außenstelle einer Parteizentrale.

Die Politiker im ZDF-Gremium, heute die Schwarzen in der Mehrheit und morgen wieder die Roten, haben jenen, die der Parteienverdrossenheit frönen, einen echten Gefallen erwiesen. Roland Koch wird trotz und alledem zufrieden sein. Dem hessischen Ministerpräsidenten kann es in der Küche nicht heiß genug sein, er hat die gewünschte Antwort auf seine einzige Frage in der Causa Brender bekommen: Mit wem ist die Macht?

Mit Roland Koch, dem Machtpolitiker, dem Sieger. Möge schon morgen die krachende Niederlage mit ihm sein.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 28.11.2009)